Verein für angewandte Lebensfreude e.V.
✍ Autor(en):
Thomas Fischer (2025)
Erik Schumacher (2025)
„Beim Jahn ziehe ich nicht mit den Kibus in die Halle ein, sonst kann ich daheim ausziehen.“ war eine Aussage eines Kirmesburschen aus unserem Kibu-Jahrgang 1989.
Der Grund hierfür war die feindselige Atmosphäre zwischen den beiden Sportvereinen in Mensfelden, die sich durch alle Altersgruppen in Mensfelden zog und das Dorf in zwei Lager teilte. Nämlich TuS und TV Jahn.
Wir als Jugendliche wollten das nicht weiter hinnehmen und entwickelten so die Idee unserer Kampagne „Verein(t) Mensfelden“. Diese Aktion war der Grundstein des Vereins für angewandte Lebensfreude.
Der „Verein“ existierte zunächst als Stammtisch im alten Zollhaus in Mensfelden zu dem wir uns jeden Freitag trafen.
Wir entschieden uns 1992 den Verein als e.V. zu gründen, damit wir für unsere geplanten Veranstaltungen, wie NDW-Partys oder das legendäre Chaosweekend, rechtliche Sicherheit hatten und die von Gemeinde geförderten Sporthallen als ortsansässiger Verein nutzen durften.
Mit den üblichen Vereinsstrukturen und -vorgängen hatten wir nicht sehr viel am Hut. Ganz im Gegenteil, bei uns wurde dies auf die Schippe genommen. Zum Beispiel durch eine Ehrung mit Urkunde zur 2,5-jährigen Mitgliedschaft oder unsere satirischen Veröffentlichungen im Mitteilungsblatt. Hier wurde z.B. kurzerhand aus der Kursistenruhe die „Kurt Sisten Ruhe“ gemacht. Was ordentlich Aufruhr im Ort nach sich zog.
Wir hatten jedoch nicht nur Blödsinn im Kopf. Sondern organisierten damals schon Müllsammelaktionen oder veranstalteten den ersten Weihnachtsmarkt (sozusagen der Vorläufer des heutigen Glühweinfestes vom Verein Zukunft und Kultur Mensfelden) an der Bushaltestelle.
Da sich im Laufe der Zeit die Prioritäten der Vereinsmitglieder in Richtung Familie, Hausbau und Beruf verschoben wurde der Verein im Jahr 2000 aufgelöst.
Aufgrund der immer weiter zurückgehenden Infrastruktur im Dorf - wie geschlossenen Geschäfte und Gaststätten - besann sich das Kernteam des alten Vereins wieder auf die Anfänge und gründeten den Verein mit der Neueintragung im Vereinsregister am 06.06.2016 neu.
Die ehemaligen Mitglieder sind nun, 25 Jahre später, zwar nicht mehr ganz so jugendlich, aber weiterhin engagiert im Ortsgeschehen tätig.
Zu den „alten Hasen“ von damals haben sich mittlerweile auch viele jüngere „Miesfellerinnen“ und „Miesfeller“ gesellt, und zusammen werden verschiedene Veranstaltungen und Projekte für Jung und Alt angeboten. Im Vordergrund steht hierbei die Förderung von Kunst und Kultur, des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege, des traditionellen Brauchtums und der Förderung der Heimatpflege und Heimatkunde. Wer nun aber vermutet, dass sich die Mitglieder lediglich über alte Geschichten unterhalten, der täuscht sich. Der Fokus liegt auf der Zusammenarbeit aller Generationen, die gemeinsam in alter und neuer Tradition das Dorfleben gestalten und so auch aktiv zur Verständigung zwischen Jung und Alt beitragen.
Einige unserer Projekte, die wir bis jetzt verwirklicht haben, sind:
Aufbau eines Bilderarchivs mit alten und neuen Fotos von Mensfelden und deren Bürgerinnen und Bürgern.
Ein Dorfkaffee mit selbst hergestelltem Kuchen und einer Ausstellung von Bildern aus unserem Bilderarchiv.
Verschiedene Themenabende im Keller der alten Schule, z.B. Spieleabende, Diskussionsrunden zu aktuellen Themen oder auch einfach nur mal sich bei einem Getränk treffen und austauschen.
Verschiedene Workshops, zu Themen wie „Bier brauen“, die Herstellung von Käse, Wurst und Brot, sowie einer Kräuterwanderung.
Gemarkungswanderungen mit Fachvorträgen, z.B. „Bäuerliches Leben vor 50 Jahren“ oder „Keltern und Herstellung von Apfelwein“.
Organisation und Durchführung des traditionellen Schnitzelessens an der Kirmes.
Renovierung und Umbau der Vereinsräumlichkeiten.
Da unsere Workshops (z.B. Brot backen, Käse herstellen) sehr gut nachgefragt werden, arbeiten wir zurzeit am Aufbau der „Dorfhochschule Mensfelden“, in der wir unser Angebot an Kursen und Workshops stetig weiter entwickeln wollen.
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