Der Mensfelder Wald
✍ Autor(en): Walter Schwenk (1975)\\Christian Mertens (HessenForst Weilmünster) (2025)\\Christina Weber-Reusch (2025)
Der Mensfelder Wald, welcher knapp 100 ha groß ist, liegt nur zirka 400 Meter vom Dorf entfernt. Als einsames Wäldchen umgeben von Feldern und Wiesen liegt er auf einem sonnigen Südwesthang. Er wird als Mischwald gepflegt. Führende Baumart ist die Eiche, gemischt mit Buche und Edellaubholz. Die Fichte ist in den letzten Jahren auf Grund von Trockenheit und Sturm komplett ausgefallen, als Nadelbaumart hat die Douglasie übernommen.
Im Waldgebiet befindet sich ein alter Steinbruch. Dieser wurde in der Notzeit nach dem zweiten Weltkrieg angelegt wurde, um den großen Wegebau unserer Gemeinde zu erhalten.
Bis 1945 war der Wald dem Forstamt Hahnstätten, der Försterei Niederneisen bzw. Lohrheim zugeteilt. Nach 1945, als die neue Ländereinteilung erfolgte, als Mensfelden zu Hessen kam und Hahnstätten zu Rheinland-Pfalz, musste auch die Forstverwaltung sich dieser Trennung unterwerfen. Mensfelden wurde dem Forstamt Wörsdorf (in Idstein), unter Betreuung der Revierförsterei Heringen, zugeteilt. Heute betreut das Forstamt Weilmünster den Gemeindewald Hünfelden in der gleichnamigen Försterei die Waldflächen.
Unser Wald teilt sich in 13 Abteilungen (Distrikte) auf. Die Abteilungen 401 - 403 liegen rechts und links vom Tripperweg (Weg zum Mensfelder Kopf), und die Abteilungen 404 - 406 rechts und links vom Niederneiserweg bis hinter die Heck.
Der Eichelberg, auch Birkenkopf genannt, welcher von dem vorgenannten Waldstück durch den Oberneiserweg und einer schmalen Flurzunge getrennt ist, schließt die Abteilungen 408 - 411 mit Steinbruch ein.
Der größte Teil unseres Waldes in den Abteilungen 401 - 406, war bis 1946 Lohwald; d. h., man hat hier von altersher, jedenfalls solange es uns bekannt ist, die einzelnen Schläge abgeloht und die Lohrinde an die Gerbereien verkauft. Das Lohholz, bzw. die Lohwellen, wurden von den Bürgern als Brennholz gekauft. Der finanzielle Ertrag war sehr gering; nach Deckung der Waldunkosten blieb nur wenig übrig.
Man überließ den abgelohten Schlag der Selbsterhaltung, das heißt, der Niederwald musste sich durch den Stockausschlag wieder selbst fortpflanzen. Der Brennholzbedarf war durch diese Maßnahme keinesfalls gedeckt, so dass die Gemeindebürger gehalten waren, ihren noch fehlenden Brennholzbedarf in den Nachbarwäldern zu kaufen.
Die Gemeindebehörde sah schließlich ein, dass diese Waldbewirtschaftung keine Zukunft hat und entschloss sich, eine intensivere Waldkultur durch Neuanpflanzungen zu betreiben.
Im Jahre 1948 wurde mit einer Fichtenanpflanzung in Abteilung 406, links des Niederneiserwegs begonnen. 1950 wurden dann Abteilung 403 und ein Teil hinter der Heck (Abt. 405) mit 10.000 Lärchen bepflanzt.
Nach sechs Jahren (1956) folgte eine weitere große Aufforstung von 5 ha Niederwald in Hochwald. In der Abteilung 403, wurde ein Gemisch von Fichten, Douglasien und Weymouthskiefern angepflanzt.
Da damals das Brennholz noch sehr knapp und gefragt war, wurde der ganze Schlag, der aufgeforstet werden sollte, in Selbstwerbung kostenlos an die Gemeindebürger abgegeben. Das ersparte der Gemeinde viele Kosten und ermöglichte die Freilegung von 5 ha.
Eine weitere Aufforstung erfolgte im Jahre 1965, 4 ha in Abteilung 404 wurden in der gleichen Kulturart wie Abteilung 403 b angelegt.
Somit wurde der Wald, der bis 1947 ziemlich stiefmütterlich behandelt wurde, um über 60 Morgen Hochwald bereichert.
Schon nach 8 - 10 Jahren konnte die Gemeinde in den neuen Kulturen, durch den Verkauf von mehreren tausend Weihnachtsbäume, erste Ernte machen Ein schöner Bestand aus verschiedenen Laub- und Nadelbäumen wuchs heran, der auch den folgenden Generationen eine Nutzung des Waldes in all seinen Facetten ermöglichte. Allerdings gab es auch in der Vergangenheit Abschnitte, in denen es, dem Wald nicht gut ging. Dank des unermüdlichen Einsatzes der Gemeinde, der Forstverwaltung mit ihren Revierförstern Leber, Trabusch, Ernst und Wiche, sowie den ehrenamtlichen Helfern aus Mensfelden konnte der Wald für die Zukunft gesichert werden.
Auch in der heutigen Zeit ist in der Gemeinde Hünfelden die Nachfrage nach Brennholz als nachwachsende Energiequelle hoch gefragt, und so wird auch im Mensfelder Wald ein Teil des jährlichen Brennholzes geworben. Neben der Nutzung des Waldes als Rohstofflieferant und seinen Aufgaben in den Schutzfunktionen (Luft und Boden), steigt das Interesse der Bevölkerung an Erholung und Entspannung.
Und was wäre unsere Gemarkung ohne Wald? Eine Landschaft ohne Reiz! Die Natur bietet uns einen wunderbaren Ausgleich in der Vegetation. Der Wald sichert unseren Wasserhaushalt und bietet Erholungssuchenden reine Luft und Ruhe. Das Ökosystem Wald ist ein wichtiger Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. In ihm summt und brummt es, die Vögel singen und das Wild findet Schutz. Der Mensfelder Wald verdient unseren Schutz und Pflege, damit er auch zukünftigen Generationen erhalten bleibt.
Im Walde
Drücken dich des Alltags Sorgen,
Geh, in den grünen Wald hinein.
Da kannst du ganz verborgen,
Dein Herz ausschütten fein.
Dort unter laubigen Bäumen,
Setz dich ins grüne Moos.
Dort kannst du beten, träumen,
Wirst deine Sorgen los.
Hör, wie die Vöglein singen,
Sie locken und musizieren!
Wie tausend Flüglein schwingen,
Im Reigen tirilieren!
Wenn dann der Wind die Saiten,
Streicht überm Lauf’ gen Dach
Schwingt alles sich im Reigen
Macht die stille Seele wach.
Dann ist‘s, als ob der liebe Herrgott,
All seine lieben Gäst
Eingeladen hätte, zu einem frohen Fest.
Drum helft den Wald erhalten,
Werft ihn nicht mit Unrat voll.
Er wird dir‘s immer danken,
Und fühlst dich in ihm wohl.
No comments to display
No comments to display