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Turn- und Sportverein 1894

Autor(en):
Volker Dietrich (2025)


Der Turn- und Sportverein Mensfelden hat im Jubiläumsjahr 2025 914 Mitglieder. Wenn wir zunächst alleine diese Zahl betrachten, ist unser Vereinsleben mit seinem vielfältigen Angebot im Bereich des Breitensports wohl ziemlich attraktiv. Etwa ein Drittel unserer Mitglieder sind Kinder und Jugendliche. Und auffällig ist auch, dass etwa ein Drittel unserer Mitglieder außerhalb von Mensfelden wohnen. Damit ist der TuS Mensfelden also nicht mehr nur ein Sportverein von Mensfelden allein sondern auch der Region um Mensfelden herum.

Gründung und frühen Jahre

Als 1807 Friedrich Ludwig Jahn (vielbeachteter Pädagoge und Politiker aus Preußen) die Turnbewegung, mit dem Ziel die männliche Deutsche Jugend auf den Kampf gegen Napoleon vorzubereiten, ausrief und 1811 den ersten Turnplatz in Berlin auf der Hasenheide mit bisher unbekannten Geräten, wie Reck und Barren einrichtete und auch erstmals vom Turnen sprach, da ahnte in Mensfelden noch niemand, dass dieser Trend auch einmal unser Dorf erreichen würde. Doch es passierte dann 1894 mit der Gründung des Turnvereins Mensfelden. Unsere Turner bilden somit die älteste Abteilung. Damals trafen sich die jungen Männer regelmäßig zu turnerischen Übungen und maßen ihre Kräfte zunächst im natürlichen Gelände. Schon im Gründungsjahr kauften sie für 89 Mark ein Reck, das man im Freien am Rande des Dorfes, dort wo die Schulkinder spielten, aufbaute.

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Foto: Die ersten Turner am Reck

Für unser Mensfelden und unseren Verein ergab sich zwei Jahre später eine ganz besondere Ehre und ein großer Vertrauensbeweis : Am 10. Mai 1896 richtete der Turngau „Aargau“ sein erstes volkstümliches Turnfest (Bergturnfest) auf dem Mensfelder Kopf aus. Der Mensfelder Kopf war an diesem Tag mit großer Sicherheit ein Anziehungsmagnet für Turner und Gäste aus der ganzen Region. Seine Anziehungskraft hat bis heute Bestand!

Aus den ersten 25 Jahren ist uns vom direkten Turngeschehen nichts Genaues überliefert. Doch die Aktivitäten sind rege und vielfältig gewesen und prägten an vielen Tagen im Jahr das Dorfleben und die Dorfgemeinschaft. Die älteste uns erhaltene Urkunde ist vom 07. Juli 1907 beim 12. Gauturnfest des Aargaues in Runkel, wo beim Vereinsturnen 17 junge Männer aus dem Kreis sich am Pferd einen Wettkampf lieferten und wo der Turnverein 1894 Mensfelden ebenfalls vertreten war.

Seit 1920 sind uns dann etliche Urkunden, Diplome, Ehrenkränze, Turnerpässe und viele Bilder erhalten, so dass das Turnerleben etwas nachvollzogen werden kann: Es gab eine Schülerturngruppe – denn Wilhelm Lieber (Fahlerstraße – Vater von Gisela Lieber) errang 1921 beim Schülerturnen / Oberstufe in Birlenbach beim Wettturnen des Aargaues von 221 Wettkämpfern den vierten Platz.

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Foto: Schülerturngruppe in Holzappel, 1928

Der langjährige Turnwart Karl Schwenk „Weils-Patt“ war ebenfalls eine feste Größe im Verein. Am 14. August 1921 nahm er selbst am Felgbergturnen teil. Im Vierkampf bestehend aus Laufen über 100 m, Weitspringen, Kugelstoßen und einer Pflichtfreiübung wurde unter den 996 Mitbewerbern 26. Sieger. Fortan stand er als Turnwart des Vereins viele Jahre der Turnabteilung vor.

Die Theatergruppe

Zu den ältesten Abteilungen des damals noch jungen Turnvereins gehörte eine Theatergruppe. Vom ältesten bekannten Stück, „Kabale und Liebe“, welches 1905 im Saal des Gastwirts Wilhelm Klapper aufgeführt wurde existieren noch ein Ankündigungsplakat und ein Gruppenfoto. Das Theaterspiel fand in den Wintermonaten statt und war eine willkommene Abwechslung vom arbeitsreichen Alltag der damals bäuerlichen Bevölkerung.

Von den uns vorliegenden 16 Theaterstücken u.a. Pauline Walter und Minna von Barnhelm, Charly‘s Tante, Im weißen Rössl fanden acht Aufführungen vor dem Weltkrieg statt. Nach Kriegsende wurde bereits 1948/49 „Der Glockenguss zu Breslau“ Regie: W. Stückrath aufgeführt. Mit „Hasso der Rebell“ kam 1958 das letzte Stück auf die Bühne, welches sogar außerhalb Mensfeldens aufgeführt wurde. Das zeitintensive Proben sowie die recht professionellen Aufführungen, die zuletzt in der vereinseigenen Turnhalle stattfanden, haben maßgeblich zur Integration der heimatvertriebenen Neubürger beigetragen.

Neuanfang nach 1945

Während des II. Weltkrieges ruhte das Turnerleben. Nach Kriegsende bemühten sich junge Männer um den Wiederaufbau einer Turnerriege. Das gelang nicht im alten Sinne, obwohl zunächst noch eine gute Turnergruppe bestand. 1946/47 wurden die Mitgliedsanträge im Verein erneuert. Zahlreiche Frauen traten dem Turnverein nun bei und bildeten fortan eine starke Frauenabteilung, welche sich ebenfalls dem Geräteturnen stellte.

Das Festje - Ein Dorfturnfest

Ältere Dorfbewohner erzählen gerne vom Vereinsfest, welches jährlich als kleines Dorfturnfest ausgetragen wurden. Je nach Wetter feierte man das Festje am ersten oder zweiten Sonntag im Juli. Dann wehte eine große weiße Fahne mit Turneremblem an der Turnhalle und auf dem Vorplatz war ein Zelt aufgebaut. Rechts neben – später hinter – der Halle lag die Sprunggrube und darüber stand – bei Bedarf – der Barren und das Reck zum Turnen. Laufstrecken waren in der Remmeltstraße oder der Neustraße (heute Hehnerstraße) abgesteckt. Dort lief man die 100 m von der Kreuzung Remmeltstraße bis zur Alten Schule. Eine 3000m Strecke führte durch das ganze Dorf.

Das Festje war für den Verein, die Dorfbevölkerung und insbesondere für die Kinder eine stets aufregende Sache. Um 8:00 Uhr ging es mit den Laufwettbewerben in den Straßen los. Für die anderen leichtathletischen Disziplinen ging es dann zum Turnplatz, ungefähr in der Größe von 2/3 des heutigen Parkplatzes der Erich-Valeske-Halle. Zahlreiche Kampfrichter und Riegenführer sowie ein Verrechnungs-ausschuss wurden benötigt. Nachmittags war dann stets der Umzug mit dem Spielmannszug und allen Teilnehmer und dann gab es noch Vorführungen und Siegerehrungen auf dem Turnplatz. Das ganze Dorf war unterwegs.

Die Verein nach 1960

Ab den 60er Jahren war auch aus sportpädagogischer Sicht nicht mehr die Spitzenleistung Einzelner wichtig, sondern ein breites Spektrum von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sollten zum freudigen Mittun angeregt werden. Dadurch änderte sich langsam die Struktur in den Vereinen. So auch bei uns. Frauen und Mädchen nahmen verstärkt teil. Der Breitensport, mit Leichtathletik, Gymnastik und allen weiteren Abteilungen, trat mehr in den Vordergrund. Neben dem Breitensport fanden auch individuelle Förderungen statt, soweit sie dem Verein finanziell und den Übungsleitern möglich waren.

Gaukinderturnfest und Kinderturnen

Eine große Aufgabe nahm sich unser Verein 1988 vor, als man im Rahmen des 40-jährigen Bestehens der Frauenabteilung unter der Schirmherrschaft von Doris Meyer zu einer Festwoche aufrief. Auch wurde erstmals das Gaukinderturnfest des Turngau Mittellahn auf dem Meko ausgerichtet. Viele Helfer um die Organisatoren Claus Nilges, Karl Reinhardt und Manfred Crecelius waren notwendig um die insgesamt 1361 teilnehmenden Kinder durch die Wettkämpfe zu führen und im Anschluss durch die Frauen die hungrigen Mäuler zu stopfen. Für den TuS Mensfelden gingen 40 Kinder an den Start, 16 Kinder nahmen für den TV Jahn teil. Zusammen mit den zuschauenden und begleitenden ca. 500 Erwachsenen und unseren Vereinshelfern waren somit ca. 2.000 Menschen an diesem Tag auf dem Meko. Das Ziel, die neu errichtete Sportanlage und den reizvollen Mensfelder Kopf den Gästen nachhaltig in Erinnerung zu bringen, wurde mehr als erfüllt. Auch 1992 wurde das Gaukinderturnfest des Turngau Mittellahn vom TuS Mensfelden ausgerichtet. In 54 Wettbewerben mit 1333 Kinder im Alter bis 12 Jahre herrschte bei schönem Frühsommerwetter den ganzen Tag ein fröhliches Gewusel. Nachmittags traten 336 Kinder in 56 Staffeln zum beliebtesten Wettbewerb des Tages an. Beim Gaukinderturnfest zum 100-jährigen des TuS im Jubiläumsjahr 1994 waren 1000 Kindern aus 37 Vereinen am Start. Der Meko erlebte an diesem Tag eine Rekord-Hitze die dem Gewimmel etwas die Luft und Schnelligkeit nahm und man gerne den Schatten suchte.

Das Kinderturnen zählt zweifellos zu den wichtigsten Angeboten unseres Vereins. Je früher Kinder sich mit viel Freude und Spaß Bewegungsabläufe und Koordination trainieren umso besser. Das Kinderturnen ist damit der Einstieg für viele andere Sportarten, die sich die Kinder später selbst wählen. Nicht immer einfach war und ist es im Verein die Übungsleiter für das Kinderturnen zu finden. Irgendwie muss es mit dem Lehrerberuf, der Dorfstraße und der Liebe zu Verein zusammenhängen, ansonsten ist es nicht zu erklären, dass mit Karl Reinhardt, Holger Schmidt und Christel Crecelius drei Unnergässer-Pädagogen jeweils nahezu 25 Jahre diesen wöchentlichen Übungspart verlässlich im Verein übernahmen.

Turn- und Tanzgruppen

Aus der großen und traditionsreichen Turngruppe haben sich im Laufe der Zeit weitere schöne und interessante Sportgruppen entwickelt. Fast schon selbstverständlich sind heute die verschiedenen Fitness Gruppen, die insbesondere im Seniorenbereich wegen des demographischen Wandels immer mehr an Bedeutung gewinnen. Ergänzt wird dieser Bereich seit einigen Jahren durch unsere Zumba® Gruppe.

Bereits seit 1990 gibt es die Rhythmische Sportgymnastik im TuS. Für diese Sportart wird viel Körperbeherrschung, Rhythmusgefühl, Konzentration und Gleichgewichtsgefühl benötigt und gerade das begeistert heute viele Kinder und Jugendliche, insbesondere Mädchen. Nicht zuletzt aus dieser Übungsgruppe hat sich dann ab 1992 der Showtanz im TuS entwickelt. Zunächst waren es Gruppen wie Incognito, Nataraja und die Crazy Devils, die diese Sportarten etablierten und nicht nur durch Auftritte bei vereinsinternen Veranstaltungen sondern auch bei vielen Wettbewerben für einiges Aufsehen sorgte. Heute wird diese Geschichte durch unsere Tanzgruppen Experience (gemeinsam mit dem TSV Heringen), Sensation und Fairytales in verschiedenen Altersgruppen mit viel Leidenschaft fortgeführt. 2011 kam dann noch das Röhnradturnen hinzu. Neben der notwendigen Athletik begeistert diese Sportart vor allem durch eine beindrucken Eleganz und Leichtigkeit. Auf vielen Vereinsfesten sind Aufführungen unsere Röhnradturnerinnen einer der Höhepunkte.

Fußball

Die weiteren „Traditionssportarten“ im Tus Mensfelden, die bis heute ein wichtiger Bestandteil unseres Vereins sind, sind Fußball und Schießen.

Bereits 1922 gründeten 18 junge Burschen einen Sportverein in Mensfelden, um ihrer Fußballleidenschaft nachzugehen. Da der Fußballsport damals als roh und unsportlich galt, wurden sie im Dorf verächtlich als „Zigarettenbuben“ bezeichnet. Gespielt wurde zunächst auf der „Blumenröder Wiese“ mit improvisierten Toren aus Bohnenstangen und Seilen.

Ab 1927 wurde der neuen Sportplatz am Meko von den Mitgliedern des Sportvereins eigenhändig angelegt. Erste sportliche Erfolge Gaumeisterschaft in Wilsenroth stellten sich in den 1930-er Jahren ein. Am 04.April 1936 fusionierten der Turn- und der Sportverein zum TuS 1894 Mensfelden e.V.. Während des Weltkrieges kam der Sportbetrieb völlig zum Erliegen; der Sportplatz diente als Startbahn für Aufklärungsflieger.

Doch bereits 1946 standen wieder zwei Senioren- und eine Jugendmannschaft am Start. Der damalige Fußballplatz, verlief in Ost-West-Richtung und hatte rund 1,80 m Gefälle. Im provisorischen Vereinsheim gab es weder Toiletten noch fließendes Wasser. Dies konnte erst 1984 durch einen aufwändigen Neubau, inkl. der Neuanlage von zwei Sportplätzen, realisiert werden. In der Saison 19957/58 gelang der 1. Mannschaft der lang ersehnte Aufstieg in die A-Klasse.

Verschiedene Quellen berichten, dass die Jugendarbeit des TuS Mensfelden erst Ende der 1960-er Jahre an Struktur gewann und wettbewerbsfähig wurde. In dieser Zeit spielte auch das Ausnahmetalent Norbert Otto aus Nauheim, der später für die Eintracht aus Frankfurt auflief, im blau-weißen Trikot. Damals konnten in den hiesigen Ortschaften nicht immer alle Jugendmannschaften aus den Jahrgängen gestellt werden. In der Folge wurde unter der Leitung von Manfred Gebhard TuS Neesbach im Juni 1971 eine JSG Hünfelden gegründet, an der sich alle sieben Hünfelder Ortsteile beteiligten. In der Folge konnten mehrere Jugendmannschaften von der E- bis zur A-Jugend an den Rundenspielen teilnehmen. Aus sportrechtlichen Gründen musste sich die JSG ab 1974 aber auf die Ortschaften Heringen, Mensfelden und Neesbach beschränken. Nun übernahmen Karl-Heinz Groh bis 1985 und Kurt Schumacher 1985-2008 die Leitung. Ab Mitte der 1970-er Jahre wurde sogar ein VW-Bus angeschafft, um die Spieler zu den Auswärtsspielen zu fahren. So konnten die Jugendlichen auch an Turnieren teilnehmen, die in Holland oder Ostfriesland stattfanden. Doch insbesondere die internationalen Jugendturniere an Pfingsten ab 1977, die auch auf dem Meko veranstaltet wurden und an denen wiederum Teams aus den Niederlanden, Frankreich und Belgien teilnahmen, waren spektakulär und bleiben unvergessen.

Die Senioren des TuS Mensfelden spielten in den 1970-er bis 1990-er Jahren um den Auf- oder Abstieg in der B-, C- oder A-Liga und fighteten sonntags hart umkämpfte Derbys aus, über die die NLZ/regionale Presse montags ausführlich berichtete. Doch erst seit der Gründung einer Spielgemeinschaft mit dem TSV-Heringen Mai 2005, stellten sich wieder echte sportliche Erfolge ein, sodass in der Saison 2014/15 der ersehnte Wiederaufstieg in die A-Liga gelang. Dem folgte der unmittelbare und sensationelle „Durchmarsch“ in die Spitzengruppe was den direkten Aufstieg als Tabellenzweiter in die Kreisoberliga = KOL; Saison 2015/16 zur Folge hatte. Im nächsten Jahr musste die Mannschaft zwar leider wieder absteigen, doch seit der Saison 2023/24 spielen unsere Senioren wieder in der KOL. Heute finden Meisterschaftsspiele in Heringen und Mensfelden unter hervorragenden sportlichen Rahmenbedingungen statt.

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Foto: Gruppenbild der Fußballer zum 125 jährigen Jubiläum auf dem Mensfelder Kopf, Volker Dietrich, 2019

Schießsport

Der Schießsport hat seit den 50ziger Jahren einen festen Platz im TuS Mensfelden. Seit dem wurden mit Luftpistole und Gewehr in Wettkämpfen viele Erfolge erzielt, von den die zahlreiche noch vorhanden Urkunden und Pokale zeugen. Viele unter uns erinnern sich bestimmt noch an den alten Schießstand im dunklen und feuchten Keller der alten Turnhalle. Mit dem Bau den Erich-Valeske-Halle ergab sich dann 2012 die Möglichkeit eines neuen Schießstandes im Multifunktionsraum. Mit viel Engagement und Eigenleistung entwickelten und bauten die Schützen des TuS einen modernen mobilen Schießstand mit hochgenauen elektronischen Zielscheiben und computergestützter Ergebnisauswertung. 2012 war dies absolut wegweisend und ist bis heute der letzte Stand der Technik. Nicht zuletzt diese sportlichen Rahmenbedingungen, verbunden mit öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen wie dem jährlichen Jedermann Wettkampf führte zu neuem Schwung in der Abteilung und sportlichen Spitzenresultaten auf Hessenebene bis zu Teilnahmen bei den Deutschen Meisterschaften.

Tennis, Volleyball und Taekwondo

Zu den „jüngeren Sportarten“ gehören Tennis, Volleyball und Taekwondo.

Die Tennisabteilung gründete sich bereits 1980. In den Jahren 1982/83 wurde unter großer Eigenleistung auf einem Grundstück der evangelischen Kirchengemeinde die bis heute bestehende Tennissportanlage errichtet. Seit 1985 bis heute nehmen unsere Tennisspieler/innen regelmäßig an Medenrunden und Meisterschaften teil.

Die Anfänge unserer Volleyballabteilung gehen bis ins Jahr 1978 zurück. Regelmäßig trainiert wird seit 1983. Vorübergehend nahmen unsere Volleyballer auch an Wettkampfrunden teil. Bekannt wurden unsere Volleyballer aber durch die Teilnahme an unzähligen Turnieren und Sportfesten von denen vielen auch gewonnen wurden. Besonders hervorzuheben sind hier Starts bei zahlreichen Deutschen Turnfesten. Weit über unsere Region hinaus bekannt ist unsere Volleyballabteilung aber durch das jährliche Internationale Volleyballturnier auf dem Mensfelder Kopf. 1990 gab es die erste Ausgabe als eintägiges Turnier mit 14 Mannschaften. Bereits 1993 wurde das Turnier mit 36 Mannschaften auf zwei Tage ausgedehnt. Das war der Beginn einer großen Erfolgsgeschichte, die bis heute andauert. In den zurückliegenden 150 Jahren hatten wir auf dem Meko regelmäßig 46 Mannschaften mit ca. 450 Sportlern zu Gast. Aus dieser Geschichte ist eine besonders tiefe Freundschaft zu den Volleyballern unserer Partnergemeinde Le-Thillay entstanden.

In den 60ziger Jahren und dann wieder ab 1980 wurde im TuS auch Tischtennis gespielt. Durch das Engagement von Günther Crecelius als Trainer und auch als Spieler entwickelte sich Abteilung mit bis zu 50 Spielerinnen und Spielern, die regelmäßig an Wettkampfrunden und Turnieren teilnahm. Gerade erst 1996 in die Bezirksklasse aufgestiegen, musste dann aber Spielbetrieb mehr oder weniger abrupt eingestellt werden, weil die meisten der Aktiven aus beruflichen Gründen aus Mensfelden weggezogen waren.

Aber nicht zuletzt dadurch wurde 1997 der Weg für eine gänzlich neue Sportart nach Mensfelden ermöglicht. Die Taekwondo Abteilung gründete sich und hat seit dieser Zeit durchgängig 80 bis 120 aktive Sportler. Diesen Erfolg haben wir maßgeblich Werner Lange zu verdanken, der leider bereits im Jahr 2022 verstorben ist. Durch seinen unermüdlich Einsatz und unterstützt von seiner ganz Familie und vielen Helfer, haben hunderte Kinder und Jugendliche diese Kampfkunst erlernt und perfektioniert. In den ersten 10 Jahren wurde neben dem allgemeinen Breitensport in dieser Sportart auch leistungsorientiert trainiert, was schließlich zu Teilnahmen bei verschiedenen Meisterschaften bis hin zu Weltmeisterschaften führte. Seit etwa 2007 konzentriert man sich verstärkt auf den Breitensport und die Entwicklung von Kinder- und Jugendlichen. Mehrmals im Jahr werden Gürtelprüfungen angeboten, auf den denen sich unsere jungen Sportlerinnen und Sportler beweisen können..

American Football

In den 2010er Jahren gab es auf dem Sportplatz am Meko noch ganz anderes zu erleben. In diesen Jahren gründete sich eine American Football Abteilung im TuS. Diese Sportart, die gerade in Deutschland immer populäre wird, begeistert auch in unsere Region viele Menschen. Unsere American Footballer nahmen von 2015 bis 2018 mehrfach an Wettkampfrunden teil. Die Heimspiele am Meko waren immer wieder spektakulär und zogen viele Zuschauer an. Allerdings war die Durchführung des Trainings- und Wettkampfbetriebes sehr aufwändig und letztlich überstand die Abteilung leider ich die Zeit der CoVid Pandemie in den Jahren 2020 bis 2022 nicht.

Kinder- und Jugendzeltlager

Der absolute Höhepunkt in unserem Vereinsleben ist das jährliche Kinder- und Jugendzeltlager auf dem Mensfelder Kopf in der ersten Ferienwoche. Seit über 55 Jahren werden hier an sieben Tagen bis zu 150 Kinder und Jugendliche von 50 ehrenamtlichen Mitgliedern betreut. Auch heute noch ist ganz besonders die Nachtwanderung ein Höhepunkt. Natürlich wird auch viele Sport getrieben und viele unsere Sportler haben während dieser Woche ihr Sportabzeichen erlangt.

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Foto: Gruppenbild der Kinder- und Jugendfreizeit auf dem Mensfelder Kopf, Volker Dietrich, 2024

125jähriges Vereinsjubiläum und danach

Das letzte Großereignis war unser 125jähriges Vereinsjubiläum im Jahr 2019. In diesem Jahr gab es zahlreiche Jubiläumsveranstaltungen. Die beiden Höhenpunkte waren das Freundschaftsspiel unserer SG Heringen/Mensfelden gegen die Bundesligamannschaft von Eintracht Frankfurt mit weit über 3000 Gästen auf dem Mensfelder Kopf im März 2019 und der Festkommers in der wunderschön dekorierten Erich-Valeske-Halle mit etwa 300 Gästen im November 2019.

Wie bei einem Sportverein nicht anders zu erwarten, findet unser Vereinsleben also zuerst einmal in unseren Sportabteilungen statt. Traditionell engagieren wir uns vor allem im Breitensport. Und ein ganz spezieller Schwerpunkt liegt bei uns schon immer im Bereich der sportlichen Entwicklung von Kinder und Jugendlichen. Dazu braucht es viele Trainer und Helfer, die mit Spaß und Eifer bei der Sache sind. Die Aus- und Weiterbildung unserer Trainer hat deshalb einen ganz besonderen Stellenwert und wird vom TuS in hohem Maße unterstützt. Oft gelingt es, bereits Jugendliche an eine solche Tätigkeit heranzuführen, in dem der Verein zunächst den Einsatz als Helfer ermöglicht und danach gerne auch die Ausbildungskosten bis hin zu einer Übungsleiterlizenz übernimmt – natürlich verbunden mit der Hoffnung, dass diejenigen sich auch im Erwachsenenalter als Trainer für den Verein zur Verfügung stellen. Jedenfalls ist es keine Überraschung, das Jugendliche und junge Erwachsene durch eine solche Aufgabe sich wertvolle Sozialkompetenz und Teamfähigkeit aneignen und schon früh lernen, wie die Übernahme von Verantwortung für andere und sich selbst funktioniert. Das sind sicherlich unschätzbar wertvolle Social Skills für das zukünftige Berufsleben.

Darüber hinaus ist unser Turn- und Sportverein heute mehr als je zu vor für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Dorf unverzichtbar. Der Verein realisiert auch außerhalb des eigentlich satzungsgemäßen Zweckes eine Plattform für die Kommunikation und die soziale Integration unserer Mitbürger. Das erreichen wir, in dem wir vereinsinterne Veranstaltungen, insbesondere die Kinder- und Jugendfreizeit organisieren und uns aber auch an der Durchführung traditioneller Feste, wie der Kirmes, der Fastnacht oder dem Dorffest beteiligen. Dies alles gewinnt vor dem Hintergrund der veränderten Lebensbedingungen in einem Dorf wie Mensfelden eine ganz besondere Bedeutung. Geschäfte und Gastwirtschaften schließen und Schulen und Arbeitsplätze erfordern ein Pendeln in die umliegenden Zentren, wenn nicht gar bis ins Rhein-Main-Gebiet. Das gleiche gilt für Gesundheitseinrichtungen und Geschäfte für den täglichen Bedarf. Soziale Medien bestimmend zunehmend die zwischenmenschliche Kommunikation, wobei die Haltbarkeitszeit der Informationen immer kürzer wird.

Letztlich ist unser Verein mit seiner Selbstverpflichtung, seiner Rolle und seiner Stellung gar nicht so ungewöhnlich. Wesentlicher Bestandteil der Kulturlandschaft in Deutschland sind eben die gemeinnützigen Vereine. Über 50 Millionen Deutsche sind Mitglieder in einem der über 620.000 Vereine. Die Bruttowertschöpfung beträgt mit 90 Milliarden Euro etwa 4,1 % des Bruttoinlandsproduktes. In den Vereinen engagieren sich 20 bis 30 Millionen Menschen ehrenamtlich. Der Wert der Leistung dieses Engagements liegt bei rund 40 Milliarden Euro! Darunter waren 2021 etwa 87.600 Sportvereine – ein leicht rückläufiger Wert – mit 27 Millionen Mitgliedern. 750.000 Freiwillige engagieren sich in Vorständen und Verbänden und 950.000 als Übungsleiter. Darüber hinaus helfen 6,3 Millionen Menschen regelmäßig bei Veranstaltungen, im Spiel- oder Wettkampfbetrieb. Das sind allesamt große und beindruckende Zahlen und so wird die Vereinsorganisation neben dem Staat und der freien Wirtschaft als der dritte Sektor der Gesellschaft in Deutschland bezeichnet.

Leider haben wir den Eindruck, dass - wie wahrscheinlich in den allermeisten Vereinen – auch im TuS Mensfelden das ehrenamtliche Engagement im sportlichen Bereich und in Vorstandsämtern immer mehr an Attraktivität verliert. Viele gesetzliche Regeln zielen auf hauptamtlich geführte Einrichtungen oder Gewerbebetriebe, aber sie treffen auch ehrenamtlich geführte Vereine: Minijobregelungen, Jugendschutzbestimmungen, Lebensmittelverordnungen, neue Steuerrichtlinien, Datenschutzregelungen und vieles mehr halten uns von dem ab, was wir eigentlich mit unserem TuS erreichen wollen. Menschen müssen heute mobil sein. Termine für das Vereinsleben zu suchen, an denen alle Beteiligten dabei sein können, ist schwieriger geworden. Ein verändertes Freizeitverhalten zwingt Vereine dazu, mit vielen alternativen Angeboten zu konkurrieren. Fitness-Studios und Volkshochschulen kommen den Sportvereinen ins Gehege. Vereinen stehen heute oft in einer Marktsituation. Um attraktiv zu sein, müssen sie mit Veranstaltungen punkten, die immer mehr Geld kosten. Das birgt dann aber ein wirtschaftliches Risiko. Leicht kommt man in eine finanzielle Schieflage, wenn ein aufwändig geplantes Fest verregnet ist. Dabei ist die Finanzsituation aber noch aus anderen Gründen schwierig geworden. Schon alleine aufgrund der demographischen Entwicklung müssen auch wir mit schwindende Mitgliederzahlen rechnen. Zudem gehen öffentliche Förderungen zurück. Der Gemeinde fällt es zunehmend schwer, gemeindeeigene Sportanlagen angemessen zu unterhalten. Zuschüsse werden gekappt, weil Kommunen an den freiwilligen Leistungen sparen (müssen).

Trotz aller Probleme haben wir gegenwärtig in unserem TuS Mensfelden weiter Zulauf. Denn hier können wir uns alle beweisen. Menschen suchen nach geeigneten Möglichkeiten und Orten, um ihre Wünsche zu verwirklichen, ihre Absichten in die Tat umzusetzen und sich beweisen zu können. In der Arbeitswelt unterliegt man oft Zwängen, die man selbst nicht beeinflussen kann. Um zu zeigen, dass man mehr drauf hat und mit Gleichgesinnten etwas anzustoßen, was einem am Herzen liegt - dazu kann unser Turn- und Sportverein den idealen Rahmen bieten. Der Einsatz für andere und sich selbst macht glücklich und lohnt sich. Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, sind meist zufriedener und leben länger, das haben wissenschaftliche Studien vielfach belegt. Und gerade in unserem Dorfverein ist es ja offensichtlich, dass im TuS nicht selten Freundschaften, ja sogar Ehen über ein gemeinsames Vereinsleben gestiftet werden. Schließlich erfahren wir in unserem TuS Mensfelden Gemeinschaft und Heimat. Und das gilt nicht nur für uns Mitglieder sondern das bieten wir auch allen anderen Menschen, die in Mensfelden und Umgebung leben.

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Foto: Gruppenbild zum 125 jährigen Jubiläum auf dem Mensfelder Kopf, Volker Dietrich, 2019