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Brand der Zehntenscheune

Autor(en):
Gerd Hasselbach (2025)
David Diefenbach (2025)


Am frühen Morgen des 3. August 1953, gegen 8:15 Uhr, brach in Mensfelden in der sogenannten „Zehntenscheune“ ein verheerendes Feuer aus. Die alte Liebschersche Scheune in der Unterstraße war der Ausgangspunkt eines Großbrandes, der in kürzester Zeit auf vier weitere historische Scheunen übergriff. Die trockene Witterung und das in großen Mengen eingelagerte Stroh und Futter führten dazu, dass sich die Flammen rasend schnell ausbreiteten. Innerhalb weniger Minuten stand die gesamte Ernte der Dorfbewohner in Flammen, und auch angrenzende Wohnhäuser waren bedroht. Menschen und Tiere konnten zum Glück rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden, sodass es keine Todesopfer gab.

Die Löscharbeiten gestalteten sich extrem schwierig. Der größte Gegner der Feuerwehr war nicht das Feuer selbst, sondern der akute Wassermangel im Dorf. Zwei Zisternen, die eigentlich für den Notfall vorgesehen waren, waren binnen kürzester Zeit leergepumpt. Die Feuerwehrleute waren gezwungen, mit Eimern und Schläuchen Wasser aus bis zu zwölf verschiedenen Brunnen im ganzen Ort zu holen. Diese lagen verstreut in den entlegensten Teilen des Dorfes, was die Brandbekämpfung zusätzlich erschwerte. Die Einsatzkräfte aus Mensfelden und den umliegenden Orten – darunter Limburg, Diez, Oberneisen, Dauborn, Heringen und weitere – waren pausenlos im Einsatz. Zwei Feuerwehrleute erlitten bei den Löscharbeiten leichte Verletzungen durch geplatzte Schläuche und Überhitzung.

Trotz aller Bemühungen konnten die historischen Scheunen nicht gerettet werden. Der Sachschaden wurde auf etwa eine halbe Million Mark geschätzt.

Der Zehnte diente ursprünglich der Kirche zur Finanzierung ihrer Aufgaben. Der Zehnte war eine Abgabe, die Bauern im Mittelalter und der frühen Neuzeit an die Kirche oder die lokale Herrschaft leisten mussten. Diese Abgabe betrug etwa zehn Prozent (daher der Name “Zehnte”) ihrer landwirtschaftlichen Erträge – wie Getreide, Vieh oder Wein. In Deutschland wurde der Zehnte erst im 19. Jahrhundert offiziell abgeschafft.

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Zeitungsbericht: Nassauer Bote, 6. August 1953, Seite 4
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Foto: Zehntenscheune vor dem Brand, vor 1953