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1250 Jahre Mensfelden

Autor(en):
David Diefenbach (2025)


Ein ganzes Jahr im Zeichen der Geschichte, der Gemeinschaft und der Feierlichkeiten liegt hinter Mensfelden. Das Jubiläum zum 1250-jährigen Bestehen hat das Golddorf auf eine unvergessliche Reise mitgenommen, die im Juni in einem viertägigen Festwochenende gipfelte. Es war eine Zeit, in der das Dorf seine Wurzeln ehrte, seinen Zusammenhalt stärkte und bewies, wie lebendig seine Gemeinschaft ist.

Festlicher Auftakt am Alten Zollhaus

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Foto: Hollywood-Flair auf dem Zollhaus, 2025

Den offiziellen Auftakt des Jubiläumsjahres bildete ein festlicher Silvesterempfang am Alten Zollhaus, zu dem der Ortsbeirat Mensfelden eingeladen hatte. Rund 200 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung, um gemeinsam auf den Beginn des besonderen Jahres anzustoßen. Der Standort bot dabei einen besonderen Vorteil: Die Anwesenden genossen einen weiten Panoramablick und konnten von dort aus das vielfältige Neujahrsfeuerwerk beobachten, das über dem gesamten Limburger Becken und den umliegenden Orten bis hin nach Limburg zu sehen war.

Erkundung der Gemarkungsgrenze

Bereits am 18. Januar fand die große Grenzbegehung statt. Unter der fachkundigen Führung von Günther Foth machten sich knapp 90 Teilnehmer auf den Weg, die 17,5 Kilometer lange Gemarkungsgrenze zu erkunden. Dabei kamen auch Schlepper-Gespanne zum Einsatz, die den Transport auf Teilstrecken erleichterten. Die Route führte die Wanderer zunächst zum ,,Roten Meer”, das, wie Foth erläuterte, bereits zur Gemarkung Heringen gehört.

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Foto: Auf der Grenze von Mensfelden (2025)

Nach einer ersten Pause am Hermannshof ging es über den ,,Gaasesprung” weiter zum Hof Talwiese, wo das DRK Hünfelden die Teilnehmer mit einer stärkenden Erbsuppe erwartete. Die Wanderung führte von dort weiter bis zum Harvester Hof. Nach einer letzten Rast führte die letzte Etappe entlang der Grenze von Lindenholzhausen und Brechen-Niederbrechen nach Nauheim, wo der Tag am Hof Heckelmann seinen gemütlichen Ausklang fand.

Auf den Spuren jüdischen Lebens

Ein zentrales Anliegen des Jubiläums war die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit. Den Auftakt hierzu machte am 9. März der Rundgang ,,Spuren jüdischen Lebens in Mensfelden”. Unter der fachkundigen Leitung von Markus Streb folgten 145 interessierte Teilnehmer den Wegen der Familien, die einst ein fester Bestandteil der Dorfgemeinschaft waren. Der Rundgang, dessen Inhalte maßgeblich vom Arbeitskreis ,,Spuren jüdischen Lebens in Hünfelden” miterarbeitet wurden, machte die Biografien und das Wirken der jüdischen Bürger greifbar und erinnerte an deren Schicksale.

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Foto: Rundgang jüdisches Leben in der Sonntagsstraße, 2025

Dauerhaftes Gedenken: Die Stolpersteinverlegung

Diese Auseinandersetzung mit der lokalen Geschichte fand am 11. März 2025 ihre Fortsetzung, als im Dorf Stolpersteine verlegt wurden. Diese kleinen Gedenktafeln aus Messing werden im Bürgersteig vor den letzten frei gewählten Wohnorten eingelassen, um dauerhaft an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern. In der Sonntagstraße 12 wurde ein Stein für Amalie Rosenberg verlegt. In der Sonntagstraße 15 wurde an die Familie Besmann erinnert, namentlich an Berta, Salomon, Adolf, Siegfried und Johanna Besmann. Zahlreiche Bürger, Vertreter der Gemeinde und auch Nachfahren der Familie Besmann aus Israel und den USA nahmen an der Zeremonie teil. Ted Besmann, der Sohn von Siegfried Besmann, verlas ein kurzes Grußwort auf Deutsch. Schülerinnen der Freiherr-vom-Stein-Schule Dauborn trugen die recherchierten Biografien der Verfolgten vor und machten so die individuellen Schicksale greifbar. Im Anschluss gab es im evangelischen Gemeindehaus die Möglichkeit zum Austausch.

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Foto: Stolpersteine in der Sonntagsstraße, links Familie Besmann, rechts Amalie Rosenberg, 2025

Eine historische Zeitreise durch 1250 Jahre

Den historischen Bogen über die gesamte Dorfgeschichte spannte die Veranstaltung ,,1250 Jahre Mensfelden – eine Zeitreise” am 4. Mai. In der evangelischen Kirche eröffnete Dr. Christoph Waldecker, der Leiter des Limburger Stadtarchivs, den Nachmittag mit einem fundierten Blick in die Vergangenheit. Ebenso wichtig waren jedoch die Beiträge von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern aus Mensfelden sowie Vertretern von Vereinen. Sie bereicherten das Programm mit persönlichen Einblicken, Anekdoten und Berichten über die Entwicklung des Dorflebens und schufen so gemeinsam ein vielschichtiges und lebendiges Bild von Mensfeldens Wandel im Laufe der Jahrhunderte. Im Anschluss lud der Ortsbeirat zu einem Umtrunk ein, der Gelegenheit für weitere Gespräche bot.

Rückblick auf das große Festwochenende: Vier Tage im Herzen des Dorfes

Das lange erwartete Festwochenende vom 19. bis 22. Juni 2025 übertraf alle Erwartungen und wurde zum strahlenden Höhepunkt des Jubiläumsjahres.

Donnerstag: Gemeinschaft bei Langer Tafel und Musik

Der Donnerstag markierte den Auftakt der Feierlichkeiten mit einem wunderbaren Symbol der Gemeinschaft: der ,,Langen Tafel” in der Kirchstraße. Unter freiem Himmel saßen Nachbarn und Freunde beisammen, teilten Speisen und Getränke und füllten das Dorfzentrum mit Lachen und Gesprächen. Es war ein Bild gelebter Dorfgemeinschaft. Als die Dämmerung hereinbrach, übernahm die Band Jentellmen die Bühne und sorgte mit ihrem Sound für den perfekten musikalischen Einstieg in ein langes Festwochenende.

Freitag: Blaulichtparty der Feuerwehr

Am Freitagabend verwandelte die Feuerwehr Mensfelden ihr Gerätehaus in den heißesten Party-Ort der Region. Bei der ,,Blaulichtparty” heizte DJ Tamino der Menge mit treibenden Beats kräftig ein. Bis tief in die Nacht wurde getanzt, gefeiert und jeder Brand – zumindest der durstige – an der Theke gelöscht.

Samstag: Von Dino-Rock bis Big Band Swing

Der Samstag stand ganz im Zeichen von Familien und Musikliebhabern. Tagsüber pulsierte das Leben auf dem Festgelände an der Erich-Valeske-Halle, wo ein buntes Bühnenprogramm die Besucher unterhielt. Am Nachmittag folgte dann ein in Mensfelden nie dagewesenes Spektakel: Die Dino-Metal-Band Heavysaurus eroberte die Bühne. Kinder mit Pommesgabel-Geste und ihre ebenso begeisterten Eltern rockten gemeinsam zu den familienfreundlichen Klängen. Den Abend gestaltete die renommierte ,,Big Band” des Jazzclub Limburg unter der Leitung des aus Mensfelden stammenden Benjamin Steil. Sie sorgte mit elegantem Swing und virtuosen Soli für eine stilvolle und mitreißende Atmosphäre und ließ den Festtag grandios ausklingen.

Sonntag: Festgottesdienst und Tag der offenen Höfe

Der Sonntag führte die Feierlichkeiten zurück zu den Wurzeln des Dorfes. Nach einem feierlichen Festgottesdienst auf dem Kirchplatz öffnete der historische Ortskern seine Pforten für den ,,Tag der offenen Höfe”. In den liebevoll geschmückten Anwesen präsentierten sich Vereine und Gemeinschaften, zeigten altes Handwerk und gaben Einblicke in die reiche Dorfgeschichte. Es war ein Tag des Entdeckens und Staunens, an dem Vergangenheit und Gegenwart auf das Schönste miteinander verschmolzen und der dank eines perfekt organisierten Busshuttles für alle Besucher entspannt erreichbar war.

Das Jubiläumsjahr 2025 wird als eine Zeit in die Dorfchronik eingehen, in der Mensfelden nicht nur seine Vergangenheit ehrte, sondern vor allem seine lebendige und starke Gemeinschaft feierte.