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Unsere Heimatvertriebenen

Autor(en): Walter Schwenk (1975)\\Gerd Hasselbach (2025)\\David Diefenbach (2025)


Nach Beendigung des 2. Weltkrieges haben die Siegermächte Amerika, Russland, England und Frankreich durch den Vertrag von Potsdam Millionen von heimatlos gemacht. In den Jahren von 1945 - 1953 wurden deutschstämmige Bewohner zu Hunderttausenden aus der Tschechoslowakei (Sudetenland), Ungarn, Rumänien und Ostdeutschland von Haus und Hof vertrieben, wo sie seit Jahrhunderten sesshaft waren. Mit brutaler Gewalt wurden sie aus ihrer Heimat vertrieben und mussten in den Westen flüchten.

Niemals werde ich vergessen, wie damals die Flüchtlingsfamilien, die uns vom Kreis zugewiesen wurden, mit ihrem Bündel noch gebliebener Seligkeiten auf dem Bürgermeisteramt ankamen. Mit Tränen in den Augen warteten sie verängstigt, wo man sie wohl hinbringen würde, und ob sie nur als geduldete Gäste oder von mitfühlenden Deutschen aufgenommen würden, was leider nicht immer der Fall war.

Es waren 228 Männer, Frauen und Kinder die in den Jahren 1945 - 1953 der Gemeinde Mensfelden zugewiesen wurden. Eine schwere Aufgabe war es, sie in den Häusern unterzubringen, zumal die meisten Familien selbst wenig Platz hatten. In der ehemaligen Fliegerhalle fanden zirka acht Familien Unterkunft. Obwohl die Wohnverhältnisse dort ziemlich primitiv waren, hatten sie doch vorerst eine Unterkunft gefunden. Auch den Dorfbewohnern sei Dank, die sich einschränkten und die Flüchtlinge aufnahmen.

Etwa 80 % der angekommenen Vertriebenen stammten aus dem Sudetenland (Fischer, Finger, Böhm), aber auch ungarndeutsche (Schöttl) und Ostpreußen (Kanigowski, Narewski) sind in Mensfelden sesshaft geworden. Durch Fleiß, Sparsamkeit und ihren Unternehmergeist haben sich die meisten über die Jahre ein eigenes Heim geschaffen und hier im Ort eine zweite Heimat gefunden. So wurden die ehemaligen Heimatvertriebenen zu vollwertigen Bürgern und übernahmen Verantwortung in Firmen (Kurt Finger – Fliesen Biebricher) oder in Vereinen (Willi Narewski – 12 Jahre Vorstand).Im Lauf der Jahre sind auch viele ausgezogen, weil sie in der Nähe ihrer Arbeitsstätte eine Wohnung fanden.

Heute sind sie vollgültige Bürger von Mensfelden. Die junge Generation weiß nur wenig von ihrer alten Heimat, aber die Alten trauern immer der Heimat ihrer Kindheit nach.

Das Unglück, die Heimat zu verlieren kann nur der ermessen, der mit ihr verwurzelt war. Qualvoll ist der Gedanke, niemals mehr an die Stätte seiner Kindheit zurückkehren zu dürfen.

Zur Erinnerung an verlorenen deutschen Boden haben wir die erste Straße in unserem Neubaugebiet, Königsberger Straße benannt. Man kann wohl überall Heimat finden, aber nicht überall daheim sein.

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Foto: Die Wohngemeinschaft der Fliegerhalle nach der Vertreibung, (von: Ingrid Böhm), zwischen 1945 und 1953

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  1. Otto Langer

  2. Erhard Friedrich

  3. Heini Wotrupez

  4. Fritz Langer

  5. Bruno Langer

  6. Belo Karpf

  7. ? Friedrich

  8. Otto Finger sen.

  9. Johann Schöttl

  10. Franz Diesterwall

  11. Elsi Friedrich

  12. ? Riedel

  13. Anna Finger

  14. ? Langer

  15. Maria Schöttl

  16. Johann Klamert

  17. Elli Riedel

  18. Anni Hanke

  19. ? Lenzer

  20. Johann Paus

  21. Liesel Tauber

  22. Otto Finger jun.

  23. Hertha Wotrupez

  24. Elisabeth Friedrich

  25. Pepi Hanke

  26. ? Paus

  27. ? Lenzer

  28. Kurt Finger

  29. Jonni Schöttl

  30. Emil Paus

  31. Johann Paus

  32. Alois Friedrich

  33. ? Riedel

  34. Micki Hanke

  35. ? Hanke

  36. Anna König

  37. ? Diesterwall

  38. Anton Paus

  39. Walter Finger

  40. Tibor Schöttl

  41. Ingrid Finger

  42. Heinrich Wotrupez

  43. Rudi Finger

  44. Marianne Paus

  45. Herbert Wotrupez

  46. Herti Wotrupez5