Kaisermanöver in Mensfelden und Umgebung

Autor(en):
Günther Foth (2025)


Kaiserbäume

Zunächst möchte ich ein Hinweis bezüglich der Kaiserbäume auf dem Mensfeldener Kopf geben. Viele glauben, dass diese Bäume zu Ehren von Kaiser Wilhelm II. nach dem Kaisermanöver 1905 gepflanzt wurden. Tatsächlich wurden jedoch bereits in den Jahren 1860 und 1886 sogenannte Kaiserbäume zu Ehren von Kaiser Wilhelm I. auf dem Meko gepflanzt. Seitdem zieren zwei Akazien Richtung Osten und Westen, zwei Linden Richtung Norden und Süden sowie eine Kastanie in der Mitte den Mensfeldener Kopf. Die Baumpflanzungen zu Ehren Kaiser Wilhelm I. waren auch der Grund für die Sedansfeiern, die bis zum ersten Weltkrieg auf dem Mensfeldener Kopf stattfanden. Hier wurde die deutsche Einheit unter patriotischen Reden und Liedern gefeiert. Der Sedantag war ein Gedenktag, der im Deutschen Kaiserreich jährlich um den 2. September begangen wurde. Er erinnerte an die Kapitulation der französischen Armee am 2. September 1870 nach der Schlacht bei Sedan.

Kaisermanöver

Eine besondere Erinnerung bleibt das große Kaisermanöver von 1905, bei dem Kaiser Wilhelm II. anwesend war. Am 12. September 1905 begann das Kaisermanöver des 8. Armeekorps gegen das 18. Armeekorps zwischen Werschau und Mensfelden. Der Höhepunkt des letzten Tages fand am Oberbrecher Berg und Nauheimer Kopf statt. Kaiser Wilhelm II. beobachtete das Geschehen mit seinem Stab auf dem Nauheimer Kopf, begleitet von Kronprinz Friedrich Wilhelm, Kaiserin Viktoria, Prinz Eitel Wilhelm und anderen. Ob der Kaiser und sein Gefolge auch auf dem Mensfeldener Kopf waren, ist nicht dokumentiert. Ein Gedenkstein auf dem Nauheimer Kopf erinnert heute an dieses Ereignis, das Kaiser Wilhelm II. dort eine Manöverkritik abhielt.

Was dokumentiert wurde, sind die erheblichen Manöverschäden. Während der Manöverzeit war die Ernte noch in vollem Gange. Das Getreide war noch nicht vollständig abgeerntet und die Kartoffel- und Rübenernte hatte noch nicht begonnen. Da bei dem Manöver neben Menschen und Pferden auch Geschütze eingesetzt wurden waren die Schäden erheblich. So erhielt Werschau z. B. 12.000 Mark als Entschädigung für Flurschäden. Welche Summe an Mensfelden ausgezahlt wurde, ist leider nicht bekannt.

Kaiser Wilhelm II. und sein Gefolge waren zu dieser Zeit bereits mit Automobilen unterwegs. Während der Zeit des Manövers wurde er beim Verlassen der Stadtkirche in Limburg an seinem Automobil fotografiert.


Version #1
Erstellt: 2026-07-03 15:30:12 UTC von Admin
Zuletzt aktualisiert: 2026-07-03 15:30:12 UTC von Admin