Historischer Dorfbrunnen

Autor(en): Robert Krebs (2025)


Der Ortsteil Mensfelden erhält einen historischen Dorfbrunnen im Jubiläumsjahr 2025

Bei der Erneuerung der Hehnerstraße im Jahre 2020 wurde unter anderem ein alter Brunnen aus der Zeit des 19. Jahrhunderts entdeckt. Dieser, aus Bruchsteinen ohne Mörtel gemauerte Dorfbrunnen war mit einer Betonplatte abgedeckt. Der Brunnen konnte so vor sich hin schlummern, bis die Bauarbeiter ihn wieder entdeckt haben. Bei der Neugestaltung der Straße musste der Brunnen dem neuen Oberflächen-Niveau der Straße angepasst und mit einem abschließenden Deckel gesichert werden. Die gesamte Baumaßnahme der Straßenerneuerung, sowie wie die Erneuerung der Wasserleitung, Abwasserleitung und Energieversorgung, wurde von einem archäologischen Team begleitet und dokumentiert. Hierdurch verzögerte sich die Baumaßnahme um ca. ein halbes Jahr. Es wurden viele, bisher unentdeckte Funde gesichtet, die zum historischen Alter der Mensfeldener Dorfgeschichte von großer Bedeutung sind. Dieser und viele andere Brunnen, im Dorf befindlichen Zieh - und Schürfbrunnen dienten bis zum Bau der Dorfwasserleitung in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts für Mensch, Tier und Gärten zur Wasserversorgung. Die Brunnen und auch die im Dorf befindlichen Brandweiher, waren zum Brandschutz dringend vorgeschrieben. Zumal im Jahre 1801 bei einem Großbrand 2/3 der Häuser den Flammen zum Opfer fielen. Nach der Inbetriebnahme der Wasserleitung 1950, durfte das Brunnenwasser zum menschlichen Gebrauch aus hygienischen Gründen nicht mehr genutzt werden. Der Brunnen befand sich nicht mitten auf der Straße, sondern am Straßenrand zwischen künftigem Bürgersteig und Straße. Auf der Straßenseite waren ohnehin Pflanzbeete und Baumbepflanzungen mit Parkstreifen bei der Planung vorgesehen. Es bot sich an, diesen Brunnen in die Neugestaltung ab der Straßenoberkannte mit aufzunehmen. Hierbei ist die Idee geboren worden, diesen Brunnen zu einem späteren Zeitpunkt einem schönen, neuen Treffpunkt für Mensfelden herzurichten.

Inzwischen hat sich die Findungsgruppe „Unser Dorf hat Zukunft“ mit dieser Idee in etlichen Sitzungen angenommen. Das Ergebnis war, eine Neugestaltung des Brunnens mit Hochbauten. Zur finanziellen Hilfe um so etwas umzusetzen, kam zwischenzeitlich die Überlegung, dieses Projekt in das Hünfeldener Dorfentwicklung Programm IKEK (Inter Kommunales Entwicklungs Konzept) aufzunehmen. Dieses geschah auch und wurde durch Beschluss der Gemeindevertretung in das Konzept aufgenommen und genehmigt. Es ist vorgesehen, dieses Brunnenprojekt im Jubiläumsjahr 1250 zu verwirklichen.

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Zeichnung: Plan des historischen Dorfbrunnen, Jonas Löber, 2025

Sichtung der Bausubstanz

Die Jugendabteilung sowie aktiven Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr Mensfelden pumpten den Brunnen in einer Übungsstunde leer. Es wurden keine Gegenstände, alte Waffen oder Müll gefunden. Der Brunnen selbst hat einen innen Durchmesser von ca 140 Centimeter und eine Tiefe von 6,38 Meter ab Straßenoberkante. Er hat einen ständigen Wasserstand von 168 cm unter der Straßenoberfläche. Der Brunnen ist bis zu seinem Fundament komplett mit Bruchsteinen aus Mensfeldener Steinbrüchen ohne Mörtel gefertigt und von der Bausubstanz in einem sehr guten Zustand. Das Brunnenwasser wird vom Grundwasser gespeist und ist durchsichtig bis zum Brunnenboden.

Die Herstellung des Brunnens und seiner Umgebung ab der Straßenoberfläche

Um diese Brunnenanlage für die kommenden Generationen sichtbar zu machen, wird das Bauwerk oberhalb der Straßenoberfläche hochgebaut. Eine beidseitig sichtbare kreisförmige Bruchsteinmauer wird mit 6 schmiedeeisernen Stützen zur Aufnahme des Runddaches hergestellt. An den Stützen werden zum Einhängen von Freundschaftsschlössern Rundeisen angebracht. Der Brunnen erhält zur Optik eine fest angeschraubte Seilspindel aus Stahl. Am Seilende wird ein Schöpfeimer angebracht. Der Brunnen selbst wird innen durch LEDs beleuchtet. Die nötige gespeicherte Energie für die Beleuchtung wird nur bei Dunkelheit benötigt. Sie wird durch eine auf das Dach montierte Photovoltaik-Paneele gewährleistet. Dadurch wird für die Elektronik kein Anschluss an das örtliche Stromnetz benötigt. Der Brunnenschacht erhält einen sicheren und abschließbaren, sowie durchschaubaren, schmiedeeisernen Reinigungsdeckel. In unmittelbarer Umgebung wird eine Schautafel mit Hinweisen über die Historie des Brunnens und dem Großbrand 1801 und auch über die entdeckten Funde bei den Bauarbeiten in der Straße. Das Ganze wird mit einem QR-Code versehen. Für die Besucher werden zwei Sitz-Würfel zum Verbleib am Brunnen aufgestellt, wovon einer der Beiden innen zur Aufnahme der Elektrik dient.


Version #1
Erstellt: 2026-07-03 15:11:48 UTC von Admin
Zuletzt aktualisiert: 2026-07-03 15:11:48 UTC von Admin