Der Steinbruch
✍ Autor(en):
Basalt‑Actien‑Gesellschaft, BAG (2025)
Der Steinbruch in Mensfelden ist ein Produktionsstandort der Bergisch-Westerwälder Hartsteinwerke (BWH), einer Zweigniederlassung der Basalt AG aus Linz am Rhein. Seit ihrer Gründung im Jahr 1888 ist die Basalt AG eines der größten Baustoffunternehmen Deutschlands. Unternehmensschwerpunkte sind die Natursteingewinnung, die Herstellung von Asphaltmischgut, die Deponierung sowie der naturschutzfachliche Bereich für Folgenutzungen. Der heutige Steinbruch Mensfelden, der ca. 1 km südwestlich des gleichnamigen Ortsteiles liegt, wurde im Juni 1971 von der Gemeinde Mensfelden an die Schotterwerke Isselbach GmbH verpachtet. Rechtsnachfolgerin der Schotterwerke Isselbach wurde zum 02.01.2004 die Nassauische Mischwerke GmbH, welche am 01.11.2006 wiederum mit der BWH verschmolz. Das Abbaugebiet am Standort Mensfelden liegt laut dem Regionalplan Mittelhessen in einem Vorranggebiet für den Abbau oberflächennaher Rohstoff-Lagerstätten.
Das im Steinbruch Mensfelden gewonnene Gestein wird als Keratophyr bezeichnet. Dabei handelt es sich um ein vulkanisches Gestein mit einem Alter von über 350 Millionen Jahren aus dem Erdzeitalter des Karbon. Der aus dem Keratophyr gewonnene Schotter wird vor allem als Grundlage für Asphaltmischgut im Straßenbau verwendet. Das Gestein weist im Aufschluss verschiedene Farbtöne auf, die von dunkelrot über weiß und gelb bis hin zu grün reichen können. Die Färbung des Gesteins entstand durch verschiedene geologische Prozesse und den Einschluss färbender Elemente wie dreiwertigem Eisen (Rotfärbung durch Rost).
Im Jahr 1973 wurde mit den Erschließungsarbeiten des Steinbruchgeländes begonnen. Die Genehmigungsfläche betrug damals ca. 10 ha. Durch den in früheren Jahren betriebenen Steinbruch der Fa. Behnert aus Idstein war ein kleiner Aufschluss bereits vorhanden. Mit der Gesteinsgewinnung konnte nach Erhalt der Abbaugenehmigung im Sommer 1975 begonnen werden, 1976 folgte die Splittproduktion. Synchron hierzu wurde die Asphaltmischanlage in Betrieb genommen, die mittlerweile abgebaut ist. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten in den 70er Jahren wurde die Abbau- und Verarbeitungstechnik stets weiterentwickelt, sodass der Steinbruch heute technisch auf hohem Niveau steht. Ist der Abbau einmal beendet, wird seitens der Betreiberin BWH mit der Umsetzung des Rekultivierungskonzeptes begonnen. Am Standort Mensfelden sieht dieses eine Verfüllung und Modellierung der ehemaligen Hügelkuppe mit gleichzeitiger Einrichtung von seltenen Sonderbiotopen wie einer Steilwand mit vorgelagerter Blockschutthalde vor. Während parallel weiterhin Gesteinsgewinnung stattfindet, ist ein Teil des ehemaligen Steinbruchgeländes bereits in der Rekultivierung begriffen. Hier entsteht eine Aufforstung mit heimischen Baumarten. So ist der Steinbruch jetzt sowie zukünftig ein biologisch wertvolles Sonderbiotop, das vielen seltenen und hochspezialisierten Tier- und Pflanzenarten einen in Deutschland immer seltener werdenden Lebensraum bietet. Ihrer gesellschaftlichen Verantwortung kommt die BWH am Standort nach, indem sie den Steinbruch immer wieder als außerschulischen Lernort für Schulgruppen aus der Region öffnet und das Gelände mehrmals jährlich für Übungen der regionalen Einsatzkräfte (z. B. Feuerwehr und THW) und Rettungshundestaffeln zur Verfügung stellt.
©B. Fischer, Basalt‑Actien‑Gesellschaft (BAG)