VIII. Vereine

Männergesangverein 1837 und Frauenchor

Autor(en):
Otto Fütterer, 1. Vorsitzender (1975)
Franz Krainer, 1. Vorsitzender (2000/2025)


Die Geschichte des Männergesangvereines 1837 Mensfelden

Es war im Jahr 1837. Da fanden sich sangesfrohe Manner in unserem Dorf zusammen, um in Gemeinschaft miteinander zu singen. Nach wirtschaftlichen und politisch schwierigen Zeiten stand die Obrigkeit Vereinsgründungen sehr kritisch gegenüber.

Als Mitbegründer des Vereins sind namentlich Karl Schumann und der damalige Lehrer Konrad bekannt. Damals schrieb jeder Sänger den Liedertext selbst auf, denn kopieren konnte man leider noch nicht. Da die meisten Sänger auch keine Noten lesen konnten, wurden in den Liederbüchern die Noten durch Zahlen ersetzt. Das erste Liederbuch von Karl Schumann ist noch vorhanden.

Ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war die Feier zum 50-jährigen Bestehen im Juni 1887. Die Festtage, die mit einer Fahnenweihe verbunden waren, wurden mit Böllerschüssen eröffnet und mit einem Volksfest beendet.

1920 nahm der MGV am Bundessingen in Niederzeuzheim teil. Mit Pferdegespannen wurde zum Fest gefahren.

1911 wurde an einem Wettstreit in Langenschwalbach (heute Bad Schwalbach) an zwei Tagen teilgenommen. Folglich mussten die Sänger zweimal den langen Weg hin und zurück fahren. Doch die Doppelfahrt hatte sich gelohnt. In der Klasse C gewann der Verein den 1. Klassenpreis, den 1. Ehrenpreis und den Dirigentenpreis.

Das Vereinsleben nach dem 1. Weltkrieg

Nach dem 1. Weltkrieg kehrten viele Sänger nicht mehr nach Hause zurück. Doch trotz der großen Verluste wurde nach 1918 das Vereinsleben wieder in Schwung gebracht. Wahrend der Inflationszeit war viel Geld in der Kasse. Als Monatsbeitrag mussten die Sänger 1000 Mark aufbringen. Aber das Geld war nach kurzer Zeit nichts mehr wert.

Das Fest zum 100-jährigen Bestehen im Jahr 1937 war ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte. Dem Verein wurde die „Zelterplakette“ fur die Pflege und Würdigung des deutschen Liedgutes durch den damaligen Bundesvorsitzenden Hollinghaus, verliehen. Die Chorleitung hatte Ferdinand Dernbach jr.

Während des 2. Weltkrieges ruhte das Vereinsleben, das aber nach den schweren Jahren 1946 unter dem Vorsitz von Wilhelm Lieber und dem Dirigenten Theo Horz wieder aktiv wurde. Die Sängerzahl stieg auf einen Stand, der vorher nie erreicht wurde. 1950 übernahm der Chorleiter Georg Newrzella die Leitung des Chores. Bei einem Gesangswettstreit in Langgöns wurde in der 1. Landesklasse der 1. Klassenpreis, der 1. Ehrenpreis und der 1. Dirigentenpreis gewonnen.

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Foto: Der Männergesangverein, 1962

1962 feierte der MGV sein 125-jahriges Bestehen. Bei herrlichem Wetter und groBer Beteiligung der Bevölkerung, sowie vieler befreundeter Vereine wurde das Jubilaum gebührend gefeiert. Chorleiter war Willi Kremer.

Der Verein wird zum Männergesangverein 1837 und Frauenchor

1984 hatte sich dem MGV ein Frauenchor angeschlossen, um auch Frauen Gelegenheit zum gemeinsamen Singen zu geben. Seit dem treten die Sängerinnen und Sänger als Männerchor, Frauenchor und als Gemischter Chor auf.

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Foto: Der Männergesangverein, 1980

Wegen schlechten Zustand der alten Vereinsfahne wurde diese im Jahr 1991 durch Spenden restauriert. Der „Händelchor“ aus Parchim bei Schwerin, war während des Chorfestivals 1993 in Lindenholzhausen bei unseren Mitgliedern untergebracht. Ein Jahr später besuchten wir den Chor in Parchim und waren anschließend in Berlin-Kreuzberg zu Gast.

Das 1. Weinfest wurde im Jahr 1995 im Hof des alten Rathauses abgehalten und die 1. Weinfestkönigin war Bettina Fischer. Mit einem festlichen Konzert feierte der MGV das 160. Vereins-Jubiläum. Die Einweihung des Vereinsheim vom Gesangverein wurde 1998 vom Bürgermeister Stauf vorgenommen. Der Frauenchor konnte 1999 mit einem Konzert sein 15. Jähriges Bestehen feiern. Der Kauf eines E-Pianos wurde im Jahr 2000 durch Spenden mitfinanziert. Wegen Schließung des Proberaumes bei Faust, hielten wir die Gesangstunden ab 2002 im alten Rathaus ab. Eine Konzertreise nach Berlin-Kreuzberg wurde 2005 durchgeführt. Das Adventssingen begann im Dezember 2005 in der TuS-Halle und wurde in den darauf folgenden Jahren in der Evangelischen Kirche abgehalten.

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Foto: Der Gesangverein, 2000

Das 175 jährige MGV-Jubiläum fand mit einem Konzert 2007 stand. Eine Vereins-Fahrt zur Mosel und das 25 jährige Frauenchor-Jubiläum wurden 2009 durchgeführt. Mit dem Umzug in die Erich-Valeske-Halle bekamen wir 2011 einen schönen und großen Übungsraum und konnten 2012 ein Jubiläums-Konzert, 175 Jahre MGV, abhalten. Mit einem Doppel-Jubiläum in 2014 feierten wir 30 Jahre Frauenchor und 25 Jahre Chorleiter Josef Schmitt. Eine Vereinsfahrt zur Landesgartenschau Landau mit anschließenden Weingutbesuch konnten wir 2015 durchführen. Mit einem Festkonzert in 2017 wurde 180 Jahre MGV gefeiert und wir hatten 2019 wieder ein Doppeljubiläum 35 Jahre Frauenchor und 30 Jahre Josef Schmitt. Das 25. Weinfest wurde letztmalig veranstaltet.

Nach über 31 Jahre Chorleitung wurde Herr Josef Schmitt, Ende Dezember 2019 dankend in den Ruhestand verabschiedet. Er legte viel Wert auf Stimmbildung und gute Aussprache. Ab März 2020 übernahm Herr Sebastian Roth, aus Bad Camberg, die Chorleitung. Doch während der Corona-Pandemie mussten wir leider über ein Jahr die Gesangstunden einstellen, bis es Ende 2022 wieder zu Chorproben kam. Die ersten Auftritte hatten wir zum Adventssingen in der Ev. Kirche und beim Mensfeldener Dorffest. Im Jahr 2024 hatte der Frauenchor sein 40 jähriges Jubiläum. Mit einem festlichen Gottesdienst und anschließenden Umtrunk im Gemeindehof wurde mit dem Frauenchor aus Walsdorf gefeiert. Wir blicken voller Stolz, Freude und Dankbarkeit auf die zurückliegenden Jahre.

Spar- und Darlehenskasse

Autor(en):
Wilhelm Reh, 1. Vorsitzender (1975)
Reinhard Schwenk, Mitarbeiter (2000)


Gründung der Spar- und Darlehenskasse Mensfelden

Die Spar- und Darlehenskasse Mensfelden wurde am 21. November 1880 ins Leben gerufen.

Das erste Protokoll beginnt: Anwesend mehrere hiesige Einwohner. Tagesordnung: Die Gründung eines Darlehenskassenvereines für den Umfang der hiesigen Gemeinde. Nachdem in zwei vorhergehenden Versammlungen die Vorteile eines derartigen Vereins, sowie die Bedingungen zur Errichtung und Gedeihen eines solchen klar dargelegt worden waren, beriet die Versammlung unter dem Vorsitz von Georg Hatzmann die Satzung und stellte dieselbe fest, auf deren Grundlage der Verein errichtet werden soll.

Anlass für die Gründung eines solchen Vereines war die wirtschaftliche Notlage der Landbevölkerung, besonders durch die hohen Zinsforderungen der Geldgeber. Wie das Protokoll weiter berichtet, wurden Georg Hatzmann zum Vorsitzenden und Philipp Christian Lieber als Rendant gewählt.

Lieber versah dieses Amt bis zu seinem Tode am 12. Mai 1891; sein Nachfolger Karl Wilhelm Weil, wurde am 27. Mai gewählt. Wie noch lückenlos vorhandene Protokolle und Bilanzen beweisen, gab es auch damals genügend Sorgen den Geschäftsbetrieb betreffend. Am 22. Mai 1900 wurde August Schumann II. zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Bereits nach zwei Jahren, am 23. März 1902, übernimmt er den Vorsitz, den er bis 1945 innehatte, da Georg Hatzmann zu seinem Sohn nach Niederneisen zog.

Von 1906 bis 1936 war Karl August Lieber als Rechner tätig. 1914 zählte die Genossenschaft bereits 163 Mitglieder; die Bilanzsumme betrug 210.000 DM. Das Warengeschäft spielte eine untergeordnete Rolle. Krieg und Inflation brachten einen Rückschlag, der bis 1939 noch nicht ganz überwunden war. Nach Karl August Lieber übernimmt Karl Deußer, der im zweiten Weltkrieg fiel, das Rechneramt. Deußers Nachfolger wurde Wilhelm Schwenk. Nach dem zweiten Weltkrieg kam der Geschäftsbetrieb fast ganz zum Erliegen. 1948 übernahm Wilhelm Lieber II., der schon seit langen Jahren Gemeinderechner war, den Posten des Vorsitzenden; 1955 war er gleichzeitig als Rechner tätig. Das lange vernachlässigte Warengeschäft half nach der Währungsreform der Genossenschaft wieder auf die Beine. Mit Wilhelm Lenz als Geschäftsführer begann am 1. Januar 1956 der Umsatz sich zu vergrößern. Als seine privaten Wirtschaftsgebäude als Lagerraum nicht mehr ausreichten, wurden bei Karl Schwenk leere Ställe gemietet. In der Generalversammlung 1960 wurde der Vorschlag zum Bau eines Lager- und Bürogebäudes gemacht. Im Herbst 1962 wurde das Lager, im Frühjahr 1963 das Büro bezogen. 1967 bauten die Genossenschaften von Mensfelden, Heringen und Nauheim in Nauheim eine Anlage zur Getreideabnahme. 115 Mitglieder zählte die Genossenschaft 1968; die Bilanzsumme betrug 890.000,-- DM; der Gesamtumsatz betrug 6.600.000,-- DM, davon entfielen auf den Warenumsatz 780.000,-- DM. Ein Rechnerwechsel in Heringen am 1. September 1968 führte zum Zusammenschluss der Genossenschaften von Mensfelden und Heringen. Durch den ständig wachsenden Waren- und Zahlungsverkehr wurde 1973 Wilhelm Reh, seit 1952 im Vorstand und seit 1957 Vorstandsvorsitzender, als dritte Arbeitskraft eingestellt. Am 10. Mai 1974 beschloss die Generalversammlung die Verschmelzung der Spar- und Darlehenskasse Mensfelden-Heringen mit der Spar- und Darlehenskasse Nauheim-Werschau (Werschau hatte sich bereits 1970 mit Nauheim zusammengeschlossen).

Die Bilanzsumme der nun zusammengeschlossenen Genossenschaften betrug am 31. Dezember 1973 4,6 Millionen, der Gesamtumsatz 45 Millionen und der Warenumsatz 2,6 Millionen; 350 Mitglieder gehörten zur Genossenschaft.

In Nauheim wurde bereits 1958 ein Lager- und Bürogebäude errichtet. Das Getreidelager, 1967 gebaut, wurde 1972 durch zwei Außenzellen auf eine Lagerkapazität von 820 t erweitert und ein Lagerbehälter von 50 m für Heizöl angeschafft.

Im Laufe des 94jährigen Bestehens halfen viele als ehrenamtliche Mitglieder zum Wohle aller.

In den letzten 12 Jahren konnten 7 Mitglieder für 50jährige Mitgliedschaft geehrt werden. Das ist der Beweis für das Zusammenhalten aller für alle. Im Sinne Wilhelm Raiffeisens sind wir verpflichtet, sein Werk auch weiterhin zu pflegen und zu fördern.

Die Mensfelder Spar- und Darlehenskasse ab 1972

Im Jahre 1980 feierte die Spar- und Darlehenskasse Mensfelden ihr 100-jähriges Bestehen.

In einem Festakt am 21. November wurde in der TuS Halle daran gedacht. Der damalige Genossenschaftspräsident, Richard Westernacher, hielt die Festrede.

1987 wurde die Spar- und Darlehenskasse mit der Raiffeisenbank Hünfelden verschmolzen. Mit dem Hauptsitz in Dauborn gab es die Zweigstellen in Kirberg, Mensfelden, Nauheim und Heringen, jeweils mit Bank und Warenlager.

Aufgrund der Novellierung des Kreditwesengesetzes und der damit verbundenen Änderung der Kreditvergaberichtlinien wurde im Dezember 1991 von der Generalversammlung die Fusion mit der Volksbank »Goldener Grund« in Bad Camberg beschlossen.

Das Warengeschäft wurde im Jahre 1993 aufgegeben und auf die Zweigstelle in Nauheim übertragen. Im gleichen Jahr erfolgte der Umzug der Bank in neu gestaltete Räumlichkeiten in der Unterstraße

Turn- und Sportverein 1894

Autor(en):
Volker Dietrich (2025)


Der Turn- und Sportverein Mensfelden hat im Jubiläumsjahr 2025 914 Mitglieder. Wenn wir zunächst alleine diese Zahl betrachten, ist unser Vereinsleben mit seinem vielfältigen Angebot im Bereich des Breitensports wohl ziemlich attraktiv. Etwa ein Drittel unserer Mitglieder sind Kinder und Jugendliche. Und auffällig ist auch, dass etwa ein Drittel unserer Mitglieder außerhalb von Mensfelden wohnen. Damit ist der TuS Mensfelden also nicht mehr nur ein Sportverein von Mensfelden allein sondern auch der Region um Mensfelden herum.

Gründung und frühen Jahre

Als 1807 Friedrich Ludwig Jahn (vielbeachteter Pädagoge und Politiker aus Preußen) die Turnbewegung, mit dem Ziel die männliche Deutsche Jugend auf den Kampf gegen Napoleon vorzubereiten, ausrief und 1811 den ersten Turnplatz in Berlin auf der Hasenheide mit bisher unbekannten Geräten, wie Reck und Barren einrichtete und auch erstmals vom Turnen sprach, da ahnte in Mensfelden noch niemand, dass dieser Trend auch einmal unser Dorf erreichen würde. Doch es passierte dann 1894 mit der Gründung des Turnvereins Mensfelden. Unsere Turner bilden somit die älteste Abteilung. Damals trafen sich die jungen Männer regelmäßig zu turnerischen Übungen und maßen ihre Kräfte zunächst im natürlichen Gelände. Schon im Gründungsjahr kauften sie für 89 Mark ein Reck, das man im Freien am Rande des Dorfes, dort wo die Schulkinder spielten, aufbaute.

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Foto: Die ersten Turner am Reck

Für unser Mensfelden und unseren Verein ergab sich zwei Jahre später eine ganz besondere Ehre und ein großer Vertrauensbeweis : Am 10. Mai 1896 richtete der Turngau „Aargau“ sein erstes volkstümliches Turnfest (Bergturnfest) auf dem Mensfelder Kopf aus. Der Mensfelder Kopf war an diesem Tag mit großer Sicherheit ein Anziehungsmagnet für Turner und Gäste aus der ganzen Region. Seine Anziehungskraft hat bis heute Bestand!

Aus den ersten 25 Jahren ist uns vom direkten Turngeschehen nichts Genaues überliefert. Doch die Aktivitäten sind rege und vielfältig gewesen und prägten an vielen Tagen im Jahr das Dorfleben und die Dorfgemeinschaft. Die älteste uns erhaltene Urkunde ist vom 07. Juli 1907 beim 12. Gauturnfest des Aargaues in Runkel, wo beim Vereinsturnen 17 junge Männer aus dem Kreis sich am Pferd einen Wettkampf lieferten und wo der Turnverein 1894 Mensfelden ebenfalls vertreten war.

Seit 1920 sind uns dann etliche Urkunden, Diplome, Ehrenkränze, Turnerpässe und viele Bilder erhalten, so dass das Turnerleben etwas nachvollzogen werden kann: Es gab eine Schülerturngruppe – denn Wilhelm Lieber (Fahlerstraße – Vater von Gisela Lieber) errang 1921 beim Schülerturnen / Oberstufe in Birlenbach beim Wettturnen des Aargaues von 221 Wettkämpfern den vierten Platz.

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Foto: Schülerturngruppe in Holzappel, 1928

Der langjährige Turnwart Karl Schwenk „Weils-Patt“ war ebenfalls eine feste Größe im Verein. Am 14. August 1921 nahm er selbst am Felgbergturnen teil. Im Vierkampf bestehend aus Laufen über 100 m, Weitspringen, Kugelstoßen und einer Pflichtfreiübung wurde unter den 996 Mitbewerbern 26. Sieger. Fortan stand er als Turnwart des Vereins viele Jahre der Turnabteilung vor.

Die Theatergruppe

Zu den ältesten Abteilungen des damals noch jungen Turnvereins gehörte eine Theatergruppe. Vom ältesten bekannten Stück, „Kabale und Liebe“, welches 1905 im Saal des Gastwirts Wilhelm Klapper aufgeführt wurde existieren noch ein Ankündigungsplakat und ein Gruppenfoto. Das Theaterspiel fand in den Wintermonaten statt und war eine willkommene Abwechslung vom arbeitsreichen Alltag der damals bäuerlichen Bevölkerung.

Von den uns vorliegenden 16 Theaterstücken u.a. Pauline Walter und Minna von Barnhelm, Charly‘s Tante, Im weißen Rössl fanden acht Aufführungen vor dem Weltkrieg statt. Nach Kriegsende wurde bereits 1948/49 „Der Glockenguss zu Breslau“ Regie: W. Stückrath aufgeführt. Mit „Hasso der Rebell“ kam 1958 das letzte Stück auf die Bühne, welches sogar außerhalb Mensfeldens aufgeführt wurde. Das zeitintensive Proben sowie die recht professionellen Aufführungen, die zuletzt in der vereinseigenen Turnhalle stattfanden, haben maßgeblich zur Integration der heimatvertriebenen Neubürger beigetragen.

Neuanfang nach 1945

Während des II. Weltkrieges ruhte das Turnerleben. Nach Kriegsende bemühten sich junge Männer um den Wiederaufbau einer Turnerriege. Das gelang nicht im alten Sinne, obwohl zunächst noch eine gute Turnergruppe bestand. 1946/47 wurden die Mitgliedsanträge im Verein erneuert. Zahlreiche Frauen traten dem Turnverein nun bei und bildeten fortan eine starke Frauenabteilung, welche sich ebenfalls dem Geräteturnen stellte.

Das Festje - Ein Dorfturnfest

Ältere Dorfbewohner erzählen gerne vom Vereinsfest, welches jährlich als kleines Dorfturnfest ausgetragen wurden. Je nach Wetter feierte man das Festje am ersten oder zweiten Sonntag im Juli. Dann wehte eine große weiße Fahne mit Turneremblem an der Turnhalle und auf dem Vorplatz war ein Zelt aufgebaut. Rechts neben – später hinter – der Halle lag die Sprunggrube und darüber stand – bei Bedarf – der Barren und das Reck zum Turnen. Laufstrecken waren in der Remmeltstraße oder der Neustraße (heute Hehnerstraße) abgesteckt. Dort lief man die 100 m von der Kreuzung Remmeltstraße bis zur Alten Schule. Eine 3000m Strecke führte durch das ganze Dorf.

Das Festje war für den Verein, die Dorfbevölkerung und insbesondere für die Kinder eine stets aufregende Sache. Um 8:00 Uhr ging es mit den Laufwettbewerben in den Straßen los. Für die anderen leichtathletischen Disziplinen ging es dann zum Turnplatz, ungefähr in der Größe von 2/3 des heutigen Parkplatzes der Erich-Valeske-Halle. Zahlreiche Kampfrichter und Riegenführer sowie ein Verrechnungs-ausschuss wurden benötigt. Nachmittags war dann stets der Umzug mit dem Spielmannszug und allen Teilnehmer und dann gab es noch Vorführungen und Siegerehrungen auf dem Turnplatz. Das ganze Dorf war unterwegs.

Die Verein nach 1960

Ab den 60er Jahren war auch aus sportpädagogischer Sicht nicht mehr die Spitzenleistung Einzelner wichtig, sondern ein breites Spektrum von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sollten zum freudigen Mittun angeregt werden. Dadurch änderte sich langsam die Struktur in den Vereinen. So auch bei uns. Frauen und Mädchen nahmen verstärkt teil. Der Breitensport, mit Leichtathletik, Gymnastik und allen weiteren Abteilungen, trat mehr in den Vordergrund. Neben dem Breitensport fanden auch individuelle Förderungen statt, soweit sie dem Verein finanziell und den Übungsleitern möglich waren.

Gaukinderturnfest und Kinderturnen

Eine große Aufgabe nahm sich unser Verein 1988 vor, als man im Rahmen des 40-jährigen Bestehens der Frauenabteilung unter der Schirmherrschaft von Doris Meyer zu einer Festwoche aufrief. Auch wurde erstmals das Gaukinderturnfest des Turngau Mittellahn auf dem Meko ausgerichtet. Viele Helfer um die Organisatoren Claus Nilges, Karl Reinhardt und Manfred Crecelius waren notwendig um die insgesamt 1361 teilnehmenden Kinder durch die Wettkämpfe zu führen und im Anschluss durch die Frauen die hungrigen Mäuler zu stopfen. Für den TuS Mensfelden gingen 40 Kinder an den Start, 16 Kinder nahmen für den TV Jahn teil. Zusammen mit den zuschauenden und begleitenden ca. 500 Erwachsenen und unseren Vereinshelfern waren somit ca. 2.000 Menschen an diesem Tag auf dem Meko. Das Ziel, die neu errichtete Sportanlage und den reizvollen Mensfelder Kopf den Gästen nachhaltig in Erinnerung zu bringen, wurde mehr als erfüllt. Auch 1992 wurde das Gaukinderturnfest des Turngau Mittellahn vom TuS Mensfelden ausgerichtet. In 54 Wettbewerben mit 1333 Kinder im Alter bis 12 Jahre herrschte bei schönem Frühsommerwetter den ganzen Tag ein fröhliches Gewusel. Nachmittags traten 336 Kinder in 56 Staffeln zum beliebtesten Wettbewerb des Tages an. Beim Gaukinderturnfest zum 100-jährigen des TuS im Jubiläumsjahr 1994 waren 1000 Kindern aus 37 Vereinen am Start. Der Meko erlebte an diesem Tag eine Rekord-Hitze die dem Gewimmel etwas die Luft und Schnelligkeit nahm und man gerne den Schatten suchte.

Das Kinderturnen zählt zweifellos zu den wichtigsten Angeboten unseres Vereins. Je früher Kinder sich mit viel Freude und Spaß Bewegungsabläufe und Koordination trainieren umso besser. Das Kinderturnen ist damit der Einstieg für viele andere Sportarten, die sich die Kinder später selbst wählen. Nicht immer einfach war und ist es im Verein die Übungsleiter für das Kinderturnen zu finden. Irgendwie muss es mit dem Lehrerberuf, der Dorfstraße und der Liebe zu Verein zusammenhängen, ansonsten ist es nicht zu erklären, dass mit Karl Reinhardt, Holger Schmidt und Christel Crecelius drei Unnergässer-Pädagogen jeweils nahezu 25 Jahre diesen wöchentlichen Übungspart verlässlich im Verein übernahmen.

Turn- und Tanzgruppen

Aus der großen und traditionsreichen Turngruppe haben sich im Laufe der Zeit weitere schöne und interessante Sportgruppen entwickelt. Fast schon selbstverständlich sind heute die verschiedenen Fitness Gruppen, die insbesondere im Seniorenbereich wegen des demographischen Wandels immer mehr an Bedeutung gewinnen. Ergänzt wird dieser Bereich seit einigen Jahren durch unsere Zumba® Gruppe.

Bereits seit 1990 gibt es die Rhythmische Sportgymnastik im TuS. Für diese Sportart wird viel Körperbeherrschung, Rhythmusgefühl, Konzentration und Gleichgewichtsgefühl benötigt und gerade das begeistert heute viele Kinder und Jugendliche, insbesondere Mädchen. Nicht zuletzt aus dieser Übungsgruppe hat sich dann ab 1992 der Showtanz im TuS entwickelt. Zunächst waren es Gruppen wie Incognito, Nataraja und die Crazy Devils, die diese Sportarten etablierten und nicht nur durch Auftritte bei vereinsinternen Veranstaltungen sondern auch bei vielen Wettbewerben für einiges Aufsehen sorgte. Heute wird diese Geschichte durch unsere Tanzgruppen Experience (gemeinsam mit dem TSV Heringen), Sensation und Fairytales in verschiedenen Altersgruppen mit viel Leidenschaft fortgeführt. 2011 kam dann noch das Röhnradturnen hinzu. Neben der notwendigen Athletik begeistert diese Sportart vor allem durch eine beindrucken Eleganz und Leichtigkeit. Auf vielen Vereinsfesten sind Aufführungen unsere Röhnradturnerinnen einer der Höhepunkte.

Fußball

Die weiteren „Traditionssportarten“ im Tus Mensfelden, die bis heute ein wichtiger Bestandteil unseres Vereins sind, sind Fußball und Schießen.

Bereits 1922 gründeten 18 junge Burschen einen Sportverein in Mensfelden, um ihrer Fußballleidenschaft nachzugehen. Da der Fußballsport damals als roh und unsportlich galt, wurden sie im Dorf verächtlich als „Zigarettenbuben“ bezeichnet. Gespielt wurde zunächst auf der „Blumenröder Wiese“ mit improvisierten Toren aus Bohnenstangen und Seilen.

Ab 1927 wurde der neuen Sportplatz am Meko von den Mitgliedern des Sportvereins eigenhändig angelegt. Erste sportliche Erfolge Gaumeisterschaft in Wilsenroth stellten sich in den 1930-er Jahren ein. Am 04.April 1936 fusionierten der Turn- und der Sportverein zum TuS 1894 Mensfelden e.V.. Während des Weltkrieges kam der Sportbetrieb völlig zum Erliegen; der Sportplatz diente als Startbahn für Aufklärungsflieger.

Doch bereits 1946 standen wieder zwei Senioren- und eine Jugendmannschaft am Start. Der damalige Fußballplatz, verlief in Ost-West-Richtung und hatte rund 1,80 m Gefälle. Im provisorischen Vereinsheim gab es weder Toiletten noch fließendes Wasser. Dies konnte erst 1984 durch einen aufwändigen Neubau, inkl. der Neuanlage von zwei Sportplätzen, realisiert werden. In der Saison 19957/58 gelang der 1. Mannschaft der lang ersehnte Aufstieg in die A-Klasse.

Verschiedene Quellen berichten, dass die Jugendarbeit des TuS Mensfelden erst Ende der 1960-er Jahre an Struktur gewann und wettbewerbsfähig wurde. In dieser Zeit spielte auch das Ausnahmetalent Norbert Otto aus Nauheim, der später für die Eintracht aus Frankfurt auflief, im blau-weißen Trikot. Damals konnten in den hiesigen Ortschaften nicht immer alle Jugendmannschaften aus den Jahrgängen gestellt werden. In der Folge wurde unter der Leitung von Manfred Gebhard TuS Neesbach im Juni 1971 eine JSG Hünfelden gegründet, an der sich alle sieben Hünfelder Ortsteile beteiligten. In der Folge konnten mehrere Jugendmannschaften von der E- bis zur A-Jugend an den Rundenspielen teilnehmen. Aus sportrechtlichen Gründen musste sich die JSG ab 1974 aber auf die Ortschaften Heringen, Mensfelden und Neesbach beschränken. Nun übernahmen Karl-Heinz Groh bis 1985 und Kurt Schumacher 1985-2008 die Leitung. Ab Mitte der 1970-er Jahre wurde sogar ein VW-Bus angeschafft, um die Spieler zu den Auswärtsspielen zu fahren. So konnten die Jugendlichen auch an Turnieren teilnehmen, die in Holland oder Ostfriesland stattfanden. Doch insbesondere die internationalen Jugendturniere an Pfingsten ab 1977, die auch auf dem Meko veranstaltet wurden und an denen wiederum Teams aus den Niederlanden, Frankreich und Belgien teilnahmen, waren spektakulär und bleiben unvergessen.

Die Senioren des TuS Mensfelden spielten in den 1970-er bis 1990-er Jahren um den Auf- oder Abstieg in der B-, C- oder A-Liga und fighteten sonntags hart umkämpfte Derbys aus, über die die NLZ/regionale Presse montags ausführlich berichtete. Doch erst seit der Gründung einer Spielgemeinschaft mit dem TSV-Heringen Mai 2005, stellten sich wieder echte sportliche Erfolge ein, sodass in der Saison 2014/15 der ersehnte Wiederaufstieg in die A-Liga gelang. Dem folgte der unmittelbare und sensationelle „Durchmarsch“ in die Spitzengruppe was den direkten Aufstieg als Tabellenzweiter in die Kreisoberliga = KOL; Saison 2015/16 zur Folge hatte. Im nächsten Jahr musste die Mannschaft zwar leider wieder absteigen, doch seit der Saison 2023/24 spielen unsere Senioren wieder in der KOL. Heute finden Meisterschaftsspiele in Heringen und Mensfelden unter hervorragenden sportlichen Rahmenbedingungen statt.

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Foto: Gruppenbild der Fußballer zum 125 jährigen Jubiläum auf dem Mensfelder Kopf, Volker Dietrich, 2019

Schießsport

Der Schießsport hat seit den 50ziger Jahren einen festen Platz im TuS Mensfelden. Seit dem wurden mit Luftpistole und Gewehr in Wettkämpfen viele Erfolge erzielt, von den die zahlreiche noch vorhanden Urkunden und Pokale zeugen. Viele unter uns erinnern sich bestimmt noch an den alten Schießstand im dunklen und feuchten Keller der alten Turnhalle. Mit dem Bau den Erich-Valeske-Halle ergab sich dann 2012 die Möglichkeit eines neuen Schießstandes im Multifunktionsraum. Mit viel Engagement und Eigenleistung entwickelten und bauten die Schützen des TuS einen modernen mobilen Schießstand mit hochgenauen elektronischen Zielscheiben und computergestützter Ergebnisauswertung. 2012 war dies absolut wegweisend und ist bis heute der letzte Stand der Technik. Nicht zuletzt diese sportlichen Rahmenbedingungen, verbunden mit öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen wie dem jährlichen Jedermann Wettkampf führte zu neuem Schwung in der Abteilung und sportlichen Spitzenresultaten auf Hessenebene bis zu Teilnahmen bei den Deutschen Meisterschaften.

Tennis, Volleyball und Taekwondo

Zu den „jüngeren Sportarten“ gehören Tennis, Volleyball und Taekwondo.

Die Tennisabteilung gründete sich bereits 1980. In den Jahren 1982/83 wurde unter großer Eigenleistung auf einem Grundstück der evangelischen Kirchengemeinde die bis heute bestehende Tennissportanlage errichtet. Seit 1985 bis heute nehmen unsere Tennisspieler/innen regelmäßig an Medenrunden und Meisterschaften teil.

Die Anfänge unserer Volleyballabteilung gehen bis ins Jahr 1978 zurück. Regelmäßig trainiert wird seit 1983. Vorübergehend nahmen unsere Volleyballer auch an Wettkampfrunden teil. Bekannt wurden unsere Volleyballer aber durch die Teilnahme an unzähligen Turnieren und Sportfesten von denen vielen auch gewonnen wurden. Besonders hervorzuheben sind hier Starts bei zahlreichen Deutschen Turnfesten. Weit über unsere Region hinaus bekannt ist unsere Volleyballabteilung aber durch das jährliche Internationale Volleyballturnier auf dem Mensfelder Kopf. 1990 gab es die erste Ausgabe als eintägiges Turnier mit 14 Mannschaften. Bereits 1993 wurde das Turnier mit 36 Mannschaften auf zwei Tage ausgedehnt. Das war der Beginn einer großen Erfolgsgeschichte, die bis heute andauert. In den zurückliegenden 150 Jahren hatten wir auf dem Meko regelmäßig 46 Mannschaften mit ca. 450 Sportlern zu Gast. Aus dieser Geschichte ist eine besonders tiefe Freundschaft zu den Volleyballern unserer Partnergemeinde Le-Thillay entstanden.

In den 60ziger Jahren und dann wieder ab 1980 wurde im TuS auch Tischtennis gespielt. Durch das Engagement von Günther Crecelius als Trainer und auch als Spieler entwickelte sich Abteilung mit bis zu 50 Spielerinnen und Spielern, die regelmäßig an Wettkampfrunden und Turnieren teilnahm. Gerade erst 1996 in die Bezirksklasse aufgestiegen, musste dann aber Spielbetrieb mehr oder weniger abrupt eingestellt werden, weil die meisten der Aktiven aus beruflichen Gründen aus Mensfelden weggezogen waren.

Aber nicht zuletzt dadurch wurde 1997 der Weg für eine gänzlich neue Sportart nach Mensfelden ermöglicht. Die Taekwondo Abteilung gründete sich und hat seit dieser Zeit durchgängig 80 bis 120 aktive Sportler. Diesen Erfolg haben wir maßgeblich Werner Lange zu verdanken, der leider bereits im Jahr 2022 verstorben ist. Durch seinen unermüdlich Einsatz und unterstützt von seiner ganz Familie und vielen Helfer, haben hunderte Kinder und Jugendliche diese Kampfkunst erlernt und perfektioniert. In den ersten 10 Jahren wurde neben dem allgemeinen Breitensport in dieser Sportart auch leistungsorientiert trainiert, was schließlich zu Teilnahmen bei verschiedenen Meisterschaften bis hin zu Weltmeisterschaften führte. Seit etwa 2007 konzentriert man sich verstärkt auf den Breitensport und die Entwicklung von Kinder- und Jugendlichen. Mehrmals im Jahr werden Gürtelprüfungen angeboten, auf den denen sich unsere jungen Sportlerinnen und Sportler beweisen können..

American Football

In den 2010er Jahren gab es auf dem Sportplatz am Meko noch ganz anderes zu erleben. In diesen Jahren gründete sich eine American Football Abteilung im TuS. Diese Sportart, die gerade in Deutschland immer populäre wird, begeistert auch in unsere Region viele Menschen. Unsere American Footballer nahmen von 2015 bis 2018 mehrfach an Wettkampfrunden teil. Die Heimspiele am Meko waren immer wieder spektakulär und zogen viele Zuschauer an. Allerdings war die Durchführung des Trainings- und Wettkampfbetriebes sehr aufwändig und letztlich überstand die Abteilung leider ich die Zeit der CoVid Pandemie in den Jahren 2020 bis 2022 nicht.

Kinder- und Jugendzeltlager

Der absolute Höhepunkt in unserem Vereinsleben ist das jährliche Kinder- und Jugendzeltlager auf dem Mensfelder Kopf in der ersten Ferienwoche. Seit über 55 Jahren werden hier an sieben Tagen bis zu 150 Kinder und Jugendliche von 50 ehrenamtlichen Mitgliedern betreut. Auch heute noch ist ganz besonders die Nachtwanderung ein Höhepunkt. Natürlich wird auch viele Sport getrieben und viele unsere Sportler haben während dieser Woche ihr Sportabzeichen erlangt.

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Foto: Gruppenbild der Kinder- und Jugendfreizeit auf dem Mensfelder Kopf, Volker Dietrich, 2024

125jähriges Vereinsjubiläum und danach

Das letzte Großereignis war unser 125jähriges Vereinsjubiläum im Jahr 2019. In diesem Jahr gab es zahlreiche Jubiläumsveranstaltungen. Die beiden Höhenpunkte waren das Freundschaftsspiel unserer SG Heringen/Mensfelden gegen die Bundesligamannschaft von Eintracht Frankfurt mit weit über 3000 Gästen auf dem Mensfelder Kopf im März 2019 und der Festkommers in der wunderschön dekorierten Erich-Valeske-Halle mit etwa 300 Gästen im November 2019.

Wie bei einem Sportverein nicht anders zu erwarten, findet unser Vereinsleben also zuerst einmal in unseren Sportabteilungen statt. Traditionell engagieren wir uns vor allem im Breitensport. Und ein ganz spezieller Schwerpunkt liegt bei uns schon immer im Bereich der sportlichen Entwicklung von Kinder und Jugendlichen. Dazu braucht es viele Trainer und Helfer, die mit Spaß und Eifer bei der Sache sind. Die Aus- und Weiterbildung unserer Trainer hat deshalb einen ganz besonderen Stellenwert und wird vom TuS in hohem Maße unterstützt. Oft gelingt es, bereits Jugendliche an eine solche Tätigkeit heranzuführen, in dem der Verein zunächst den Einsatz als Helfer ermöglicht und danach gerne auch die Ausbildungskosten bis hin zu einer Übungsleiterlizenz übernimmt – natürlich verbunden mit der Hoffnung, dass diejenigen sich auch im Erwachsenenalter als Trainer für den Verein zur Verfügung stellen. Jedenfalls ist es keine Überraschung, das Jugendliche und junge Erwachsene durch eine solche Aufgabe sich wertvolle Sozialkompetenz und Teamfähigkeit aneignen und schon früh lernen, wie die Übernahme von Verantwortung für andere und sich selbst funktioniert. Das sind sicherlich unschätzbar wertvolle Social Skills für das zukünftige Berufsleben.

Darüber hinaus ist unser Turn- und Sportverein heute mehr als je zu vor für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Dorf unverzichtbar. Der Verein realisiert auch außerhalb des eigentlich satzungsgemäßen Zweckes eine Plattform für die Kommunikation und die soziale Integration unserer Mitbürger. Das erreichen wir, in dem wir vereinsinterne Veranstaltungen, insbesondere die Kinder- und Jugendfreizeit organisieren und uns aber auch an der Durchführung traditioneller Feste, wie der Kirmes, der Fastnacht oder dem Dorffest beteiligen. Dies alles gewinnt vor dem Hintergrund der veränderten Lebensbedingungen in einem Dorf wie Mensfelden eine ganz besondere Bedeutung. Geschäfte und Gastwirtschaften schließen und Schulen und Arbeitsplätze erfordern ein Pendeln in die umliegenden Zentren, wenn nicht gar bis ins Rhein-Main-Gebiet. Das gleiche gilt für Gesundheitseinrichtungen und Geschäfte für den täglichen Bedarf. Soziale Medien bestimmend zunehmend die zwischenmenschliche Kommunikation, wobei die Haltbarkeitszeit der Informationen immer kürzer wird.

Letztlich ist unser Verein mit seiner Selbstverpflichtung, seiner Rolle und seiner Stellung gar nicht so ungewöhnlich. Wesentlicher Bestandteil der Kulturlandschaft in Deutschland sind eben die gemeinnützigen Vereine. Über 50 Millionen Deutsche sind Mitglieder in einem der über 620.000 Vereine. Die Bruttowertschöpfung beträgt mit 90 Milliarden Euro etwa 4,1 % des Bruttoinlandsproduktes. In den Vereinen engagieren sich 20 bis 30 Millionen Menschen ehrenamtlich. Der Wert der Leistung dieses Engagements liegt bei rund 40 Milliarden Euro! Darunter waren 2021 etwa 87.600 Sportvereine – ein leicht rückläufiger Wert – mit 27 Millionen Mitgliedern. 750.000 Freiwillige engagieren sich in Vorständen und Verbänden und 950.000 als Übungsleiter. Darüber hinaus helfen 6,3 Millionen Menschen regelmäßig bei Veranstaltungen, im Spiel- oder Wettkampfbetrieb. Das sind allesamt große und beindruckende Zahlen und so wird die Vereinsorganisation neben dem Staat und der freien Wirtschaft als der dritte Sektor der Gesellschaft in Deutschland bezeichnet.

Leider haben wir den Eindruck, dass - wie wahrscheinlich in den allermeisten Vereinen – auch im TuS Mensfelden das ehrenamtliche Engagement im sportlichen Bereich und in Vorstandsämtern immer mehr an Attraktivität verliert. Viele gesetzliche Regeln zielen auf hauptamtlich geführte Einrichtungen oder Gewerbebetriebe, aber sie treffen auch ehrenamtlich geführte Vereine: Minijobregelungen, Jugendschutzbestimmungen, Lebensmittelverordnungen, neue Steuerrichtlinien, Datenschutzregelungen und vieles mehr halten uns von dem ab, was wir eigentlich mit unserem TuS erreichen wollen. Menschen müssen heute mobil sein. Termine für das Vereinsleben zu suchen, an denen alle Beteiligten dabei sein können, ist schwieriger geworden. Ein verändertes Freizeitverhalten zwingt Vereine dazu, mit vielen alternativen Angeboten zu konkurrieren. Fitness-Studios und Volkshochschulen kommen den Sportvereinen ins Gehege. Vereinen stehen heute oft in einer Marktsituation. Um attraktiv zu sein, müssen sie mit Veranstaltungen punkten, die immer mehr Geld kosten. Das birgt dann aber ein wirtschaftliches Risiko. Leicht kommt man in eine finanzielle Schieflage, wenn ein aufwändig geplantes Fest verregnet ist. Dabei ist die Finanzsituation aber noch aus anderen Gründen schwierig geworden. Schon alleine aufgrund der demographischen Entwicklung müssen auch wir mit schwindende Mitgliederzahlen rechnen. Zudem gehen öffentliche Förderungen zurück. Der Gemeinde fällt es zunehmend schwer, gemeindeeigene Sportanlagen angemessen zu unterhalten. Zuschüsse werden gekappt, weil Kommunen an den freiwilligen Leistungen sparen (müssen).

Trotz aller Probleme haben wir gegenwärtig in unserem TuS Mensfelden weiter Zulauf. Denn hier können wir uns alle beweisen. Menschen suchen nach geeigneten Möglichkeiten und Orten, um ihre Wünsche zu verwirklichen, ihre Absichten in die Tat umzusetzen und sich beweisen zu können. In der Arbeitswelt unterliegt man oft Zwängen, die man selbst nicht beeinflussen kann. Um zu zeigen, dass man mehr drauf hat und mit Gleichgesinnten etwas anzustoßen, was einem am Herzen liegt - dazu kann unser Turn- und Sportverein den idealen Rahmen bieten. Der Einsatz für andere und sich selbst macht glücklich und lohnt sich. Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, sind meist zufriedener und leben länger, das haben wissenschaftliche Studien vielfach belegt. Und gerade in unserem Dorfverein ist es ja offensichtlich, dass im TuS nicht selten Freundschaften, ja sogar Ehen über ein gemeinsames Vereinsleben gestiftet werden. Schließlich erfahren wir in unserem TuS Mensfelden Gemeinschaft und Heimat. Und das gilt nicht nur für uns Mitglieder sondern das bieten wir auch allen anderen Menschen, die in Mensfelden und Umgebung leben.

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Foto: Gruppenbild zum 125 jährigen Jubiläum auf dem Mensfelder Kopf, Volker Dietrich, 2019

Obst- und Gartenbauverein

Autor(en):
Wilhelm Nilges, 1. Vorsitzender (1975)
Karl-Heinz Geisel, 1. Vorsitzender (2000)
Gerd Hasselbach (2025)


Obst- und Gartenbauvereins Mensfelden (bis 1982)

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Foto: Der Obst und Gartenbauverein, 1896/1897

Der Verein wurde vermutlich 1898 gegründet. Ein Protokoll von 1938 erwähnt eine Ehrenurkunde für 40-jährige Mitgliedschaft im Landesverein. Initiator war Kreisgärtner Karl Deußer, erster Vorsitzender Lehrer Neuschäfer . Frühere Aktivitäten umfassten Pflanzversuche, Samenerprobung, Obstveredelung und Teilnahme an Ausstellungen (1905–1908).

Die geplante Bepflanzung des Klingerkopfs wurde 1912 aufgegeben; stattdessen wurden die Auerberge mit Obstbäumen bepflanzt.

1912 übernahm Lehrer Bernhard den Vorsitz. Im selben Jahr entstand die Ruheanlage „Kursistenruhe“. Während des Ersten Weltkriegs ruhte die Vereinsarbeit größtenteils.

Am 1. März 1919, nach dem Ende des Krieges, fand dann wieder eine erste Generalversammlung im Gasthaus Neubeck statt, ein Zeichen, dass ein starkes Interesse an dem Verein und seiner Arbeit bestand. Hier das erste Protokoll der Generalversammlung:

„Nachdem der furchtbare Weltkrieg sein, von der ganzen Menschheit heißersehntes, jedoch für uns Deutsche so tragisches Ende genommen, und die ersten Wellen der Revolution verflutet waren, tagt zum ersten Mal wieder unsere Generalversammlung bei Herrn Gastwirt Neubeck. Zu Beginn der Versammlung ergreift der Baumwärter Karl Kees das Wort, indem er besonders unseres ehemaligen Vorsitzenden Lehrer Bernhard gedenkt, der aus der Blüte seiner Jahre herausgerissen, sein Leben auf dem Schlachtfeld lassen musste. Sein hohes Verdienst anerkennend, ehrt die Versammlung das Andenken des Gefallenen durch Erheben von den Sitzen. Desgleichen geschieht zum Andenken des Gefallenen Wilhelm Lieber. gez. Albert Schumann, Schriftführer“

Im Jahre 1920 übernimmt Lehrer Leukel den Vorsitz. Die Kursistenruhe, die während des Krieges nicht ordentlich gepflegt wurde, wird wieder in Ordnung gebracht. Sie wird eingezäunt. Das Holz stellt die Gemeinde, und der Verein übernimmt alle anderen Kosten.

Die erste Obstausstellung des Kreises in Limburg wurde auch von Mitgliedern des Vereins beschickt.

Ab 1929 lieferte der Verein Obst an den Eisenbahnerverein Altenhunden und die Kelterei Ebel in Holzheim. Bis zum Ersten Weltkrieg boten die Märkte in Limburg und Diez gute Absatzmöglichkeiten, Obst war eine wichtige Einnahmequelle. Während des Zweiten Weltkriegs kam die Vereinstätigkeit zum Erliegen. Am 8. Februar 1947 wurde der Verein neu gegründet, der bisherige Vorsitzende blieb im Amt. Gartenbautechniker Deußer trat in den Ruhestand, sein Nachfolger wurde Gartenbauinspektor Klein.

1960 übernahm Lehrer Wilhelm Nilges den Vorsitz von Lehrer Leuckel. Mit der zweiten Flurbereinigung ging der Obstanbau stark zurück – viele Bäume wurden wegen der Mechanisierung gerodet, heimisches Obst verlor durch Importe an Bedeutung. Trotz allem blieb der Verein gut aufgestellt und zählte weiterhin viele Mitglieder.

Verein für Gartenbau und Umwelt e. V (ab 1982)

Mit dem Rückgang des Obst- und Gartenbaus beschränkten sich die Aktivitäten des Vereins ab den 1970er-Jahren auf Ausflüge. 1975 trat man aus dem Kreisverband aus, 1978 löste sich der Verein auf.

Auch der Verkehrs- und Verschönerungsverein (seit 1956) engagierte sich unter Pfarrer Debusmann erfolgreich im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“. 1962 wurde Mensfelden Kreissieger, 1963 Bezirkssieger. Nach Debusmanns Versetzung 1964 ließ das Engagement nach, und der Verein wurde 1978 aufgelöst. Die gestaltete Grünanlage am „Säuplatz“ wich 1972 einer Bushaltestelle.

Am 12.03.1982 fusionierten beide Vereine zum Verein für Gartenbau und Umwelt e. V. mit Hans Wilfrid Deubner als Vorsitzendem. Trotz des Neuanfangs blieb der Verein wegen geringer Beteiligung weitgehend inaktiv.

Reaktivierung des Vereinslebens (ab 1991)

Mit wachsendem Umweltbewusstsein rückte der Streuobstbau wieder in den Fokus. Alte Sorten, Pflanzenschutz und ökologische Themen bestimmten die Diskussion. Am 10.11.1991 wurde das Vereinsleben reaktiviert, mit dem Ziel, Wissen zu vermitteln und umweltfreundliches Handeln zu fördern.

Im Mittelpunkt standen praktische Arbeiten wie Schnittmaßnahmen, Pflanzenschutz, Dorfverschönerung, Bienen- und Vogelschutz sowie Pflege von Bänken und Anlagen. Besonders engagiert sind Philipp Trapp und Dieter Kees an der Obstanlage „Hinsgraben“, der 1988 vom Jugendclub mit WWF-Unterstützung gepflanzt wurde.

1991 verhinderte eine Bürgerinitiative um den Vorsitzenden Deubner erfolgreich eine Kompostierungsanlage auf dem Steinbruchgelände.

Die Pflege der historischen „Kursistenruhe“ liegt dem Verein besonders am Herzen. Das „Festival der Rosen“ zur BUGA 1992 bleibt unvergessen.

100 Jahre Gartenbauverein – Jubiläum 1998

Zum 100-jährigen Bestehen präsentierte sich der Verein am 3./4. Oktober 1998 mit einer modernen Gartenbau- und Umweltausstellung im „Tiroler Hof“. Gezeigt wurden u. a. neue, resistente Obstsorten der Forschungsanstalt Dresden-Pillnitz. Eine neue Chronik sowie ein Video von Willi Zcaja dokumentieren das Jubiläum.

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Foto: Der Obst und Gartenbauverein an der Kursistenruhe, 2000

1999 führte eine Vereinsfahrt zur Bundesgartenschau in Magdeburg und zum Rosengarten Sangerhausen – festgehalten im Video von Willi Schumacher.

Zum 1225-jährigen Dorfjubiläum 2000 plant der Verein die Neugestaltung des „Dreispitzes“ am nördlichen Dorfeingang. Besonderer Dank gilt Irene Weyershäuser, Rudolf Petri, Claus Nilges, Dieter Kees, Reinhard und Ralf Schwenk, Günter Borchert, Geni und Günter Oppel, Werner und Lieselotte Hasselbach, Christhilde Lange, Birgit und Ulrich Schwenk, Leni Narewski und den vielen, nichtgenannten Mensfeldenern, die zunehmend mithelfen, durch Pflege ihrer Gärten und reichen Blumenschmuck ihrer Anwesen unser Dorf und seine Umgebung schöner und freundlichen zu gestalten.

Verein für Gartenbau und Umwelt e. V. (ab dem Jahr 2000)

Von 1982 bis 2011 prägte Hans Deubner als 1. Vorsitzender über fast drei Jahrzehnte hinweg das Vereinsleben. Ihm folgte 2011 Dieter Kees, der den Vorsitz bis zu seinem plötzlichen Tod im Jahr 2022 innehatte. Seitdem leitet Franz Krainer, zuvor langjähriger Schriftführer, den Verein mit viel Engagement.

Im Mittelpunkt der Vereinsarbeit standen und stehen stets Wissen, Naturpflege und Gemeinschaft. Zahlreiche qualifizierte Vorträge bereicherten das Vereinsjahr – von Obst- und Gartenbau über Balkon- und Kübelpflanzen bis hin zu Düngemethoden, neue Pflanzensorten und dem Umgang mit Schädlingen und Krankheiten. Auch praktische Tipps rund ums Gartenjahr gehörten selbstverständlich dazu.

Höhepunkte in der neueren Vereinsgeschichte:

Auch die Geselligkeit kam nie zu kurz:

Apfelsaft pressen mit den Landfrauen, das Kreppelkaffee mit dem Gesangsverein, die jährlichen Sommerfeste bei Margot Weidemann und die gemütlichen Jahresabschlussfeiern gehören fest zur Tradition des Vereins.

Einsatz für Umwelt und Landschaft

Ein besonderes Augenmerk gilt dem Mensfeldener Kopf, einem wertvollen Naturschutzgebiet, das zunehmend unter Vandalismus leidet. Dieter Kees engagierte sich als Schutzgebietsbetreuer und NABU-Ortsbeauftragter unermüdlich für dessen Erhalt. Unterstützt wurde er dabei von Philipp Trapp und Ulrich Schwenk, der mit der gezielten Beweidung durch Ziegen und Schafe einen entscheidenden Beitrag zum Schutz des Heidekrauts und der Kulturlandschaft leistete.

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Foto: Besichtigung der Kelterei Heil in Laubuseschbach, 2005

Neue Impulse in den letzten Jahren

Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in den Jahren 2020 bis 2022 entwickelte sich der Verein kontinuierlich weiter:

Ein Generationswechsel steht bevor

Zum 31. Dezember 2025 wird sich der aktuelle Vorstand – Franz Krainer (1. Vorsitzender), Willi Schumacher (Schriftführer) und Annelore Kablitz (Kassiererin) – aus ihren Ämtern zurückziehen. Damit steht dem Verein ein Umbruch bevor, bietet aber auch Raum für frischen Wind, neue Ideen und die nächste Generation an engagierten Naturfreundinnen und -freunden. Schau´n wir mal!

Freiwillige Feuerwehr

Autor(en):
Willi Heckelmann, Schriftführer (1975)
Frank Seel, 1. Vorsitzende (2000)
Jörg Schumann, Wehrführer (2025)


Gründung der Freiwillige Feuerwehr Mensfelden

Unsere Freiwillige Feuerwehr wurde im Jahre 1935 gegründet, bis dahin hatten wir eine Pflichtfeuerwehr. Erster Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr war Wilhelm Schwindt. Mit dem Gründungsjahr erhielt auch die Gemeinde ihre erste Motorspritze, eine Flader, mit einer 400 Ltr. Leistung pro Minute, bis dahin mussten mit der Handfeuerspritze die Brände bekämpft werden. In den Kriegsjahren 1939 - 1945 kam eine weitere Motorspritze Flader mit einer Leistung von 800 Ltr. hinzu. Nach dem 2. Weltkrieg formierte sich auch bei uns wieder der Fortbestand der Wehr, unter der Leitung von Willi Euler als Ortsbrandmeister. Er führte dieses Amt über 25 Jahre aus. Seine Tätigkeit wurde leider durch seinen frühen Tod am 04.11.1972 unterbrochen. Als sein Nachfolger wurde Albert Scheid gewählt, der jetzt Wehrführer ist.

Durch die Großgemeinde Hünfelden, in der seit 1971 auch Mensfelden mit angeschlossen ist, gibt es nur noch einen Ortsbrandmeister. Die einzelnen Wehren bleiben jedoch wie bisher in ihren Gemeinden bestehen.

Im Jahre 1958 gab es für die Wehr Mensfelden eine neue Bachertmotorspritze, luftgekühlt mit 800 Ltr. Leistung. 1959 kaufte die Wehr einen Opel-Kapitän von der Feuenvehr Limburg als Mannschaftswagen. 1962 wurde ein Opel-Blitz gekauft, der zu einem Löschfahrzeug mit Vorbaupumpe umgebaut wurde. Im Dezember 1969 erhielt die Wehr ein neues Löschfahrzeug LF 8 Ts von der Gemeinde, welches nach dem neuesten Stand ausgerüstet ist.

Brände: Am 5. Oktober 1953 musste die Freiwillige Feuerwehr ihren bisher größten Brand bekämpfen. In der Unterstraße brannte die Zehntenscheune, deren Besitzer 4 Bauern waren, völlig ab. Eine dort arbeitende Dreschmaschine fiel ebenfalls den Flammen zum Opfer. Durch das tatkräftige Einschreiten unserer Wehr und den Nachbarwehren konnte eine weitere Ausdehnung des Feuers verhindert werden.

Im Dezember 1958 wurde die Wehr nach Nauheim gerufen; hier standen zwei Scheunen in Brand. 1961 hatten wir in Mensfelden bei Wilhelm Crecelius in der Mittelstraße einen Dachstuhlbrand zu bekämpfen, der ohne großen Wasserschaden gelöscht werden konnte.

In der Silvesternacht 1963/64 wurden wir nach Linter gerufen, wo zwei Scheunen und ein Stall in Flammen standen; auch hier konnte durch rechtzeitiges Eingreifen der Wehren eine Ausbreitung des Feuers verhindert werden. Dank der guten Ausrüstung sind wir heute im Stande, unser Dorf vor Brandkatastrophen zu schützen. Die Kameradschaft ist ausgezeichnet. Mit dem Wahlspruch

Gott zur Ehr‘ dem Nächsten zur Wehr

Freiwillige Feuerwehr Mensfelden ab 1975

1975 feierte die Wehr, mit dem Hünfeldener-Feuerwehrtag, ihr 40-jähriges Jubiläum.

1979 wurde Wehrführer Albert Scheid mit dem goldenen Brandschutzehrenzeichen ausgezeichnet.

1980 wurde der Feuerwehrkamerad Willi Heckelmann mit dem goldenen Brandschutzehrenzeichen ausgezeichnet und Wehrführer Albert Scheid, wurde das Feuerwehrehrenkreuz in Silber, zweite Stufe, verliehen.

1983 ging ein lang gehegter Wunsch der Wehr in Erfüllung. Unter großer Anteilnahme durch Repräsentanten von Verwaltung, Vereinen, Körperschaften, Parteien und der Kirche, sowie einer Vielzahl an Besuchern aus nah und fern, wurde der Wehr Mensfelden ein neu erbautes Feuerwehrgerätehaus übergeben.

Von nun an war es möglich, alles Gerät ordentlich und sauber unterzubringen. Neben zwei großen Fahrzeugboxen für Feuerwehreinsatzfahrzeuge, standen ab sofort auch Arbeits-, Umkleide- sowie ein Schulungsraum zur Verfügung.

Auch an getrennte WC’s für Damen und Herren wurde gedacht.

1985 feierte die Wehr ihr 50-jähriges Jubiläum. Da Albert Scheid die Altersgrenze erreicht hatte, wurde er als Wehrführer verabschiedet und gleichzeitig zum Ehrenwehrführer, der Wehr Mensfelden ernannt. Als neuer Wehrführer wurde Werner Templin in das Amt eingeführt.

1990 durften wir einen weiteren Höhepunkt miterleben. Da unser Löschfahrzeug LF8 nun auch schon wieder 20 Dienstjahre hinter sich gebracht hatte, war von der Gemeinde Hünfelden ein neues Löschgruppenfahrzeug bestellt worden. Am Sonntag, den 9. Dezember 1990 durften wir das von uns mit einem erheblichen Teil mitfinanzierte neue Löschgruppenfahrzeug in Empfang nehmen.

1992 hat die Mensfelder Feuerwehr einen Verein gegründet. Der Verein wurde Verein zur Förderung der Freiwilligen Feuerwehr Hünfelden-Mensfelden e.V, genannt. Als Vereinsvorsitzender wurde Werner Templin gewählt; ein Jahr später wurde dann unter der Leitung des Kameraden Bernd Hofbauer eine Jugendfeuerwehr gegründet.

Im Jahr 1995 trat Werner Templin als Wehrführer und Vereinsvorsitzender zurück und verstarb für alle überraschend (im Alter von 48 Jahren) nach kurzer sehwerer Krankheit am 5. Oktober. An seiner Stelle wurde sein Stellvertreter Frank Seel, als neuer Wehrführer und Vereinsvorsitzender gewählt. Ebenfalls 1995 feierte die Wehr Ihr -jähriges Jubiläum.

Anlässlich des Sommerfestes 1996, wurden die Feuerwehrkameraden Walter Kess und Bruno Fischer, mit dem goldenen Brandschutzehrenzeichen ausgezeichnet. 1999 ist Frank Seel als Wehrführer zurückgetreten und Kamerad Jörg Schumann wurde in das Amt gewählt.

Ein Höhepunkt im Jahre 1999, war unser alljährliches Sommerfest. Hier konnten wir ein neues Feuerwehrfahrzeug in Dienst stellen, welches das alte LF8 ablöst. Nachdem unser altes LF8 aus dem Verkehr gezogen werden musste, haben die aktiven Kameradinnen und Kameraden eine Spendensammelaktion in Mensfelden durchgeführt, die mit über Zwanzigtausend Mark zu einem großen Erfolg geführt hat. Mit Geldern aus der Vereinskasse sowie einem Zuschuss von der Gemeinde, konnte nun ein neues Fahrzeug angeschafft werden. Jetzt verfügt die Wehr Mensfelden über zwei Einsatzfahrzeuge und kann damit ihren Auftrag erfüllen.

Einige Einsätze unserer Wehr in den Jahren 1978 - 1999:

In diesen Jahren konnte die Freiwillige Feuerwehr Mensfelden zahlreichen Einsätzen ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. In der Sonntagstraße (1978) und bei einem Zimmerbrand in der Remmeltstraße (1980) konnte ein Einsatz ebenso erfolgreich abgeschlossen werden wie beim Hochwasseralarm 1981 in Selters.

Neben vielen erfolgreich verlaufenden Einsätzen in den letzten Jahren ist insbesondere noch einmal das Jahr 1985 zu erwähnen. Hier musste unsere Wehr, gemeinsam mit den Wehren aus Kirberg und Limburg einen Wohnungsbrand bei der Familie Wahler bekämpfen. Durch den gemeinsamen Einsatz der Wehren konnte die vollständige Vernichtung des Wohnhauses ebenso verhindert werden, wie nach einem Brand eines Geräteschuppens 1986 in der Querstraße

Freiwillige Feuerwehr Mensfelden ab 2000

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Foto: Die Einsatzabteilung vor dem Feuerwehrgerätehaus, Christoph Hofbauer, 2022

2010 feierte die Feuerwehr Mensfelden das 75. Jubiläum. Das Festjahr startete am 08.05.2010 mit dem Feuerwehraktionstag rund um das Feuerwehrhaus. Am 11.09.2010 fand die akademische Feier in der Halle des TV „Jahn“ Mensfelden statt. Das Wochenende wurde am Tag danach mit einem Festgottesdienst und Frühschoppen abgerundet.

2012 konnte die Feuerwehr Mensfelden die Kinderfeuerwehr als neue Abteilung eröffnen. Von nun an gab es auch für Kinder zwischen 6-10 Jahren die Möglichkeit am Feuerwehrwesen teil zu haben. Als Betreuer konnten sich Shira De Jesus, Lisa Schumann, Frank Seel und Michael Seel verpflichten. Im selben Jahr wurde im Rahmen des Dorffestes auch ein Aktionsstand der Feuerwehr angeboten. Hier konnten neue Mitglieder der Kinderfeuerwehr geworben werden.

2013 wurde Christof Hofbauer zum neuen stellvertretenden Wehrführer gewählt. Er löste Bernhard Stein damit ab.

2014 startete mit einer Aktionswoche ganz im Namen der „Feuerwehr Hünfelden“. Hier wurden in allen Ortsteilen viele Aktionen im Bereich Brandschutz und Mitgliederaquise durchgeführt.

2017 konnte ein neuer 1. Vorsitzender gewählt werden. Bernd Weigand löste Jörg Schumann ab. 2021 fand die Einweihung unseres umgebauten Feuerwehrhauses statt. Nach jahrelangen Gesprächen über einen möglichen Umbau kam für die Feuerwehr Mensfelden die Prüfung durch den technischen Prüfdienst der Unfallkasse Hessen sehr gelegen. Es musste bauliche Veränderungen geben. Es waren zwei Anbauten und der Ausbau des Dachbodens nötig, um den aktuellen Ansprüchen gerecht zu werden. So konnte ein größerer Schulungsraum, Duschen, eine weitere Lagergarage, ein Treppenraum und eine Werkstatt generiert werden. Hierbei leisteten unsere Floriansjünger über 2000 „EHRENAMTLICHE“ Stunden.

2025 feierte die Feuerwehr Mensfelden in diesem Jahr 90-jähriges Jubiläum. Dies konnte mit der 1250 Jahrfeier des Ortsteils gut kombiniert werden.

Nachdem bei der Jahreshauptversammlung im Januar eine neue Wehrführung gewählt wurde, konnten die Kameraden Christof Hofbauer als Wehrführer und Michael Seel als stellv. Wehrführer im Mai auf der JHV der FF-Hünfelden ernannt werden. Christof Hofbauer löste damit Jörg Schumann, der mehr als 26 Jahre dieses Amt begleitet hat, als Wehrführer ab.

Einsätze von 2011 bis 2025

Die hier aufgezählten Einsätze sind nur die etwas größeren Ereignisse. Hilfeleistungen wie Türöffnungen oder Tragehilfen, Brände von Mülltonnen oder Gestrüpp sowie die Zeit für Aus- und Weiterbildung wurde hier nicht aufgezählt.

Vielen Dank an ALLE die ihre Freizeit opfern um diesem guten Zweck zu dienen.

Gott zur Ehr dem nächsten zur Wehr

Ortsbauernschaft

Autor(en):
Karl Hohlwein, 1. Vorsitzender (1975)
Heinz Geisel, 1. Vorsitzende (2000)
Jürgen Völker, 1. Vorsitzende (2025)


Ortsbauernschaft Mensfelden

Nach dem 1. Weltkrieg schlossen sich die Landwirte von Mensfelden Zusammen und gründeten eine Ortsbauernschaft, welche der Kreisbauernschaft des Kreises Limburg, später Kreisbauernverband, mit seiner Geschäftsstelle in Limburg angeschlossen war.

Die Ortsbauernschaft in Verbindung mit dem Kreisbauernverband hat sich zur Aufgabe gemacht, ihre Mitglieder mit ihren Familien in Sozial-, Rechts-, Verwaltungs- und Steuerfragen zu beraten, und, wenn nötig, soweit es die gesetzlichen Bestimmungen zulassen, vor Gericht und Behörden zu vertreten. Sowie bei allen örtlichen Angelegenheiten, soweit es die Landwirtschaft betrifft, mitbestimmen.

Dem Ortsbauernführer trat später der Ortslandwirt noch zur Seite, welcher dem Landwirtschaftsamt in der Landwirtschaftlichen Schule in Limburg unterstand. Um keine zweiseitige Führung aufkommen zu lassen, hat man die beiden Führungsposten in einer Person vereinigt. Somit konnten die Beratungen des Landwirtschaftsamtes über Saatgut, Düngung, Schädlingsbekämpfung und Bauwesen mit den Aufgaben der Ortsbauernschaft gekoppelt werden.

Trotz Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe, welche bis nach dem Kriege noch über 100 waren, zählt der Ortsbauernverband Mensfelden heute (1975) noch 56 Mitglieder.

Der Wandel der Landwirtschaft in Mensfelden von 1975 - 2000

Im Jahr 1975 gab es in Mensfelden noch 22 landwirtschaftliche Vollerwerbssbetriebe und 9 Nebenerwerbslandwirte. Im Jahr 2000 sind es noch 5 Vollerwerbssbetriebe und 8 im Nebenerwerb. Milchkühe 1975 etwa 100 Tiere, jetzt sind es in nur zwei Betrieben noch ca. 60 Kühe. Schweinezüchter und Mäster sind es noch 4 mit etwa 600 Tieren mit abnehmender Entwicklung. 1975 waren noch 22 Schweinehalter mit rund 1500 Tieren.

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Foto: Milchbank in der Unnergasse

Die Hühnerhaltung hat in Mensfelden schon immer eine große Rolle gespielt mit ca. 10000 Hühnern. Heute sind es noch etwa 1200 Hühner.

Das Getreide hat in den letzten 25 Jahren einen Preissturz von teilweise weit mehr als 50 % erlebt. Weizen kostete 1975 der Doppelzentner in der Ernte 46,00 DM und im Jahr 1999 nur noch 21,00 DM. Alle anderen sind im Preis genauso gefallen.

Bei Milch und Fleisch ist die Entwicklung ebenso rückläufig. Beim Raps betrug der Preissturz sogar 70%. Diese schlechte Preisentwicklung und Unkosten und teils fehlende Nachfolger haben viele Bauern veranlasst, die Betriebe aufzugeben.

Der Ortsbauernverband im Jahr 2025

Heute gibt es im Ortsbauernverband noch 15 Mitglieder wobei 1 Haupterwerbsbetrieb, 3 Nebenerwerbsbetriebe und der Rest passive Mitglieder sind. Bei der Viehhaltung ist es so, dass es in Mensfelden noch 28 Mutterkühe der Rasse Brauner Angus und 6 Mastrinder gibt. Außerdem ca. 120 Mastschweine, 61 Mutterschafe,20 Ziegen, 25 Pferde. Bei den Hühnern steht überwiegend die Eigenversorgung im Mittelpunkt und bei de nHasen ist der Halter züchterisch unterwegs.Hunde und Katzenwerden ausschließlich zur Freizeitgestaltung gehalten.

Im Ackerbau war es früher so, dass eine weit gestellte Fruchtfolge mit Kartoffeln, Futterrüben, Kleegras, Weizen, Gerste und auch Hafer stattfand. Das Grünland wurde zur Heugewinnung genutzt und den Kühen und Pferden verabreicht. Die Flächen waren kleine Pazellen und haben sich im Eigentum befunden. Seit den 1970er Jahren gaben viele Betriebe auf, so dass andere Betriebe diese Flächen pachten konnten. Außerdem ist in den letzten Jahrzehnten die Mechanisierung stark vorangeschritten. Dadurch mussten die Betriebe rationeller arbeiten und versuchten durch Flächentausch zu größeren Schlagflächen zu kommen. In Mensfelden gab es bisher keine Flurbereinigung, nur eine Blitzumlegung, wobei sogar Stosswege erhalten blieben.

Die Vorsitzenden

Die Vorsitzenden waren seit der Gründung bis heute:

VDK - Teil 1

Autor(en):
Karl Kees, 1. Vorsitzender (1975)
Hedwig Ohl (2000)


Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschland

VdK. Ortsgruppe Mensfelden

Durch den Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner e.V. Deutschlands, Kreisverband Limburg, wurden am 1. Dezember 1948 alle Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner der Gemeinde Mensfelden zu einer öffentlichen Versammlung in das Rathaus zu Mensfelden eingeladen.

In dieser Versammlung sprachen Bezirks- und Kreisvorstandsangehörige des VdK. Deutschlands, über Sinn und Zweck des VdK. und forderten die Anwesenden auf, sich zusammenzuschließen und eine Ortsgruppe zu gründen.

Diesem Aufruf folgten 15 Kameradinnen und Kameraden und beschlossen, eine Ortsgruppe zu gründen. In derselben Versammlung wurden der Vorstand gewählt.

Als erster Vorsitzender wurde gewählt: Karl Kees, Fahlerstraße 4

zweiter Vorsitzender: Wilhelm Helfrich, Unterstraße 6

Schriftführer: Wilh. Rud. Helfrich, Remmeltstraße 1

Kassierer: Hedwig Ohl, Querstraße 5

Hinterbliebenenbetreuerin: Friedel Klaus, Sonntagsstraße 5

Als Beisitzer wurden in den Vorstand gewählt: Karl Weil, Kirchstraße 8, Karl Hohlwein, Sonntagsstraße 5, und Wilhelm Schumann, Schwerzstraße 4.

Der gewählte Vorstand machte sich zur Aufgabe, allen Kriegshinterbliebenen und den Sozialrentnern in allen ihren Belangen zu helfen und dafür zu sorgen, dass ihnen in den wirtschaftlichen und seelischen Nöten geholfen wird.

Durch eine aktive Werbung traten im Jahre 1950, 25 Mitglieder bei, so dass die Ortsgruppe im Jahre 1950, 40 Mitglieder zählte.

Im Jahre 1953 wurde Kamerad Richard Kröller in den Vorstand gewählt, der bis April 1955 den Vorsitz übernahm. Am 1. April 1955 wurde der frühere Vorsitzende Karl Kees, wieder zum 1. Vorsitzenden und Richard Kröller als Stellvertreter. 1957 schied Richard Kröller aus dem Vorstand aus, Wilhelm Schumann, Schwerzstraße 4, wurde stellvertretender Vorsitzender.

Heute hat die VdK, Ortsgruppe Mensfelden eine Mitgliederzahl von insgesamt 59 Kameradinnen und Kameraden, die in kameradschaftlicher Treue zusammmenstehen.

VdK. Ortsgruppe Mensfelden ab 1975

Im Jahre 1989 feierte der VdK sein 40-jähriges Bestehen.

Die Feierlichkeiten wurden in der Turnhalle (Remmeltstraße) gehalten.

Sein damaliger Vorsitzender Karl Kees war, und das schon seit Jahren, die tragende Säule des Vereins. Seit Bestehen hat er sich für die Mitglieder und insbesondere der Kriegerwitwen eingesetzt. Besonders zu erwähnen sind die vielen Anträge, die er bearbeitete und auch bei den Behörden durchsetzte.

Er hat viele Ausflüge geplant und organisiert. Wir haben überhaupt viele schöne Stunden in kameradschaftlicher Verbundenheit verlebt. Er hat sehr viel für den Verein getan.

Im Jubiläumsjahr 1989 ist Karl Kees 81 Jahre alt geworden. Aus alters- und auch aus gesundheitlichen Gründen hat er das Amt des Vorsitzenden niedergelegt.

Sein Nachfolger wurde Ernst Kanigowsky, Schriftführerin Lina Schwenk. Elisabeth Schwenk konnte aus gesundheitlichen Gründen dieses Amt nicht mehr weiterführen. Der verdienstvolle langjährige Vorsitzende Karl Kees verstarb am 09.07.1996.

Im Jahre 1999 konnte die VdK-Ortsgruppe Mensfelden ihr 50-jähriges Bestehen feiern. Wir konnten die Vorsitzenden der 6 Nachbarvereine und auch unseren Kreisvorsitzenden Ernst Schäfer aus Heringen begrüßen.

Hedwig Ohl, 86 Jahre alt - sie hat die Vereinskasse 50 Jahre verwaltet - hat aus Altersgründen Kassiererin und Kassenverwalterin abgegeben. Für ihre langjährige Tätigkeit hat ihr der Kreisvorsitzende herzlich gedankt. Sie hat viel Beifall erhalten. Nachfolgerin wurde Luise Crecelius.

Auch Friedel Klaus hat ihr Amt im Vorstand an Erna Reitz übergeben.

Die Zeit hat ihren Tribut gefordert. Es leben nur noch 26 Mitglieder.

Davon 8 Kriegerwitwen:

Tiefgefriergemeinschaft

Autor(en):
Wilhelm Lieber, 1. Vorsitzender (1975)
Karl Kees, Geschäftsführer (1975)
Wilhelm Lieber, 1. Vorsitzender (2000)
Wolfgang Reh (2025)


Tiefgefriergemeinschaft eGmbH Mensfelden

Im Jahre 1960 haben sich einige Einwohner der Gemeinde Mensfelden mit dem Gedanken getragen, eine Gemeinschaftsgefrieranlage zu errichten, bzw. zu bauen.

Am 14. Oktober 1960 wurden alle Interessierten zu einer öffentlichen Versammlung in die Gastwirtschaft Foike eingeladen, um sich zu einer Gemeinschaft zusammenzuschließen. Es waren 36 Personen bereit, eine eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht zu gründen. Nach Besprechung des Gegenstandes des geplanten Unternehmens und nach Beratung des Status erklärte man sich für die Errichtung einer Genossenschaft der Firma Tiefgefrieranlage eGmbH mit dem Sitz in Mensfelden/Kreis Limburg.

In den Vorstand wurden gewählt:

I. Vorsitzender Wilhelm Lieber, Sonntagsstraße 12

II. Vorsitzender Ernst Weil, Fahlerstraße 15

Zu weiteren Mitgliedern in den Vorstand wurden gewählt: Willi Zehner, Fahlerstraße 9, Karl Kees, Fahlerstraße 4, der gleichzeitig zum Geschäftsführer ernannt wurde.

Man ist an die Zivilgemeinde herangetreten, mit dem Ersuchen das für den Bau einer Gefrieranlage erforderliche Gelände zur Verfügung zu stellen. Nach einem Beschluss der Gemeindevertretung wurde in der Fahlerstraße 7, Flur 59, Flurstück 41/1, eine Fläche von 0,61ar der Tiefgefrieranlage eGmbH Mensfelden in Erbpacht auf 50 Jahre bereitgestellt. Der Erbpachtzins beträgt jährlich 10,00 DM.

Das Gebäude wurde für die Unterbringung der Anlage im Jahre 1960 in Eigenleistung gebaut. Die Anlage I mit 56 Lagerfächern, 2 Vorfrostern, Maschinenfach und einem Kühlhaus.

Die Anlage wurde von der Firma Wetzel u. Co., Biedenkopf, für 22.310,29 DM eingebaut, die im Januar 1961 in Betrieb genommen wurde. Im Jahre 1962 wurde eine zweite Anlage im Kellergeschoß der Spar- und Darlehenskasse mit 44 Lagerfächern und 2 Vorfrostern sowie Maschinenfach ebenfalls von der Firma Wetzel u. Co., Biedenkopf, eingebaut. Die Kosten betrugen 18.040,— DM für die Anlage, und als Baukostenzuschuss wurden an die Spar- und Darlehenskasse 5.280,00 DM gezahlt.

Die Genossenschaft zählt 106 eingetragene Mitglieder, die über zwei Gefrieranlagen mit insgesamt 100 Lagerfächern, 4 Vorfrostern, 2 Maschinenfächer und 1 Kühlhaus verfügen. Die Lagerfächer sind Eigentum des Benutzers, bzw. des Besitzers.

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Foto: Gemeinschaftsgefrieranlage hinter dem Alten Rathaus, Fahlerstraße

Tiefgefrieranlage e. V. Mensfelden

Die Genossenschaft Tiefgefrieranlage (jetzt eingetragener Verein) wurde gegründet und die Anlage im Rathaus erstellt, damit Lebensmittel, insbesondere Fleisch, Obst und Gemüse durch tiefgefrieren für einen längeren Zeitraum haltbar gemacht werden können. Ein Kühlraum wurde mit errichtet für Hausschlachtungen in der warmen Jahreszeit.

In den fast 40 Jahren seit der Gründung haben sich die Lebensgewohnheiten der Bevölkerung sehr verändert. Hausschlachtungen gibt es nur noch sehr wenige. Obst und Gemüse wird das ganze Jahr in den Lebensmittelmärkten frisch oder als Konserven preisgünstig angeboten. Die Eigenerzeugung im eigenen Garten ist dadurch sehr gering und es wird weniger eingefroren.

Bereits ab 1981 wurden Fächer in der Anlage II nicht mehr benutzt und stillgelegt. Bei dem Verkauf des Lagers der Spar- und Darlehenskasse 1993 wurde die Anlage II ganz stillgelegt. Auch in der Anlage I werden nicht mehr alle Fächer benutzt. Die Anlage ist trotz ihres Alters noch in einem guten Zustand und wir hoffen, dass unsere Mitglieder dieselbe noch sehr lange nutzen können.

Schließung der Anlage

Die Miete eines Faches kostete zuletzt 46 € im Jahr. Am 16. Juli 2011 wurde auch die Anlage neben dem alten Rathaus geschlossen. Die Anlagen waren veraltet und die meisten Mensfelder hatten mittlerweile eigene Gefriergeräte zu Hause.

Turnverein Jahn

Autor(en):
Wolfgang Fischer (1988)
Hermann Schwenk (1989)
Jens Schneider (2025)
Peter Saltenberger (2025)
Alexander Bieker (2025)


Gründung des Turnverein Jahn Mensfelden

Am 4. März 1964 trafen sich in Mensfelden, in dem damaligen Gasthaus „Zum Taunus“ 37 Männer zur Gründung des TV „Jahn“ Mensfelden.

Diese Mitglieder wollten den Verein ins Leben rufen, weil es seinerzeit im Turn- und Sportverein Mensfelden einige Querelen gab. Zweck und Ziele des neuen Vereins sollten sein: die Pflege der Leibesübung, die sportliche Betätigung, die Jugendpflege und die gesellschaftliche Verbundenheit. Wir mussten uns in der Phase der Gründung und auch in den Jahren danach mit spärlichen Verhältnissen begnügen, an eine eigene Sportstätte war zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht zu denken.

Doch in dem Verein und seinen Mitgliedern herrschte von Anfang an eine starke Eigeninitiative und der eiserne Wille, stetig voranzukommen. Die Übungsstunden des damaligen Spielmannszuges, später umgewandelt in ein Blasorchester mussten in privaten Räumlichkeiten (Schusterwerkstatt bei Hermann Petri und Schreinerwerkstatt bei Willi Heckelmann) abgehalten werden.Unsere Turner hatten die Gelegenheit, die Turnhalle unserer Freunde des TV Nauheim benutzen zu können.

Schließlich ergab sich dann die Möglichkeit, in dem Saale des ehemaligen Gasthauses „Zum Taunus“ die Trainings- und Übungsstunden abzuhalten, auch wurden dort zunächst die Punktspiele der Tischtennisabteilung ausgetragen. Im Jahre 1965 schließlich fanden wir in der Gaststätte Foike, später „Tiroler Hof“ einen Saal für unseren Verein und gleichzeitig ein Vereinsheim, in dem die Geselligkeit weiter gepflegt werden konnte. Im Saale Foike wurden dann auch erstmalig die sogenannten „Familienabende“ veranstaltet, an denen in dieser Anfangsphase auch unsere Freunde vom TV Nauheim und vom TV Kettenbach teilnahmen. Gerade zum TV Kettenbach hielten wir in dieser Zeit starke Verbindungen, Gegenbesuche in dem kleinen Ort an der Aar waren an der Tagesordnung.

Erwerb der alten Schule

Der nächste, wohl entscheidende Abschnitt kam dann im Jahre 1972. Ab diesem Zeitpunkt stellte uns die damalige Gemeinde Mensfelden das Gebäude und Gelände der alten Schule zur Verfügung. Die ehemaligen Klassenräume wurden zunächst in Eigenleistung renoviert, sodass der Sport- und Übungsbetrieb anschließend reibungslos abgewickelt werden konnte. Ab 1973 wurde dann der gesamte Übungsbetrieb des Vereins in die Räumlichkeiten der alten Schule verlegt. Ganz wichtig und richtungsweisend war aber letztlich die Tatsache, dass wir aus dem ehemaligen „Kartoffelkeller“ unterhalb des Schulgebäudes ein Vereinsheim schufen, das noch heute in der gesamten Umgebung seinesgleichen sucht. Hier errichteten tatkräftige Mitglieder, selbstverständlich in Eigenleistung, eine Stätte, wo noch heute und mit Sicherheit auch in Zukunft die Geselligkeit und Kameradschaft nicht nur nach den Trainings- und Übungsstunden gepflegt werden kann. Das Vereinslokal, oder besser gesagt „der Keller“, wurde am 19.10.1974, anlässlich der Kirmes, seiner Bestimmung übergeben. Diese Vereinsstätte war der eigentliche Grundstein für die weitergehende positive Entwicklung des Vereinsgeschehens.

Ein weiterer entscheidender Meilenstein in der Vereinsgeschichte war der Beginn des Baues der neuen Vereinshalle im Jahre 1980. Bis auf ganz wenige Ausnahmen wurde der Bau in Eigenleistung erstellt. Zahlreiche Mitglieder und Freunde trugen durch Tat, Rat oder finanzielle Mithilfe zu der Errichtung dieses Schmuckstückes bei. Am 27. November 1981 konnte die vereinseigene Halle eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben werden. Die erheblich verbesserten räumlichen Möglichkeiten ließen es dann auch zu, dass wir 1981 das Gautreffen der Schülermusikzüge und 1982 erstmalig einen Gauturntag ausrichten konnten.

Vereinsleben

Aber auch eine andere Einrichtung im Vereinsleben war richtungsweisend, unser Vereinszeltlager, das wir seit dem Jahre 1966 ununterbrochen durchführen. Im Jahre 1973 wurde die Wiese in Obertiefenbach/Taunus, nahe der „Plätzer Mühle“ im Hasenbachtal gepachtet und schließlich im Jahre 1981 käuflich erworben. Der Verein bietet seinen Mitgliedern und Freunden auf diesem Gelände einen billigen und erholsamen Urlaub in einer idyllisch gelegenen Landschaft. Durch dieses Zeltlager in Obertiefenbach haben wir gleichzeitig neue Freunde bei dem Männergesangverein und der Freiwilligen Feuerwehr dieses Ortes sowie bei allen Einwohnern gefunden. An dieser Stelle will ich es nicht unerwähnt lassen, dass unser Verein auch noch zu einem anderen Verein außerhalb Hessens sehr gute Kontakte pflegt. Seit 1979 stehen wir in enger Beziehung zu der Trachtenkapelle aus Schapbach im Schwarzwald. Seit dieser Zeit fanden schon mehrere gegenseitige Besuche statt.

Fester Bestandteil im Vereinsleben ist der alljährliche Vereinswandertag an „Christi Himmelfahrt“, sowie die Jahresabschluss- und Nikolausfeier für unsere „Kleinsten“. Seit dem Gründungsjahr 1964 ist unser Verein mit einer kurzen Unterbrechung im Rhythmus von zwei Jahren auch Ausrichter des traditionellen Bergfestes auf dem „Mensfelder Kopf“. Aus Anlass des 90-jährigen Bergfestes im Jahre 1986 war es erstmals möglich, dass die beiden sporttreibenden Vereine von Mensfelden (TuS und TV „Jahn“) ein Sportfest gemeinsam planten und durchführten.

Seit dem Jahre 1984 ist es möglich, dass die Mensfelder Kirmes mit den Kirmesburschen in unserer Halle gefeiert wird. Die Anzahl der Mitglieder stieg stetig. So hatten wir bei der Gründung 59 Mitglieder und zählen 1989 dann 180 aktive und passive Vereinsangehörige. Unser Verein verfügt über die Abteilungen Altersturnen, Kinderturnen, Frauenturnen, Familienturnen, Tischtennis und den Musikzug.

Unsere Altersturner

Im Jahre 1965 wurde im Turngau Mittellahn eine Gaualtersriege gegründet. Diese Altersriege besteht noch heute und ist das Aushängeschild unseres Turngaus. Es gibt keine Gruppe im Turngau Mittellahn, die innerhalb und außerhalb des Gaues mehr öffentliche Auftritte bei Veranstaltungen hat, als diese Riege. Sie ist überall bekannt und wird immer wieder eingeladen.

Während des Deutschen Turnfestes 1987 in Berlin turnte die Gaualtersriege durch Vermittlung von Eberhard Gienger in der Sportabteilung des „KA DE WE“. Zu den Gründern dieser Gaualtersriege gehörten u. a. auch die Altersturner des Turnvereins „Jahn“ Mensfelden. Wilhelm Lieber, Karl Dörr, Willi Zehner und Theo Steinen. Sie turnten schon vor dem Kriege und besuchten 1933 ihr erstes Deutsches Turnfest. Seinen größten turnerischen Erfolg hatte Wilhelm Lieber beim Deutschen Turnfest in Breslau 1938, wo er im Olympischen Zwölfkampf der Turner den 56 Platz belegte. Nach der Gründung der Gaualtersriege im Jahre 1965 besuchten unsere Altersturner insgesamt 5 Hessische Landesturnfeste, 4 Deutsche Turnfeste und 4 Bundestreffen der älteren Turner. Sie konnten bei all diesen Festen immer hervorragende Plätze belegen.

Der TV Jahn Mensfelden – Ein Vierteljahrhundert danach

Nach dem rauschenden Fest zum 25-jährigen Bestehen im Jahr 1989 erlebte der TV Jahn eine Phase der Euphorie und des Aufbruchs. Das Vereinsleben blühte auf, getragen von einem ausgeprägten Gemeinschaftsgeist. Vier Dienstgruppen mit jeweils rund 20 Mitgliedern engagierten sich bei der Bewirtung von Gästen und der Unterhaltung des Vereinsheims – der legendären Jahnhalle mit ihrem ebenso legendären Schulkeller.

Die Vereinsfeste – von Kirmes und Fastnacht über Schlachtfest bis zur Weihnachtsfeier – wurden liebevoll organisiert und waren wichtige soziale Treffpunkte. Besonders erwähnenswert: das dreiwöchige Sommerzeltlager auf dem vereinseigenen Zeltplatz in Obertiefenbach, dessen Abschluss mit Gottesdienst und Schnitzelessen stets zahlreiche Besucher anzog. Auch die Wochenenden waren vom Vereinsleben geprägt: mit Theken- und Kehrdiensten im Schulkeller, einem festen Skatabend (später zum Spieleabend erweitert) – untermalt von einer berüchtigt lauten Kartenmischmaschine und der immer gegenwärtigen Musikbox.

Musikzug – Klangvolle Jahre und ein emotionaler Abschied

Der Musikzug war über viele Jahre ein Aushängeschild des Vereins. Die Teilnahme an großen Veranstaltungen wie dem Trachtenfest in Schabenhausen und die enge Zusammenarbeit mit der Kreismusikschule unterstrichen seine Bedeutung. Ein eigens ausgebauter Proberaum wurde zum Zentrum für Musik- und Jugendarbeit – bis der Nachwuchs ausblieb und sich der Musikzug 2009 mit einem großen Abschiedskonzert aus dem aktiven Vereinsleben verabschiedete.

Kinder- und Jugendarbeit – Kreativität und Verantwortung

Das Kinderturnen, geleitet von Hermann Schwenk und unterstützt von engagierten Helferinnen, sowie der Kindertanz unter der Leitung von Jenny Weiler, standen für pädagogische Qualität und gelebte Inklusion. Projekte wie das selbstgeschriebene Musical „Gegen Gewalt“, aufgeführt beim Dorffest, verbanden Sport, Bildung und gesellschaftliches Engagement. Die Zusammenarbeit mit Polizei, Gemeinde und Jugendpflege in den Jahren 1998–2001 ermöglichte tiefgreifende Selbstbehauptungskurse, deren Besuch bei der Polizei- und Reiterstaffel Wiesbaden ein unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten war.

Nach personellen Veränderungen 2005 musste der Kindersport vorübergehend eingestellt werden – ein bewusster Schritt des Vorstands, um Konkurrenzsituationen mit anderen Vereinen zu vermeiden.

Badminton – Vom Softball zur Hessenliga

Was als Freizeitspiel auf dem Volleyballfeld begann, entwickelte sich zu einer der erfolgreichsten Abteilungen. Nach der offiziellen Gründung 1990 nahm der TV Jahn in der Hobby-Hessenliga teil und wurde mehrfacher Hessenmeister. 2024 wagte man den Schritt in den regulären Ligabetrieb (Bezirksliga C Wiesbaden) – mit sofortigem Aufstieg in die Bezirksliga B zur Saison 2025/26. Höhepunkte im Jahreskalender sind das vereinsinterne „Schleifchenturnier“ im Januar und das „Nostert“-Turnier im April, das Teilnehmer aus bis zu 150 km Entfernung anzieht.

Frauengruppe – Tradition trifft Innovation

Die Frauenabteilung war stets ein zentraler Pfeiler des Vereins. Mit wechselnden Übungsleitern – Tanja Baier, Jenny Weiler, Peter Saltenberger, Tristan Dold – entwickelte sich das Sportangebot stetig weiter: von tänzerischen Elementen über Selbstbehauptung, Zumba, Wirbelsäulengymnastik bis hin zu innovativem Faszientraining und „Drums Alive“. Die heutige „Montagspower“-Gruppe bietet ein abwechslungsreiches Wochenprogramm, das auch Männer willkommen heißt. Formate wie Yoga, Qi Gong, funktionales Training und Rückenkurse fördern die ganzheitliche Gesundheit.

Tischtennis – Glanz und Ende einer Ära

Einst eine der tragenden Abteilungen mit bis zu sieben Mannschaften in der Bezirksliga, wurde der Spielbetrieb mangels Nachwuchses eingestellt. Dennoch bleibt die Erinnerung an große sportliche Erfolge lebendig.

Turnen – Das Fundament des Vereins

Seit der Vereinsgründung 1964 war das Turnen prägend. Hermann Schwenk war treibende Kraft hinter unzähligen Wettkampfreisen, Freundschaften mit anderen Turnvereinen und der aktiven Mitgestaltung des Turngaus. Ab 1994 verschmolzen die Aktivitäten der Gau-Altersturnriege mit denen des TV Jahn. Die regelmäßige Teilnahme an Turnfesten, inklusive der Gymnaestrada in Spanien und der Reise nach Leipzig mit über 30 Aktiven, bezeugt das hohe Niveau. Die Altersturner geben bis heute ihre Erfahrung an die Jüngeren weiter.

Gesundheit, Kraft und Fitness – Vom Kraftzirkel zum funktionalen Training

Ab 1986 baute Peter Salterberger die Kraftsportgruppe auf. Es folgten differenzierte Angebote für Gesundheitssport („Body Aktiv“) und leistungsorientiertes Training („Full Body Total“). Die Trainingsphilosophie entwickelte sich kontinuierlich weiter – von Turnelementen zu 4XF-Formaten mit Langhanteln, Schlammbällen, Battle Ropes und mehr. In der neuen Erich-Valeske-Halle entstand ab 2013 ein moderner Kraftraum in Kooperation mit dem TuS. Die Corona-Pandemie stellte die Abteilung vor große logistische Herausforderungen – doch durch Kreativität (Outdoortraining, Videokurse) konnte das Sportangebot aufrechterhalten werden.

Die Abteilung ist heute hervorragend aufgestellt, mit einem starken Übungsleiterteam unter der Leitung von Dominik Stein, Peter Saltenberger und Tristan Dold.

Schach – Das königliche Spiel im Verein

Alle zwei Wochen treffen sich die Schachfreunde im Raum der Vereine – ein ruhiger, aber fester Bestandteil des Vereinslebens. Die Abteilung, von Fritz Petrak initiiert, ist ein schönes Beispiel für generationsübergreifenden, geistigen Sport.

Landfrauenverein

Autor(en):
Corinna Zollmann, (2025)


Landfrauen Mensfelden – Vielfalt und Engagement seit 1953

1953 fanden sich engagierte Frauen in Mensfelden zusammen, um Ideen auszutauschen, das Dorfleben zu bereichern und voneinander zu lernen. Der Startschuss fiel nach einer Hauswirtschaftswoche, die von der Landwirtschaftsschule Limburg im Saal der Gaststätte Foike durchgeführt wurde. Dort wurden die neuesten Küchengeräte, Herde und Waschmaschinen vorgestellt. Innovationen, die das Leben damals nachhaltig prägten– ein Highlight jener Zeit.

Im Anschluss daran gründeten 17 Frauen den Landfrauenverein Mensfelden; darunter Helmi Reh, die mit 90 Jahren heute noch aktives Mitglied ist. Die erste Vorsitzende, Frau Hilda Schumann, übernahm das Amt mit großem Engagement.

Während sich die Landfrauen in den Anfangsjahren nur während der Wintermonate trafen, entwickelte sich bald ein reges Vereinsleben. Der Wunsch, auch im Sommerhalbjahr gemeinsame Aktivitäten zu unternehmen, führte dazu, dass sich der Verein zu einer festen Größe im Dorf entwickelte. So wuchs der Landfrauenverein und zählte 1993 bereits 53 Mitglieder. Heute umfasst unsere Gemeinschaft stolze 124 Frauen und Kinder in drei Abteilungen: Seniorinnen, Landfrauen 2.0 und die Bienchen.

Ein Verein von Frauen für Frauen

Die Landfrauen Mensfelden sind offen für alle Altersgruppen, Berufe und Lebenssituationen. Unsere Mitglieder stammen nicht nur aus Mensfelden, sondern auch aus umliegenden Orten wie Kirberg, Limburg und Runkel. Was uns eint, ist der Wunsch nach Gemeinschaft, Abwechslung vom Alltag und der Freude am gemeinsamen Tun.

Unser Tag ist oft geprägt von Verpflichtungen: Kinder, Arbeit, Haushalt, Partner, Haustiere – alles will organisiert werden. Doch wann nehmen wir uns Zeit nur für uns selbst? Genau hier kommen die Landfrauen ins Spiel. Wir schaffen Raum, um für ein paar Stunden den Alltag hinter uns zu lassen, uns mit anderen Frauen auszutauschen, gemeinsam zu lachen, zu essen und Neues zu erleben.

Von der Landwirtin über Lehrerin, Bankkauffrau und Verkäuferin bis hin zu Rentnerin, Mutter und Managerin – alle sind willkommen. Seit unserer Gründung im Jahr 1953 ist unsere Gemeinschaft gewachsen und vielfältiger geworden.

Besonders stolz sind wir auf drei unserer Mitglieder, die aufgrund ihres Engagements mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet wurden:

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Foto: Die Mensfelder Landfrauen, 2024

Vielfältige Aktivitäten – damals und heute

Die Angebote des Landfrauenvereins Mensfelden spiegeln unsere Vielfalt und unsere Freude am Miteinander wieder

Wo wir uns treffen

Seit der Gründung haben sich unsere Treffpunkte mehrfach verändert. Von den Anfängen im alten Rathaus in der Fahlerstrasse über Vereinsräume bei Ursula Zachau in der Unterstraße und der alten Schule in der Hehnerstraße finden unsere derzeitigen Veranstaltungen seit 2010 im „Raum der Begegnung“ in der Erich-Valeske-Halle statt.

Rückblick auf besondere Meilensteine

Die Landfrauen Mensfelden prägen das Dorfleben seit Jahrzehnten aktiv mit. Zu den Höhepunkten zählen:

1953: Gründung des Vereins mit 17 Bauersfrauen.

1975: Bei der 1200-Jahr-Feier von Mensfelden zogen die Landfrauen mit einem Festwagen, der eine alte Backstube darstellte, durch die Straßen. Bei weiteren Umzügen in den Nachbargemeinden kam eine fahrbare Spinnstube zum Einsatz.

1976-1991: Die legendäre Kappensitzung der Landfrauen wurde nach 1991 vom Frauen-Elferrat übernommen und bereichern bis heute das Dorfleben.

2000: An der Feier des 1225-jährigen Dorfjubiläums beteiligten sich die Landfrauen mit vielfältigen Aktionen wie Kuchen-Theke, Tastkästen, Brot-Schätzstand und vielem mehr.

2010: Viele Mensfelder Rezepte wurden im Kochbuch „Zwischen Dom und Brockeslsupp“ veröffentlicht.

2010: Fand die Einweihung der Erich-Valeske-Halle statt. Die LandFrauen waren maßgeblich daran beteiligt, dass die heutige Küche bei der Planung und der Umsetzung Beachtung fanden. Für den Raum der Vereine stifteten die Landfrauen 500 Euro aus ihrer Vereinskasse.

2011: Die LandFrauen unterstützen beim Wettbewerb „Dolles Dorf“ mit Kartoffelsuppe und ihrer Tracht im Hof von Irmgard Schmidt in der Unterstrasse.

2016: Die „Landfrauen 2.0“ wurden gegründet – eine moderne Abteilung für jüngere Frauen und deren eigenen Interessen. Durch den Mitgliederzuwachs von 44 Prozent wurde der Ortsverein Sieger im Wettbewerb „Mehr Landfrauen fürs Land!“

2016: Der erster Flohmarkt in Mensfelden fand statt. Auf Grund der Coronapandemie wurde daraus 2021 der „Flohmarkt zu Hause“, welcher so bis heute jährlich im September sich großer Beliebtheit erfreut.

2016: Die Landfrauen organisierten die ersten Adventsfenster; eine Art Dorf-Adventskalender, bei dem Vereine, Firmen und Privatpersonen an einem dieser Tage ein Fenster oder eine Tür mit der entsprechenden Datums-Zahl weihnachtlich dekorieren und man sich dort in geselliger Runde treffen kann. Die Organisation der Termin erfolgt bis heute.

2019: Beim „Kultur Festival Goldener Grund“ kamen die Seniorinnen in ihrer Tracht und es wurden für die Kinder Bastelaktionen und eine Taststation angeboten.

2021: Die „Bienchen“-Gruppen für Kinder zwischen 0 und 6 Jahren entstanden, um auch den Kleinsten und ihren Familien einen Raum für Spiel und Gemeinschaft zu bieten.

2023: Für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ nähten die Landfrauen eine mehrere Kilometer lange Wimpelkette, die das Dorf schmückte. Sie wird auch 2025 beim Dorfjubiläum wieder zum Einsatz kommen.

Rückblick auf besondere Meilensteine

Heute besteht unser Verein aus drei Gruppen:

Die Abteilungen organisieren sich eigenständig. Alle Veranstaltungen stehen auch abteilungsübergreifend sowie auch Nicht-Mitgliedern offen.

Im Laufe der Jahre haben folgende Frauen den Verein als Vorsitzende geprägt:

Landfrauen Lied

Refrain von Magret Pfeiffer aus Neesbach

Mir sin all Weibsleut vom Lande,

bei us do esses noach schie.

Wenn’s droffukimmt da halle mer sesomme,

stoatt ausenanner se gieh.

Strophen für Mensfelden von Inge Foike und Inge Krebs

Un beste außer Rand un Band,

disch schtiert die Mick aach u de Wand,

do gibt’s nur aans, du ormer Tropp,

komm bei us off de Miesfeller Kopp.

Aussicht ist gout, die Loft is prima,

un rundemerim hummer noach ländlich Klima.

Un deshalb is em ganze Land,

ussern Hurnel iwwerall bekannt.

Abschluss-Strophen

Un hoste mol Lost off Bildung,

un willste ela nit mi sei,

da komm bei us Weibsleut vum Lande,

bei us in de Landfrauenverein.

Mir sin all Weibsleut vum Lande,

bei us, do isses noach schie.

Un hoste met us heut gefeiert,

dout der moje goornix me wih.

Eine Zusammenarbeit der Bezirkslandfrauen

Gedicht: 70 Jahre LandFrauen

Geschrieben von Fridericke Töpfer - vorgetragen von Annika Heckelmann und Anna-Lena Schüssler – beim Sommerfest 2023

Hört ihr Leut vernehmet die Kunde

vor 70 Jahren war die Stunde

da wurde ein Verein gegründet

weil Frauen vom Land sich ham verbündet.

Die Männer beim Bier, die tauschten sich aus,

Als Frau da blieb man brav Zuhaus‘.

Das muss sich ändern, hat man beschlossen

- die Männer hielten das für Bossen -

neben Küche, Kindern und Stall

soll’s noch was geben, auf jeden Fall!

Fitness, Wellness, Cappuccino,

Städtetour und auch mal Kino

es gibt doch so viele tolle Sachen

warum wolltet ihr denn auf Landfrau machen?

Bou, das hat’s doch nicht gegeben,

das schickte sich nicht in unserem Leben

- Freizeit - das Wort schon, auch wenn ihr es nicht glaubt,

sowas hätten die Männer uns niemals erlaubt

Wer hat dann diese Männer erzogen?

und so ein Frauenbild gebogen?

Gut, dass sich das geändert hat

und jeder seinen Spielraum hat.

Wir waren damals wirklich froh,

wir konnten uns treffen wann und wo

zum Stricken, Stopfen, Rezepte tauschen

und natürlich dabei plauschen.

Man hat was geschafft und sich trotzdem gefreut.

Endlich kam man unter Leut!

Geschwätz vom Waschen und vom Fegen

und ob die Hühner Eier legen.

Habt ihr immer nur gestrickt

und niemals mal ‘nen Schnaps gekippt?

Doch es hat halt Zeit gebraucht

- plötzlich wurde auch geraucht!

Außer Kuchen, Obst und Möhr‘

gab es Rezepte für Likör

Brockselsupp‘ und Aufgesetzte,

mancher diese Dinge schätzte.

Aber alle im Verein

mussten Bauersfrauen sein.

Jeder hatte Vieh und Feld

gleiche Arbeit, wenig Geld

Ja so war das ganz genau

jeder hat im Stall ‘ne Sau

jeder hat ein ähnlich Leben

so wie es war als Landfrau eben

Doch wir waren jetzt bekannt.

Als Verein auch anerkannt!

Konnten manches unterstützen,

lernen, helfen, Menschen nutzen,

Brauchtum und Gemeinschaft pflegen.

Für uns und andere zum Segen.

Ja da habt ihr viel erreicht.

Auch wenn es manchmal nicht so leicht.

Oftmals braucht es zähes Ringen

damit die Dinge gut gelingen.

Ohne Inge und Irmgards Qual

gäb’s keine Küche neben dem Saal.

Denn in der Valeske Halle

wollten nur ‘ne Theke alle.

Da braucht es Frauen Power eben,

denn nur vom Bier kann man nicht leben

Und wie geht es weiter nun?

Ihr habt doch mit der Landwirtschaft nichts mehr zu tun.

Jede hat einen anderen Beruf

und kaum noch eine lebt auf ‘nem Hof.

Und trotzdem wollt ihr LandFrau sein

und gehört noch immer zu diesem Verein?

Eins bleibt nach 70 Jahren bestehen,

dass wir uns freuen, wenn wir uns sehen.

Wir leben alle im ländlichen Raum,

schauen gern mal über den Zaun.

Spielen, basteln und tun allerlei,

die Männer geben uns dazu frei.

Gemeinschaft kann nur gemeinsam gelingen,

auch wenn wir nicht mehr nur Volkslieder singen.

Bleibt manches vom Alten noch immer erhalten

und die kleinen Bienchen werden‘s weiter gestalten.

Seniorengruppe

Autor(en):
Minna Hohlwein (2000)


Die Senioren von Mensfelden im Jahr 2000

Nachdem die Gemeinde Hünfelden einen Senioren- und Jugendpfleger eingestellt hatte, wurde im November 1987 auch in Mensfelden eine Seniorengruppe gebildet. Die erste Zusammenkunft war im Gemeindehaus in der Fahlerstraße. Zu der ersten Zusammenkunft waren nur wenige gekommen.

Das waren: Karl und Minna Kees, Walter und Erna Becker, Lina Crecelius, Philippine Zollmann, Else Krahulik, Elisabeth Brötz, Anna und Josef Punzet, Hedwig Schumann.

Später trafen sie sich in dem Gemeinderaum in der alten Schule. Heute ist sie eine Gruppe von 20 bis 25 Personen.

Wir treffen uns jetzt alle drei Wochen abwechselnd in der Wirtschaft Faust der Foike zu einem gemütlichen Zusammensein.

Zur Vorsitzenden wurde dann Resi Schwenk und als Stellvertreter Hedi und Viktor Ruff bestimmt.

Die Gemeinde Hünfelden unterstützt durch ihren Seniorenhelfer, Herrn Schadt, die Seniorengruppen sehr. Mehrmals im Jahr treffen sich die Vorstände der sieben Gemeinden in Kirberg im Gemeindehaus zur gemeinsamen Besprechung. Dort werden die Termine für die Veranstaltungen festgelegt. Dreimal im Jahr treffen sich alle Seniorengruppen der sieben Ortsteile, abwechselnd in den Gemeinden, zu einem gemeinschaftlichen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen und bei unterhaltsamen Beiträgen.

Der Seniorenclub Hünfelden machte in den letzten Jahren sehr schöne Ausflüge, die einmal im Jahr gemeinschaftlich mit mehreren Bussen stattfinden. Außerdem organisiert Herr Schardt jedes Jahr eine Seniorenfreizeit, die meistens 10 Tage dauert. In diesem Jahr soll es an die Ostsee gehen.

Vor zwei Jahren wurde noch eine Gymnastikgruppe gegründet. Mensfelden und Nauheim treffen sich dazu in dem Saal der Wirtschaft Foike.

Die Seniorengruppen sind kein Verein, es gibt keine Mitglieder, es wird kein Beitrag gezahlt.

Es ist eine Organisation der Gemeinde Hünfelden, da kann jeder komnm.

Reitergruppe

Autor(en):
Anni und Herbert Deußer (2000)


Reitergruppe Mensfelden im Jahr 2000

Schon vor 1939 bestand in Mensfelden ein Reitverein. Durch die Kriegswirren ist dieser Verein jedoch aufgelöst worden.

Lange Zeit war in Mensfelden von Reiterei nichts zu hören und zu sehen. Dieses sollte sich jedoch ändern. Es waren genügend Mensfelder, die Reiterblut in den Adern und ein Herz für Pferde hatten.

Anfang der 70er Jahre sah man die ersten Reitpferde im Dorf. Reiten war zu jener Zeit nur im Gelände möglich. In den Sommermonaten ging dieses, jedoch im Winter gab es durch Nässe und Kälte mehr oder weniger Schwierigkeiten. Sollten die Pferde bewegt werden, musste nach auswärts gefahren werden.

Die Zahl der Pferde und Reiter stieg ständig, über 20 Pferde waren im Dorf. Jetzt musste etwas geschehen, ein Reitplatz sollte her. Die Suche nach einem geeigneten Gelände begann.

Unterhalb des Spielplatzes in Flur 61 Im Weiberg fand man ein Gelände, dass die Gemeinde den Reitern zur Verfügung stellte. Jetzt hatte man so etwas wie zu Hause und so mancher Kasten Bier wurde getrunken.

Angetrieben von den älteren Reiterfreunden Wilhelm Schwenk, Jakob Groh, Walter Arnold, Alfred Oppel wurde auch die Geselligkeit gepflegt.

Die Gruppe war jetzt so gefestigt, dass einige jüngere Reiter bei Reitturnieren in der näheren Umgebung teilnahmen, jedoch die Freizeitreiterei überwog.

Reitstunden, die die Gruppe anbot waren gut besucht. Sie konnten wegen des Reitens im Freien nur bei günstigem Wetter abgehalten werden. Nicht immer war schönes Wetter, deshalb war man oft gezwungen, die Reitstunden abzusagen.

Was sollten die Reiter machen?

In Mensfelden, Flur 70 Mohrsgarten, stand eine genehmigte landwirtschaftliche Gerätehalle. Nach zähem Ringen konnte diese Halle durch Nutzungsänderung 1988 in eine Reithalle umgewandelt werden. Ein Reiterstübchen und WC-Anlage wurden eingebaut. Jetzt hatte die Gruppe eine richtige Heimat.

Einige Jahre später wurde hinter der Reithalle ein Reitplatz eingerichtet, jetzt war alles zusammen, so dass der ältere Reitplatz im Weiberg aufgegeben werden konnte.

Verein für angewandte Lebensfreude e.V.

Autor(en):
Thomas Fischer (2025)
Erik Schumacher (2025)


„Beim Jahn ziehe ich nicht mit den Kibus in die Halle ein, sonst kann ich daheim ausziehen.“ war eine Aussage eines Kirmesburschen aus unserem Kibu-Jahrgang 1989.

Der Grund hierfür war die feindselige Atmosphäre zwischen den beiden Sportvereinen in Mensfelden, die sich durch alle Altersgruppen in Mensfelden zog und das Dorf in zwei Lager teilte. Nämlich TuS und TV Jahn.

Wir als Jugendliche wollten das nicht weiter hinnehmen und entwickelten so die Idee unserer Kampagne „Verein(t) Mensfelden“. Diese Aktion war der Grundstein des Vereins für angewandte Lebensfreude.

Der „Verein“ existierte zunächst als Stammtisch im alten Zollhaus in Mensfelden zu dem wir uns jeden Freitag trafen.

Wir entschieden uns 1992 den Verein als e.V. zu gründen, damit wir für unsere geplanten Veranstaltungen, wie NDW-Partys oder das legendäre Chaosweekend, rechtliche Sicherheit hatten und die von Gemeinde geförderten Sporthallen als ortsansässiger Verein nutzen durften.

Mit den üblichen Vereinsstrukturen und -vorgängen hatten wir nicht sehr viel am Hut. Ganz im Gegenteil, bei uns wurde dies auf die Schippe genommen. Zum Beispiel durch eine Ehrung mit Urkunde zur 2,5-jährigen Mitgliedschaft oder unsere satirischen Veröffentlichungen im Mitteilungsblatt. Hier wurde z.B. kurzerhand aus der Kursistenruhe die „Kurt Sisten Ruhe“ gemacht. Was ordentlich Aufruhr im Ort nach sich zog.

Wir hatten jedoch nicht nur Blödsinn im Kopf. Sondern organisierten damals schon Müllsammelaktionen oder veranstalteten den ersten Weihnachtsmarkt (sozusagen der Vorläufer des heutigen Glühweinfestes vom Verein Zukunft und Kultur Mensfelden) an der Bushaltestelle.

Da sich im Laufe der Zeit die Prioritäten der Vereinsmitglieder in Richtung Familie, Hausbau und Beruf verschoben wurde der Verein im Jahr 2000 aufgelöst.

Aufgrund der immer weiter zurückgehenden Infrastruktur im Dorf - wie geschlossenen Geschäfte und Gaststätten - besann sich das Kernteam des alten Vereins wieder auf die Anfänge und gründeten den Verein mit der Neueintragung im Vereinsregister am 06.06.2016 neu.

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Foto: Die Gründungsmitglieder des „Verein für angewandte Lebensfreude“, 2016

Die ehemaligen Mitglieder sind nun, 25 Jahre später, zwar nicht mehr ganz so jugendlich, aber weiterhin engagiert im Ortsgeschehen tätig.

Zu den „alten Hasen“ von damals haben sich mittlerweile auch viele jüngere „Miesfellerinnen“ und „Miesfeller“ gesellt, und zusammen werden verschiedene Veranstaltungen und Projekte für Jung und Alt angeboten. Im Vordergrund steht hierbei die Förderung von Kunst und Kultur, des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege, des traditionellen Brauchtums und der Förderung der Heimatpflege und Heimatkunde. Wer nun aber vermutet, dass sich die Mitglieder lediglich über alte Geschichten unterhalten, der täuscht sich. Der Fokus liegt auf der Zusammenarbeit aller Generationen, die gemeinsam in alter und neuer Tradition das Dorfleben gestalten und so auch aktiv zur Verständigung zwischen Jung und Alt beitragen.

Einige unserer Projekte, die wir bis jetzt verwirklicht haben, sind:

Da unsere Workshops (z.B. Brot backen, Käse herstellen) sehr gut nachgefragt werden, arbeiten wir zurzeit am Aufbau der „Dorfhochschule Mensfelden“, in der wir unser Angebot an Kursen und Workshops stetig weiter entwickeln wollen.

Zukunft und Kultur Mensfelden e.V.

Autor(en):
David Diefenbach (2025)
Oliver Klapproth (2025)


Der Verein Zukunft und Kultur Mensfelden e.V. wurde am 6. Januar 2011 gegründet. Das Ziel wird in der Satzung folgendermaßen beschrieben: „Zweck des Vereins ist die Pflege und Förderung von Kultur sowie des traditionellen Brauchtums“

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Foto: Die Gründungsmitglieder des Vereins Zukunft und Kultur Mensfelden, 2011

Schon vor der Gründung gab es viele kleinere Gruppen die diverse Veranstaltungen, wie das Straßenturnier, das Kirmesburschenturnier, den Rockabend am Kirmesfreitag und das Glühweinfest organisierten und am Leben hielten. Es war daher unser Wunsch dies alles unter einem neuen Dach zusammenzufassen und gemeinsam zu organiseren um diese Veranstaltungen noch lange am Leben zu halten. Diese waren primär die Kirmesburschenjahrgänge 2004 – 2010 und eine Gruppe Mensfelder Mädels die als „Glühweinmädels“ bekannt waren und bald dem Verein beitraten.

In den folgenden Jahren wurden dann diverse Veranstaltungen organisiert.

KB Turnier

Bis 2019 veranstaltete der Verein das KB-Fußballturnier. Hier konnten sowohl Kirmesburschen als auch Hobbymannschaften teilnehmen. Dieses fand traditionell an Fronleichnam auf dem Mensfelder Kopf statt. Als Nebenwettbewerb gab es einen Saufpokal bei dem die trink-stärkste Mannschaft ausgezeichnet wurde.

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Foto: Die aktuellen Vereinsmitglieder vor der EVH. 2025

Kirmes und Rockabend

Eine der ersten Aufgaben für den Verein war die Kirmes 2011. Dies war die erste Kirmes in der neuen Halle und so gab es einige Änderungen. Zum eine war der TV Jahn nicht mehr aktiv als Veranstalter tätig. Der TV Jahn veranstaltete bis dato traditionell den Kirmesfreitag und war beliebter Anlaufpunkt am Kirmesmontag, da es keine Gasstätte mehr im Ort gab sollte auch dieser Tag neu gefüllt werden.

So galt es primär für uns diese beiden Tage mit neuen Leben zu füllen. Der Kirmesfreitag wurde zu einem Rockabend, als erste Band wurde dafür die Band Sixpash organisiert. Die auch im Jahr zuvor schon auf der Kirmes 2010 die Gäste in der alten Jahn Halle begeisterten. Der Raum der Vereine wurde zur neue Sektbar, wo jährlich ein neues Motto Einzug hielt.

Auch für den Kirmesmontag gab es ein neues Konzept. Dieser sollte von allem Vereinen gemeinsam gestaltet werden Jeder übernahm eine Thekendienst Schicht und wir organisierten primär das Rahmenprogramm. Daraus wuchs dann auch das Konzept „Freibier für Mensfelden”. Unternehmen, Vereine oder sonstige Gemeinschaften spendeten ein Fass Bier und die Getränke wurden dann zu einem kleinen Betrag verkauft um die Unkosten für diesen Tag zu decken.

Seit 2021 nach Corona Pandemie wurde eine Vereinsgemeinschaft mit dem TuS gegründet, die die Kirmes gemeinsam organisiert.

Folgende Bands traten auf:

Glühweinfest

Das Glühweinfest wurde ebenso zu einer festen Veranstaltung des Vereins. Traditionell am Wochenende vor Weihnachten, also am 4. Advent. Angefangen haben die „Glühweinmädels“ an der Bushaltestelle im Unterdorf. Mit der Gründung des Vereins wurde das Glühweinfest am Zollhaus veranstaltet. 2012 wurde dann das Fest wieder ins Dorf verlegt. Nachdem zunächst noch auf dem Vorplatz der Kirche gefeiert wurde, hat man das Fest an die Erich Valeske Halle verlagert, wo es auch heute noch stattfindet.

Querschnitte e.V. – Sitzend, Größe zeigen!

Autor(en):
Jan Pfeiffer (2025)


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Logo: Vereinslogo Querschnitte e.V., Jan Pfeiffer, 2018

Barrieren? Ach ja, die guten alten Hindernisse – geliebt von Städteplanern, gefürchtet von Rollstuhlfahrern. Für die einen bloß ein kleiner Absatz, für die anderen der Himalaya in Flipflops. Und während sich der durchschnittliche Fußgänger fragt, warum da plötzlich eine Rampe steht („War doch vorher auch schön“), fragen sich andere, wie zur Hölle sie heute überhaupt ins Café kommen sollen.

Querschnitte e.V. aus Mensfelden hatte schließlich genug vom täglichen Hürdenlauf durchs Leben und startete 2018 den vermutlich ersten Sitzstreik, bei dem wirklich etwas bewegt wurde. Seitdem zeigen sie, wie man sitzend mehr bewegt als so mancher im Dauerlauf – mit einer Mischung aus Galgenhumor, Kampfgeist und der ruhigen Überzeugung, dass Inklusion keine Bitte, sondern eine Pflicht ist.

Ob als Mitglied im Behindertenbeirat der Stadt Limburg, als Teil des Inklusionskraftwerks Hessen oder mitten im Alltag: Querschnitte e.V. legt die Finger auf die wunden Stellen – freundlich, aber so deutlich, dass selbst die dickste Behörde irgendwann die Ohren spitzt. Wer denkt, Barrierefreiheit sei ein Bonus für eine Randgruppe, wird hier schneller eines Besseren belehrt als ein Marathonläufer ohne Schuhe.

Und sie machen mehr als nur aufmerksam: Mit ihrer Peer-Beratung stehen sie frisch Verletzten und Neu-Behinderten zur Seite, wenn der Boden unter den Füßen (oder Rädern) wegbricht. Keine labbrigen Motivationssprüche, sondern echte Tipps von echten Menschen, die wissen, wie der Hase (oder eben der Rollstuhl) läuft.

Und falls einem nach dem Unfall der Weg durch das Labyrinth der Berufsgenossenschaften und Versorgungsämter schwerer fällt als der erste Spaziergang nach dem Absturz, hat Querschnitte das perfekte Survival-Kit parat: Formulare, Kontakte und manchmal auch einfach ein guter, schmutziger Witz zur rechten Zeit.

Ihr Netzwerk ist groß und wächst weiter: Schulen, Architekturbüros, Kommunen, Kindergärten, Firmen, Kostenträger, Therapeuten – überall da, wo jemand fragt, wie man Barrieren abbaut, hat Querschnitte meistens schon das passende Werkzeug bereit. Und wenn nicht, dann wird kurzerhand eins erfunden. Improvisation ist schließlich das, was uns von Statuen unterscheidet.

Hier geht es nicht um Betroffenheit auf Bestellung, sondern um echte Teilhabe. Wer mit Querschnitte e.V. in Kontakt kommt, geht selten unverändert davon. Vielleicht hinkt man nach einem Hindernisparcours ein bisschen innerlich. Vielleicht lacht man über sich selbst. Und vielleicht merkt man plötzlich, dass Inklusion keine Wohltätigkeit ist, sondern schlicht gesunder Menschenverstand.

Sitzend, Größe zeigen – das ist bei Querschnitte e.V. nicht bloß Mut, sondern eine Liebeserklärung ans Leben mit Macken. Treppen kann man umbauen. Türen kann man verbreitern. Aber die dicksten, hässlichsten Barrieren? Die stehen völlig unsichtbar in unseren Köpfen. Und genau da bohrt Querschnitte e.V. nach – manchmal charmant, manchmal schmerzhaft. Aber immer genau richtig.

Weitere Informationen gibt es unter: www.querschnitte-ev.com

Dorf Computer Club -- Von Nerds für Nerds

Autor(en):
David Diefenbach (2025)


Alles begann an einem Spätsommerabend, genauer gesagt am 19. September 2023. Rund zehn Gleichgesinnte aus Mensfelden, Hünfelden und Limburg fanden sich zusammen, um einen gemeinsamen Ort für ihre Interessen zu schaffen. Das Ziel war klar: Ein Verein für alle, die sich für Technik, Spiele und kreatives Gestalten begeistern. Der Dorf Computer Club Mensfelden, kurz DCC, war geboren.

Ein stetig wachsendes Spektrum an Möglichkeiten

Schon früh zeigte sich der Tatendrang des jungen Vereins, denn eines der ersten Projekte war der gemeinsame Aufbau der eigenen Homepage. Zu Beginn lagen die Schwerpunkte auf Bereichen wie Gaming, Basteln, Coding und Pen & Paper. Doch der Verein entwickelt sich ständig weiter. Im Laufe der Zeit kamen neue spannende Themenfelder wie Drohnen und Flugsimulatoren hinzu. Das Breitenspektrum des Clubs wächst stetig und bietet immer wieder Raum für neue technische und kreative Hobbys, ganz nach den Interessen der Mitglieder.

Neues Leben im ehemaligen Reiterstübchen

In den Jahren nach der Gründung konnte der Verein stetig neue Mitglieder gewinnen. Ein zentraler Meilenstein war dabei das Clubhaus selbst. Das ehemalige Reiterstübchen in der Reiterhalle wurde von den Mitgliedern in Eigenregie umgebaut und dient heute als Herzstück des Vereinslebens. Hier finden die regelmäßigen Treffen und Spielrunden ein festes Zuhause.

Aktiv im Dorf: Von Repair Café bis Pub Quiz

Der DCC ist fest in Mensfelden verwurzelt und trägt aktiv zum Dorfleben bei. Neben dem gemütlichen Sommergrillen für die Mitglieder präsentiert sich der Club jedes Jahr öffentlich beim Adventsfenster. Die Besucher durften sich hier zuletzt über Highlights wie ein Mario Kart Turnier und ein nerdiges Pub Quiz freuen.

Ein besonderer Service für die Allgemeinheit ist das Repair Café. Etwa alle zwei Monate öffnet der DCC seine Türen, um gemeinsam mit Besuchern defekte Geräte zu reparieren und Technik vor dem Müll zu retten. So beweist der Dorf Computer Club Mensfelden, dass Technik Menschen verbindet und gemeinsam einfach mehr Spaß macht.