# IV. Ortsbilder und Amtshäuser

# Das Standesamt

✍ **Autor(en):** Walter Schwenk (1975)

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Im Jahre 1874 wurde erstmals in unserem Bezirk d. h. auch in Mensfelden die standesamtlichen Eintragungen gemacht. Davor oblagen die Eintragungen über Geburt, Eheschließungen und Tod, dem zuständigen Pfarramt, d. h. dem Pfarrer des jeweiligen Kirchspiels. Vier Jahrhunderte hat das Pfarramt diese wichtigen Beurkundungen dokumentiert, ehe die preußische kommunale Selbstverwaltung diese Aufgaben den zuständigen Gemeindeverwaltungen übertrug. In den Landgemeinden war es Pflicht, dass der jeweilige Bürgermeister auch als Standesbeamter fungierte. Doch blieb es dabei, dass die zum früheren Pfarrbezirk gehörigen Gemeinden bis zur Großgemeinde, zu dem Standesamt, wo auch der Pfarrsitz war, verblieben. So waren in dem gemeinsamen Standesamt Mensfelden-Linter von 1874 - 1970 folgende Standesbeamte tätig.

- Von 1874 - 31. Oktober 1882 war Standesbeamter Bgmstr. Schumann
- vom 2. Nov. 1882 - 31. Dez. 1887 war Standesbeamter Bgmstr. Schumann und Stellvertr. Crecelius
- vom 1. Jan. 1888 - 5. Jan. 1922 war Standesbeamter Bgmstr. Deußer
- vom 10. Jan. 1922 - 25. Apr. 1945 war Standesbeamter Bgmstr. W. Helfrich
- vom 1. Mai 1945 - 31. Dez. 1947 war Standesbeamter Bgmstr. A. Schumann
- vom 1. Jan. 1948 - 31. Dez. 1948 war Standesbeamter als stellvertr. Kassenverwalter W. Lieber
- vom 1. Jan.1949 - 30. Juli 1970 war Standesbeamter Bgmstr. W. Schwenk
- vom 1. Aug. 1970 - 30. Sept. 1971 war Standesbeamter als Stellvertr. Kassenverwalter K. Kees.

Ab. 1. 1971 ging das Standesamt an die Großgemeinde Hünfelden über, wo ein von der Großgemeinde eingesetzter Standesbeamte tätig ist. <span class="citation" data-cites="HStAM-02 HStAM-03 HStAM-04"></span>

<figure id="bkmrk-foto%3A-die-ersten-beu">![](pictures/standesamt)<figcaption>Foto: Die ersten Beurkundungen: Geburtsnebenregister (oben links); Sterbenebenregister (oben rechts), Heiratsnebenregister (unten)</figcaption></figure>## Geburtsurkunde (oben links)

Nr. 1

Mensfelden am 14ten October 1874

Vor dem unterzeichneten Standesbeamten erschien

Heute, der Person nach

bekannt.

Hebamme Frau Johannette Heimann geborene Brechen

wohnhaft zu Mensfelden

evangelischer Religion

und zeigte an, daß von der verehelichten Charlotte geborene

Heimann evangelischer Religion

Ehefrau des Bäckers Karl Philipp Schwenk evangelischer Religion

wohnhaft zu Mensfelden bei ihrem Ehemann, zu Mensfelden

in der Wohnung ihres Ehemannes zu Mensfelden,

am Vierzehnten October

des Jahres tausend acht hundert und Vier

Morgens um Neun Uhr

ein Kind männlichen Geschlechts geboren worden sei, welches

die Vornamen Karl Philipp Christian

erhalten habe

Die Frau Heimann erklärte, daß sie bei der Niederkunft der

Ehefrau Schwenk zugegen gewesen sei

Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben

Johannette Heimann

Der Standesbeamte.

Schumann

## Sterbeurkunde (oben rechts)

Nr. 1

Mensfelden am 7ten October 1874

Vor dem unterzeichneten Standesbeamten erschien heute,

der Person nach

bekannt,

Jacob Schumacher, Schreiner

wohnhaft zu Mensfelden

und zeigte an, daß Johann Philipp Schumacher

Maurer 43 Jahre alt evangelischer Religion

wohnhaft zu Mensfelden

geboren zu Mensfelden verheirathet

gewesen mit Charlotte geborene Frickhöfer

Sohn des Maurer Johann Philipp Schumacher

und dessen Ehefrau Dorathea Philippine Loise geb. Reinhardt

zu Mensfelden in seiner eigenen Behausung

am Siebenten October des Jahres tausend acht hundert

siebenzig und Vier

Morgens um Sieben und einhalb Uhr verstorben sei

Vorgelesen, genehmigt und

unterschrieben

Jakob Schumacher

Der Standesbeamte.

Schumann

## Heiratsurkunde (unten)

Nr. 1

Mensfelden am Fünfzehnten

November tausend acht hundert siebenzig und Vier

Nach Mittags Ein Uhr,

Vor dem unterzeichneten Standesbeamten erschienen heute

als Verlobte:

1\. Der Georg Philipp Ruß Tagelöhner bekannt,

evangelischer Religion, Sechsundzwanzig Jahre alt,

geboren zu Linter wohnhaft zu Linter

Sohn des Johann Christian Ruß, Leinweber, zu Linter und dessen

Ehefrau Katharina Wilhelmine geb. Vogt

2\. Die Margarethe Sophie Katharina Wollmann

Der Person nach bekannt,

evangelischer Religion, Fünfundzwanzig bekannt,

geboren zu Nauheim wohnhaft zu Nauheim

Tochter der Philipp Wilhelm Wollmann Tagelöhner ohne

besonderes Gewerbe

sowie als Zeugen:

3\. Der Philip Friedrich Dreiling, Tagelöhner

der Person nach bekannt,

Sechsundzwanzig Jahre alt, wohnhaft zu Linter

4\. Der Friedrich Wilhelm Weil, Bauer

der Person nach bekannt,

Vierunddreisig Jahre alt, wohnhaft zu Linter

Die Verlobten erklärten vor dem Standesbeamten

und in Gegenwart der Zeugen persönlich ihren Willen,

die Ehe mit einander eingehen zu wollen.

Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben

Georg Philipp Ruß

Margarethe Katharina Sophie Wollmann

Philipp Friedrich Dreiling

Friedrich Wilhelm Weil

Der Standesbeamte.

Schumann

# Ortsgericht Mensfelden

✍ **Autor(en):** Verfasser unbekannt (2000)

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Das Ortsgericht ist eine Hilfsbehörde der Justiz. Ihnen obliegen die durch Gesetz näher bezeichneten Aufgaben auf dem Gebiet der freiwilligen Gerichtsbarkeit und des Schätzungswesens. Sie führen das Landessiegel.

Die Gemeinde kann Ortsgerichtsbezirke vorschlagen. Ortsgerichtsbezirke bestimmt der Hessische Minister der Justiz.

Mensfelden hat den Ortsgerichtsbezirk Hünfelden IV

Aufgaben des Ortsgerichtes:

- Beglaubigung von Unterschriften und Abschriften Sterbefallsanzeigen
- Nachlasssicherung bei Sterbefällen
- Schätzungen
- Mitwirkung bei Festsetzung und Erhaltung von Grundstücksgrenzen.

Der Ortsgerichtsbezirk besteht aus 5 Personen, dem Ortsgerichtsvorsteher, einem Stellvertreter und drei weiteren Ortsgerichtsschöffen. Es tagt je nach Bedarf, in der Regel 3 - 4 mal im Jahr. Die Hauptarbeit hat der Ortsgerichtsvorsteher, er erledigt zwischen 50 - 60 Amtshandlungen im Jahr.

Ortsgerichtsmitglieder sind meist längere Jahre im Dienst. So hat Walter Schwenk nach 35-jähriger Amtszeit den Vorsitz 1985 an Herbert Deußer übergeben. Neben diesen beiden Personen waren in den 70er Jahren noch Karl Dietrich, Ernst Biebricher und Wilhelm Werner im Amt.

Durch hohes Alter haben diese Leute die Ortsgerichtsmitgliedschaft an jüngere abgegeben.

Dem heutigen Ortsgericht gehören an:

- Als Vorsitzender Herbert Deußer
- Stellvertreter Werner Völker

sowie die Ortsgerichtsschöffen:

- Alfred Talaska
- Anette Gemmer
- Wilfried Mohr

# Gerichtsordnung zu Mensfelden von 1652

✍ **Autor(en):** Walter Schwenk (1975)

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GERICHT ZU MENSFELDEN UNTERGERICHTSORDNUNG 1652

OBERHERRLICHKEIT BETREFFEND U.D. VORSITZ

1. Curfürst von Trier voran und seinen Dienern.
2. Herr Graf von Naßau-Saarbrücken mit seinen Dienern.
3. Herr Graf von Schaumburg und Westerburg nunmehr der Herr von Waldecker mit seinen Dienern.
4. Gehet die Gerichtstagung auch solcher Gestalt, wie oben bemeldt, wie dann solches die Untergerichtsordnung, ausweist.
5. Im Gebott und Verbott sind Höchst- und Hochgedachter Herrn gleich, und hat keiner ohn den anderen etwas vorzunehmen.
6. Die Unterthanen sind vertheilt, und hat jeder der seinen Leibeigenen Manns- und Weibspersohnen, wie auch junge Kinder, so dem Busen nachzuziehen.
7. Einseitig die Parteyen zu verhören ist nicht zuläßig.
8. Auch sich und Feuerläufer einseitig anzuordnen ist nicht zuläßig.
9. Feldschützen und Bürgermeister von seithig von sich anzuordnen ist nicht Herkommen.
10. Hat keiner Herrschaft der Unterthanen einseithig zu beschwören, oder mehr als von alter Herkommen, anzuhalten.
11. Hat wie jede Herrschaft Fragen wie so Diensten, wie auch dieselbe denen Unterthanen bekannt, und wohlbewußt, deswegen keiner kann eingeführt werden.
12. Hat keiner der Unterthanen einseitig Straf aufzuerlegen.
13. Wegen Verhörung und Bestrafung der Unterthanen ist herbringens, daß solches allhier an dem Gemeinschaftsorth auf dem Rathaus vorgenommen werden.
14. Herrn Bußen und Schatzungen oder Türkensteuer gehört sämtlicher Herrschaft auf dem Rathaus vorzunehmen, und nicht einseithiges zu verordnen, hiervon Westerburg 4 Sechsteil, Churtrier ein Sechsten, und Naßau-Saarbrücken 1 Sechsten.
15. Hat ein Herr und sein Bediender den Unterthanen und Verbrecher einseitig in das Hunds- oder Zuchthaus einführen zu lassen, doch durch den gemeinen Büttel muß aber mit Concoßon und Bewilligung der Mitherrschaften wird herausgelassen werden.
16. Die Gemeinschaft sämtlicher Herrschaft Schultheißen haben Befreyung von sämtlicher Herrschaft, und was demselben hierin zugelaßen ist von der Herrschaft, und nunmehro von deren Unterthanen gestehen.
17. Ist Herkommen, daß jede Herrschaft aus seinem Eigenthum seine Unterthanen ohne die Mitherrschaft an diesem Gemeinschaftsorth einsetzen mag, und bleiben dasselben Herrn leibeigene.
18. Ist vor ungefehr 35 Jahre durch die damaligen Beamten verglichen, daß die nur Einzüger nach Minsfelden auf Belieben einer jeden Herrschaft mögen verkauft werden.
19. Ist Herbringens, daß die aus fremder Herrschaft sich an dieses Gemeinschaftsorths verheyraten wollen, sich selbst bey ihrer Herrschaft los kaufen, um einen Loszettel diesem Gemeinschaftsorth aufzuweisen, und dann auf das Loos gestellt.
20. Von gemeinherrlichen Büttel belangen habendie gemeinherrlichen Schultheißen eine dazu taugliche Person zu erwählen.
21. Haben Bürgermeister und Gemeinde vor sich selbsten Macht Bürgermeister und Feldschützen ohne Erlaubnis und beyseyn der Gemeinschaft Schultheißen zu erwehlen und zu setzen aber der gewöhnlichen Schützeneyd aufzulegen ist von deren Herrschaftlichen Schultheißen jederzeit befohlen.
22. Wenn der Büttel auf Geheiß der Herrschaft Schultheißen einen Unterthanen pfänden soll, und der selbe wiedersetzt sich, soll ers gedachten Schultheißen anzeigen, soll dann ferners mit dem Hurn, wie auch andere Herrn Strafen gegen den Verbrecher verfahren werden, andere zum Exempel.
23. Wenn eine Herrschaft verstorben, und nur Huldigung eingeführt wird, sind die Unterthanen so gehörigem Orthe zuvor hierin alle und keiner ausgeschlossen, schuldig, welches den besämmten Tag welcher vom Rathaus angekündigt werden muß.
24. Haben Chur Trierl. und Westerburgl. Schultheißen von Kaufen und Tauschen ein jeder 3 Albus Geld zu empfangen, und die Nassau-Saarbrückische nichts davon, weil selbige Herrn ihr Huben Gut selbst gebrauchen.
25. Ist vor undenklichen Jahren herbringens, daß Chur- Trier und Nassau-Saarbrücken gegen Westerburg vier Schultheißen an diesem Gemeinschaftsorth gehabt, Anno 1624 aber ist von sämtlichen Herrn Beamten wohl verglichen worden das wegen der Gemeinschaft Unterthanen, und sie die Canzley und Oberamtsleute unbemüht verbleiben lassen, sollten die Herrn Schultheißen alle 6 Wochen oder Inch befinden der Kläger in 12 Wochen zusammen kommen, und die Parteyen vor sich nehmen, und dem Befinden nach entscheiden.
26. Ist zu wissen, daß allhier am Gericht sieben Schöffen, welche wann einer abgestorben, mit einer anderen qualificirten Person durch sämtlicher Herrn Amtsleute aus bestellt und beeydigt werden.
27. Zu wißen, daß von geschätzten und gnädige Herrschaft wohl verglichen, daß im Prozeß gegen die Übeltäter und vondemnirter Personen die Schöffen von dem Gemeinschafts Orth das von jeder Herrschaft attematim gefaste Urtheil publizieren (Veröffentlichung), und ist der Richtplatz unten am Dorf doch in den Bannzäunen begriffen.
28. Die Bannzäume gehen rings und nohe (nahe) am Dorf herum, außerhalb deren ist es Dietzische Obrigkeit (Hoheit ) angehörig; sollte aber von den Unterthannen dieses Orths; wie auch von den benachbarten und ferner ausländischen, einige Schmähung oder Schlägerei vorgehen, so in Mensfeldischen Gerichtszwang begriffen, muß solches bey unser gesch. und gnädigen Herrschaften dieses Gemeinschafts Orth vertädigt (verteidigt) werden. Wildfang und blutige Wurden gehören dem diezischen Gericht, und darf kein Unterthan von hieraus sich Schießen und hierin in sein Haus bringen.
29. Der Gerichtszwang Mensfelder Terminey ist entworfen durch sämtliche dieses Orts, wie auch Herrn Diezische Beamten so dabey gewesen, abgesteint und mit Holzstöcken besetzez, aber nur an ganz abgefallene nötig zu befohlen, daß andere aufgestellt werden.

Nschl. Minsfelden dem dortigen Schultheißen Bericht und Gemeinde den 17/17 May 1652

# Die Schule

✍ **Autor(en):** Walter Schwenk (1975)\\\\Hans-Gerhard Beier (2025)

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Die Schulreform im Herzogtum Nassau, die mit dem Schuledikt von 1817 die nassauische Simultanvolksschule schuf, fand in Mensfelden in der alten Kirchspielsschule einen guten Ansatzpunkt vor. Der Schullehrer Johann Conr. Hehner hatte 1789 bis 1792 das Schullehrerseminar in Idstein besucht. Er unterrichtete 1816 allein 180 Schüler, 89 Knaben und 91 Mädchen, und versah daneben noch den Organisten- und Glöcknerdienst. Mit einem Gehalt von 300 Gulden im Jahr war der Schuldienst allerdings nicht allzu gut ausgestattet. Dies war noch schlechter für die zweite Stelle, die wegen der hohen Schülerzahl 1820 als Lehrgehülfenstelle eingerichtet wurde. Da die Schule sehr schlecht mit Schulgut ausgestattet war, wechselten die Lehrer, zum Nachteil des Schulunterrichts, ungewöhnlich oft.

Das alte Schulgebäude neben der Kirche war 1825 baufällig geworden. Es wurde 1825 auf Abbruch für 251 Gulden versteigert. Nun wurde bis 1831 im alten Rathaus Schule gehalten. Das Rathaus war damals im 1. Stock des alten Backhauses, das in der Nähe der Kirche stand. Vergeblich versuchte man noch eine zweite Schulstube zu mieten, da der Raum im Rathaus nicht ausreichte. In einem Bericht vom 25.9.1826 heißt es: Sehr erwünscht wird die Ausführung des Schulhausbaues in Mensfelden, denn es ist ein dringendes Bedürfnis. Gegenwärtig 1826 besuchen 230 Kinder die Schule zu Mensfelden. 1819 waren es noch 206 Kinder. Die von 230 bis 240 anwachsende Kinderzahl erfordert drei Lehrer, so auch drei Lehrstuben, wo auf jeden Lehrer 82 - 84 Kinder gerechnet werden. Man hielt es nicht für möglich, einen dritten Lehrer zu besolden. Selbst für den zweiten Lehrer konnte die Gemeinde, wenn der Bau der neuen Schule sie nicht allzu sehr belasten würde, nur 200 Gulden jährlich aufbringen. So baute man 1827 - 1831 die neue Schule mit zwei großen Lehrsälen, einer Lehrerwohnung und einer Stube für den Lehrgehülfen. Die neue Schule entstand in der Neustraße an der Ecke zur Unterstraße, wo sich bis zum Großbrand 1801 das alte Pfarrhaus mit seinen Nebengebäuden befand. Sie wurde von dem Maurermeister Adam Urban aus Limburg und dem Zimmermeister Scheid aus Ohren erbaut. Nach einigen Jahren sah man ein, dass zwei Schulsäle nicht ausreichten, so richtete man bis 1865 zwei weitere Lehrsäle ein. Nach einem Bericht vom 27.11.1865 hatte die neue Schule 1462 Taler und 14 Dukaten gekostet.

Bei mehr als 200 Schülern hielt man 1867 eine dritte Lehrerstelle für nötig, die I870 eingerichtet wurde. Sie war jedoch häufig nicht besetzt. So unterrichteten 1908/09 zwei Lehrer die etwa 150 Kinder in drei Klassen. Bei Kriegsende 1918 war Lehrer Freyeisen gar allein mit 183 Schülern. Aus Ersparnisgründen wurde 1926 die dritte Stelle wieder aufgehoben. Im Jahr 1934 wurde der Schulgarten in einen größeren Schulhof umgewandelt.

Seit 1971 besuchen auch die Kinder von Mensfelden die neue Grund- und Hauptschule der Gemeinde Hünfelden, die Frh. vom Stein-Schule in Hünfelden-Dauborn.

<figure id="bkmrk-foto%3A-alte-schule-un">![](pictures/schule.jpg)<figcaption>Foto: Alte Schule und heutiges Wohnhaus, David Diefenbach, 2023</figcaption></figure><figure id="bkmrk-schulfoto-mensfelden">![](pictures/schulbild.jpg)<figcaption>Schulfoto Mensfelden (Unterstufe) um 1920  
<u>2. Reihe v.o.:</u> (3.) - Elisabeth Völker, verh. Schwenk („Pfeiffers“/ Hehnerstraße) - (9.) - Emilie Schwenk, verh. Wollmann („Gässjes“/ Kirchstraße)  
<u>3. Reihe v.o.:</u> (2.) - Wilhelmine Schumacher, verh. Weyer - (7.) - Paula Schumann, verh. Diefenbach - (10.) - Paula Kees, verh. Weil („Helde“)  
<u>5. Reihe v.o.:</u> (1.) sitzend: - Wilhelm Schmidt („Mohrs“)  
<u>6. Reihe v.o.:</u> (1.) - Wilhelm Schwenk („Laier“)  
<u>Lehrer:</u> August Stückrath (vermutlich, als Lehrer für die hier abgebildete Unterstufe)</figcaption></figure><figure id="bkmrk-dokument%3A-stundenpla">![](pictures/stundenplanorginal.jpg)<figcaption>Dokument: Stundenplan von 1836 <span class="citation" data-cites="HHStAW-14"></span></figcaption></figure><figure id="bkmrk-dokument%3A-stundenpla-1">![](pictures/stundenplan.jpg)<figcaption>Dokument: Stundenplan von 1836 (Umschrift)</figcaption></figure>

# Schulmeister und Lehrer von 1610 -- 1971

✍ **Autor(en):** Walter Schwenk (1975)

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(1) = 1, Lehrer, nach 1914 Hauptlehrer, (2) Lehrgehülfen, seit 1859 2. Lehrer, (3) Lehrgehülfen, seit 1902 3. Lehrer.

1. Weigandt Ulmann 1611, sonst 1610 - 1616
2. Eichelbauer (um 1668?) vor 1704
3. Johannes Helfrich 1678 - 1684 gest. um 1701
4. Valentin Aue 1705 - 1711
5. Johann Adam Hoff aus Berzhahn 1711 - 1725 . . . Aue (Sohn) 1725
6. Hieroniums Sommerlad 1725 bis zu seinem Tod begr. am 17.2.1755
7. Johann Conrad Hehner aus St. Goarshausen 1757 - 1796 gestr. in Bärstadt am 28.10. 1804
8. Johann Karl Hehner aus Mensfelden (Sohn des Vorgängers) 1796 bis zu seinem Tod am 28.5.1835
9. Johann Christian Börner aus Linter (Lehrgehülfe für 1) 1801
10. Johann Müller (Lehrgehülfe für 1) 1830-35
11. Wilhelm Kübler (2) 1820-24
12. Philipp Seibert (2) 1824 - 31
13. Jacob Bauer (2) 1831 - 40
14. Johann Theodor Alberti aus Adolfseck (1) 1837 - 40
15. Herbert Müller aus Ruppertshofen (1) 1840 - + 10.11.1853
16. Bastian (2) 1840 - 41, entfernte sich, im Rhein ertrunken, bei Bingen geländet.
17. Heinrich Müller aus Singhofen (2) 1841 - 46
18. Ludwig Kappus aus Idstein (2) 1846 - 47
19. Rudolph Herrmann (2) 1847 - 49
20. Ferdinand Müller (2) 1849 - 55
21. Philipp Heinrich Paul (1) 1853 - 59
22. Daniel Ortmann (2) 1855 - 57
23. Karl Münzert (2) 1857 - 59
24. Menges (2) 1859 - 65
25. Jacob Adolph Conrad (1) 1859 - 61
26. Peter Nehl aus Brombach (1) 1861 - + 26. 4. 1865
27. Peter Scheid aus Weilmünster (2) 1865 – 68
28. Johann Peter aus Tringenstein (1) 1865 - +26.7.1881
29. Christian Sopp aus Bechtheim (2) 1869 - 75
30. Gottlieb Rudolf Peter aus Nenderoth (3) 1870 - 71, 72-73
31. Ernst Engelbrecht aus Neuengeseke (2) 1876
32. Adolf Birkenhauer aus Kirchhain (2) 1877 - 81
33. Wilhelm Nicodemus aus Burgschwalbach (1) 1881 - 1901 i.R. + 14.2.1907
34. Karl Lieber (2) 1881 - 84
35. Clara Boche (3) 1882 - 83
36. Philipp Schönhaber (2) 1884 - 91
37. Reinhard Lautz (3) 1885 90
38. Georg Karl Neuschäfer(t) 1890 - 94, (2) 1894 - 1901, (1) 1901 - 12
39. Albert Baum (2) 1891 - 94
40. Adolf Lehmann (2) 1901 – 02
41. E. Hennemann (3) 1902
42. Albert Schönwetter (2) 1902 - 04
43. Wilhelm Rieck (2) 1906 - 08
44. Emil Bernhardt (3) 1907 - 09, (2) 1909 - 12 (1), 1912 - + 1918 gefallen
45. Hermann Kräußlach (3) 1909 - 12, (2) 1912 - 14
46. Johann Muhl (3) 1912 - 14
47. Daniel Freyeisen (3) 1914, (2) 1915 - 18
48. Karl Conrad aus Heringen 1914 – 18
49. Walter Schönberg aus Frankfurt (3) 1918 - 26, 1923 - 26 beurlaubt
50. Heinrich Sprenger (3) 1919
51. August Leuckel aus Mensfelden (1) 1919 – 53
52. Wilhelm Stückrath aus Dillenburg (3) 1919 - 21, (2) 1921- 1953(1)-1961
53. Otto Ferger aus Gemünden (3) 1923 – 26
54. Frl. Sprieß, Hertel, Arhelger
55. Wilhelm Nilges aus Mensfelden 1954 - 66 (1) 1961-1966
56. Hagen
57. Lehrerin Leiser
58. Lehrerin Kreis
59. Müller
60. Hahn
61. Wilfried Deubner
62. Lotte Palme 1962 – 1972
63. Ruppert 1966 – 1972
64. Schönfeld 1967 - 1972

Anmerkung: Die längste Dienstzeit in Mensfelden von den vorgenannten Lehrern hatte Lehrer - Hauptlehrer Stückrath mit 42 Dienstjahren. Sein Anfangsgehalt 1919 betrug monatlich 99 Mark und 99 Pfennig. Die Schulchronik ist leider seit 1972 verschwunden, so dass manche Aussagen über die Schule und die Lehrer, besonders aus neuerer Zeit unvollständig bleiben. <span class="citation" data-cites="HHStAW-13 HHStAW-14 HHStAW-15 HHStAW-16"></span>

# Das alte Back- und Rathaus

✍ **Autor(en):** Walter Schwenk (1975)

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Alte Bürger haben es noch beschrieben. Es war ein altertümliches Gebäude. Auf dem mit Bruchsteinen errichteten Erdgeschoß war im 1. Stock ein Fachwerkbau mit kleinen Fenstern. Im unteren Stock war das Backhaus mit einem gemauerten Backofen, daneben eine Backstube und davor ein freier Raum. Dort war das Holz aufgestapelt: Wellen aus Knüppeln und Reisigholz. Es war zeitweise, so schon 1675, einem Gemeindebäcker verpachtet, der das Backen für die Einwohner übernahm. Sie mussten Mehl und Holz stellen und einen bestimmten Backlohn entrichten.

In anderen Zeiten hat jede Familie selbst dort ihr Brot gebacken. In einem großen eng geflochtenen Korb, auch Brotwanne genannt, wurde der Brotteig ins Backhaus gebracht und zum Gehen auf den Backofen gestellt. Nach einigen Stunden, wenn der Teig reif war, wurde er zu Brot geformt. Inzwischen wurde der Ofen mit Backwellen geheizt. Hatte der Ofen die richtige Hitze, war auch das Brot reif zum Backen. Etwa 30 bis 32 Brote und ein Platz waren ein Geback, welches für eine Familie drei bis vier Wochen reichen musste. Dass die letzten Brote noch mal so lange hielten wie die ersten, kann man sich gut vorstellen.

Die Backzeit für die einzelnen Familien wurde sonntags verlost. Zog man das erste Montagslos, hatte man Pech, denn über Sonntag war der Ofen kalt geworden, daher brauchte man die doppelte Holzmenge zum Anheizen. Als um 1870/80 Privatbäckereien aufkamen, endete hier das Gemeindebackwesen.

Im oberen Stock des Backhauses befand sich das Rathauszimmer. Hier wurden die öffentlichen Gemeindeversammlungen und Gemeindevertretersitzungen abgehalten. Von 1824 bis 1832 wurde das alte Rathaus auch als Schule benutzt, als die alte Schule abgerissen und die neue noch nicht gebaut war.

Zuletzt stand das Backhaus zwanzig Jahre unbenutzt, so geriet es in Verfall und wurde um 1890 abgerissen.

Der Schultheiß und nachher auch die Bürgermeister hatten ihre Amtszimmer in ihren Privathäusern. Erst seit 1938 hatte Mensfelden wieder ein Rathaus mit Amtszimmern des Bürgermeisters und des Gemeinderechners.

# Das Zollhaus

✍ **Autor(en):** Walter Schwenk (1975)

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Das von Nassau-Dillenburg kurz vor 1570 draußen vor dem Dorf an der Straße erbaute Zollhaus hat diesen Namen behalten, obwohl dort schon seit 1806 kein Zoll mehr erhoben wird. Es war 1793 verfallen und 1797 unbewohnbar. Der letzte Zöllner Georg Wilhelm Lantz war deshalb ins Dorf gezogen. Er musste danach erneut wieder auf das Zollhaus ziehen, wo er 1800 von einer Diebesbande so beraubt wurde, dass er fast nackt mit seiner Familie dastand. Mit Steinen vom Mensfelder Kopf wurde das Zollhaus, nachdem mehrmals das Baumaterial wieder geraubt worden war, erneut 1804 von dem Maurer Anton Balzer für 2982 Gulden und 28 Kreuzer aufgebaut. Nach der Aufhebung des Zolles kaufte es 1816 Georg Wilhelm Lantz für 501 Taler.<span class="citation" data-cites="HHStAW-17 HHStAW-18"></span>

<figure id="bkmrk-zeichnung%3A-altes-zol">![](pictures/zollhauszeichnung.jpg)<figcaption>Zeichnung: Altes Zollhaus vor 1804, R. Schwenk (1975)</figcaption></figure>

# Der alte und der neue Friedhof

✍ **Autor(en):** Walter Schwenk (1975)

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Der alte Friedhof oder Totenhof an der Kirche wurde seit alters bis 1817 gemeinsam mit dem Kirchspielsfilialdorf Linter benutzt. Als die Einwohnerzahl auf über 1000 anwuchs, kam die Gemeinde in harte Bedrängnis. Nach einem Bericht des Amtmanns Helmrich vom Amt Kirberg vom 17. Februar 1816 war jährlich mit 40 Toten aus beiden Gemeinden zu rechnen. Die Ruhefrist, 1816 aus Platzmangel nur 6 Jahre, war viel zu kurz, so dass häufig die Leichen noch nicht verwest waren.

Der Gemeindevorstand wollte den alten Totenhof deshalb durch Ankauf der angrenzenden Gärten erweitern, was jedoch von der Landesregierung in Wiesbaden nicht genehmigt wurde. Pfarrei, Gemeindevorstand und das Amt schlugen daraufhin vor, einen neuen Friedhof außerhalb des Dorfes anzulegen. Geeignete Grundstücke besaß dort die Domäne in dem Oraniensteiner Hofacker und dem Nonnenhofacker. Die Landesregierung in Wiesbaden war einverstanden. So konnten am 21. August 1816 die Grundstücke erworben werden, was die Regierung am 6. Dezember 1816 bestätigte. Bei einem Rutenpreis von 28 Kreuzern hatte der Friedhof, der mit dem Zugangsweg 286 Ruten groß war, 180 Gulden und 28 Kreuzer gekostet. Im Jahr 1817 konnte er eingeweiht und belegt werden.

Der Friedhof wurde in der Folge 1869 und noch einmal 1963 bei der Flurbereinigung um ca. 80 Ruten erweitert. In den Jahren 1963/64 wurde die Friedhofskapelle erbaut.

<span class="citation" data-cites="HHStAW-21 HHStAW-22"></span>

<figure id="bkmrk-zeichnung%3A-plan-des-">![](pictures/friedhofplanalt.jpg)<figcaption>Zeichnung: Plan des alten Friedhof an der Kirche, Roland Schwenk, 1975</figcaption></figure><figure id="bkmrk-zeichnung%3A-plan-des--1">![](pictures/friedhofplanneu.jpg)<figcaption>Zeichnung: Plan des heutigen Friedhof, Roland Schwenk, 1975</figcaption></figure><figure id="bkmrk-foto%3A-friedhofkapell">![](pictures/friedhofkapelle.jpg)<figcaption>Foto: Friedhofkapelle, David Diefenbach, 2023</figcaption></figure>

# Die Milchbank

✍ **Autor(en):** Robert Krebs (2025)

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Die Milchbank wurde bis 1972 verwendet. Sie diente als Hilfsmittel um eine leichtere Handhabung der Milchkannen beim Umladen auf das Transportfahrzeug zu ermöglichen. Nach 1972 wurden die Milchkannen durch Kühlkarren ersetzt. Ab dann wurde Milch vom Tankfahrzeug direkt abgepumpt, gekühlt und unter Einhaltung der Kühlkette weitertransportiert.

1972 wurden im Schnitt in Mensfelden ca. 1000 Liter Milch täglich gemolken und anschließend zur Molkerei nach Niederneisen transportiert. Die Milchbänke, fünf an der Zahl, dienten noch lange Zeit als Treffpunkte der Dorfjugend.

<figure id="bkmrk-foto%3A-milchbank-aufg">![](pictures/milchbank.jpg)<figcaption>Foto: Milchbank aufgestellt anlässlich der 1250 Jahr Feier, Robert Krebs, 2025</figcaption></figure>Als sie nicht mehr gebraucht wurden, konnten sie entfernt werden. An den Standplätzen der Milchbänke wurden durch die Gemeinde Sitzbänke freundlicherweise, aufgestellt. Hier treffen sich bei schönem Wetter junge und alte Mensfeldener sowie Nachbarn, auf der „Unnergässer Bank“ zum Ausruhen und zum Abendplausch.

Die Nachbildung der Milchbank wurde dankenswerterweise von Eduard Steingräber gezimmert und zusammen mit den Nachbarn der Unterstraße anlässlich der 1250 Jahre - Feier aufgestellt. Die Milchkannen wurden als Leihgabe von den Nachbarn als Deko zur Verfügung gestellt.

# Die Tankstelle in Mensfelden

✍ **Autor(en):** Gerion Weber (2025)

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Am 10. September 1953 wurde in Mensfelden die Genehmigung zum Betrieb einer DEA Tankstelle in der ehemaligen Neustraße, heute Hehnerstraße 6, erteilt. Dahinter standen Toni und Richard Schumacher.

Vor der Eröffnung der Tankstelle hatte an diesem Platz bereits eine Viehwaage ihren Dienst getan. Diese blieb auch weiterhin in Betrieb, um Schweine und Großvieh vor dem Verkauf an den Metzger zu wiegen.

Die Zapfsäule stand direkt an der Hauswand, und so fuhr man mit dem Wagen praktisch auf den Bürgersteig um zu tanken. Einfach und unkompliziert, wie es damals oft der Fall war. Die Tankstelle umfasste einen kleinen Verkaufsraum, eine Werkstatt mit Montagegrube - in der man im Stehen unter den Fahrzeugen arbeiten konnte - sowie ein kleines Lager.

Die Einwohner Mensfeldens und die ansässigen Betriebe nahmen das Angebot gerne an, direkt im Ort zu tanken. Besonders praktisch war auch die Möglichkeit „anschreiben“ zu lassen und monatlich abzurechnen. Bald kamen auch die Bewohner aus dem benachbarten Nauheim zum tanken. Das Benzin wurde regelmäßig von der Firma Schwarz aus Diez mit einem Tanklastzug angeliefert. Neben dem Tanken konnten die Dorfbewohner auch Reparaturen an Autos, Mopeds und Fahrrädern durchführen lassen. Hierbei kam Richard Schumacher seine Erfahrung als Automechaniker zugute, die er unter anderem in seiner Tätigkeit beim Autohaus Möbus in Limburg gesammelt hatte.

Auch die Dorfjugend war regelmäßig dort. Mit ihren Mopeds kamen sie zum Luft pumpen, zum Besorgen von Ersatzteilen oder um den zugesetzten Auspuff auszubrennen. Natürlich wurde auch getankt, denn hier gab es die 1:50- und 1:25-Mischungen für die Zweitaktmotoren. Im Jahr 1968 wurde die Tankstelle um eine Waschhalle mit Hebebühne erweitert, ein großer Schritt für die Reparaturarbeiten und eine spürbare Erleichterung beim Wechseln der Sommer- und Winterräder. Bald wurde zusätzlich ein Autowaschservice angeboten. Bei Toni und ihrer Tochter Doris gab es Handwäsche, Aussaugen und Innenraumreinigung für kleines Geld.

Anfang der 1970er-Jahren ging die DEA in den Besitz von Texaco über, doch Ende der 1980er-Jahre kehrte sie wieder unter dem alten Namen DEA zurück. Mit der Umstellung der Marke kam auch eine Farbänderung – von grün zu rot. Im Jahr 1982 wurde ein neuer Tank eingebaut, der den modernen Standards entsprach und das Angebot an Kraftstoffen erweiterte. Nun gab es auch zwei Zapfsäulen.

Wer Kleinteile für sein Fahrrad oder Moped suchte, fand sie bei Richard, was nicht vorrätig war, konnte bestellt werden. Im kleinen Laden gab es zudem Eis von der Firma Schöller, das aus einer großen Truhe verkauft wurde. Außen an der Hauswand hing ein Zigarettenautomat der Firma Weber und auch ein Kaugummi Automat.

Richard Schumacher war bekannt für seinen kreativen und humorvollen Umgang mit den Preisen, was einige Kunden zunächst stutzen ließ. Mal kostete das Tanken „1.000 Mark“, eine Reparatur „3.000 Mark“ oder ein neuer Bremszug fürs Fahrrad „100 Mark“, aber nur zum Spaß, denn das waren natürlich nicht die tatsächlichen Preise. Viele erinnern sich noch mit einem Schmunzeln daran.

Über all die Jahre hinweg blieb die Tankstelle vor allem eines: ein lebendiger Ort, an dem sich Arbeit, Geschichten und der Alltag der Dorfgemeinschaft kreuzten. Anfang der 1990er-Jahre musste die Tankstelle schließlich aus gesundheitlichen Gründen geschlossen werden. Der alte Dorfname „Zimmerhannes“ jedoch lebt weiter. Heute wird er vom Enkel Gerion Weber und der Urenkelin Lina Marie Weber getragen.

<figure id="bkmrk-foto%3A-tankstelle-in-">![](pictures/tankstelle.jpg)<figcaption>Foto: Tankstelle in Mensfelden, Gerion Weber</figcaption></figure>

# Das Dorfgemeinschaftszentrum

✍ **Autor(en):** Holger Schmidt (2025)

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Die Entstehung des Dorfgemeinschaftszentrums (DGZ) Mensfelden ist ein herausragendes Beispiel für Zusammenhalt, Weitblick und ehrenamtliches Engagement in unserem Dorf und darüber hinaus. Über viele Jahre hinweg haben zahlreiche Menschen, die Gemeinde Hünfelden, die Vereine und weitere Institutionen gemeinsam an einem Ziel gearbeitet: einen Ort zu schaffen, der allen Generationen offensteht und das Vereinsleben in Mensfelden nachhaltig stärkt.

Die Idee wurde allen Ortsvereinen und den Mensfeldener Mandatsträgern durch den Bürgermeister erstmals in 2001 vorgestellt. Zunächst war angedacht, die bestehende Sporthalle/Turnhalle des TuS Mensfelden in südlicher oder östlicher Richtung zum Bolzplatz zu erweitern. Zwei separate Hallen sollten für die Nutzung entstehen, die durch eine flexible Trennwand zu einem großen Festsaal werden könnte. Im Untergeschoss wären Funktionsräume untergebracht. Kosten zwischen 2,8 und 3,2 Mio. DM. Um dieses Projekt zu finanzieren, seien der Verkauf der vom TV Jahn in Erbpacht genutzten Halle und der Alten Schule, des „Alten Rathauses“ und das Einbringen der Sporthalle des TuS Mensfelden mit dem gesamten Grundstück vonnöten. Außerdem seien auch die übrigen Vereine gefordert, Eigenleistungen zu erbringen.

## Ein langer Weg mit Herzblut und Engagement

Die Entscheidung, die eigenen Vereinsheime und Hallen aufzugeben und gemeinsam ein neues Zentrum zu schaffen, fiel niemandem leicht. Für den TuS Mensfelden bedeutete dies einen großen Einschnitt, da man Eigentümer der Sporthalle in Mensfelden war und eine notarielle Übertragung für den symbolischen Wert von 1 EUR an die Gemeinde beschlossen werden musste: Über 40 Jahre lang war die Sporthalle das Herzstück des Vereinslebens, in das unzählige Arbeitsstunden, finanzielle Mittel und viel Herzblut investiert worden waren. Der Verein war mit seiner Halle gut aufgestellt und diese sollte nun einem neuen Gemeinschaftszentrum weichen und abgerissen werden – eine schwere Entscheidung für Vorstand und Mitglieder. Auch der TV Jahn musste sich von seiner mit großer Eigenleistung geschaffenen Halle verabschieden. Viele schöne Erinnerungen sind auch mit diesem Ort verbunden – und doch war der Blick nach vorn entscheidend.

Auch die anderen Vereine, die im Gebäudekomplex der alten Schule oder des alten Rathauses zu Hause waren, mussten Entscheidungen treffen. Der Gesangverein, die Landfrauen, der Verein für Gartenbau und Umwelt sowie der Mensfeldener Jugendraum, mussten sich von ihren angestammten Domizilen verabschieden und einen Verkauf akzeptieren. Trotz aller Wehmut waren sich die Vorstände und Mitglieder einig, dass ein gemeinsames Dorfgemeinschaftszentrum die beste Lösung für die Zukunft ist. Die Bereitschaft, Altes loszulassen und gemeinsam Neues zu schaffen, war die Grundlage für den Erfolg dieses Projekts.

## Gemeinsam zum Ziel – Die Planungsphase

Acht Jahre lang wurde geplant, diskutiert und verhandelt. Ein starkes Zeichen für die Gemeinschaft setzte Bürgermeister Norbert Besier mit der Einladung zu einem externen Workshop ins Hotel „Zugbrücke“ nach Höhr-Grenzhausen vom 14. bis 15.01.2005 an welchem Vereinsvertreter, Ortsbeirat, Mandatsträger, Arbeitskreis und Gemeindeverwaltung sowie Planer teilnahmen. Thema des von Silke Franze-Welling moderierten Workshops war: „Gemeinschaftszentrum für Mensfelden - Zentrale Lösung oder Beibehaltung der dezentralen Einrichtungen“.

In den zwei Tagen wurden Ergebnisse der Arbeitsgruppen der Dorferneuerung, politische Eckdaten und Rahmenbedingungen, Bedarfsanalysen mit Raumprogramm und Hallenbelegungspläne, Pläne der Gebäude mit Raumnutzungen, Daten und Fakten zur Gebäudebewertung, Kostenschätzungen bei Sanierung der beiden bestehenden Hallen sowie grundsätzliche Vor- und Nachteile für das Dorf betrachtet. Es wurde gut gearbeitet und diskutiert und man hatte auch Spaß. Die Schlussabstimmung, die wie vereinbart am zweiten Arbeitstag pünktlich um 17:00 Uhr stattfand, erbrachte dann ein nahezu einstimmiges Ergebnis für einen Neubau für max. 2 Mio. EUR. Ein Meilenstein in der Dorfgeschichte: „Ein gemeinsamer Neubeginn für eine gemeinsame Zukunft!“. In der Folge besuchte man mit dem Bürgermeister Hallen in Seelbach, Aumenau und schaute sich weitere Hallen in Obertiefenbach, Niedertiefenbach und Schupbach an. Letztlich fand man aber keine Vorbildhalle für Mensfelden, an welcher man sich hätte orientieren können. Deshalb suchte das engere Planungsteam von TuS und Jahn und auch der Bürgermeister mit dem Architekturbüro einen für das Vereinsleben, das Dorf und die Gemeindefinanzen guten Kompromiss. Insgesamt sieben Planvarianten wurden vom Architekturbüro letztlich skizziert.

Auf der Bürgerversammlung am 28.08.2006 in der TuS-Halle wurde dann der von den Vereinen favorisierte Plan 1a den Mensfeldern als mögliche Variante und auch die weitere Vorgehensweise vorgestellt. Der Planstand in eingeschossiger Bauweise wurde in seiner Idee und der Grundkonzeption von vielen Anwesenden positiv mitgetragen.

Wesentlich für das Durchhalten in dieser langen Zeit war das Wollen der Vereinsvorstände. Sie verfolgten gemeinsam das Ziel eines modernen Dorfgemeinschaftszentrums, das allen Vereinen und den Bürgern offensteht. Auch Bürgermeister Norbert Besier, die Gemeindeverwaltung und die Kommunalpolitik sowie die Dorfentwicklung unterstützten das Vorhaben mit Engagement und Glauben an eine Lösung – auch wenn es zwischendurch zu erheblichen Konflikten im Prozess kam. So setzte sich der TuS Mensfelden für eine Beibehaltung des Schießstandes in einem Multifunktionsraum und einer weiteren Vergrößerung der Nebenraumtrakte wie z.B. dem Vereinsraum ein, was zu höheren Baukosten geführt hatte. Das neue DGZ sollte wichtige Funktionen erfüllen, nur dann wollte der TuS die notarielle Übertragung des Grundstücks mitgehen.

Am 30. März 2009 gab es ein letztes und gutes Abstimmungsgespräch zwischen Bürgermeister Besier und dem TuS-Vorsitzenden Holger Schmidt. Beide Seiten einigten sich über noch offene Punkte (z.B. Hallentrennwand, Lagermöglichkeiten, Garagen, Eigenleistungen, ...), die auch sofort per Bandaufzeichnung durch den Bürgermeister in einer 11-seitigen Ergebnisniederschrift protokolliert und allen Vereinen kommuniziert werden. Der TuS-Vorstand beschließt am 14. April 2009 eine Baulasterklärung zu unterschreiben. Die notarielle Beurkundung der Grundstücksübertragung an die Gemeinde erfolgte am 19. August 2009. Die Abrissarbeiten der TuS-Halle mit vielen Helfern in Zusammenarbeit mit der Fa. Ralf Finger endeten am 26.08.2009. Die getroffenen Planungen galt es nun durch die Gemeinde umzusetzen, manche Details mussten noch im Prozess beraten werden. Die Rohbauarbeiten durch die Baufirma Ötzkan starteten Ende September 2009 – viele Mensfeldener waren Zaunzeuge und machten sich ein Bild vom Baufortschritt ihrer neuen Halle.

<figure id="bkmrk-zeichnung%3A-grundriss">![](pictures/evh_grundriss.jpg)<figcaption>Zeichnung: Grundriss der Erich Valeske Halle</figcaption></figure>## Das neue Dorfgemeinschaftshaus ist fertig!

Der Vorschlag von Bürgermeister Norbert Besier das neue Haus den Namen von Hünfeldens Altbürgermeister Erich Valeske zu geben, wurde von allen Beteiligten mitgetragen. Auf Einladung des Bürgermeisters fand die Einweihung der neuen „**Erich-Valeske-Halle**“ mit vielen Ehrengästen unter Beteiligung der Ortsvereine am Samstag, 26.11.2010 statt. Die Halle war an diesem Tag gigantisch voll und es war eine sehr schöne Veranstaltung mit buntem Programm.

## Finanzierung und Förderung

Ein solches Großprojekt mit Baukosten von über 2 Mio. EUR wäre ohne finanzielle Unterstützung nicht möglich gewesen. Dank des Engagements von Bürgermeister Besier und der Gemeindeverwaltung konnten Fördergelder in Höhe von rund 420.000 Euro über die Dorferneuerung, 130.000 Euro über die Sportförderung und 104.000 Euro für das Seniorenzentrum vom Sozialministerium eingeworben werden. Diese Mittel bildeten die finanzielle Basis für den „Ersatzneubau“ des neuen Zentrums. Damit konnte die Belastung des Gemeindehaushalts für diese Projekt deutlich reduziert werden. Zudem stellte der TuS Mensfelden seinen Grund und Boden zur Verfügung, übernahm den Abriss der eigenen Turnhalle und hatte die Federführung bei den kostenreduzierenden Eigenleistungen der Vereine beim Innenausbau. Auch die Verkaufserlöse für die alte Schule und das alte Rathaus und die nun nicht mehr aufkommenden jährlichen Gebäudekosten kamen in der Folge dem Haushalt der Gemeinde zu Gute.

## Bedeutung für das Dorf und das Vereinsleben

Mit dem neuen Dorfgemeinschaftszentrum ist ein Ort entstanden, der das Miteinander in Mensfelden auf eine neue Stufe hebt. Hier finden Sport, Kultur, Feste und Begegnungen unter einem Dach statt. Der TuS Mensfelden, der TV Jahn, der Gesangverein, die Landfrauen, der Verein für Gartenbau und Umwelt und der Jugendraum sowie der Seniorenkreis u. a. haben nun ein gemeinsames Zuhause, das den Austausch und die Zusammenarbeit fördert.

Das DGZ ist ein Symbol für den neuen Zusammenhalt im Dorf, welches einst durch große Spannungen durch die Vereinsspaltung negative Schlagzeilen machte. Es zeigt, was möglich ist, wenn viele Menschen gemeinsam an einem Strang ziehen und ihre Kräfte bündeln. Die Aufgabe der eigenen Hallen und Vereinsdomizile war ein mutiger Schritt, der sich gelohnt hat: Heute profitieren alle Generationen von einem modernen, barrierefreien und vielseitig nutzbaren Zentrum.

## Ein Dank an alle Beteiligten

Die Entstehung des Dorfgemeinschaftszentrums Mensfelden ist ein Gemeinschaftswerk, welches ohne das Engagement vieler nicht möglich gewesen wäre. Allen, die mitgeplant, mitgearbeitet, vermittelt, unterstützt und gefördert haben, gebührt großer Dank. Sie haben gezeigt, dass Mensfelden ein lebendiges Dorf ist, in dem Zusammenhalt und Engagement großgeschrieben werden.

Das neue Dorfgemeinschaftszentrum ist ein Ort der Begegnung, des Sports, der Kultur und des Miteinanders – und ein Meilenstein in der Geschichte unseres Dorfes.

# Historischer Dorfbrunnen

✍ **Autor(en):** Robert Krebs (2025)

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## Der Ortsteil Mensfelden erhält einen historischen Dorfbrunnen im Jubiläumsjahr 2025

Bei der Erneuerung der Hehnerstraße im Jahre 2020 wurde unter anderem ein alter Brunnen aus der Zeit des 19. Jahrhunderts entdeckt. Dieser, aus Bruchsteinen ohne Mörtel gemauerte Dorfbrunnen war mit einer Betonplatte abgedeckt. Der Brunnen konnte so vor sich hin schlummern, bis die Bauarbeiter ihn wieder entdeckt haben. Bei der Neugestaltung der Straße musste der Brunnen dem neuen Oberflächen-Niveau der Straße angepasst und mit einem abschließenden Deckel gesichert werden. Die gesamte Baumaßnahme der Straßenerneuerung, sowie wie die Erneuerung der Wasserleitung, Abwasserleitung und Energieversorgung, wurde von einem archäologischen Team begleitet und dokumentiert. Hierdurch verzögerte sich die Baumaßnahme um ca. ein halbes Jahr. Es wurden viele, bisher unentdeckte Funde gesichtet, die zum historischen Alter der Mensfeldener Dorfgeschichte von großer Bedeutung sind. Dieser und viele andere Brunnen, im Dorf befindlichen Zieh - und Schürfbrunnen dienten bis zum Bau der Dorfwasserleitung in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts für Mensch, Tier und Gärten zur Wasserversorgung. Die Brunnen und auch die im Dorf befindlichen Brandweiher, waren zum Brandschutz dringend vorgeschrieben. Zumal im Jahre 1801 bei einem Großbrand 2/3 der Häuser den Flammen zum Opfer fielen. Nach der Inbetriebnahme der Wasserleitung 1950, durfte das Brunnenwasser zum menschlichen Gebrauch aus hygienischen Gründen nicht mehr genutzt werden. Der Brunnen befand sich nicht mitten auf der Straße, sondern am Straßenrand zwischen künftigem Bürgersteig und Straße. Auf der Straßenseite waren ohnehin Pflanzbeete und Baumbepflanzungen mit Parkstreifen bei der Planung vorgesehen. Es bot sich an, diesen Brunnen in die Neugestaltung ab der Straßenoberkannte mit aufzunehmen. Hierbei ist die Idee geboren worden, diesen Brunnen zu einem späteren Zeitpunkt einem schönen, neuen Treffpunkt für Mensfelden herzurichten.

Inzwischen hat sich die Findungsgruppe „Unser Dorf hat Zukunft“ mit dieser Idee in etlichen Sitzungen angenommen. Das Ergebnis war, eine Neugestaltung des Brunnens mit Hochbauten. Zur finanziellen Hilfe um so etwas umzusetzen, kam zwischenzeitlich die Überlegung, dieses Projekt in das Hünfeldener Dorfentwicklung Programm IKEK (Inter Kommunales Entwicklungs Konzept) aufzunehmen. Dieses geschah auch und wurde durch Beschluss der Gemeindevertretung in das Konzept aufgenommen und genehmigt. Es ist vorgesehen, dieses Brunnenprojekt im Jubiläumsjahr 1250 zu verwirklichen.

<figure id="bkmrk-zeichnung%3A-plan-des-">![](pictures/dorfbrunnen.jpg)<figcaption>Zeichnung: Plan des historischen Dorfbrunnen, Jonas Löber, 2025</figcaption></figure>## Sichtung der Bausubstanz

Die Jugendabteilung sowie aktiven Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr Mensfelden pumpten den Brunnen in einer Übungsstunde leer. Es wurden keine Gegenstände, alte Waffen oder Müll gefunden. Der Brunnen selbst hat einen innen Durchmesser von ca 140 Centimeter und eine Tiefe von 6,38 Meter ab Straßenoberkante. Er hat einen ständigen Wasserstand von 168 cm unter der Straßenoberfläche. Der Brunnen ist bis zu seinem Fundament komplett mit Bruchsteinen aus Mensfeldener Steinbrüchen ohne Mörtel gefertigt und von der Bausubstanz in einem sehr guten Zustand. Das Brunnenwasser wird vom Grundwasser gespeist und ist durchsichtig bis zum Brunnenboden.

## Die Herstellung des Brunnens und seiner Umgebung ab der Straßenoberfläche

Um diese Brunnenanlage für die kommenden Generationen sichtbar zu machen, wird das Bauwerk oberhalb der Straßenoberfläche hochgebaut. Eine beidseitig sichtbare kreisförmige Bruchsteinmauer wird mit 6 schmiedeeisernen Stützen zur Aufnahme des Runddaches hergestellt. An den Stützen werden zum Einhängen von Freundschaftsschlössern Rundeisen angebracht. Der Brunnen erhält zur Optik eine fest angeschraubte Seilspindel aus Stahl. Am Seilende wird ein Schöpfeimer angebracht. Der Brunnen selbst wird innen durch LEDs beleuchtet. Die nötige gespeicherte Energie für die Beleuchtung wird nur bei Dunkelheit benötigt. Sie wird durch eine auf das Dach montierte Photovoltaik-Paneele gewährleistet. Dadurch wird für die Elektronik kein Anschluss an das örtliche Stromnetz benötigt. Der Brunnenschacht erhält einen sicheren und abschließbaren, sowie durchschaubaren, schmiedeeisernen Reinigungsdeckel. In unmittelbarer Umgebung wird eine Schautafel mit Hinweisen über die Historie des Brunnens und dem Großbrand 1801 und auch über die entdeckten Funde bei den Bauarbeiten in der Straße. Das Ganze wird mit einem QR-Code versehen. Für die Besucher werden zwei Sitz-Würfel zum Verbleib am Brunnen aufgestellt, wovon einer der Beiden innen zur Aufnahme der Elektrik dient.