# I. Geschichtliches

# Die Urgeschichte

✍ **Autor(en):** Walter Schwenk (1975)

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Vor etwa 6000 - 7000 Jahren dürften die ersten Menschen im weiten Umkreis des Mensfelder Kopfes gelebt haben. Als Sammler und Jäger durchstreiften sie unsere Heimat. Sie wohnten in Höhlen, ihre Waffen und Geräte stellten sie aus Steinen her. Die Wissenschaft gliedert diese Zeit in eine Ältere, Mittlere und Jüngere Steinzeit. Bis zur jüngeren Steinzeit hatten die Menschen schon die Höhlenbewohnung zum Teil aufgegeben und sind zum Hüttenbau (Viereckhaus) mit Lehmflechtwand übergegangen.

Auch ihre Kleidung, die bis 1200 v. Chr. noch aus Fellen bestand, wechselte schon in der jüngeren Steinzeit durch die Erfindung der Webkunst auf Leinen und Wolle über. Der Mensch blieb bis zur jüngeren Steinzeit Jäger und Sammler, entwickelte sich dann aber mehr zum Ackerbauer und Viehzüchter.

**Die Keramik der jungen Steinzeit**

Zu dieser Zeit begann der Mensch aus Ton Töpfe und Vorratsgefäße zu formen und zu brennen. Die ersten handgeformten Töpfe waren plump und schmucklos. Aber bald lernte der Töpfer auf einer Scheibe seine Töpfe und Gefäße zu drehen und diese in den verschiedensten Arten zu verzieren. Bei Ausgrabungen findet man oft Gefäße und auch Geräte aus Ton, die sowohl in der Form, als auch in der Art ihrer Verzierung von überraschender Schönheit sind.

Man kann heute anhand dieser Merkmale sowohl die Weiterentwicklung der Töpferei im Laufe der verschiedenen Zeitabschnitte, als auch die Wohngebiete und Wanderungen einzelner Stämme feststellen, die diese Keramik schufen.

**Bandkeramik**

So zählte die Bandkeramik zu einer Kulturgruppe der jüngeren Steinzeit. Durch die bänderartigen Verzierungen erhielt sie ihren Namen. Die Keramik dieses Kulturkreises ist verbreitet vom Schwarzen Meer über den Donauraum und Schlesien bis zum Mittelrhein.

**Schnurkeramik**

Als Schnurkeramik bezeichnet man eine Tonware aus der Jungsteinzeit (Bes. Becher und Amphoren), so genannt nach der Verzierung der Gefäße durch Schnurabdrücke und ähnlichen Mustern. Sie wird auch indogermanische Kultur genannt. Gefäße aus jener Epoche finden sich in dem Raum vom Kaspischen Meer bis hin zur Nordsee und auch in Sachsen und Thüringen. Die Schnurkeramiker gehören zu der indogermanischen Völkergruppe; Indogermanen ist ein Sammelname für die sprachverwandten Völkerstämme Europas und des westlichen Asiens.

**Leitkeramik**

Als Leitkeramik bezeichnet man die Michelsberger Keramik, die man auch in unserer Heimat findet. Es sind Tongefäße, auf der einen Seite glatt und der anderen Seite rau, die mit Einkerbungen und Fingertupfen verziert und zum Teil mit Wulstrand versehen sind.

Die jüngsten Funde dieser Art wurden in Oberbrechen 1973 gemacht und dürften auch aus der jüngeren Steinzeit stammen. Weitere Funde der Michelsberger Keramik sind aus Weilbach, Wiesbaden-Schierstein und von der Altenburg bei Niedenstein im Kreis Fritzlar-Homburg bekannt. Das Hauptverbreitungsgebiet dieser Kultur liegt zu beiden Seiten des Ober- und Mittelrheins. Man rechnete sie lange Zeit zum westlichen Kulturkreis und sah ihre Ausgangsbasis in den Bereichen der Oberschweiz, des Bodensees und des Oberrheintals. Funde, die auf Siedlungen oder Bewohner von Mensfelden und seinen Nachbargemeinden aus der jüngeren Steinzeit hindeuten, wurden bei Dauborn, Lohrheim, Steeden, Dehrn, Staffel, Eschhofen, Heringen und Mensfelden (im Forst) gemacht.

**Urnenfelder Kultur**

Etwa an der Naht zwischen Jungsteinzeit und Bronzezeit spricht man auch von einer Urnenfelder Zeit, da die damaligen Einwanderer, die vom Süden kamen, den Leichenbrand ihrer Toten in kunstvoll geformten und verzierten Urnen bestatteten.

**Bronzezeit**

Die Bandkeramiker waren Menschen nordischer Rasse. Gegen Ende der Jungsteinzeit folgte die Bronzezeit, die etwa den Zeitraum von 1800 - 750 v. Chr. umfasst. Funde in unserer engeren Heimat fehlen aus jener Zeit.

**Eisenzeit**

Nach der Bronzezeit folgt die Eisenzeit. Nun stellte man Geräte und Waffen aus Eisen her.

**Kelten**

In dieser Zeit haben die Kelten, denen der Raum in Gallien zu eng war, den Rhein überschritten und um das Jahr 1000 v. Chr. auch Teile unseres Gebietes besetzt. Die alten Bewohner flohen, und so nahmen sie das Land längs der Mosel, an der Lahn, im Hunsrück, in der Eifel, im Westerwald und Taunus an sich.

Es war ein Volk von Bauern, Handwerkern, Bürgern und Kaufleuten, die unseren Raum besiedelten. Ihre Wohnstätten bauten sie meistens in Flusstälern. Auf Bergplateaus bauten sie Ringwälle, und Fluchtburgen (Dornburg bei Frickhofen, Altkönig Taunus).

Es waren Menschen, die hier jetzt ihre Heimstatt bauten; ein Haus aus Holz und mit Lehm verdichtet, mit Stroh gedeckt, von einem Hof und Zaun umgeben.

Die Kelten waren von Nordwesten gekommen und Spuren ihrer Anwesenheit in Schottland, Irland und in der Bretagne sind dort heute noch zu finden. Sie wurden später verdrängt und wanderten südwärts. In den leeren Raum stießen andere indogermanische Volksstämme vor, unter anderen auch die Chatten.

**Chatten**

Mit dem Schwert haben die Chatten das Land erkämpft. Von den Kämpfen dieser Zeit sprechen noch die Ringwälle im Taunus. Nach den Kelten haben dann die Chatten hier ihre Behausungen aufgeschlagen, ihre Felder bestellt und ihr Vieh geweidet.

Es war ein deutscher Stamm von dessen Mut und Tapferkeit - von allen germanischen Stämmen heraushebend - der römische Schriftsteller Tacitus bewundernd spricht. Diese Bewunderung verdienen die Chatten, da sie fast 250 Jahre dem Ansturm des römischen Reiches standhielten. Sie wollten nicht, dass Germanien zur römischen Provinz werden sollte, obwohl die Macht der Römer immer zunahm. Etwa 200 - 100 v. Chr. drangen die Chatten weiter nach Süden vor bis zur Wetterau und Weilburg. Ihre Sesshaftigkeit wird im Rhein Main - Lahnviereck vermutet. Das Hügelland mit seinen Waldungen war ihre Heimat. Es waren kräftig gebaute Menschen, mit einem scharfen Blick, einem regsamen Geist mit kluger Berechnung, der sie auch im Kampf auszeichnete.

Die Bezeichnung Chatten bedeutet so viel wie die Behelmten, denn sie trugen im Kampfe eine lederne Kopfbedeckung.

**Römer**

Zum ersten Mal haben die Römer unter Cäsar in den Jahren 55 - 53 v. Chr. den Rhein überschritten, damit begann eine neue Epoche. Der Limes wurde gebaut und mit dieser Befestigungsanlage sicherten die Römer den eroberten Raum im Süden des germanischen Gebietes. Es kam jedoch immer wieder zu Kämpfen mit den dort ansässigen Stämmen, in die auch die Chatten und ihre Gliedstämme verwickelt wurden. Erst im Jahre 9 n. Chr. haben die vereinigten germanischen Stämme unter ihrem Führer Hermann, der Cherusker, die Römer im Teutoburger Wald besiegt, so dass sie sich über den Rhein zurückziehen mussten.

Der obengenannte Limes (römische Grenzwall), der um 100 n. Chr. vom Rhein bis zur Donau bei uns von der Lahn, Bad Ems über den Taunusrücken bei der Saalburg führte, wurde als Demarkationslinie zum Schutze gegen die Germanen durch Wallgräben, Holzpalisaden und steinerne Wachtürme, welche heute rekonstruiert auf der Saalburg zu besichtigen sind, ausgebaut.

Im Schutze des Walles lagen die Kastelle. Die römischen Kohorten sicherten diese Grenze und man kann als sicher annehmen, dass sie auch bis in die Gegend des Mensfelder Kopfes bei ihren Streifzügen vorgestoßen sind. Vor allem dürften römische Händler bis in unser Heimatgebiet gekommen sein. Einige germanische Stämme ließen sich auch damals schon im römisch besetzten Gebiet nieder, weil die Kämpfe einzelner germanischer Stämme untereinander nicht aufhörten. Diese profitierten dabei, denn sie erlernten die Herstellung der Ziegel, die Errichtung von Häusern aus Stein, den Ackerbau, das Anlegen von Weinbergen, den Straßenbau.

**Völkerwanderung**

In der Völkerwanderung ging das römische Reich auf deutschem Boden zugrunde. Jahrhunderte hindurch wurde der Raum Germaniens in Bewegung gehalten. Die germanischen Stämme suchten nach neuem Land, um ihr Volk vor Hunger zu bewahren, oft standen sie gegeneinander im Streit, tausende starben im Elend um das Ringen um Land und Brot. Im Jahre 375 brachen die Hunnen (mongolische Reiterscharen) in Europa ein und gaben damit den Anstoß zur letzten groß-germanischen Völkerwanderung. Auch unser Land wurde von dieser Völkerbewegung betroffen. Im Jahre 406 wurde es von den Alanen (aus dem Kaukasus) sowie von den Sweben und Vandalen (germanische Völkerstämme) und im Jahre 451 von den Hunnen geplündert und schwer heimgesucht. Die noch hiergebliebenen und überlebenden germanischen Stämme, blieben trotz allem Leid und Elend ihrer Heimat treu. Die römischen Grenzwälle, welche fast undurchdringlich schienen, wurden angegriffen. Die Alemannen, germanischer Volksstamm (auch Sweben genannt), vertrieben im Jahre 250 - 300 die Römer aus dem Zehntlande und siedelten sich im Schwarzwald an. In dieser Zeit vereinigten sich die Reste der durch die Völkerwanderung mit ihren Kämpfen um neues Siedlungsland dezimierten germanischen Stämme in Nordfrankreich und nannten sich Franken. Sie besiedelten etwa um 500 n. Chr. Mittelfrankreich und breiteten sich von dort aus entlang der Mosel und nach Überschreitung des Rheines auch der Lahn entlang bis in unsere Heimat aus. Viele inzwischen entdeckte Frankenfriedhöfe an der Lahn und im goldenen Grund zeugen von ihrer Sesshaftigkeit.

Das fränkische Herrschergeschlecht waren die Merowinger. Bereits unter diesen wurde das in Besitz genommene Land in Gaue eingeteilt. Unsere Heimat gehörte zum Unterlahngau, der das Gebiet an der Lahn um Limburg umfasste und weite Teile des Westerwaldes und des Taunus einschloss. Teile des Landes, auch einzelne Höfe, wurden den Edlen des Reiches übereignet. Die Königshöfe und das Land, das der König für sich in Anspruch nahm, nannte man Salland und die Höfe Salhöfe (Frankenhöfe). Man darf sich einen solchen Frankenhof nicht als einen einzelnen Hof im Gelände vorstellen. Zu einem solchen Frankenhof gehörten auch der Streubesitz im weiten Umkreis.

**Christenglaube**

Um das Jahr 600 n. Chr. führten die Franken, welche hier Herr waren den Christenglauben ein. Die christlichen Sendeboten waren irische und schottische Mönche, die mit den fränkischen Siedlern von der Mosel Lahn aufwärts kamen. Die ersten Klöster und Kapellen dürften im Jahre 600 - 700 entstanden sein. Dieser Glaubenswechsel kam nicht von ungefähr. Denn größte innere Not hatten jene dunklen Zeiten der Völkerwanderung mit all dem sie begleitenden Elend über die Vorfahren gebracht. Sie waren an ihren Göttern und damit am letzten Halt ihres Lebens irre geworden. Sie sahen sich von ihnen verlassen. Auch der König der Franken Chlodwig musste durch diese Not hindurch. Vergebens rief er in seiner entscheidenden Schlacht mit den Alemannen, es war im Jahre 496, seine Götter um Hilfe an. Dann aber wagte er es mit Christus, zu dem ihn seine Gattin, eine Christin, schon oft gewiesen hatte. Und die Alemannen wurden bezwungen, ihm ward der Sieg. Da trat er zum christlichen Glauben über, und ließ sich durch Bischof Remigius taufen.

**Die Zeit Karls des Großen**

Karl der Große König der Franken von 768 - 814 und seit 800 Römischer Kaiser, der durch über dreißigjährigen Kampf die einzelnen Staaten niederwarf und somit halb Europa beherrschte.

Durch die Befreiung des Papstes, baute er mit den Kirchenfürsten sein mächtiges Reich auf und machte großzügige Schenkungen an die Abteien und Klöster wobei er auch 775 - 86 Meinisvelde (Mensfelden) und andere der Abtei Hersfeld zur Schenkung machte.

Alte Funde (auch Gräberfunde) im Flachter Wald, in Niederneisen, sowie fränkische - alemannische Funde in Dauborn zeugen aus dieser Zeit. Die bis hierher aufgezeichnete in kurzer Form gehaltene Vorgeschichte habe ich gemacht, damit der Leser sich einen besseren Überblick über unsere Frühzeit bzw. Vorgeschichte machen kann.<span class="citation" data-cites="WSchwenk"></span>

# Erste Erwähnung

✍ **Autor(en):** Hellmuth Gensicke (1975)

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Nur sehr selten und meist nur aus jüngerer Zeit ist ein Gründungsjahr einer Ansiedlung, eines Dorfes oder einer Stadt, sicher überliefert und bekannt. Fast immer werden längst bestehende Siedlungen durchaus zufällig in schriftlicher Überlieferung genannt. So ist es auch bei Mensfelden.

In einem Kopialbuch der Abtei Hersfeld aus dem 12. Jahrhundert ist eine Aufzeichnung überliefert, die als Breviarium sancti Lulli seit langem der Forschung bekannt ist. Der erste Abschnitt verzeichnet Güter, die Karl der Große der Abtei Hersfeld schenkte. Er beginnt mit Schenkungen, die auch in Urkunden aus dem Jahr 775 überliefert sind, und endet mit Nachträgen, Schenkungen, die Hersfeld ebenfalls Karl dem Großen verdankt und spätestens im Todesjahr des hl. Lull 786 erhalten hat. Dazwischen steht eine Gruppe, die nur unbestimmt zwischen 775 und 786, jedoch wohl bereits zu Beginn dieses Zeitraums angesetzt werden kann mit dem Text: In Andernacho et in Ribenahcho et in Gulse et in Meinesfelde capellas III, hubas V, mansos X. Zu dieser Schenkung Karls des Großen an Hersfeld gehörten demnach: In Andernach, Rübenach und Güls bei Koblenz und in Meinesfelde drei Kapellen, drei Huben[<sup>1</sup>](#bkmrk-bauerng%C3%BCter-von-etwa-1) und 10 Mansen[<sup>2</sup>](#bkmrk-bauernh%C3%B6fe%2C-hofreite), Man hat lange diesen Besitz in Meinesfelde in Münstermaifeld gesucht, doch kann es sich nur um Mensfelden handeln, das noch 1204 mit ganz ähnlichen Ortsnamenformen Menisvelt und Meinesvelt vorkommt. Es spricht vieles dafür, dass eine jener drei damals genannten Kapellen eine Kapelle an der Stelle der sonst seit 1204 bezeugten heutigen Pfarrkirche von Mensfelden war. <span data-label="Erwaehnung" id="bkmrk--1"></span>

Dafür spricht durchaus auch der Ortsname. Seit langem weiß man, dass die -feld und -felde Orte meist in der Nachbarschaft der ältesten Siedlungen liegen und sehr früh, seit dem 6. /7. Jahrhundert in der ersten Ausbauzeit auf Feldern der älteren Siedlungen entstanden sein können. In jener Zeit sind wohl auch die Anfänge einer Ansiedlung auf dem Felde eines Mannes mit dem Namen Megin anzusetzen, die von den älteren Siedlungen im Ems- und Wörsbachtal oder an der unteren Aar ausgegangen sein mögen. Ohne Zweifel war das Dorf Mensfelden sicher schon durch viele Generationen Heimat der Nachkommen jener ersten Ansiedler, als es durchaus zufällig im Jahr 775 in jener Notiz über eine Schenkung Karls des Großen zuerst genannt wird.

[![urkunde.jpg](https://miesfelle.de/uploads/images/gallery/2026-07/scaled-1680-/urkunde.jpg)](https://miesfelle.de/uploads/images/gallery/2026-07/urkunde.jpg)

<figure id="bkmrk-dokument%3A-erster-erw"><figcaption>Dokument: Erster Erwähnung in Breviarium Sancti Lulli, Abschrift aus dem 12 Jh., Quelle:</figcaption></figure><section class="footnotes footnotes-end-of-document" id="bkmrk-bauerng%C3%BCter-von-etwa" role="doc-endnotes">---

1. Bauerngüter von etwa 50000 - 125000 m²[↩︎](#bkmrk-1)
2. Bauernhöfe, Hofreiten[↩︎](#bkmrk-2)

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# Zur nassauischen Ortsgeschichte

✍ **Autor(en):** Hellmuth Gensicke (1975)

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Fortsetzung der seit dem 63. Band (1952) laufenden Aufsatzserie einer quellenmäßigen Grundlegung ortsgeschichtlicher Forschung in Nassau

**Mensfelden und Linter**

Die beiden Orte an den Randhöhen im Süden des Limburger Beckens bilden nur kirchlich noch eine Einheit. Mensfelden ist seit 1971 ein Ortsteil der neugebildeten Gemeinde Hünfelden, während Linter, hart vor der Stadt Limburg, sich noch seine Selbständigkeit bewahrt hat.

Die politische Karte zeigte hier südlich von Limburg bis zu der großen Flurbereinigung nach der französischen Revolution in den Jahren 1802 bis 1815 das für die Landschaft am Mittelrhein und an der unteren Lahn typische Bild. Das Kirchspiel Mensfelden umschloss damals außer Mensfelden, an dem Kurtrier (zu 5/6) und Nassau-Oranien (zu 1/6) beteiligt waren, das nassauoranische Linter und das Dorf Heringen in dem je zur Hälfte zwischen Nassau-Oranien und Nassau-Usingen gemeinschaftlichen Amt Kirberg.

Die Landeshoheit von Nassau-Oranien ist in Linter und Heringen aus dem Erbe der Grafen von Diez und damit von den Rechten der Grafen im Niederlahngau herzuleiten. Durch einen Vertrag von 1355, der die Gemeinschaft Kirberg begründete, haben die Grafen von Diez auch in Heringen die Hälfte der Landeshoheit an Graf Johann von Nassau-Merenberg verloren. Dieser konnte damit in diesem Gebiet ältere grundherrliche Rechte seiner Familie und Vogteirechte über Besitz der Abtei Bleidenstadt nutzen.

Den Grundherren in Mensfelden ist dies nicht in gleichem Maß gelungen. Volle Landeshoheit mit Hochgerichtsbarkeit erlangten sie nur innerhalb der Bannzäune des Ortes. Draußen in der Gemarkung, im Zehntgeleit standen 1521 den Ortsherren nur die Frevel, dagegen blutige Wunden und Wildfang in dem Feld, das in der Grafschaft Diez lag, den Herren der Grafschaft Diez zu. Deutlicher wird 1619 unterschieden, dass die Obrigkeit außerhalb der Bannzäune diezisch sei, auf der Seite nach Kirberg zu jedoch der Gemeinschaft Kirberg zustehe. Diese Rechtsverhältnisse in der Gemarkung waren die Quelle endloser Streitigkeiten der Ortsherren mit den Herren der Grafschaft Diez um Hoheitsrechte und die Jagd, die sich immer wieder auch mit Grenz- und Weidestreitigkeiten mit den Nachbargemeinden Linter, Holzheim und Oberneisen verquickten.

Die Entwicklung der Ortsherrschaft lässt sich nicht mit völliger Sicherheit klären. Der Ortsname Mensfelden 776/86, Kopie 12. Jh. Meinesfelde, 1202 Kopie 16. Jh. Menivelt, 1202, Kopie 16. Jh. Menisfeld, 1204 Meinesvelt, 1208 Mensvelden, 1267 Mensfelden ist mit dem Personennamen Megin gebildet. Seine 1204 zuerst als Pfarrkirche bezeugte Kirche war mit höchster Wahrscheinlichkeit eine der drei Kapellen, die Karl der Große 775/86 mit 5 Huben und 10 Hofreiten (Mansen) in Andernach, Rübenach, Güls und Mensfelden der Abtei Hersfeld schenkte. Von diesem Grundbesitz, dessen Hauptteil sich noch in Andernach und Leutesdorf fassen lässt, ist nur ein Bruchteil in Mensfelden zu suchen. Trotz der weiten Streulage handelt es sich wohl kaum um zufällig für diese Schenkung aus größeren Königsgutsbezirken herausgelöste Splitter, sondern eher um eine grundherrlich schon vorher zusammengehörige Besitzeinheit, die in dieser Zusammensetzung von einem Vorbesitzer der Krone zugefallen war. Auf Zusammenhänge mit älterem Reichsgut, die in Andernach und Leutesdorf zu erkennen sind, könnte hier der Flurname Forst im Südteil der bereits im Hochmittelalter waldarmen Gemarkung Mensfelden deuten.

Patronat und Zehnten finden wir später in der Hand der Grafen von Diez und ihrer Vasallen. Da die Grafen von Diez im nahen Bubenheim-Kirberg Vögte und Lehnsleute der Abtei Herzfeld waren, verdanken sie wohl auch ihre Rechte in Mensfelden der Abtei Hersfeld.

Ein größerer Herrenhof dessen spätere Besitzer hier die Ortsherrschaft erlangten, war beim Übergang der Kapelle an Hersfeld bereits in anderen Händen. Diese Grundherrschaft ist zuerst 1202 zu fassen, als unter den Stiftungsgütern der von Heinrich von Sayn gestifteten Abtei Sayn der Zehnten in Mensfelden genannt wird, wobei es sich nur um den Salzehnten, den Zehnten vom Land des Herrenhofes, gehandelt haben kann. Die Vorbesitzer dürfen wir wohl unter den Konradinern und den Grafen von Gleiberg suchen, da die Grafen von Sayn auch in anderem Besitz diesen nachfolgten. Graf Heinrich III. von Sayn (1202 - 1246) überließ dem Kloster Dirstein alle Eigentumsrechte von Gütern, welche die Witwe Ida von ihm zu Lehen trug und dem Kloster übertragen hatte. Er behielt sich jedoch die Vogtei über diese und alle Güter vor, die das Kloster innerhalb seiner zum Dorf Mensfelden gehörenden Gerichtsbarkeit erwerben würde. Als Graf Heinrich von Sayn mit seiner Frau Mechtild dem Konvent zu Marienstatt einen Zins zu Mensfelden schenkte, bekundete 1233 seine Schwester Agnes (1202 - 1266), die Gemahlin Graf Heinrichs von Blieskastel, ihre Einwilligung, so dass sie damals wohl schon an Mensfelden beteiligt war. Gerlach, Herr von Limburg (1227 - 1289), der Gatte der Imagina von Blieskastel, zog nach dem Tod seiner Schwiegermutter Agnes ( 7.8.1266) das nahe Mensfelden ganz an sich. Er musste jedoch 1267 seinem Schwager Friedrich von Blankenheim, dem Gatten der Mechtild von Blieskastel, ein Sechstel und zugleich das Sechstel des Grafen Heinrich von Salm an diesem Erbe übergeben, das diesem seine Frau Loretta von Blieskastel zugebracht hatte. Die Aufteilung in Sechstel ist wohl dadurch zu erklären, dass alle sechs Töchter der Gräfin Agnes von Blieskastel, also auch Elisabeth, die Frau des Reinold von Lothringen, Herrn zu Stenay und Bitsch, Kunigunde, die Frau des Grafen Engelbert von der Mark, und Adelheid, die Frau des Grafen Gottfried von Arnsburg, bzw. ihre Erben, einen Anteil am Erbe ihrer Mutter in Mensfelden erhalten hatten. Gerlach, Herr von Limburg hat jedoch wohl bereits alle Anteile an sich gebracht, da in der Folge zunächst nur seine Nachkommen an Mensfelden beteiligt waren. Obrigkeit und Gericht zu Mensfelden gehörten 1492 und 1592 zu vier Sechsteln Leiningen-Westerburg und zu je einem Sechstel Kurtrier und Nassau-Weilburg.

Demnach war nur ein Sechstel bei der Herrschaft Limburg geblieben. Gerlach, Herr von Limburg trug 1322 Erzbischof Baldewin von Trier für 200 Mark alle seine Güter im Mensfelden mit allen Rechten und Zubehör an Menschen und Dingen, jedoch außer seiner Gerichtsbarkeit, zu einem Burglehen von Montabaur auf. Nach dem Tod des letzten Herrn von Limburg erhielt sein Schwiegersohn, Graf Adolf von Nassau-Diez, 1409 die trierischen Lehen der Herrschaft Limburg die Kurtrier jedoch nach seinem Tod 1420 einzog. Seit 1436 war mit der Hälfte an Schloss und Stadt Limburg bis 1624 auch die Hälfte dieses Anteils an Mensfelden an die Landgrafen von Hessen verpfändet. Erzbischof Karl Kaspar von Trier belehnte 1655 Philipp Jakob Waldecker von Kaimt auf Lebzeit mit diesem Sechstel an Mensfelden, das schon nach wenigen Jahren an Kurtrier zurückfiel.

Gerlachs Tochter Imagina von Limburg hatte ein Sechstel an Mensfelden ihrem Gatten, dem deutschen König Adolf von Nassau ( 2.7.1298), zugebracht. Mit Weilburg kam dieser Anteil an des Königs Enkel, Graf Johann von Nassau-Weilburg ( 1371), der 1355 die Burg im nahen Kirberg erbaute und durch Heiraten die Herrschaft Merenberg und Gleiberg und die Grafschaft Saarbrücken an sein Haus brachte. Dieses Sechstel war vor 1459 an Marsilius von Reifenberg und Johann Boos von Waldeck, dann seit 1459 Marsilius, dem Sohn des Marsilius von Reifenberg, und seit 1515 Gothard von Reifenberg verpfändet, doch waren seit 1459 Güter, Gerechtsame und Nutzungen zu Mensfelden ausgenommen, die Graf Philipp erst von Dietrich Herrn zu Runkel wieder eingelöst hatte. Bei der Landesteilung von 1629 blieb dieser Anteil mit Kirberg gemeinsamer Besitz. Als die Grafen von Nassau-Saarbrücken nach der Schlacht bei Nördlingen ihre Stammlande räumen mussten und verloren, wurden die Anteile an Kirberg und Mensfelden 1637 vom Kaiser dem Grafen Johann Ludwig von Nassau-Hadamar übergeben, der dies erst nach dem Dezember 1648 wieder abtrat. Der Anteil an Mensfelden kam bei der Landesteilung 1651 an die neue Saarbrücker Linie. Graf Johann Ludwig von Nassau-Ottweiler, der Älteste dieser Linie, übergab 1660 dieses Sechstel dem Reichspfennigmeister, kurtrierischen und nassau-diezischen Geheimen Rat Achatius von Hohenfels für eine Schuldsumme. Nach der Rückgabe räumte er es 1678 für 2600 Reichstaler Schuld Hugo Friedrich Waldecker von Kaimt ein. Diese Pfandschaft wurde zwar 1682 eingelöst, der Ortsteil jedoch 1682 erneut bis 1718/19 an Nassau-Diez verpfändet, dass auch die Verwaltung übernahm. Der Anteil gehörte in der Folge der Linie Nassau-Usingen, die ihn am 22.3.1790 mit aller Hoheit, Recht, Gerichtigkeit, Untertanen, Leibeigenen, Gütern, Gefällen, gegen den Zehnten in Ohren, das Dorf Schiesheim und den Zehnten in Schiesheim an Nassau-Oranien vertauschte.

Gerlachs Tochter Agnes von Limburg, die Frau des Heinrich Herrn von Runkel-Westerburg ( 1288), hat mit dem Anteil an der Schaumburg wohl bereits von ihrem Vater vier Sechstel an Mensfelden erhalten. Dieser Anteil an Mensfelden war in der Folge unter den Herren von Westerburg sowie seit 1470 den Grafen von Leiningen-Westerburg ein Zubehör ihrer Herrschaft Schaumburg. Graf Christoph von Leiningen-Westerburg verschrieb am 11.11.1617 Lubert von Heiden, dem trierischen Amtmann zu Limburg, Camberg und Villmar, für 8400 Gulden Schuld 420 Gulden Jahresrente aus Mensfelden und versetzte ihm dafür als Unterpfand seinen Anteil an Mensfelden mit Oberherrlich- und Gerechtigkeit, Gülten und Gefällen sowie seinen Hof zu Schadeck. Die Pfandschaft war nach Luberts Tod schon 1625 in der Hand seines Schwiegersohns Lothar von Metternich, der am 12.9.1630 eine Einsetzung in die Unterpfänder verlangt, da Leiningen-Westerburg infolge des Krieges seit 1618 den Zins nicht bezahlt hatte. Metternich verkaufte seine Rechte am 31.3.1631 dem kurtrierischen Rat und Obrist Karl Friedrich Waldecker von Kaimt, der am 9./19.5.1631 Mensfelden gegen den Protest von Leiningen-Westerburg in Besitz nahm. Mit Hilfe der Schweden erlangte Graf Christoph von Leiningen-Westerburg 1632 Mensfelden noch einmal zurück, doch musste er es 1635 erneut dem kaiserlichen Obrist Friedrich Waldecker von Kaimt ( 28. 11. 1643) überlassen, der außerdem Schloss Schadeck 1635 schwer schädigen ließ. Sein Bruder und Erbe Michael Waldecker von Kaimt, 1642 Domherr zu Mainz und Burggraf zu Alzey, verglich sich mit Graf Christophs Sohn, Graf Georg Wilhelm von Leiningen-Westerburg, am 14./24.6.1645. Er erhielt Mensfelden mit aller Hoheit, allen Rechten und Einkünften als Eigentum, verzichtete jedoch auf den Hof zu Schadeck. Graf Georg Wilhelm konnte in der vereinbarten Frist das Geld für den Rückkauf von Mensfelden 1657 nicht aufbringen. Inzwischen hatte nach Michaels Tod sein Bruder Philipp Jakob (1639 - 1660) für sich 1655 auf Lebzeit eine Belehnung mit dem kurtrierischen Sechstel erlangt, doch konnte die Familie diese ebenso wenig wie die von Michaels Sohn Hugo Friedrich (1678 - 1682) erworbenen Pfandrechte am nassauischen Sechstel sich bewahren. Sein Sohn Johann Hugo Waldecker von Kaimt, zuletzt kurpfälzischer General ( Mannheim 21.10.1753), der 1706 Schloss Hohlenfels geerbt hatte und von dort aus seinen Anteil an Mensfelden verwalten ließ, verkaufte am 24.7.1728 mit Genehmigung seines jüngeren Bruders Philipp Karl zur Verminderung der mannigfaltigen Schuldenlasten auf seinen ererbten Gütern seine 4/6 am Dorf Mensfelden, Eigen mit Territorialhoheit, mit vielem Zubehör dem Erzbischof von Trier. Bemühungen von Leiningen-Westerburg um einen Rückkauf, den Nassau-Diez-Oranien übernehmen wollte, hatten keinen Erfolg. Der trierische und nassau-oranische Anteil gehörte zum Amt Camberg, bei dem Mensfelden zunächst blieb, als der kurtrierische Anteil 1802 Nassau-Weilburg zufiel. Nachdem 1806 der oranische Anteil zum Herzogtum Nassau gekommen war, wurde Mensfelden am 9.3.1808 vom Amt Camberg getrennt und mit dem Amt Kirberg vereinigt. Mit diesem wurde Mensfelden am 26.11.1813 vom Herzogtum Nassau an Nassau-Oranien abgetreten, doch kam es am 31.5.1815 ans Herzogtum Nassau zurück. Bei der Auflösung des Oberamts Kirberg wurde es zum 1.7.1816 dem Amt Limburg zugeteilt.

Das Gericht Mensfelden, das zuerst als Gerichtsbarkeit des Grafen Heinrich von Sayn (1202 - 1246) bezeugt ist, war ursprünglich ein grundherrliches Gericht. Dies ist noch 1267 deutlich zu erkennen, als Gerlach Herr von Limburg zwei Anteile an Mensfelden vor dem Meier, den Schöffen und den anderen, die weltliche Gerichtsbarkeit zu Mensfelden ausüben, übertragen sollte. Das Gericht war 1316, 1366 und 1399 mit einem Schultheiß und 1343 mit einem Amtmann und mit Schöffen besetzt, deren Gesamtzahl sieben war. Jeder der drei Herren hatte schon 1469 und 1471 einen eigenen Schultheiß am Gericht. Leiningen-Westerburg behauptete 1492 gegenüber Kurtrier, dass nur sein Schultheiß ein redender und die beiden anderen schweigende Schultheißen seien. Es hatte aber mit dem seit 1469 immer wieder erhobenen Anspruch, in Mensfelden Oberherr zu sein, ebenso wenig Erfolg wie später mit ähnlichen Bemühungen 1654 die Waldecker von Kaimt. In den Urkunden handeln die drei Schultheißen stets gleichrangig, dazu wurde 1595/96 ein Wechsel im Gerichtsvorsitz vereinbart.

Mit kurtrierischer Hilfe verlangte Hessen als Teilpfandherr 1570 - 1573 für seinen Schultheiß zu Oberbrechen den Besitz im Gericht Mensfelden, den es auch 1575 - 1578 und erneut 1592 erlangte. Kurtrier und Nassau-Saarbrücken ließen den Dienst zeitweilig von einem auswärtigen Schultheiß versehen, bestellten jedoch um 1607 einen örtlichen Büttel, der seit etwa 1612 dafür dienstfrei war und dessen Sohn, seit 1624 im gleichen Dienst, später 1631 hier Unterschultheiß beider Herren war. Nach dem Ankauf des waldeckerschen Anteils behielt Kurtrier 1728 gegen Nassau-Usinger Protest zwei Schultheißen und damit zwei Stimmen am Gericht bei. Erst 1803 vereinigte Nassau-Weilburg diesen Dienst. Schöffen und Büttel wurden im 16. Jh. von Leiningen-Westerburg allein gesetzt, 1652 jedoch gemeinsam angenommen, und zwar 1723 einer von jeweils drei, die das Gericht vorgeschlagen hatte. Zu den Schöffen gehört der Gerichtsrechenmeister 1625, zum Gericht auch der Gerichtsschreiber. Neben den Schöffen erscheint 1702 und 1796 noch ein Vorsteher. Den Dienst des Büttels hatte 1794 ein Gerichtsdiener.

Das Gericht pflegte man 1453, 1575 und 1680 unter der Linde vor dem Kirchhof zu halten, wo auch das Weistum verlesen wurde. Für Kauf, Tausch und Übergabe von Gütern waren 1647 jährlich vier feste Gerichtstage hergebracht. Nach dem Weistum von 1469 war das Gericht der drei Herren für alle Güter, die nach Mensfelden gehören, so auch 1603 und 1653 noch für die Hübner aus Linter, zuständig. Beim Gericht wurden seit 1548 Gerichtsbücher geführt. Eine Kiste im Kirchenchor diente seit 1562 als gemeinsame Gerichtskiste, zu der jeder Schultheiß nur den Schlüssel von einem der drei Schlösser hatte. Für das Gericht siegelten seit 1399 bis 1526 häufig die Pfarrer, aber auch hier begüterte Adlige, die Kessel von Bergen 1485, die von Rheinberg seit 1486 und die Köth von Wahnscheid sowie die Amtmänner und Keller der drei Landesherren in Limburg, Schaumburg und Kirberg. Auf mehrfache Bitte des Gerichts bewilligten die Beamten der drei Herren dem Gericht am 23. 6. 1601 ein eigenes Siegel. Es sollte die Justitia mit einer Waage und einem Schwert in der rechten Hand zeigen. Der damals vom kurtrierischen Schultheiß bestellte Stempel mit der Umschrift: GERIECHTSIEGEL ZU MENSFELDEN 1602 stellt die Justitia in einen Schild, in jüngeren Stempeln von 1639 (GERICHT. SIGIL. ZU MENSFELDEN 1639) und von 1795 steht die Justitia frei im Siegelfeld.

Güter zu Mensfelden werden noch 1375 und 1379 wie in der Grafschaft Diez rechtsüblich übergeben, da die Gemarkung unter der Landeshoheit der Grafen von Diez stand, doch haben sich diese unmittelbaren Einflüsse der Grafen von Diez, die seit 1301 noch häufig zu beobachten sind, seitdem verloren.

Das Gericht hatte 1492 seinen Oberhof in Limburg und von dort aus weitere Berufung nach Frankfurt an den Oberhof des Limburger Gerichts; Leiningen Westerburg zog Appellationen aus Mensfelden an das Hofgericht in Rottweil 1490 und an Westfälische Freistühle an sich und widersprach mit Erfolg auch dem Versuch des Limburger Stifts, das einen Rechtsstreit 1492 ans Trierer Hofgericht brachte. So war das Stadtgericht Limburg noch 1562, 1574 und 1616 Oberhof für Mensfelden.

Ein Gefängnis oder Hundthaus wurde 1595 gemeinsam aus Bußgeldern erbaut, doch brachte Leiningen-Westerburg auch nachher noch Gefangene wie schon 1525 zur Schaumburg und Kurtrier 1697 über einen Freiweg durch die nassau-diezische Gemarkung Mensfelden über die Berger-Brecher Heide nach Niederbrechen. Die Beamten der Landesherren kamen seit dem 16. Jh. von Fall zu Fall, dann regelmäßig zu gemeinsamen Oberamts- oder Amtstagen zusammen. An diese gingen 1652 auch die Appellationen, die Kurtrier allerdings 1741/42 wieder an sich ziehen wollte. Im Vorsitz und im Geschäftsgang hatte sich schon 1630 ein jährlicher Wechsel der Obrigkeit eingebürgert. Nach der gemeinsamen Gerichtsordnung von 1747 hatte das gemeinschaftliche Amt die hohe Jurisdiktion.

Nassau-Diez ließ 1600 den Kopf eines auf der Meinweide zwischen Limburg und Diez hingerichteten Mörders beim Zollhaus aufstecken und wies damit daraufhin, dass die Blutgerichtsbarkeit in der Gemarkung Mensfelden ihm zustand. Deshalb ließ Leiningen-Westerburg 1603 einen Mensfelder Hexenprozess in Cramberg führen und eine Hexe aus Mensfelden am Schaumburger Hochgericht bei Birlenbach verbrennen. Als man 1629 zwei Hexen in Mensfelden selbst hinrichten ließ, achtete der Nassau-Diezer Schultheiß von Flacht aufmerksam darauf, dass der Scharfrichter dabei, hart am Dorf, links am Weg nach Heringen, den Bannzaun nicht überschritt.

Der 1453 zuerst bezeugte Heimberger war, wie in den Nachbarorten der Grafschaft Diez, ursprünglich ein Gemeindevorsteher und 1453 noch Sprecher der Gemeinde. Neben den drei Schultheißen verlor sein Amt hier jedoch bald seine Bedeutung. Er wird zwar bei Angelegenheiten der Gemeinde noch 1571, 1600 und 1601 vor, jedoch 1589 und 1615 bereits hinter den Bürgermeistern genannt. Er hatte 1654 die Eckernweide der Schweine und 1761 die Erhebung des kleinen Zehnten zu überwachen und wurde 1698 auch als Bote verwendet. Für seinen Dienst, den 1812 ein Gemeindediener übernahm, erhielt er 1654 und noch 1811 ein Paar Schuhe als Lohn.

**Heimberger:**

- Fulckelchin, 1453
- Simon Schumacher, 1673
- Martin Girm, 1675/76
- Adam Scheid, 1677
- Philipp Linter, 1678
- Wilhelm Ulman, 1678/79
- Christian Volk, 1790;

Das Bau- und Rechnungswesen der Gemeinde besorgten, seit 1563 nachweislich, jedoch sicher schon längere Zeit vorher, zwei jährlich wechselnde Bürgermeister, jeweils ein Schöffe und einer aus den jungen Bürgern der Gemeinde, so noch 1812. 1816 hatte ein Gemeinderechner diese Funktion übernommen. Mit den Schultheißen hatten die Bürgermeister die Aufsicht über die Tag- und Nachtwache 1595 und als Feuerpolizei 1675 jährlich die Schornsteine zu besichtigen. Sie dingten[<sup>2</sup>](#bkmrk-gegen-bezahlung-f%C3%BCr-) 1674 die Gemeindebäcker, Kuh- und Schweinehirten. Von den Gemeindeeinnahmen aus Rügen, vom Backhaus der Bäcker, Einzugsgeld neuer Einwohner 1673 wurden Rathaus 1673, Backhaus 1715 und Spritzenhaus 1780, die Gemeindeweiher 1675, 1779, 1781, die Brunnen 1675 (Himmelbrunnen 1678, Backesborn 1678) und die beiden Falltore (Fahler, Faller) des Ortsbannzaunes 1780/81 in Bau gehalten und Schulden der Gemeinde, so 1675 - 1678 an Frau von Hees in Würges, verzinst bezahlt. Als weitere Hilfskraft stand ihnen 1780 ein Aufheber zur Seite. Seit dem 16. Jh. erscheinen Flur- und Feldschützen, die 1679 auch den Zaun um das Dorf und 1679/80 die Überstiege an Einfriedungen (gemeine Stiegel) zu unterhalten hatten.

Weniger wegen des starken Bannzauns als vielmehr wohl wegen der hohen Einwohnerzahl wird Mensfelden seit 1548 häufig als Flecken bezeichnet, doch heißt es um 1680 ausdrücklich, es sei ein offen Dorff habe kein Tor, Mauer oder Graben. Die Gemeinde hatte schon 1586 ein Rathaus.

Ulrich von Hanau brannte und schädigte Mensfelden 1362 in einer Fehde mit Philipp dem Älteren von Falkenstein. Vor 1530 soll Mensfelden wegen eines Herren von Westerburg als Oberherren zweimal gebrannt und einmal gebrandschatzt worden sein. Von größeren Feuersbrünsten wird auch 1744 und 1779 berichtet. Ein Brand am 21./22.7.1801 vernichtete mit dem Pfarrhaus 70 Häuser und insgesamt 396 kleine und große Gebäude. Nach Plänen des nassau-oranischen Baudirektors Sekell wurde der gesamte Südteil des Ortes durch den Amtsjäger C. F. Genth vermessen und ein planmäßiger Wiederaufbau befohlen, der dann auch gegen den Widerstand der Einwohner gewaltsam erzwungen wurde.

Die 1204 zuerst genannte Pfarrkirche, vermutlich eine jener 775/86 erwähnten drei Kapellen der Abtei Hersfeld, wird irrtümlich 1343 noch einmal als Kapelle bezeichnet. Zur Baugeschichte des romanischen Baues aus dem 12./13. Jh. mit dem wuchtigen Chorturm gibt es nur spärliche Nachrichten. Drei Kirchenmeister, davon einer aus Linter, sorgten sich um Bau und Vermögen. Kurz vor 1664 hatte man den Kirchturm erneuert und neues Kirchengerät gekauft. Das Gewölbe im Turm über dem Chor war 1697 und erneut 1783 gesprungen und baufällig, doch konnte man es jeweils wieder zuwölben und sichern. Um Platz zu gewinnen, hatte man 1764 und 1768 zwei Nebenaltäre und einen allzu großen Hauptaltar herausgenommen und einen kleineren Altar aufgerichtet. Ein Plan, die Kirche über den Westgiebel hinaus zu erweitern, wurde 1784 nicht durchgeführt, da man nicht zugleich dort die Schule abbrechen wollte. Das Patrozinium ist nicht bekannt. Von dem seit 1469 gut bezeugten Kirchweihtag, dem Sonntag nach St. Peterstag ad vincula[<sup>3</sup>](#bkmrk-urspr%C3%BCnglich-der-1.-), her, darf man vermuten, dass die Kirche St. Peter geweiht war. Zum Kirchspiel gehörten 1387 Heringen und Linter 1433. Nassau-Dillenburg wollte 1589 Linter, das zum Kirchspielgericht Flacht gehörte, dorthin umpfarren, ließ es jedoch bei Mensfelden, so dass dieser nassau-diezische Ort lutherisch blieb. Heringen hatte schon 1418 eine Kapelle mit einem Liebfrauenaltar, dessen Einkünfte nach der Reformation für einen Schulmeister in Kirberg verwendet wurden. Dieser hatte dafür eine Wochen-, später eine Sonntagspredigt in Heringen zu halten, das 1818 nach Kirberg umgepfarrt wurde.

Sifrid und Sifrid von Rheinberg hatten 1430 von den Grafen Johann und Engelbrecht von Nassau-Vianden den Zehnten, Groß und Klein, und den Kirchsatz zu Mensfelden als Mannlehen von der Grafschaft Diez. Diese Lehen hatte sicher schon 1368 Sifrid von Rheinberg, als er seinen Besitz in Mensfelden in den Burgfrieden von Kirberg aufnehmen ließ. An dem Lehen waren alle seine Nachkommen von Rheinberg zu Eichelbach, Eisenbach, Idstein und Hahnstätten beteiligt. Die Brüder Sifrid und Philipp von Rheinberg verkauften 1473 für 1100 Gulden und 81 Malter Korn auf Wiederkauf ihre Hälfte am Zehnten und Kirchsatz zu Mensfelden an Marsilius von Reifenberg. Graf Johann von Nassau-Vianden-Diez löste diese Hälfte 1498 von Witwe und Kindern des Marsilius von Reifenberg an sich mit Einwilligung derer von Rheinberg, denen er das Wiederkaufsrecht verschrieb. Die zweite Hälfte blieb Lehen von der Grafschaft Diez und wurde 1615 nach dem Tod des 1607 zuletzt belehnten Johann Marquard von Rheinberg als heimgefallen eingezogen. Der von Graf Wilhelm von Nassau-Dillenburg 1529 präsentierte Trierer Kleriker Jakob Königstein gilt nach seinem Gelöbnis vom 28.2.1529 hier als erster lutherischer Pfarrer, doch ist er selbst vor 1552 als Vikar in das Stift Diez 1556 zurückgegangen, dass sich damals noch nicht der Reformation angeschlossen hatte. Nassau-Diez hatte einen Pfarrer Augsburger Konfession zu präsentieren, sonst jedoch nichts mit der Besetzung der Pfarrei durch die Landesherren zu tun. Nassau-Weilburg glaubte 1635, der Dietkirchener Landdechant in Limburg habe das Patronat. Kurtrier brachte 1705 die Deutung auf, Nassau-Diez habe das Patronat wegen Gnadenthal, was Nassau-Saarbrücken 1782 unbesehen übernahm. Kurtrier hatte 1629 durch den Schultheiß von Villmar eine Gegenreformation angekündigt, unterließ diese jedoch, als Leiningen-Westerburg vor fernerem Eingriff in die Geistlichkeit warnte. Als alle Landesherren katholisch waren, bat die Gemeinde am 2.9.1645, bei der Augsburger Konfession und der Nassau-Saarbrückener und Westerburger Kirchenordnung bleiben zu dürfen. Michael Waldecker von Kaimt, der zwar glaubte, Kurtrier würde Einsprüche von Leiningen-Westerburg wenig achten, versprach am 26.9.1645, das Dorf bei der Religion zu handhaben. Neben Leiningen-Westerburg und Nassau-Saarbrücken beteiligte sich auch Kurtrier am landesherrlichen Kirchenregiment. Es beanspruchte voll als Landesherr das protestantische ius circa sacrat[<sup>4</sup>](#bkmrk-recht-%C3%BCber-das-heili). Wenn sich auch Härten dieses Kirchenregiments mit der Aufklärung etwas verloren, blieb der Pfarrer mit zwei Filialen, die andere Landeshoheit und andere kirchliche Ordnungen hatten, in einer schwierigen Lage. Mensfelden selbst galt mit dem Marburger Gesangbuch und dem alten Idsteiner Katechismus und einer großen Anzahl ringsum längst abgeschaffter Feiertage 1807 als eine Insel der Rückständigkeit.

Die Pfarrei war 1482 wie seit alters mit einem Wittumshof ausgestattet, zu dem 1657: 21 Morgen[<sup>5</sup>](#bkmrk-1-morgen-%E2%89%88-2500-m%C2%B2%E2%86%A9%EF%B8%8E) Land, 1783: 29 Morgen Land, 1 Morgen Wiese und 5-6 Morgen Gärten gehörten. Sie hatte 1343 in Mensfelden und 1417 in Linter Grundbesitz sowie Anteil am Zehnten in Heringen und in Linter. Als Teilzehntherr hatte der Junker von Rheinberg seine Verpflichtung zum Pfarrhausbau anerkannt. Die Baulast war 1616 noch unbestritten, wurde jedoch 1619 von Graf Johann Ludwig von Nassau-Hadamar mit der Begründung abgelehnt, dass ein Vasall kein Servitut für den Lehnsherrn begründe könnte. Da auch Nassau-Diez als Hauptzehntherr keine Baulast an Pfarrhaus und Kirche mehr anerkannte, blieb die Gemeinde auf Jahrzehnte ohne Pfarrhaus und nach langen Rechtsstreitigkeiten dem Kirchspiel die Baulast für das Pfarrhaus und den Gemeinden Mensfelden und Linter die Baulast für die Kirche.

Eine Schule wurde als Kirchspielschule wohl bereits im 16. Jh. gegründet. Ein Schuldiener wird zuerst 1611, Schüler 1613 und das Schulhaus 1620 genannt. Es stand wohl bereits wie 1655 vor dem Westgiebel der Kirche dort wurde 1704 an alter Stelle ein Neubau errichtet, nachdem man eine 1703 dem Pfarrer zu weit ins Dorf gebaute Schule wieder verkauft hatte. Sie wurde 1825 auf Abbruch verkauft und 1827 - 1831 eine neue Schule anstelle des alten Pfarrhofs erbaut. Da Heringen schon 1665 eine eigene Schule hatte, gehörte nur noch Linter bis 1725, bzw. lange vor 1756 zur Kirchspielschule. Der einzige Lehrer hatte 1808 182 Schüler zu unterrichten.

Den großen und kleinen Zehnten hatten 1430 die von Rheinberg mit dem Kirchsatz von der Grafschaft Diez zu Lehen. Eine Hälfte davon war seit 1473 an Marsilius von Reifenberg und seit 1498 von dessen Erben an Nassau-Dillenburg und von diesem 1514 zeitweise dem Stift Diez verpfändet. Mit dem Anteil am Amt Kirberg war diese Hälfte seit 1607 in der Hand des Grafen Johann Ludwig von Nassau-Hadamar. Dieser erhielt von der 1615 heimgefallenen zweiten Hälfte 1617 ein Drittel. Zwei Drittel fielen an Nassau-Diez, das nach den Teilungsverträgen vom 10./20.7.1620 und 22.8.1621 hier über fünf Sechstel verfügte. Von diesem Zehnten lagen 1616 zwei Drittel unter der Grafschaft Diez, ein Drittel im Amt Kirberg und 15 Morgen unter Kurtrier in der Gemarkung Niederbrechen. Nassau-Hadamar verkaufte sein Sechstel am 31.3.1631 für 1300 Reichstaler an Karl Friedrich Waldecker von Kaimt. Dieses Sechstel kam als Zubehör des waldeckerschen Anteils an Mensfelden 1728 an Kurtrier. Das nassau-oranische Zehntenhaus und die Zehntenscheuer, die 1801 mit dem Dorf abbrannten, standen an der Westseite des alten Pfarrgehöfts südlich der Kirche.

Graf Johann Ludwig von Nassau-Hadamar hatte 1616 seinen Anteil am kleinen Zehnten dem Amtmann Dr. Hermann Schild zu dessen Wohnung zu Diez übergeben. Die Erben, darunter der Registrator Joh. Sinner zu Hadamar, verkauften 2/3 des kleinen Zehnten vor 1658 an die von Hohenfeld zu Camberg, neben denen Nassau-Diez 1/3 behielt. Aus 8 Hofreiten stand dem Pfarrer in Mensfelden 1657 der kleine Zehnten, 1631 nach Registern von 1439 und 1530, zu, doch wurde die Pfarrei bereits vor 1616 durch Nassau-Hadamar, seit 1677 und 1742 durch die von Hohenfeld und seit 1768/69 zugleich auch durch Nassau-Oranien hart in ihrem Recht bedrängt und beeinträchtigt. Nach einer Notiz des 15. Jhs. waren diese Hofstätten mit den Huben der Herrschaft Limburg zu Mensfelden identisch. Die von Rheinberg und Nassau-Diez und ihre Rechtsnachfolger hatten vom kleinen oder Blutzehnten das Mannvieh zu halten, entzogen sich nach mancherlei Reibereien jedoch auch dieser Last.

Das Stift Limburg hatte 1453 und 1470. seit 1384 nachweisbar und noch 1657 - 1792 und 1738 den Zehnten von 10 Morgen zu Hause oder Langenloe beim Dorf Mensfelden zu seinem großen Zehnten von Bergen. Dieser Zehntanteil ist aus der Schenkung König Ludwigs von 910 herzuleiten.

Ebenso war hier ein kleiner Zehntanteil des Pfarrers zu Oberneisen und des Stifts St. Albau bei Mainz 1738 und 1784 - 1793 bereits durch die Schenkung Otto I. von 958 an dieses gekommen. Einen kleinen Zehntanteil besaßen 1738 noch die Specht von Bubenheim. Völlig verloren hat sich der 1202 dem Kloster Sayn geschenkte Zehnten, wohl ein Salzehnten. Der Novalzehnten von Neurodland war seit 1728 zwischen Nassau-Diez und den Mitherren des Ortes strittig, doch verlor dieser Streit seine Bedeutung, als nach 1792 beide Ortsherren zugleich Zehntherren waren. Die Zehnten wurden 1840 - 1848 abgelöst.

Von der 1035 ha großen Gemarkung waren 1625 2005 Morgen Ackerland und 114 Wagen Heuwachs. Davon waren 1385 Morgen Eigengelend 468 Morgen Hofsgelend, 117 Morgen Hubengelend bei den Wagen Heuwachs 80 von Eigen-, 21 von Hofs- und 9 von Hubenwiesen. Der Anteil an Hubenland ist, wenn man den Ertrag der Westerburger und Limburger Hubenfrucht betrachtet, hier sicher zu klein angesetzt und das mit Gültfrucht belastete Land wohl dem Eigengut zugerechnet. Die Klagen über hohe Pacht- Gültkornlast 1654 waren sicher berechtigt, doch war es jedoch übertrieben, wenn es 1654 heißt, dass die Untertanen wegen der hohen Gültfrüchte keine eigenen Güter, sondern diese von Nassau-Saarbrücken und dem Adel gleichsam als Lehen haben.

Die Herren von Westerburg verzichteten 1315 auf ein Lehen vom Erzbischof von Mainz von 15 Mark Einkünften zu Mensfelden, das 1316 an die Brüder Gilbert und Johann von Katzenelnbogen kam. Zu Mensfelden hatten die Herren von Westerburg 1331 10 Fuder Weingülte. Ein Gülte- und Güterregister der Herrschaft Westerburg zeigt den Westerburger Hubenbesitz in Mensfelden um 1360/70 schon stark aufgesplittert. Vier halbe Huben und 13 meist kleinere Güter, von denen nur eines nach dem Zins etwas größer als eine Hube war, geben Korngülten. 11 Güter, zum Teil die gleichen, gaben am 11.11. und 6.1. Geldgülten, und mindestens 7 Güter, darunter 2, eine und drei halbe Huben, gaben Wachs- und Kapaunenzinsen, dazu wurden dort noch etwa 20 Herbsthühner geliefert. Der Ertrag des Hubengültkorns, um 1550 70 und etliche Malter, 1604: 63 Malter 9 Simmer Korn, z. T. auch von Gütern zu Linter, blieb ziemlich unverändert, da schon 1382 zum Wittum Schaumburg der Kunigunde von Westerburg 60 Malter Korngülte aus Mensfelden gehörten. Von den Hubengütern musste auch Hubenbesthaupt gegeben werden. Anteile an Hubengütern hatten auch Adlige, so die von Rheinberg (Junkern von der Eichelbach) 1457 und Hen von Rheinberg 1503, dann die von Staffel (Wilhelm 1457, Dietrich 1503, Philipp 1601). Daneben behielt Westerburg die Geldgülte 1457, als Dreikönigsjahrgülte 1601 von vielen Zinsleuten und Stämmen zu Mensfelden. Holzheim, Lindenholzhausen, Heringen, Linter, Kaltenholzhausen, Flacht und Neesbach, 1604 - 1609 auch aus Nauheim, Oberneisen, Niederneisen, Lohrheim und Eschhofen, sowie Wachs-, Kapaunen- , Gänse-, Hühner- und Hahnenzinse zu Mensfelden 1430/50 und 1604. Sonderbesitz waren 15 Morgen im Bergerfeld 1563, deren Pacht 1604 in die Fahrgülte erhoben wurde, und die Anspannwiese. Reinhard Herr von Westerburg löste diese 1489 von Marsilius von Reifenberg wieder ein. Die Gemeinde wollte die Wiese 1525 wiedereinlösen, weil sie diese für die Herren von Westerburg als Gemeindegut Dietrich von Bubenheim, dem Schwiegervater des Marsilius von Reifenberg, verpfändet habe, was ihr verweigert wurde, da die Wiese mit der Schaumburg Lehen von Kurköln sei. Vor Kurtrier und anderen Schiedsrichtern erwies Gräfin Eva mit 100 Jahre alten Rechnungen der Kellerei Schaumburg 1526 ihr Besitzrecht, dabei wurden der Herrschaft zugleich die im Bauernkriegsjahr 1525 verweigerten Dienste bestätigt. Die Wiese wurde 1563 für die Schaumburger Hofhaltung genutzt, sie wurde 1625 für 1235 Gulden an mehrere Einwohner verpfändet, diesen jedoch durch Waldecker von Kaimt ohne Entschädigung entzogen.

Von den Westerburger Einkünften hatten um 1360/70 Arnold von Willmenrod (1351 - 1383) eine Geldgülte, Jakob Schneiß von Grenzau 1439, Wilderich von Walderdorff 1457, die von Nassau, später zu Sporkenburg 1444 - 1559 je 6, Gilbrecht von Schönborn 1457 die von Schönborn zu Hahnstätten 1473 - 1563 5 Gulden Manngelder, 1484 die Im Hof zu Limburg, das Liebfrauenkloster auf Niederwerth bei Koblenz 1508 - 1554 Amtmann Dr. Martin Möller in Hachenburg in seinen Bärbacher Hof zu Freiendiez 1598 - 1601, die Pastorei Balduinstein 1598 - 1610 und die Barfüßer zu Limburg 1609/10 Korngülten.

Philipp von Reifenberg und seine Frau Anna von Diez verkauften 1578 für 650 Gulden ihren Anteil an ihrem Hof zu Mensfelden, wie seine Voreltern ihn besessen, an Graf Georg von Leiningen-Westerburg. Diesen Hof hatten Emmerich von Reifenberg (1497 - 1511), der Bruder von Philipps Großvater und Liebmuth von Rheinberg, je zur Hälfte erblich besessen und 1511 an Adam von Rheinberg erblich verpachtet. Leiningen-Westerburg setzte dessen Enkel Johann Rheinberg oder Adams Johentgen 1595 als Hofmann ab. Zu dem 1595 und 1602 auf Zeit verpachteten Hof kaufte Graf Christoph 1605 noch ein Sechstel von Erben der von Rheinberg. Er ließ ihn 1611 - 17 in Eigenwirtschaft für seine Schaumburger Hofhaltung verwalten und vergrößerte ihn 1614 durch Ankauf einer Hofreite und Neubauten. Seit 1619 war der Hof, der 1620 keine Gebäude mehr hatte, erneut verpachtet. Zum Hof gehörten 1599 und 1620 etwa 61 Morgen Land in den drei Feldern und 4 Morgen Wiesen. Der Hof war seit 1601 für 1000 Gulden Schuld dem Keller Henrich Wentzel in Limburg verpfändet, dessen Erben ihre schon 1630 vom Herrn von Metternich ihnen entzogene Rente noch 1661 vergeblich suchten. Gülten, Anspannwiese und Hof waren seitdem Zubehör des seit 1631 waldeckerschen und von 1728 - 1802 kurtrierischen Anteils von Mensfelden.

Die Herrschaft Limburg hatte 1426 etwa 33 Malter Korn von 10 Zinsleuten, Geld- und Wachszinsen und 6 Kapaunen von den Huben zu Mensfelden. Diese Güter, die dem Pastor zu Mensfelden den kleinen Zehnten gaben, gehörten um 1450 zu den Limburger Huben in Oberbrechen. Streubesitz in drei Feldern zu Mensfelden, der Korn- und Weizenzinse in die Kellerei Limburg gab, gehörte auch 1482 vor das Hofgericht zu Oberbrechen. Danach waren diese Huben kein Zubehör des Limburger Sechstels der Ortsherrschaft aus dem saynischen Erbe, sondern ebenso wie der Stift Limburger Zehnten ein Teil des von König Ludwig 910 dem Stift Limburg geschenkten Königshofes Oberbrechen-Bergen. Johann Herr zu Limburg dotierte 1298 die Burgkapelle St. Petrus zu Limburg mit Einkünften aus Mensfelden, und zwar 1304 mit denen einer Hube. Die Gülten, Korn-, Weizen-, Wachs- und Kapaunenzinsen fielen auch später noch Kurtrier auf die Burg, das Schloss, oder in die Kellerei zu Limburg.

Kurtrier hatte außerdem 1609 Güter, einen seit 1625 oft genannten Hof mit etwa 24 Morgen Land, Hofreite, Garten und 1 1/2 Morgen Wiesen, der 1655 einem Hofmann, später 1691 zwei Hofleuten, und zwar 1776 erblich verpachtet war. Dabei handelt es sich vielleicht um ein heimgefallenes Lehen.

Patze, die Witwe des Frank von Tiefenbach, verzichtete 1377 auf alle Lehen und Burglehen ihres Mannes in Limburg und Mensfelden von Johann Herrn zu Limburg. Henechin von Sayn, Burgmann zu Limburg, hatte einen Hof zu Mensfelden von den Herren von Limburg zu Lehen, den er seinem Oheim Cunemann, Kantor im Stift Limburg, versetzt hatte, jedoch 1324 für 1 Fass Wein oder 8 Mark jährlich zurückerhielt. Dieser Johann von Sayn 1306 44 und seine Frau Aleyd 1318 - 1344 hatten schon 1320 dem Stift Limburg einen Zins von ihrem Hof zu Mensfelden verschrieben. Johann, der wahrscheinlich ein Nachkomme des Ruthard von Mensfelden zu Sayn war, und Aleyd verkauften 1344 mit Genehmigung des Lehnsherrn Gerlach Herrn von Limburg ihren Hof zu Mensfelden, ihren Zehnten zu Mensfelden, genannt Bucher zinden, Gut und Gülte, dazu ihr Mahlrecht zu Mensfelden und Einkünfte aus der Mühle zu Oberneisen (Neysen) für 170 Mark an Ritter Dietrich von Staffel und den Schöffen Cunemann Mulich zu Limburg. Der Hof war ein Rest der Wüstung Buchen. Der bereits 750 - 779 in einer Schenkung an Fulda genannte Ort, kann mit dem Flurnamen Auf der Beune im Bucherfeld der Gemarkung Holzheim lokalisiert werden. Die Hälfte des Cunemann Mulich hatten als trierisches Lehen der Herrschaft Limburg 1439 Emmerich Royßpecher von Limburg, wie seine Eltern, 1457 Henne Greffe, 1464 Clais Greve, beide Bürger zu Limburg, wie ihre Voreltern, 1488 und 1504 Hermann von Holzhausen für seine Hausfrau Meckel (1488 1504) und ihre Kinder, der es ihr Bruder Richwyn Greve angetreten hatte. Hermann verkaufte diese Hälfte mit Willen Erzbischofs Richards von Trier an Wilhelm von Staffel, so dass seitdem die schon 1344 und seit 1443 mit der Hälfte belehnten von Staffel den Hof bis 1665 allein zu Lehen hatten. Von dem Hof fiel noch 1654, 1676 und 1685 eine Korngülte nach Balduinstein. Mit anderen Staffeler Lehen kam die Gülte zu Mensfelden an die Grafen von Kesselstadt, die sie 1803 ihrem Keller Heinrich Joseph Dauber in Limburg verpfändeten.

Der Nassau-Weilburger Besitz ist hier erst spät zu fassen. Graf Philipp von Nassau-Saarbrücken behielt sich 1459, als er Gericht und Leute an Marsilius von Reifenberg verpfändete, Güter, Gerechtsame und Nutzungen vor, die er erst von Dietrich Herrn von Runkel gelöst hatte. Dietrich Herr von Runkel hatte, wohl von dieser Pfandschaft, 24 Malter Korngülte zu Mensfelden 1421 dem Limburger Schöffen Rupel von Heringen verschrieben. Die von Syfrit von Runkel 1331 Heltwins Kindern zu Limburg verpfändete Korngülte von 72 Maltern ist so groß, dass er damals pfandweise die hier allein so großen Westerburger Hubeneinkünfte innegehabt haben muss. Es muss offen bleiben, ob der 1430/50 in Mensfelden bezeugte Runkeler Grundbesitz geringfügiger Streubesitz oder Teil der nassauischen Pfandschaft war. Die nassau-saarbrückische oder weilnauische Hube hatte 1619 etwa 165 Morgen Land, 13 Morgen Wieswachs und 6 Morgen Gras- und Krautgärten, ehemalige Hofstätten, 1635 3 Bauplätze im Dorf, doch hatten Kriegsleute 1633 den letzten Bau niedergeschlagen und verbrannt. Die Hubengüter wurden 1635 den Hübnern jährlich verpachtet und brachten 1619 und 1635 32 Malter Korn, 14 (1635 nur 12) Malter Hafer, 15 Kapaunen und 13 1/2 Pfund Wachs, dazu fielen 50 Leib-und Hubenhühner im Dorf. Der Pachtertrag sank im Krieg sehr, so dass die Grafen, da von den Hübnern keine höhere Pacht zu erlangen war, seit 1677 die Hubengüter jeweils an 6 Hofleute verpachteten. Kapaunen- und Wachszins blieben bis 1686 unverändert. Die Erhöhung der Fruchtpacht auf mehr als das Doppelte ist typisch für den Übergang von alten patriarchalischen Lebensformen zum absolutistischen Staat, der den höchstmöglichen Ertrag herauszuholen versuchte. Das Hofgut kam 1790 an Nassau-Oranien, und zwar 1795 und noch 1814 an 5 Hofleute verpachtet.

Ein Ortsadel von Bedeutung fehlt. Ein Edelknecht Hesso von Mensfelden wird nur einmal 1306 als Zeuge genannt. Zum niederen Adel gehörte wohl auch der saynische Keller Ruthard von Mensfelden in Sayn 1229/30, der sonst stets nur mit seinem Vornamen als Keller zu Sayn 1228 - 1232, als gräflicher Beamter (Offizial) 1232 und nach seinem Tod als Amtmann zu Sayn 1264, als Diener Graf Gottfrieds von Sayn 1269 und als Truchsess des Grafen von Sayn 1291 bezeichnet wird. Er schenkte 1231 Güter zu Metternich der Abtei Himmerod, in deren Urkunden wir auch seine Kinder Anselm 1264 - 1269, Gertrud, Genigna und 1264 sowie Rudhard 1269 kennen lernen. Rudhard, der 1269 in Speyer wohnte, nannte sich 1274 als Bürger zu Neustadt an der Weinstraße Rudhard von Sayn. Er hatte mit seiner Frau Uta 1274 = Gada 1291 sechs Kinder Konrad, Johann, Ulrich, Hedewig, Gertrud und Mechtild, mit denen er 1291 von Neustadt aus Güter, Hof, Haus und Weingärten zu Bendorf verkaufte. Ein Nachkomme Ruthards war wohl der Limburger Burgmann Johann von Sayn 1306 - 1344. Johann von Sayn und sein Oheim Kunemann von Elz, Kantor im Stift Limburg 1324, waren 1307 Testamentsvollstrecker eines Blutsverwandten des Cunemann, des Thesaurars[<sup>6</sup>](#bkmrk-person%2C-die-in-kirch) Ludwig von Neisen im Stift Limburg, so dass Johann von Sayn seinen Besitz in Mensfelden auch seiner Verwandtschaft mit den von Neisen verdanken könnte.

Ritter Markolf von Neisen 1276, vor 1279, und seine Frau Gisela, vor 1279, hatten wohl bereits jenen Besitz in Mensfelden, von dem ihr Sohn Gerhard, Kanoniker[<sup>7</sup>](#bkmrk-mitglied-eines-dom--) im Stift Limburg, seinen Hof zu Mensfelden 1296 zur Stiftung eines Altars St. Gregor im Stift Limburg und ihr Sohn Ludwig, Thesaurar im Stift Limburg, seinen Hof zu Mensfelden 1307 seiner Stiftung, dem Altar St. Lubentius im Stift Limburg, schenkten. Ludwig hatte von diesem Hof seinem Verwandten, Ritter Bayer von Neisen, Gottfried von Reifenberg, dem Gatten der Elisabeth 1305, der Schwester des Ritters Heinrich Bayer von Neisen, vor 1307 12 Malter Korngülte verkauft. Mit dem Lubentiusalter vertauschte 1321 Markolf von Neisen Land bei Mensfelden. Nach dem Verkauf der Korngülte blieb nur wenig dem Lubentiusaltar, der 1471 jährlich nur je 1 Malter Korn und Hafer vom Mensfelder Hof des Marsilius und seines Sohnes Marsilius von Reifenberg hatte. Beide stammten allerdings nur von dem Bruder jenes Gottfried von Reifenberg von 1307, dem Emmerich von Reifenberg 1298-1335, und seiner Frau Berta von Neisen (?) 1298 ab.

Das Stift Limburg versuchte 1492 und 1582 gegen Marsilius von Reifenberg den Besitz des Hofes zu erlangen. Nach dem Tod des Marsilius von Reifenberg, 1593, erbte Hans Enders von der Leyen diesen Hof mit einem Haus, dem grünen Haus an der Lahnbrücke, in Limburg. Er verkaufte beides 1598 an Graf Georg von Nassau-Beilstein, der den Hof zu Mensfelden mit Höfen zu Kreuch und Offheim 1608 für 12 000 Gulden an die von Kronberg veräußerte. Dieser Kronberger Hof kam, als diese mit Johann Nikolaus von Kronberg zu Hohlenfels ( 17.7.1704) ausstarben, mit anderen Teilen des Eigenguts an die Boos von Waldeck, die ihn noch 1815 besaßen. Der Hof hatte 1609 88 Morgen Land, die Hofreite war 1635 verfallen, bis zum Brand von 1801 stand der Hof im Südteil des Ortes an der Ecke von Mittel- und Hintergasse. Er war 1635 an 2 Hofleute verpachtet. Von der Pacht bezog das Stift Limburg 1602 und 1610 seine Fruchtgülte. Marsilius von Reifenberg hatte dazu hier noch Geld- und Hühnerzinse 1581 und 1583 eine Weizengülte zu Mensfelden und Heringen, die 1633 die vom Riedt mit 5 1/2 Malter Korn zu ihrem Haus in Kirberg bezogen, nachdem Marsilius Friedrich vom Riedt 1616 diese im Rechtsstreit mit denen von Kronberg erlangt hatte.

Renten in das alte reifenbergische Haus zu Kirberg suchte 1595 - 1597 zu Mensfelden auch Lubert von Heiden, dessen Mutter Guta Erbtochter eines älteren Zweiges der von Reifenberg zu Kirberg war.

Emmerich von Reifenberg und Liebmuth von Rheinberg, die Witwe des Johann von Lohrheim (1464 - 1501), verpachteten 1511 erblich dem Adam von Rheinberg, einem unebenbürtigen Spross der Familie von Rheinberg, ihren Hof zu Mensfelden, den sie je zur Hälfte von ihren Eltern ererbt hatten. Philipp von Reifenberg, der Enkel von Emmerichs verkaufte seinen Anteil 1578 an Leiningen-Westerburg, das auch Teile erwarb, die aus dem Erbe der von Lohrheim wieder an die von Rheinberg, Wolf Thomas von Rheinberg zu Hahnstätten vor 1578, und andere Miterben gekommen waren. Emmerich und sein Großneffe Philipp gehörten zu den Nachkommen des Emmerich von (1298 - 1335), doch lässt sich die Herkunft der Hälfte der Liebmuth von Rheinberg bisher nicht erklären. Eine Reifenbergwiese besaß 1486 mit einem Hof zu Mensfelden auch der Schöffe Johann Rickel zu Limburg. Er hatte 1483 mit seiner Schwiegermutter Meckel, Witwe des Henne Giel zu Limburg, vom Vatersbruder der Liebmuth, Sifrid von Rheinberg und dessen Söhnen Adam und Emerich deren Güter bei Mensfelden gekauft, die mit der Urkunde um 1600 einem dortigen Einwohner gehörten. So war dieser Teil des Rheinberger Besitzes in Mensfelden wohl alter Reifenberger Besitz, wenn auch die Art der Vererbung bisher dunkel blieb. Ebenso unklar ist, wer vor den von Rheinberg vor 1430 Kirchsatz und Zehnten und vor Ritter Sifrid von Rheinberg vor 1368 dessen Hof und Gut zu Mensfelden besaß. Als Vorbesitzer kommt die Familie seiner Frau Guda von Krummenau (1359) in Betracht. Heinrich von Krummenau, Sohn des verstorbenen Ritters Enolf (1279 - 1308), verkaufte 1308 mit Willen seiner Brüder Dietrich, des Vaters der Guda, und Wilhelm und seiner Nichte Germud, der Frau des Friedrichs von Lehmen, für 84 Mark seine ihm in der Erbteilung mit seinen Brüdern von den Gütern der Friedrichs und der Germud abgeteilten Güter in Dorf und Flur zu Mensfelden an den Limburger Bürger Rulmann unter den Gaden, der 1310 für 84 Mark auch den Teil des Friedrichs von Lehmen und seiner Frau Germud erwarb.

Adam von Rheinberg (1483) zu Eichelberg hatte hier noch Besitz, von dem seine Enkelin Margaretha von Rheinberg 1555 - 1570, die Frau des Bruno Braun von Nassau, 1555 mit ihrem Sohn Velten Braun von Nassau zu Obertiefenbach, hier Gülten von Weinbergen an die von Walderdorff, 1570 Güter und ihr Sohn Velten 1556 weitere Gülten an Einwohner verkauften. Die von Walderdorff in Limburg hatten hier außerdem 1596 eine Fruchtgülte. Andere Güter von Mensfelden waren von Adams Bruder Emmerich (1483) zu Hahnstätten (über seinen Sohn Marsilius Gottfried ( um 1558) an seine Enkelin Dorothea von Rheinberg, die Frau des Heinrich von Irmtraut, gekommen, der diese um 1579 an Blasius Lantz verkaufte. Da ihr Vetter Wolf Thomas von Rheinberg zu Hahnstätten ( 20.1.1590) bei diesem Verkauf geschwiegen hatte, konnte auch seine Witwe Barbara von Klingelbach 1591 diese adligen Güter nicht zurückkaufen.

Der Kirchhof mit Kirche und Schule und einigen hart südwestlich der Kirche auf dem alten Kirchhof errichteten kleinen, ursprünglich der Kirche zinspflichtigen Häusern, der Pfarrhof und im Westen daran angrenzend der nassau-oranische Zehnthof, der bis 1615 den von Rheinberg gehört hatte, und ein Hof der Familie Reitz von Frentz bildeten einen bis zum Brand von 1801 deutlich erkennbaren, von Gassen umgebenen Block. Es ist eine alte, von alters her mit der Kirche verbundene Einheit, aus der im Südwesten jener Adelshof herausgelöst ist, den schon 1511 die von Grorod besaßen. Hans Philipp von Grorod zu Walluf wollte schon 1620 den Hof verkaufen. Die Töchter seines Sohnes Melchior, mit dem das Geschlecht 1635 erlosch, verkauften den Hof mit Besitz im Rheingau 1639 dem kaiserlichen Reitergeneral Jan von Werth ( 16.9.1652). Der Hof kam durch die Heirat seiner Tochter Lambertina Irmgard an die Reitz von Frentz zu Schlenderhahn, die den 1801 etwas über 90 Morgen großen reichsritterschaftlichen Besitz mit 3 wüsten Hofplätzen und Gärten im Ort noch 1804 besaßen. Der Hof wurde 1635 von sechs, 1654 und 1676 von zwei Hofleuten bebaut.

Die 1552, 1565 und 1609 hier genannten Güter der Frei von Dehrn kamen zum größten Teil vor 1595 an Hans Dietrich von Metternich durch seine Heirat mit Anna Frei von Dehrn. Der kleine Hof 1641, der 1654 nur 1 1/2 Malter Korn brachte, wurde 1660 als Meternichs Hoff mit Hofstatt, Äckern und Wiesen von Hanß Jakob Mebuß an Johangen Völcker verkauft. Er ist wahrscheinlich mit Hofreite und Garten die Burg in der Schlimmgaß gleichzusetzen, die 1804 dessen Erbe Georg Wilhelm Weil besaß.

Graf Johann von Nassau-Dillenburg, der nach dem Diezer Vertrag von 1564 den Guldenweinzoll aus dem an Kurtrier gefallenen Lindenholzhausen verlegen musste, ertauschte 1567 einen Platz von den Frei von Dehrn, auf dem vor 1570 das Zollhaus zur Diezer Linden erbaut wurde. Die Zolleinkünfte waren 1577 - 1596 an Dr. Jakob Schwartz verpfändet und kamen 1607 an Nassau-Diez und damit später an Nassau-Oranien. Außer dem Guldenweinzoll, einem Gulden von jedem, meist durch Westerwälder und westfälische Fuhrleute vom Rheingau und aus Rheinhessen her hier vorbeigefahrenen Fuder Wein, wurde schon im 16. Jh. auch Wegegeld von Vieh Handelswaren hier gehoben. Das Zollhaus hielt gegen anfängliches Verbot, 1600 Wirtschaft und Viehzucht. Es war seit 1793 verfallen 1797 unbewohnbar und wurde nach der Aufhebung dieser Zölle 1816 verkauft.

**Zöllner:**

- Wilhelm Schreiner oder Schumann aus Hahnstätten 1570 - 1605
- Wolf Schumann 1605 - 1629
- Hermann Schumann 1652 - 1680
- Johann Wilhelm Schuhmann 1681 - 1688
- Johann Wilhelm Crecelius 1688 - 1691
- Johannes Crecelius 1697 - 1700
- Johann Jost Preuser 1700
- Johann Georg Schuhmann (1701) 1712 - 1713, vor 1717
- Johann Wilhelm Völker 1721 - 1729.

Das Kloster Dirstein hatte aus den von Graf Heinrich von Sayn (1202 - 1246) ihm überlassenen Gütern 1345 8 Morgen zu Landsiedelrecht ausgeliehen. Der Hof kam nach der Aufheburg des Klosters zum Stiftungsgut der Hohen Schule zu Herborn. Er wird 1620 noch Dörster Hof genannt und gehörte 1624 und 1635 Nassau-Dillenburg, das ihn dem Landschultheiß Hatzfeld zu Beilstein 1635 überlassen hatte. Mit dem Rest ehemaliger Klostergüter wurde er 1676 von der Hohen Schule an Fürstin Albertine von Nassau-Diez zur Kellerei Oranienstein verkauft. Der Hof hatte außer Haus und Hofreite etwa 44 Morgen Land und 7 Morgen Wiese. Er war 1541, 1703, 1778 und noch 1812 an zwei Hofleute verpachtet.

Die Äbtissin des Klosters Affolderbach bei Miehlen verkaufte 1366 das Gut ihrer Kapelle in Dienethal zu Mensfelden dem Stift Diez. Das restliche Drittel dieses Gutes der Conemansen verkauften der Limburger Bürger Heme, seine Töchter und sein Enkel Gerhard von Bubenheim 1375 und dessen Brüder Henne und Ruylchen von Bubenheim 1379 dem Stift.

Der auch den Herren von Westerburg gültpflichtige Hof war schon 1472, 1488, 1507, 1538 und 1544 mit Haus, Hofreite und Gütern an einen Hofmann, 1635 an 5, 1654 und 1688 bis 1814 an drei Hofleute in Erbpacht gegeben. Daneben hatte die Stiftpräsenz hier 1482 Zinsgüter, sowie Fruchtgülten und Geldzinsen 1507 und noch um 1700.

Der 1296 von dem Kanoniker Gerhard von Neisen dem Altar St. Gregorius im Stift Limburg geschenkte Hof ist auch 1482 als Besitz von St. Gregorius und 1609 als Gregoriusgelände bezeugt. Die Güter des bereits 1710 zur 2. Messe B. Mariae V. der Kustodie inkorporierten Altars waren 1565 und 1755 verpachtet und kamen mit dem Stift 1802 an Nassau-Usingen, Das Stift Limburg und seine Präsenz hatten durch Schenkung und Kauf hier seit 1320 mancherlei Renten und Kornzinsen. Der vom Stift 1579 gegen Marsilius von Reifenberg vorgebrachte Anspruch auf den 1307 dem St. Lubentiusaltar 1307 geschenkten Hof wurde 1582 abgewiesen, so dass davon nur die Fruchtgülte blieb. Güter und Zinsen hatten hier auch andere Altäre des Stifts, Güter der St. Petersaltar 1320, der St. Annaaltar 1487 und der Barbaraaltar, der diese von den von Bubenheim gegen Äcker bei ihrem Hof Blumenrod 1371 ertauschte, Korngülten der St. Paulusaltar 1483 und 1490 und der St. Martinsaltar 1654, Geldrenten die Liebfrauenmesse vor dem St. Johannesaltar 1486, der Altar der 10000 Märtyrer 1487 und der Altar St. Silvester 1568. Geldrenten und Einkünfte wurden hier 1334 von Einwohnern und 1343 von Kuno von Glimmenthal, aus dem Erbe seines verstorbenen Schwiegervaters Heinrich Eselwecke von Scharfenstein, für den Altar des Evangelisten Johannes in der Michaelskapelle auf dem Friedhof des Stifts und 1343 für diese Kapelle selbst erworben. Korn- und Hafergülten hatten zu Mensfelden als Lehen von der Propstei Limburg 1445 Philipp von Lindau für seine Stiefkinder und die Köth von Wahnscheid 1488 - 1788, die hier 1371 auch begütert waren.

Das Kloster Bethlehem in Limburg, das schon 1486, 1563 und 1596 Zinse hier hatte, erwarb vor 1671 seinen großen Nonnenhof und 1719 von einer Limburger Bürgerin sein kleines Höfchen und besaß beide bis zu seiner Aufhebung. Die St. Jakobsbruderschaft im Wilhelmitenkloster erwarb hier 1748 eine Korngülte.

Der Limburger Bürger Werner Senger vermachte 1398 seinen Hof zu Mensfelden auf Lebzeit seinen Neffen, dem Stiftskustos Johann von Lohrheim und dem Schöffen Rule Bunthe, und danach dem Spital zu Limburg, das 1511 und 1609 Güter sowie 1437 und noch 1698 Korngülten zu Mensfelden besaß. Werner Senger und seine Neffen waren Erben des reichen Limburger Bürgers Rulmann unter den Gaden, der 1301, 1302 und 1304 von dem Ritter Hiltwin von Elkerhausen dem Älteren und seiner Frau Alheid Güter, einen Hof, Korngülten und Zinse, 1308 und 1310 die Güter des Heinrichs von Krummenau und des Friedrichs von Lehmen und 1309 Land des Klosters Gnadenthal in Mensfelden erwarb. Werner Senger. dessen Land und Gut zu Mensfelden noch 1371 genannt wird hatte seinen obengenannten Neffen auf Lebzeit 7 1/2 Malter Korn hinterlassen, die Johannes von Lohrheim, wie angeordnet, 1382 zu einer Essensspende dem Konvent zu Eberbach weitergab. Der Zins wurde 1403 von Gütern des Herrn Johann von Nauheim und seines Bruders Heinrich und 1436 von denen ihres Neffen Rucker Hartlieb geliefert. Dieser Zins wurde 1437 den Brüdern Hartlieb und Heinrich, Kanoniker zu Dietkirchen, und Rugher, Schultheiß zu Limburg jenem Rücker Hartlieb auf 6 Malter verringert. Sie gaben den Zins damals von den Gütern der Beyer von Neisen, des Fülghe von Nauheim und der Enzelsen zu Mensfelden. Die Abtei hatte 1569 noch diesen Zins sowie seit 1326 weitere Zinse, darunter auch solche zum Almosen im Eberbacher Hof in Limburg.

Else, Tochter des Henne Herstoll, hatte ihren Söhnen aus der Ehe mit Gerhard von Bubenheim aus dem Erbe ihres Oheims, des Stiftskantors Johann von Lohrheim, vor 1371 den Hof Blumenrod zugebracht, den 1457 Dietkirchen von Bubenheim ( vor 1471). Dietrich war 1478 wohl mit Zubehör von Blumenrod in Mensfelden begütert. Seine Tochter brachte Blumenrod Marsillius dem Älteren von Reifenberg zu. Mit Blumenrod besaßen sein Urenkel Marsillius von Reifenberg 1580 - 1586 und die von Hohenfeld 1687 Güter in der Gemarkung Mensfelden.

Die von Mudersbach hatten hier von Kurpfalz einen kleinen Hof zu Lehen, der 1600 heimfiel und 1602 zur Zollschreiberei Kaub gehörte. Über kleineren Grundbesitz verfügten die Kessel von Bergen 1452, die Schneiß von Grenzau vor 1490, die von Schönborn 1490 ein Junker Dythard 1371, wohl der von Cramberg, da es noch 1641 hier ein Crampurger Stick gab. Kleinere Höfe und Güter besaßen 1635 die Familien Röpper und Kalckhöffer zu Limburg, wahrscheinlich Teile des Rheinberger Gutes, und der Sohn des Kellers Simon Bienckel zu Kirberg sowie 1654 die Erben des Amtmanns Naurath in Diez. St. Alban in Mainz bezog 1569-1668 Hubenhühner und Geldzinsen von einigen Gütern, die zu seinem Besitz in Oberneisen von 958 gehörten. Limburger Bürger, die an vielen obengenannten Gütern beteiligt waren, haben seit 1478 häufig Geld und Fruchtrenten erworben. Von 8 Zinsleuten haben die von Diez 1671 Gräfenfutter des Erbmarschallamte der Grafschaft Diez. Geldzinsen fielen 1672 in die Villmarer Gült und 1693 - 1697 an die Kirche von Dauborn. Schließlich gehörten Korn- und Weizengülten, zum Teil wohl alter Reifenberger Besitz, zu den Höfen der Schütz von Holzhausen 1576, der Specht von Bubenheim und der vom Stein 1654 in Kirberg.

Die ausgedehnte Gemarkung wurde in Dreifelderwirtschaft genutzt. Ungewöhnlich stark war 1331 der Weinbau, der um 1430 bis 1601 in der Herbach betrieben wurde. Geringen Erfolg hatte 1804 - 1809 das Graben roter und gelber Farberde. Ein untig dem Zollhaus nach Linter zu, nach einer Karte des frühen 18. Jhs. in der Straße vom Zollhaus zur Holzheimer Linde jenseits vom Hornelsberg, 1692 entsprungener Heilbrunnen, fand rasch starken Zulauf, wurde jedoch, da Nassau-Diez dort Geld erheben ließ, auf Befehl der Mitherren mehrfach wieder zugeschüttet, so dass er wieder in Vergessenheit geriet. Von einer Burg, an die der Flurname In der Burke am Osthang des Hornels erinnert, findet sich keine Spur mehr. Auf dem Hornelsberg im frühen 18. Jh. und 1736 ein Wachthaus, wohl jenes Wachthaus, das 1674 gebaut wurde. An ein Siechhaus für Aussätzige im Weiterfeld, das nicht mit dem Siechhaus auf der Meinweide zwischen Limburg und Diez identisch sein kann, erinnern nur noch Flurnamen.

Da 1344 das Mahlrecht zu Mensfelden mit einer Mühle zu Oberneisen verbunden war, hatte Mensfelden damals keine eigene Mühle. Auf eine solche deutet schon 1371 der Name des Mühlbaches (Mulenbach). Zur Graumühle 1521, um 1430 Gruwelmoele, 1457 Grülmole, führte noch 1609 der Grauen Mühlepfad im Waiderfeld. Der Müllplatz in der Herbach, der 1620 zum Limburger Hof gehörte, war wohl der 1593 genannte Ort, da die alte Mühl gestanden. Graf Johann von Nassau-Dillenburg gestattete 1571 Stephan Mohr von Mensfelden, auf die Herbach zwischen Mensfelden und Oberneisen eine neue Mahlmühle zu bauen, die jedoch auf des Grafen Boden um 1592 bereits in der Gemarkung Oberneisen stand.

Die Einwohner waren, wie ringsum in fast allen Dörfern, Leibeigene verschiedener Herren, der Spede von Limburg 1235, der Grafen von Katzenelnbogen 1260, der von Staffel 1490 und 1611, des Grafen von Thierstein 1473 und der Grafen von Nassau-Saarbrücken 1541 zum Haus Burgschwalbach, der Rode 1534, der von Reifenberg 1575, der von Stockheim 1560 und 1575 und von Wied-Runkel, vor allem jedoch der drei Ortsherren, die 1607 allein noch Einzug mit ihren eigenen Leuten hatten. Wer sonst in Dorf ziehen wollte, musste frei sein oder sich frei gemacht haben und wurde nach einem freien Jahr durch das Los einem der Ortsherren zuteil. Im Ort folgten die Kinder nach Herkommen 1585 dem Busen, sie kamen also an den Herrn der Mutter. Die Einwohner galten bei den drei Herren 1727 als bekanntlich teils sehr unruhige Köpfe. Wer wollte, konnte sich loskaufen und wegziehen. Neben Auswanderungen nach Ostpreußen (preuß. Litauen) 1717-24, Amerika vor 1723 - 1795, Ungarn 1724 und Polen vor 1784 und Abzug in holländische Dienste 1749 - 1781 ist der Anteil von Auswanderern aus Mensfelden an der Entstehung der Kolonie Friedrichsfeld im Reinhardswald in Hessen 1775 zu erwähnen.

**Einwohner:**

- 1595: 72 Schatzungspflichtige, dazu 14 Unmündige
- 1619: 86 Herdstätten und Untertanen
- 1625: 78 Schatzungspflichtige und 8 Unmündige
- 1630: über 70 Untertanen (24 Nassau, auf 20 Trier, 14 oder 15 Westerburg)
- 1639: 59 Familien; 1649: 143 (Trier 66, Nassau-Saarbrücken 54, Waldecker 23)
- 1654: 53 Häuser, 52 Untertanen
- 1660: 47 Untertanen (19 Trier, 20 Nassau, 8 Waldecker)
- 1678\. 55 Ehen, 59 Haushalte
- 1675: 61 Nachbarn
- 1703: 96 Haushalte
- 1704: 85 Nachbarn
- 1715: 105 Schatzungspflichtige
- 1777: 1000 Menschen
- 1818: 1027 (193 Familien)

Juden zählte man hier 1621 keine; 1673 einen, 1686: 2 und 1790: 5, sie hielten 1741 hier eine Judenschule.

**Linter**, 1195 Linthere, 1235 Lintere, 1305 Lyntere, 1569 Linter ist nach dem Linterbach benannt, dessen Name mit althochdeutsch lint Schlange wohl im Hinblick auf den stark gewundenen Bachlauf gebildet ist. Linter war 1305 wie seit alters ein Dorf der Grafschaft Diez, bei der es auch unter den Grafen von Diez, unter ihren Erben und Besitznachfolgern, Nassau-Dillenburg seit 1564, Nassau-Diez seit 1607 und später Nassau-Oranien, blieb. Es gehörte 1406, 1433, 1454, 1578 und 1634 zum Kirchspielgericht, auch Amt 1643 Flacht und mit diesem, zuletzt unter Nassau-Oranien bis 1806 sowie 1813 - 1815 zum Amt Diez, bis es am 1.7.1816 zum Amt Limburg kam. Ortsvorsteher war, wie überall. in der Grafschaft Diez, auch hier schon 1433 ein Heimberger. Als Gemeinderechner kommen seit 1588 Bürgermeister vor. Die kleine Gemeinde hatte bereits 1586 ein Rathaus.

**Heimberger:**

- Henne More 1433
- Happel Hans 1562
- Johann Göbell 1612
- Johanngen Barth 1634
- Seibert Reinhard vor 1660
- Christ Reinhard 1671
- Johann Wilhelm Mohr 1717 - 1731
- Johann Anthon Thielmann 1731 - , begraben 14.4.1765
- Johann Jacob Reinhardt 1769 - 20.9. 1783
- Johannes Reinhardt 1787 - 28.9.1809

Linter pfarrte 1433 wie seit alters und nachher stets nach Mensfelden. Man hielt die Gemeinde 1715 für groß genug, eine eigene Schule zu halten, 1725 wurde ihr gestattet, einen eigenen Schulmeister anzunehmen, doch sollte sie ihre Kinder 1726 wieder in die Hauptschule nach Mensfelden schicken. Die Gemeinde hatte 1758 schon einen eigenen Schulmeister und 1762 eine eigene Schule. Diese war bis 1796 Dingschule noch 1815 Filialschule von Mensfelden, wohin die meisten Schuleinkünfte damals noch gezahlt wurden. Im Schulhaus war ein Raum 1815 Betsaal der Gemeinde. Grundherrlich gehörten hier Hubengüter den Herren von Westerburg und den Grafen von Leiningen-Westerburg nach Mensfelden. Dann wurden 1596 Korn-, Geld-, Kapaunen- und Wachsgülten, von jedem Nachbar ein Hubenhuhn und bei jedes Hausmanns Tod ein Besthaupt nach Mensfelden und Schaumburg gegeben. Die Waldecker von Kaimt vertauschten 1720 die Hubergülten und Hühner gegen Einkünfte in Mensfelden an Nassau-Diez.

Die Herrschaft Limburg hatte hier Weizengülten, die 1426 erneuert wurden. Korngülten hatte noch 1596 Kurtrier auf‘s Schloss Limburg. Weizen und Geld waren 1596 nach Limburg auf den Remter (den Raubender), das Refektorium oder den Speisesaal, des Stifts Limburg in die Brecher Hubt und Hubenhühner nach Oberbrechen zu liefern. Es waren dies Gülten von Streubesitz der Fronhöfe Oberbrechen-Bergen, die König Indwig das Kind 910 dem Stift Limburg geschenkt hatte. Geld und Weizen fielen von Streubesitz hier 1596 auch in den Fronhof zu Flacht, der wohl 790 an die Abtei Prüm und schon im 10. Jh. an das Stift St. Florin in Koblenz gekommen war.

Der 1195 in Hadamar begüterte Berthram von Linter gehörte wohl zum niederen Adel, doch lässt er sich keiner anderen Familie zuordnen.

Anteile am Zehnten hatte hier 1596, 1602, 1783 und 1789 der Pfarrer zu Mensfelden, dem 1662 auch die Limburger, die viele Wiesen dort hatten, den verweigerten Heuzehnten wieder geben sollten. Vom Zehntanteil des Philipp von Staffel hatte 1596 Johann Doll in Limburg den 4. Sichling. Einen Anteil hatten 1462 Dietrich Sprecht von Bubenheim und seine Familie, die von Bubenheim zu Hanau, bis 1510 von Nassau-Dillenburg, wohl als Lehen von der Grafschaft Diez. Diesen Anteil hatten 1607 und schon 1596 die vom Riedt, die 1569 nach dem Tod des Wilhelm von Allendorf dessen Anteil als Erben an sich gebracht hatten. Zehntherr war neben dem Pfarrer von Mensfelden 1719 Nassau-Diez. Die Grafen von Wied-Runkel hatten hier 1596 einen kleinen Pachthof, der vor 1620 an Graf Christoph von Leiningen-Westerburg kam. Leiningen-Westerburg hatte hier 1602 Wiesen als Zubehör seines Hofes zu Mensfelden. Die von Walderdorff in Limburg hatten 1604 einen Weiher am Fußpfad von Lindenholzhausen auf Linter und Freiendiez, wohl schon am Platz des heutigen, größeren Linterer Weihers. Die von Waldersdorff erwarben 1685 die Güter der Schütz von Holzhausen und besaßen hier 1805 21 Morgen Land. Der reiche Limburger Bürger Rulman unter den Gaden erwarb 1305 von Graf Rupert von Virneburg Korngülten von dessen Gütern, Zubehör von dessen Anteil an der Schaumburg, und 1309 die Güter des Gnadenthal. Dieser Besitz gehörte später zu der von Rulman gestifteten Almosensende im Eberbacher Hof zu Limburg, wohin 1524, 1569. 1596 Korngülten zu liefern waren. Einen Pachthof hatte 1596 auch das Stift Diez, von dem Korn- und Haferzinsen auch den von Langenau und den Frei von Dehrn zustanden, die außerdem Geldzinse hier bezogen. Das Stift Diez hatte schon 1417 eine Korngülte erhalten und bezog diese noch 1621.

Geringfügig war hier der andere Besitz von Adel und Kirche. Güter hatten die Spede von Limburg als Burglehen zu Montabaur 1235, Diethart von Cramberg, die Pfarrei Mensfelden und der Altar St. Georg im Stift Limburg 1417 sowie 1716 das Kloster Bethlehem im Limburg, das 1596 bereits Geld Korn- und Haferzinse in Linter bezog. Von Dietrich Specht von Bubenheim hatte die Gemeinde 1596 die Weide, der Baist, gepachtet. Korngülten fielen um 1450 an das Kloster Beselich, die Franziskaner in Limburg nach 1409 und 1454, dann 1596 an das Spital in Limburg, nach Villmar und in die Villmarer Gült nach Lindenholzhausen, an die von Reifenberg in ihre Häuser nach Kirberg und Limburg, die vom Stein und schließlich auch an zwei Bürger von Limburg. Eine Weizengülte erhielten damals die von Staffel in die unterste Burg in Balduinstein und Gänse die vom Riedt nach Kirberg. Die Reifenberger Gülte kam mit dem Haus des Marsilius von Reifenberg ( 1593) in Limburg an seinen Erben Hans Enders von der Leyen, dann durch Kauf 1598 an Graf Georg von Nassau-Beilstein und 1608 an die von Kronberg, von denen sie 1704 an Nassau-Diez heimfiel. Seit 1373 hatten das Stift Limburg und seine Präsenz Korngülten und Geldzinsen und 1343 auch die St. Michaelskapelle des Stifts eine Korngülte. Von der Propstei des Stifts Limburg hatten die Köth von Wahnscheid 1657 Korn- und Hafergülten zu Lehen, die 1788 dem Stift heimfielen. Es war wohl jenes Korn, das den Köth 1596 aus Linter nach Aull zu liefern war. Von 1489 bis 1702 hatten die von Diez zu Ardeck mit dem Erbmarschallamt der Grafschaft Diez auch 1 Malter Hafer und 16 Hühner zu Linter von der Grafschaft Diez zu Lehen. Das Lehen kam beim Aussterben der von Diez 1741 an die Köth von Wahnscheid und fiel, als auch diese ausstarben, 1788 an Nassau-Oranien zur Landkellerei Diez heim.

In der Gemarkung Linter wird schon 1596 im Baister Velt der Flurname im Altendorff genannt. Es handelt sich bei dieser Flur altes Dorf nicht um eine alte, im 30jährigen Krieg aufgegebene Ortslage von Linter, sondern um eine Wüstung, die sich sonst noch nicht nachweisen lässt.

Im 1. Drittel des 15. Jhs. berichtet ein Limburger Chronist über eine dreieinhalbjährige Belagerung von Limburg 1248 durch 18 Landesherren, nach deren Abzug die Limburger die Burg Ardenberg, einen Vorläufer der Burg Ardeck, gebrochen hätten. Eine solche Belagerung der kaisertreuen Stadt durch die heimischen Hochadelsfamilien, die damals fast durchweg Gegner der Hohenstaufen waren, passt durchaus in die politische Lage des Endkampfes, der Staufer im Rhein-Maingebiet. Der Chronist berichtet in diesem Zusammenhang, dass auch zwei Burgen beieinander auf dem Scheid, auf dem Berg über dem Bieberbach vor dem Linterer Wald, gelegen hätten. Vogel hat wohl aus einer Überlieferung dieser Nachricht herausgelesen, dass zwei Adelige in Linter eine Burg hatten, die in einem Volksaufstande zerstört worden sein soll. Von dieser sah man 1843 noch ihre Burgschale mit eingesunkenen Wällen und Gräben ganz nahe am Hof Blumenrod, doch sind diese beiden Burgen sonst nicht bezeugt.

Die Einwohner gehörten 1596 als Leibeigene auf die Häuser Diez, Westerburg, Kirberg, Schaumburg, Weilburg und Weilnau, daneben waren hier einige Leute der Albansherrn von Mainz, die zu deren Besitz in Oberneisen gehörten.

**Einwohner:**

- 1532: 11 Feuerstellen;
- 1542: 18 Türkensteuerpflichtige
- 1562: 16 Mann, 10 mit 17 Pferden, 6 Handfröner
- 1564 15 Häuser; 1578: 17 Feuerstätten
- 1596: 22 Mann; 1607: 25 Mann; 1634: 15 Kerster oder Heppenhauer
- 1643: 5 Haushalte, die in das verlassene Dorf erst wieder eingezogen waren
- 1647: 22 (7 Haushalte)
- 1653: 6 Haushalte
- 1660: 53 (15 Haushalte)
- 1665: 53 (11 Haushalte)
- 1683: 14 Untertanen (11 Fuhrleute, 3 Heppenhauer)
- 1684: 9 Häuser
- 1686: 14 Hausgesesse
- 1704: 15 Nachbarn
- 1750: 85 (22 Häuser)
- 1757: 25 Untertanen
- 1810: 172 (30 Häuser)
- 1818: 161 (21 Familien)

<section class="footnotes footnotes-end-of-document" id="bkmrk-siehe-fu%C3%9Fnote%C2%A0%E2%86%A9%EF%B8%8E-geg" role="doc-endnotes">---

1. siehe Fußnote [↩︎](#bkmrk-1)
2. gegen Bezahlung für die Erledigung einer Aufgabe verpflichten, engagieren[↩︎](#bkmrk-2)
3. ursprünglich der 1. August[↩︎](#bkmrk-3)
4. Recht über das Heilige, das Aufsichtsrecht des Landesherrn als staatlicher Souverän über alle Religionsgesellschaften auf seinem Territorium[↩︎](#bkmrk-4)
5. 1 Morgen <span class="math inline">≈</span> 2500 m²[↩︎](#bkmrk-5)
6. Person, die in kirchlichen Institutionen für deren Vermögen zuständig ist[↩︎](#bkmrk-6)
7. Mitglied eines Dom- oder Stiftskapitels[↩︎](#bkmrk-7)

</section>

# Die Gemeindeverwaltung im 19./20. Jh.

✍ **Autor(en):** Walter Schwenk (1975)

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Durch das Edikt vom 4.6.1816 kam Mensfelden mit den Orten Kirberg, Ohren, Nauheim, Neesbach, Heringen, Dauborn und Eufingen vom bisherigen Oberamt Kirberg, Linter und Staffel vom Amt Diez, Dehrn vom Amt Hadamar und den Orten des früher kurtrierischen Amtes Limburg zwischen Dietkirchen, Limburg und Oberbrechen zum 30. 6. 1816 zu dem neugebildeten Amt Limburg. Zum gleichen Tag hörte auch die Wirksamkeit der Ortsgerichte für die freiwillige Gerichtsbarkeit auf. Der Schultheiß und das örtliche Gericht verloren fast alle früheren Aufgaben. Dafür übernahm der Schultheiß in der Gemeindeverwaltung vieles aus dem früheren Dienstbereich der Bürgermeister. Diese verschwanden völlig. An ihre Stelle trat ein ständiger Gemeinderechner.

Ein Edikt vom 5.6.1816 regelte alle Zweige der Gemeindeverwaltung. Der Schultheiß wurde nach vorgehender genauer Erkundigung in der Gemeinde vom Amtmann ernannt und bei Amt verpflichtet. Ihm war die ganze örtliche Verwaltung übertragen. Als Orts- und Feldpolizei hatte er eine begrenzte Strafgewalt. Er führte seine Geschäfte zu Hause, wo er auch die Gemeindeakten aufbewahrte.

Es blieb 1816 ein Feldgericht, das aus dem Schultheiß und Feldgerichtsschöffen bestand. Es hatte noch die Grenzen der Grundstücke zu beaufsichtigen und zu vermessen, Güter zu schätzen, Hypotheken-, Stock- und Lagerbücher zu führen. Von seinem Aufgabenbereich ist später dem Ortsgericht nur wenig geblieben, da das Amtsgericht und das Katasteramt in der Folge die meisten Funktionen jenes Feldgerichts übernommen haben.

Der bisherige Schultheiß Hehner[<sup>1</sup>](#bkmrk-philipp-heinrich-heh-1) blieb auch nach dem Übergang ans Herzogtum Nassau im Dienst. Er wird als der fähigste Schultheiß im Amt Limburg gerühmt. Mit der Amtsführung seines späteren Nachfolgers und Schwiegersohnes Philipp Anton Schumann waren bei der Revolution 1848 viele Ortsbürger nicht einverstanden, obwohl man doch annehmen möchte, dass er der Fortschrittspartei nahestand, die sein Schwager Hehner[<sup>2</sup>](#bkmrk-karl-philipp-hehner-) als nassauischer Abgeordneter im Parlament der Paulskirche in Frankfurt 1848 vertrat. Nach einer Gemeindeversammlung, die mit großer Aufregung verlief, musste Schumann die Gemeindepapiere und die Führung der Gemeinde dem ältesten Feldgerichtsschöffen abgeben. Am 15.3.1848 wurde ein Zeichen mit der Glocke gegeben und die Gemeinde versammelt. Aus 12 Personen wählte man mit 94 von 158 Stimmen Johann Christian Lanz sen. zum Schultheißereiverwalter mit einer jährlichen Besoldung von 80 Gulden. Lanz wurde am 12.1.1849 auch zum Bürgermeister gewählt und am 26.1.1849 als Solcher verpflichtet. Das Gesetz vom 12.12.1848 sicherte der Gemeindeversammlung eine weitgehende, unmittelbare Mitwirkung in der Gemeindeverwaltung zu. Diese Errungenschaft der Revolution ging in den folgenden Jahren der Reaktion 1854 wieder verloren. Allgemeine Gemeindeordnungen von 1854, 1862 und 1897 regelten in nassauischer und preußischer Zeit die Form der Gemeindeverwaltung. Für örtliche Besonderheiten blieb dabei nur wenig Platz.

Das alte Rat- und Backhaus wurde um 1890 abgerissen. Erst nach dem 1. Weltkrieg, als die Gemeinden mehr an neuen, zusätzlichen Aufgaben zu übernehmen hatten, erhielt Mensfelden 1938 wieder ein Rathaus mit Amtszimmern des Bürgermeisters und des Gemeinderechners.

An Hand der alten Gerichtssiegel wurde der Gemeinde auch ein Ortswappen vorgeschlagen: in Rot eine goldene Waage, gehalten von einer silbernen, aus goldener Wolke in der linken Schildecke hervorbrechenden Hand mit blau bekleidetem Arm. Der Vorschlag fand in Mensfelden Zustimmung, doch wurde es nicht mehr offiziell verliehen.

<figure id="bkmrk-foto%3A-siegel%3A-n.g.a-">[![gemeindeverwaltung.jpg](https://miesfelle.de/uploads/images/gallery/2026-07/scaled-1680-/gemeindeverwaltung.jpg)](https://miesfelle.de/uploads/images/gallery/2026-07/gemeindeverwaltung.jpg)  
<figcaption>Foto: Siegel: N.G.A Mensfelden (links) und H.N.R.A. Kirberg (rechts)</figcaption></figure><section class="footnotes footnotes-end-of-document" id="bkmrk-philipp-heinrich-heh" role="doc-endnotes">---

1. Philipp Heinrich Hehner (1760 - 1823)[↩︎](#bkmrk-1)
2. Karl Philipp Hehner (1809 - 1880)[↩︎](#bkmrk-2)

</section>

# Das Gemeindeparlament von 1950  bis 1970

✍ **Autor(en):** Walter Schwenk (1975)

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Als nach 1945 die Bundesrepublik Deutschland mit ihren 11 Ländern entstand wurde Mensfelden dem Land Hessen zugeordnet. Es gehörte somit dem Regierungsbezirk Wiesbaden und dem Kreis Limburg an. Inzwischen wurde der Regierungsbezirk Wiesbaden aufgehoben und Darmstadt zugeteilt.

Nach fast sechsjährigem Krieg war vieles vernachlässigt und zurückgestellt worden. So warteten große Aufgaben auf die Gemeinde, wie der Wegebau, die Schule, das Feuerlöschwesen, der Wald, der Friedhof und vieles mehr. Auch das Rathaus, welches unter die Wiedergutmachung fiel, musste noch einmal bezahlt werden. Um alles wieder in Ordnung zu bringen und andere große anstehende Probleme zu lösen, vergingen mehrere Jahre. Unser kleiner Haushaltsetat, der sich anfangs nur um 60.000 DM belief, erforderte große Sparmaßnahmen. Da wir nur über wenig Waldeinnahmen verfügten, waren wir auf die Gemeindesteuern, Gebühren und Abgaben angewiesen, so dass größere Maßnahmen nur durch Beihilfen und verbilligte Darlehen bewältigt werden konnten.

So konnten wir, trotz den finanziellen Schwierigkeiten in der zwanzigjährigen Parlamentstätigkeit vieles leisten.

Alle Mitglieder des Parlaments - ob im Gemeindevorstand oder in der Gemeindevertretung tätig - mühten sich in diesen 20 Jahren und somit in jeder Legislaturperiode in harter, verantwortungsvoller Arbeit. Ihnen ist für die Durchführung dieser großen Aufgaben besonders zu danken. In vielen, vielen Stunden, oft bis Mitternacht, wurde über das Für und Wieder beraten. Oft prallten die Gegensätze aufeinander, doch wenn es um das Wohl der Gemeinde ging, glätteten sich immer wieder die Wogen.

Unser Gemeindeparlament, das aus dem Gemeindevorstand mit dem Bürgermeister, insgesamt 4 Personen, und der Gemeindevertretung mit 9 Personen bestand war immer unparteiisch. Es setzte sich in den zwanzig Jahren durchweg aus 4 Arbeitnehmern, 4 Landwirten und einem Gewerbetreibenden zusammen, die in freien Bürgerlisten gewählt wurden.

Einen Überblick über die Haushaltentwicklung und den geleisteten Arbeiten von 1950 - 1970 soll dem Leser nachfolgende Aufstellung zeigen:

Der ordentliche Haushalt 1950/51 betrug: 52.240 DM  
der außerordentliche Haushalt betrug: 26.000 DM  
Ausgabenleistung:

<div class="samepage" id="bkmrk-ausbau-des-diezer-we">1. Ausbau des Diezer Weges mit einer wassergebundenen Decke (1 km)
2. Kanalisation der Schlimmstraße.
3. Aufforstung Distrikt 4 mit 10 000 Lerchen

</div>Der ordentliche Haushalt 1951/52 betrug: 60.000 DM  
der außerordentliche Haushalt betrug: 26.000 DM  
Ausgabenleistung:

<div class="samepage" id="bkmrk-renovierung-der-schu">1. Renovierung der Schule
2. weiterer Ausbau des Steinbruchs
3. Feldwegebau

</div>Der ordentliche Haushalt 1952/53 betrug: 106.683 DM  
der außerordentliche Haushalt wurde nicht in Anspruch genommen.  
Ausgabeleistung:

<div class="samepage" id="bkmrk-wiederkauf-des-ratha">1. Wiederkauf des Rathauses
2. Bau des Ehrenmals
3. Abtragungen vom Vorjahr

</div>Der ordentliche Haushalt 1953/54 betrug: 98.979 DM  
der außerordentliche Haushalt wurde nicht in Anspruch genommen.  
Ausgabeleistung:

<div class="samepage" id="bkmrk-ausbau-des-m%C3%BChlbache">1. Ausbau des Mühlbacher- und Tripperweges m. einer wassergebundenen Decke
2. Anlegung des Weges v. d. Schlimmstraße. zum Limburger Weg.

</div>Der ordentliche Haushalt 1954/55 betrug: 82.918 DM  
der außerordentliche Haushalt betrug: 25.940 DM  
Ausgabeleistung:

<div class="samepage" id="bkmrk-bohrung-v.-2-brunnen">1. Bohrung v. 2 Brunnen am Klingerkopf f. eine Gemeindewasserleitung
2. Kanalisierung der Schlimmstraße.

</div>Der ordentliche Haushalt 1955/56 betrug: 65.381 DM  
der außerordentliche Haushalt wurde nicht in Anspruch genommen.  
Ausgabeleistung:

<div class="samepage" id="bkmrk-erbauung-einer-ortsr">1. Erbauung einer Ortsrufanlage
2. Erschließung des Neubaugebietes Bucherbühne

</div>Der ordentliche Haushalt 1956/57 betrug: 85.163 DM  
der außerordentliche Haushalt betrug: 7.230 DM  
Ausgabeleistung:

<div class="samepage" id="bkmrk-aufforstung-v.-5-ha-">1. Aufforstung v. 5 ha Niederwald u. Hochwald
2. Anschaffung einer Bachert Feuerspritze
3. Ausbau d. Kuhweges
4. Bau einer neuen Straßenbeleuchtung

</div>Der ordentliche Haushalt 1957/58 betrug: 105.092 DM  
der außerordentliche Haushalt betrug: 49.940 DM  
Ausgabenleistung:

<div class="samepage" id="bkmrk-kanalisierung-d.-kir">1. Kanalisierung d. Kirchstr., Gartenstr., Querstr. und Moorsgarten
2. Ausbau d. Limburger Weges

</div>Der ordentliche Haushalt 1958/59 betrug: 83.986 DM  
der außerordentliche Haushalt betrug: 8.906 DM  
Ausgabenleistung:

<div class="samepage" id="bkmrk-bau-der-wasserleitun">1. Bau der Wasserleitung 2. Kanalisation der Laistraße (650.000 DM)

</div>Der ordentliche Haushalt 1959/60 betrug: 103.874 DM  
der außerordentliche Haus halt betrug: 150.633 DM  
Ausgabenleistung:

<div class="samepage" id="bkmrk-ausbau-der-ortsstra%C3%9F">1. Ausbau der Ortsstraße m. eigener Teerdecke, Halbrinne und Bürgersteige.

</div>Der ordentliche Haushalt 1960 betrug: 93.614 DM  
der außerordentliche Haushalt betrug: 40.000 DM  
Ausgabenleistung:

<div class="samepage" id="bkmrk-ii.-bauabschnitt-aus">1. II. Bauabschnitt Ausbau d. Ortsstraßen m. Teerdecke, Halbrinnen u. Bürgersteige
2. Erweiterung d. Neubaugebietes Bucher- u. Weiderbühne

</div>Der ordentliche Haushalt 1961 betrug: 131.856 DM  
der außerordentliche Haushalt betrug: 11.500 DM  
Ausgabenleistung:

<div class="samepage" id="bkmrk-iii.-abschnitt-ausba">1. III. Abschnitt Ausbau der Ortsstr. m. Teerdecke, Halbrinnen u. Bürgersteige
2. Zulegung des Brandweihers (Zisterne)
3. Kanalisation d. Königsberger Str.

</div>Der ordentliche Haushalt 1962 betrug: 155.432 DM  
der außerordentliche Haushalt betrug: 41.174 DM  
Ausgabeleistung:

<div class="samepage" id="bkmrk-restl.-ausbau-d.-ort">1. Restl. Ausbau d. Ortsstraßen m. einer Teerdecke, Halbrinnen u. Bürgersteige Bemerkung: Der gesamte Ausbau der Ortsstraßen betrug 225.000 DM.

</div>Der ordentliche Haushalt 1963 betrug: 163.306 DM  
der außerordentliche Haushalt betrug: 60.000 DM  
Ausgabeleistung:

<div class="samepage" id="bkmrk-anlegung-v.-2-parkan">1. Anlegung v. 2 Parkanlagen
2. Instandsetzung der Lehrerwohnung

</div>Der ordentliche Haushalt 1964 betrug: 184.249 DM  
der außerordentliche Haushalt betrug 64.120 DM  
Ausgabeleistung:

<div class="samepage" id="bkmrk-bau-einer-leichenhal">1. Bau einer Leichenhalle (70.000)
2. Anlegung d. Parkplatzes am Friedhof
3. Kanalisation d. Bühnenstr. u. Limburger Weg
4. Anteilsbetrag f. Teerung Limburgerweg, Diezerweg u. Hohlerweg

</div>Der ordentliche Haushalt 1965 betrug: 187.228 DM  
der außerordentliche Haushalt betrug: 44.060 DM  
Ausgabeleistung:

<div class="samepage" id="bkmrk-%C3%9Cbernahme-v.-umlegun">1. Übernahme v. Umlegungsland f. Gemeindezwecke
2. Erweiterung d. Friedhofs
3. Erweiterung d. Sport- u. Spielplatzes
4. Platz f. Kläranlage
5. Aufforstung 4 ha

</div>Der ordentliche Haushalt 1966 betrug: 248.528 DM  
der außerordentliche Haushalt betrug: 152.000 DM  
Ausgabeleistung:

<div class="samepage" id="bkmrk-ausbau-d.-k%C3%B6nigsberg">1. Ausbau d. Königsbergerstr. m. Teerdecke, Halbrinne u. Bürgersteig, sowie Friedhofsparkplatz
2. Kanalisation d. Birkenstr.

</div>Der ordentliche Haushalt 1967 betrug: 273.809 DM der außerordentliche Haushalt betrug: 25.700 DM Ausgabeleistung:

<div class="samepage" id="bkmrk-kanalisation-der-hoc">1. Kanalisation der Hochstraße

</div>Der ordentliche Haushalt 1968 betrug: 267.042 DM der außerordentliche Haushalt betrug: 88.500 DM Ausgabeleistungen:

<div class="samepage" id="bkmrk-bau-einer-neuen-toil">1. Bau einer neuen Toilettenanlage (Schule)

</div>Der ordentliche Haushalt 1969 betrug: 243.338 DM der außerordentliche Haushalt betrug: 68.500 DM Ausgabeleistung:

<div class="samepage" id="bkmrk-ausbau-der-b%C3%BChnenstr">1. Ausbau der Bühnenstr. m. Teerdecke, Halbrinne u. Bürgersteige
2. sowie Teerung der Gartenstraße.

</div>Der ordentliche Haushalt 1970 betrug: 277.873 DM der außerordentliche Haushalt betrug: 122.670 DM Ausgabeleistung:

<div class="samepage" id="bkmrk-anschaffung-eines-l%C3%B6">1. Anschaffung eines Löschfahrzeuges
2. Ölheizung f. d. Lehrerwohnung
3. Ausbau Spielplatz an der Turnhalle
4. Renovierung des Rathauses

</div>In allen Haushaltungsansätzen sind die Gemeindeverwaltungs- und Gemeindeeinrichtungskosten mit einbegriffen. Die Steuerhebesätze betrugen:

- 1950 - 1956: Grundsteuer A und B 170 %, die Gewerbesteuer betrug in dieser Zeit 225 %
- 1957 - 1969: Grundsteuer A und B 200 %, die Gewerbesteuer betrug in dieser Zeit 255 %
- 1970: Grundsteuer A und B 200 % die Gewerbesteuer betrug in dieser Zeit 270 %

Der Schuldenstand durch aufgenommene Darlehen beläuft sich im Jahre 1970 auf etwa 200.000 DM, dürfte jedoch nur mit 155.000 DM in Ansatz kommen, da 50.000 DM für Bauland ausgegeben wurden, welche sich selbst abtragen. Im Allgemeinen wurde der ordentliche Haushalt nie belastet. Die Schuldendienstleistung ist trotz Abführung der Kreissteuer noch von der Schlüsselzuweisung voll gesichert.

Interessant mag sein, wenn man die Haushaltsetats von 20 Jahren vergleicht, so muss man feststellen, dass sich die Zahlen innerhalb von 20 Jahren verfünffacht haben. Nicht allein wuchsen die Ansprüche der Gemeinden, gleichbedeutend dürfte auch die preisliche Aufwärtsentwicklung dazu beigetragen haben.

Eine günstige finanzielle Entwicklung zeichnet sich insbesondere ab bei der Finanzzuweisung des Landes (Schlüsselzuweisung), die sich innerhalb der zwanzig Jahre, der Haushaltsaufzeichnung, fast verzehnfacht hat.

Ab dem Zeitpunkt der Gründung der Großgemeinde Hünfelden gibt es einen gemeinsamen Haushalt für alle sieben Ortsteile.

<figure id="bkmrk-foto%3A-altes-rathaus-">[![rathaus.jpg](https://miesfelle.de/uploads/images/gallery/2026-07/scaled-1680-/rathaus.jpg)](https://miesfelle.de/uploads/images/gallery/2026-07/rathaus.jpg)  
<figcaption>Foto: Altes Rathaus in der Fahlerstraße, David Diefenbach, 2025</figcaption></figure>

# Hünfelden: Ortsteil Mensfelden

✍ **Autor(en):** Walter Schwenk (1975)

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Im Jahre 1971 gab es auch für unsere Gemeinde ein besonderes Ereignis; sieben Gemeinden des Südkreises Limburg: Dauborn, Kirberg, Mensfelden, Nauheim, Heringen, Neesbach und Ohren schließen sich zu einer Großgemeinde zusammen. Die Urkunde der Hessischen Landesregierung unterzeichnet von Minister Bielefeld trägt folgenden Wortlaut: Die Gemeinden Dauborn, Heringen, Kirberg, Mensfelden, Nauheim, Neesbach und Ohren im Landkreis Limburg werden gemäß §17, Abs. 2 in Verbindung mit §12 der Hessischen Gemeindeordnung in der Fassung vom 1. Juli 1960 <span class="citation" data-cites="GVBL1960"></span> mit Wirkung vom 1. Oktober 1971 zu einer Gemeinde mit dem Namen Hünfelden im Landkreis Limburg zusammengeschlossen.

Vom Herrn Regierungspräsidenten wurde Oberamtsrat Valeske in das Amt des Staatsbeauftragten berufen. Landrat Wolf Limburg hat seinen Oberamtsrat von seinem Dienst befreit. Damit er die Aufgaben des Bürgermeisters in der neuen Großgemeinde wahrnehmen kann, wurde ihm die Ernennungsurkunde überreicht.

**Heimat für 7000 Menschen**

Oberamtsrat Erich Valeske, seit langem mit den Sorgen und Wünschen der sieben Gemeinden besonders vertraut, nahm die Urkunde, die den Zusammenschluss besiegelt, entgegen und versprach seinen Hünfeldern, dass er die ihm übertragenen Aufgaben gewissenhaft, gründlich, nach den Vorschriften der Gesetze und den Abmachungen im Grenzänderungsvertrag führen werde. Sein Glückwunsch galt all denen aus den sieben Gemeinden die die Zeichen der Zeit erkannt haben und zu dem freiwilligen Zusammenschluss fanden. Aus sieben kleinen Teilen ist ein Ganzes geworden. Unser neues Hünfelden umfasst jetzt 6.300 Hektar und ist Heimat von 7000 Menschen. Noch gibt es keinen einzigen industriellen Arbeitsplatz, doch ist dieses Problem erkannt. Jetzt, in der Großgemeinde, wird es sich sicher leichter lösen lassen als bisher, wo jeder einzelne Bürgermeister einen einsamen Kampf um strukturelle Verbesserungen zu bestehen hatte. Gemeinsam sind wir stärker!, sagte der Herr Oberamtsrat.

**Der Rat der vierzehn**

Der neue Staatsbeauftragte steht in seiner Aufgabe als Bürgermeister nicht allein. Der Rat der vierzehn nimmt die Interessen der Gemeindevertretungen aller sieben Orte wahr. Jede Vertretung hat zwei Beauftragte vorgeschlagen, die vom Regierungspräsidenten bestätigt wurden. Es waren mit der Wahrung der Aufgaben der Organe der Gemeinde bis zur Neuwahl betraut: Werner Frenz, Rudolf Wagner (Dauborn), Max Schmidt, Erwin Hirschberger (Heringen), Albert Hofmann, Ewald Kreckel (Kirberg), Ernst Biebricher, Werner Völker (Mensfelden), Arnold Gerhard, Walter Müller (Nauheim), Albert Zollmann, Heinrich Deuster (Neesbach), Walter Leber, Heine Dauster (Ohren).

Die Aufgaben des Gemeindevorstandes nehmen bis dahin folgende Staatsbeauftragte wahr: Heinrich Eppstein (Dauborn), Willi Knoll (Heringen), Josef Maasen (Kirberg), Heinrich Dankof (Nauheim), Wilhelm Lieber (Mensfelden), Karl Groß (Neesbach), Horst Leber (Ohren).

Landrat Wolf überreichte allen Staatsbeauftragten die Urkunden des Herrn Regierungspräsidenten und dankte seinen alten Gemeindevertretern, Gemeindevorständen und Bürgermeistern für die jahrelang aufopfernde Tätigkeit. Er meinte zum Abschluss: Führt den Wahlkampf, der jetzt beginnt, fair und sachlich. wie ich dies von Euch nicht anders gewohnt bin. Dann bin ich sicher. dass am 12. Dezember ein guter Vorstand und ein tüchtiger Bürgermeister für Hünfelden gewählt werden. Großgemeinde Hünfelden komplett.

Nachdem durch die Gemeindewahl am 12. Dezember 1971 die Vertreterkörperschaften für die Großgemeinde gewählt wurden, konnten sie mit ihren Aufgaben beginnen. Der Rat der vierzehn, welche als Staatsbeauftragte bis 12. Dezember 1971 fungierten, hatten ihre Aufgabe erfüllt.

In der Ende Februar 1972 stattgefundenen Gemeinderatssitzung, welche in der Turnhalle der Mittelpunktschule in Dauborn stattfand, wurde der aus sieben Mitgliedern bestehende Gemeindevorstand eingeführt und vereidigt. Als hauptamtlicher Bürgermeister wurde von der 19köpfigen Gemeindevertretung der Leiter der Kommunalaufsicht bei der Limburger Kreisverwaltung Herr Oberamtsrat Erich Valeske (47) aus Linter auf sechs Jahre gewählt. Freude und Begeisterung löste es bei allen Fraktionen aus, dass sie so einen bewährten Fachmann als Bürgermeister an ihrer Spitze hatten, ja, man verzichtete gern auf das Einspruchsrecht. Der erste Beigeordnete Fritz Stauf überreichte dem Gewählten seine Ernennungsurkunde, damit er schon ab 1. März 1972 sein Amt als hauptamtlicher Bürgermeister wahrnehmen konnte. Damit war die Gemeindeverwaltung Hünfelden komplett und konnte ihre großen Aufgaben angehen.

Der Vorsitzende der Gemeindevertretung Eschholz überreichte den Beigeordneten die Ernennungsurkunde, außer dem ersten Beigeordneten Fritz Stauf (Kirberg) gehörten zum Vorstand die Mitglieder Krebs (Heringen), Ruppert (Kirberg), Schäfer (Ohren), Baum (Mensfelden), Glade (Dauborn), und Leber (Ohren) an.

Auf einstimmigen Vorschlag wurden auch die Ortsbeiräte gewählt. Einheitlich stellt jede der sieben Gemeinden je fünf Mitglieder. Zu den zahlreichen Besuchern der Sitzung waren auch Herrn Landrat Wolf, sowie mehrere Mitarbeiter Valeskes vom Landratsamt erschienen. Sie wollten dabei sein, um ihren ehemaligen Amtskollegen und Abteilungsleiter zu dieser Wahl zu beglückwünschen. Der herzliche Händedruck durfte auch als Abschiedsgruß aus dem alten Amt gelten. Der Landrat sagte; sein Besuch habe einen erfreulichen und einen schmerzlichen Grund. Erfreulich, weil er seinem Mitarbeiter Valeske zur Wahl und der Gemeinde Hünfelden zu einem solchen Bürgermeister gratulieren wolle. Schmerzlich, weil er einen erstklassigen Fachmann seiner Behörde verliere, dem er bestätigen müsse, sich im Kreis Limburg in seiner 24jährigen Dienstzeit verdient gemacht zu haben. Sein Verhalten sei stets ein gutes Beispiel für alle echten Demokraten gewesen. Als Erinnerung und Anerkennung für seine Arbeit im Kreishaus überreichte der Landrat an Valeske einen Wandteller mit einer Gravur. Bürgermeister Valeske wusste und fühlte, dass es nicht leicht war nach 24jähriger guter Zusammenarbeit Abschied zu nehmen. Er war sich aber auch bewusst, welch schwere Aufgabe auf ihn wartete, die er gerne in Kauf nahm, weil er sich den sieben Gemeinden verbunden und verpflichtet fühlte und andererseits auf eine gute Zusammenarbeit und Unterstützung seitens des Kreises rechnen durfte.

Wir alle wünschten ihm in seinem Amt viel Glück und dass er uns noch Jahre erhalten bleibe, war auch der Wunsch der drei Fraktionen. Der Spielmannszug des TV Dauborn trugen mit ihren klangvollen Weisen dazu diese denkwürdige Feierstunde zu verschönern.

Eine neue Epoche der Großgemeinde Hünfelden hatte nun begonnen, die alten Ortsteile werden ihre Prägung behalten, aber in ihrer Verwaltung ist sie eine Einheit geworden.

# Ortsbeirat Mensfelden

✍ **Autor(en):** Günther Foth (2000), Günther Foth (2010), Stephan Blödel (2025)

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Zur Förderung der Selbstverwaltung wurden bei dem Zusammenschluss der Gemeinde Hünfelden 1971 auf einstimmigen Vorschlag aller beteiligten Gemeinden Ortsbeiräte in allen 7 Ortsteilen eingerichtet. Einheitlich sind pro Ortsteil 5 Mitglieder im Ortsbeirat.

Die Ortsbeiratsmitglieder werden, gleichzeitig mit den Gemeindevertretern von den wahlberechtigten Einwohnern des Ortsbezirks gewählt.

Der Ortsbeirat ist zu allen wichtigen Angelegenheiten, die den Ortsteil betreffen zu hören, insbesondere zum Entwurf des Haushaltsplanes. Er hat ein Vorschlagsrecht in allen ortsteilbezogenen Angelegenheiten.

## Der Ortsbeirat bis 2000

Die größten Baumaßnahmen waren wohl die Neugestaltung der Sportanlage Mensfelder Kopf, Neubau Feuerwehrgerätehaus und Kindergarten.

Bei der Neugestaltung der Sportanlage war der Ortsbeirat von Mensfelden der Meinung, dass die Anlage in Ortsnähe errichtet werden sollte. Widersprüche von Behördenseite und aus der Bevölkerung führten dann zum Ausbau in der heutigen Form.

Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses und des Kindergartens wurden erforderlich, da diese Einrichtungen nicht mehr den gesetzlichen Ansprüchen der Zeit entsprachen. Für die Feuerwehr wurde neben den Stellplätzen für die Fahrzeuge auch ein Schulungsraum und sanitäre Anlagen im neu gebauten Feuerwehrgerätehaus geschaffen.

Der neue Kindergarten brachte neben den neuen Räumlichkeiten auch mehr Kindergartenplätze für unsere Kinder. Die Zahl wurde von 40 Kindergartenplätzen auf 50 erhöht.

Neben den drei großen Baumaßnahmen wurde der Ortsbeirat zu anderen, nicht weniger wichtigen Punkten gehört. Als Beispiele seien genannt: Erschließung von Baugebieten, Straßenbaumaßnahmen, Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung, Einrichtung eines Naturschutzgebietes auf dem Mensfelder Kopf etc.

Der Ortsbeirat ist gemeinsam mit der Gemeinde Hünfelden Ausrichter der alljährlichen Seniorenweihnachtsfeier.

Seit 1990 wird in einem Zweijahres-Rhythmus vom Ortsbeirat ein Dorffest, vor der evangelischen Kirche, durchgeführt. Der Erlös wird für ortsteilbezogene Maßnahmen verwandt.

## Der Ortsbeirat 2000 – 2025

### 2000: 1225 Jahre Mensfelden

Der Ortsbeirat hat in Zusammenarbeit mit allen Vereinen von Mensfelden, der evangelischen Kirche, dem Kindergarten Mensfelden und vielen Bürgerinnen und Bürgern ein umfangreiches Programm für das Jubeljahr zusammengestellt.

Die Grenzbegehung unserer Gemarkung Mensfelden, das Brennen des Jubiläumsschnapses, Ausstellung „Hobby und Freizeit“, Dorffest 2000 „1225 Jahre Mensfelden“, Dorfbegehung und der Heimabend fanden unter sehr großer Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger von Mensfelden aber auch von außerhalb statt. Besonders erfreulich war der Besuch aus Friedrichsfeld, angeführt von der Ortsvorsteherin Kratzenberg.

Auch beschauliche Veranstaltungen wie das Kirchenkonzert mit den bekannten Künstlern Frederick Stock und Janina Seidenberg und die Ausstellung „Vertreibung und Kriege“ bereicherten das Jubiläumsjahr.

### 2000: Dorfplatz Mensfelden

Ende 1999 wurde dem Ortsbeirat die Idee vorgestellt, den Dorfplatz, der als Bushaltestelle dient, in der Dorfmitte neu zu gestalten. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde wurde diskutiert, wie die Finanzierung dieses Projekts realisiert werden könnte. Nachdem die finanziellen Aspekte geklärt waren, begann die Planungsphase. Das Ehepaar Ben-Yehoshua erstellt einen Bauplan und errichtete ein Modell, das beim Dorffest 2000 der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Die Umsetzung der Neugestaltung erfolgte durch das Engagement der Bürgerinnen und Bürger sowie lokaler Unternehmen. Dieses gemeinschaftliche Projekt stärkte den Zusammenhalt im Dorf und verschönerte das Ortsbild nachhaltig. Der neue Dorfplatz diente nun als einladender Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft.

### 2001 – 2010: Erich-Valeske-Halle

Mit der Schließung der Gaststätte Faust verlor der Gemischte Chor Mensfelden seine Heimat. Auch die Turnhallen des Tus Mensfelden und des TV Jahn Mensfelden waren nicht mehr für kulturelle Feste geeignet. Eine Lösung, die allen Vereinen, Gruppierungen und Verbänden gerecht wurde, war dringend notwendig.

Erste Gespräche über die Hallensituation fanden bereits 2001 statt, doch erst Ende 2004 begann die Umsetzung Fahrt aufzunehmen.

Um eine gemeinsame Lösung zu finden, trafen sich am 14. und 15. Januar 2005 alle Beteiligten im Hotel „Zugbrücke Grenzau“ in Höhrgrenzhausen zu einer Klausur. Dort wurde der Plan zum Bau einer gemeinsamen Halle entwickelt. Der Grundsatzbeschluss zum Neubau wurde am 14.11.2006 in der Gemeindevertretung Hünfelden gefasst.

Die Halle des TuS wurde abgerissen, da an dieser Stelle die neue Halle errichtet werden sollte. Der Abriss der TuS Halle begann am 17.08.2009. Ab diesem Zeitpunkt fanden alle Veranstaltungen in der TV Jahn Halle statt. Diese wurde, ebenso wie das Rathaus in der Fahlerstraße, nach Fertigstellung der Erich-Valeske-Halle veräußert.

Es gab große Diskussionen mit der Gemeinde über die Größe des Vereinsraums. Schließlich einigte man sich darauf, dass die Vereine und der Ortsbeirat die Mehrkosten für den erweiterten Rohbau übernehmen. Dank des großen ehrenamtlichen Engagements der Bürgerinnen und Bürger konnten erhebliche Kosten für die Halle eingespart werden. Die veranschlagten 2 Mio. Euro wurden nicht vollständig benötigt. Zuschüsse zum Bau kamen aus der Dorferneuerung, die das Projekt „Neubau eines Dorfgemeinschaftshauses“ großzügig förderte. Der Raum der Begegnung wurde vom hessischen Sozialministerium gesondert gefördert. Nach der Errichtung und Einweihung der Erich-Valeske-Halle am 26. November 2010 hatten alle Vereine und Gruppierungen ein neues Zuhause. Der Namensgeber der Halle verstarb leider kurz vor der Einweihung der Halle.

### 2010: Dolles Dorf Mensfelden

Mensfelden hatte am 22. April 2010 seinen großen Moment, als es in der Hessenschau als „Dolles Dorf“ gezogen wurde. Noch am selben Abend traf ein Filmteam des Hessischen Rundfunks ein, um die Aktivitäten der Bewohnerinnen und Bewohner für den nächsten Tag zu planen. Bereits am Abend wurde die beeindruckende Feuershow von David Diefenbach aufgezeichnet. Der Freitag war vollgepackt mit Dreharbeiten: Der Kindergarten, die Feuerwehr, die Kletterscheune, Swingolf, der Gemischte Chor und die Tanzgruppe „Crazy Devils“ wurden bei ihren vielfältigen Aktivitäten gefilmt. Besonders im Fokus standen die Kirche, die Orgel und die älteste Glocke im Glockenturm. Unser Dorfchronist, Wilhelm Lieber, konnte auf alle historischen Fragen Antworten geben und sein Lied „Siehste net die Säu im Gorde“ hinterließ einen bleibenden Eindruck. Die gesammelten Filmausschnitte wurden zu einem Bericht zusammengestellt und am 24. April 2010 in der Hessenschau ausgestrahlt. Trotz der großartigen Darstellung verpassten wir nur knapp die Endausscheidung zum „Dollen Dorf Hessens“. Dennoch bleibt die Erfahrung und der Stolz, unser Dorf so lebendig präsentiert zu haben.

### 2011: Elterninitiative Bolzplatz

Dem Bau der Erich-Valeske-Halle fiel auch der Bolzplatz an der Turnhalle des TuS Mensfelden zum Opfer. Auf Initiative von Eltern hauptsächlich aus dem nahe gelegenen Neubaugebiet Hühnergärten wurde angeregt, die Wiese neben dem Kindergarten, als neuen Bolzplatz zu etablieren. Der Ortsbeirat unterstützte bei den Gesprächen mit dem Eigentümer und der Gemeinde und übernahm in späteren Jahren die Kosten für die Pflege der Fläche.

### 2015: Windkraft in Hünfelden

Mit dem Teilregionalplan Energie für Mittelhessen werden erstmals Vorzugsgebiete für Windkraft in Hünfelden ausgewiesen. Der Ortsbeirat nahm seine Anhörungsrechte mit Stellungnahmen wahr, um sich gegen Windkraft am Mensfelder Kopf und zu nahe am Roten Meer auszusprechen.

### 2016: Mensfelden erhält eine Dorffahne

Dem Ortsbeirat fiel auf, dass Mensfelden im Vergleich zu den umliegenden Ortschaften keine eigene Dorffahne hatte und beschloss, dies zu ändern. Ute Lange wurde gebeten, einige Vorschläge zu entwerfen, die dann den Mensfelderinnen und Mensfeldern zur Abstimmung vorgestellt wurden. Und so bekam Mensfelden seine royalblaue Fahne mit Dorfwappen (2025 sogar in einer Jubiläums-Edition). Zur Kirmes 2016 wurde erstmals geflaggt.

### 2016: Sauberkeit in Feld und Wald durch Hundekotbeutelspender

Die Verunreinigung von Wegen und Feldrändern durch Hundekot wurde zunehmend als Ärgernis wahrgenommen. Der Ortsbeirat machte sich dafür stark, Hundekotbeutelspender einzuführen, um die Hundebesitzer zu animieren, die Hinterlassenschaften ihrer Tiere aufzulesen und zu entsorgen. Die Gemeinde stimmte zu, die Installation der Spender in Mensfelden als Pilotprojekt auf Akzeptanz zu testen. Sie wurden gut angenommen und tragen seitdem zur Sauberkeit in Feld und Wald bei.

### 2019: Spielplatzprojekt Unterstraße

Am Spielplatz Unterstraße bestand Sanierungsbedarf. Zudem hatten Eltern Ideen zur Modernisierung und Erweiterung der Spielmöglichkeiten auf der Fläche. Der Ortsbeirat unterstützte bei den Gesprächen mit der Gemeinde und der Planung. Für die Finanzierung wurden die Eltern aktiv und erhielten von der Aktion „Ein Herz für Kinder“ eine so großzügige Spende, dass das Spielplatzprojekt in Rekordzeit realisiert werden konnte.

### 2020/21: Ortsbeirat während der Pandemie

Auch während der Covid19 Pandemie gab es Ortsbeiratssitzungen. Trotz umfangreicher Hygienevorgaben und Abstandsregeln konnten öffentliche Sitzungen abgehalten werden. 2020/21 konnten aufgrund von Versammlungsverboten keine Seniorennachmittage stattfinden. Während die Veranstaltung im Jahr 2020 tatsächlich ersatzlos ausfiel, wurde der Ortsbeirat im Jahr 2021 kreativ. Kaffee und Kuchen wurden am Kirchplatz Open Air im „Abhol-Café“ zum Mitnehmen präsentiert.

### Ab 2023: Erste Planungen für 1250 Jahre Mensfelden

Auch wenn das Jubiläumsjahr noch in weiter Ferne schien, wurden bereits erste Ideen für die Festivitäten gesammelt und seitdem zusammen mit einem inzwischen etablierten Festkomitee Stück für Stück weiterentwickelt und konkretisiert. Ein vielfältiges und kurzweiliges Programm mit Veranstaltungen für Jung und Alt, Groß und Klein wird die Dorfgemeinschaft und die Gäste von außerhalb hoffentlich begeistern. Dazu später mehr in dieser Chronik.

## Vertreter

Seit der Gründung von Hünfelden wurden 8 Ortsbeiräte in Mensfelden gewählt. Erster Ortsvorsteher von Mensfelden war Wilhelm Lieber. Neben Wilhelm Lieber waren noch Walter Kees, Willi Narewski, Ernst Biebricher und Werner Völker im Ortsbeirat.

Danach hat sich der Ortsbeirat wie folgt zusammengesetzt:

#### 1972 - 1977

**Ortsvorsteher:** Ernst Weil

**Stellv. Ortsvorsteher:** Willi Narewski

**Schriftführer:** Werner Völker

**Mitglieder:** Karl Hohlwein, Fritz Brummer

#### 1977 - 1981

**Ortsvorsteher:** Emil Baum bis 28.01.1980, Karl Fischer

**Stellv. Ortsvorsteher:** Karl Fischer bis 07.03.1980, Herr Dr. Egon Frink

**Schriftführer:** Herr Hans Deubner

**Mitglieder:** Hermann Schmidt

#### 1981 - 1985

**Ortsvorsteher:** Rolf Schwenk

**Stellv. Ortsvorsteher:** Dr. Egon Frink

**Schriftführerin:** Ute Deubner

**Mitglieder:** Josef Impe, Karl Fischer bis 01.11.1982, Hermann Schmidt ab 01.11.1982

#### 1985 - 1989

**Ortsvorsteher:** Rolf Schwenk

**Stellv. Ortsvorsteher:** Ute Deubner

**Schriftführer:** Dr. Egon Frink

**Mitglieder:** Waltraud Impe, Hermann Schmidt

#### 1989 - 1993

**Ortsvorsteher:** Robert Krebs

**Stellv. Ortsvorsteher:** Hermann Schmidt bis 06.06.1990, Thomas Fischer

**Schriftführer:** Alfred Talaska

**Mitglieder:** Waltraud Impe, Günter Foth

#### 1993 - 1997

**Ortsvorsteher:** Robert Krebs

**Stellv. Ortsvorsteher:** Jochen Leiß

**Schriftführer:** Alfred Talaska

**Mitglieder:** Frau Birgit Schwenk, Frau Esther Ben-Yehoshua

#### 1997 - 2001

**Ortsvorsteher:** Gerhard Leist bis 12.10.1998, Günter Foth

**Stellv. Ortsvorsteher:** Wolfgang Reh

**Schriftführerin:** Sabine Winterwerber

**Mitglieder:** Birgit Schwenk, Günter Foth bis 10.12.1998, Wolfgang Schwenk ab 11.12.1998

#### 2001 - 2006

**Ortsvorsteher:** Günter Foth

**Mitglieder:** Annette Czaika-Kloos, Birgit Schwenk, Wolfgang Schwenk, Sabine Winterwerber

#### 2006 - 2011

**Ortsvorsteher:** Günter Foth

**Mitglieder:** Stephan Blödel, Christoph Hohlwein, Meik Hohlwein, Wolfgang Schwenk

#### 2011 - 2016

**Ortsvorsteher:** Günter Foth

**Mitglieder:** Esther Ben-Yehosua, Stephan Blödel, Christoph Hohlwein, Meik Hohlwein

#### 2016 - 2021

**Ortsvorsteher:** Stephan Blödel

**Mitglieder:** Christof Hofbauer, Iris Meister, Wolfgang Reh, Holger Schmidt

#### 2021 - 2026

**Ortsvorsteher:** Stephan Blödel

**Mitglieder:** Markus Graumann, Christof Hofbauer, Liliane Stock, Claudia von Mrozek

# Schultheißen und Bürgermeister

✍ **Autor(en):** Walter Schwenk (1975), Bernhard Crecelius (2000), David Diefenbach (2025)

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## Amtsmänner

1. Amtmann zu Mensfelden: Richwin Mutsch 1343.

## Westerburger, Leiningen-Westerburger, Waldecker von Kaintsche und kurtrierische-waldecker Schultheißen zu Mensfelden

1. Cuntzen Schmidt 1399
2. Canfeler um 1430
3. Adam um 1450 vor 1470
4. Philipp von Müllenmark zu Birlenbach 1471
5. Henrich Hoebeling (auch Hoekeling) 1500
6. Henrich Meurer aus Burgschwalbach 1501 - 1502
7. Adam von Rheinberg (auch Rheinberger) 1511 - 1526
8. Heintzges Weigel 1529
9. Weigel Fritz aus Neesbach 1535 - 1536 vor 1544
10. Ludwig Fritz 1548 - 1569
11. Hen Lantz 1552 - 1563
12. Blasius Lantz 1565 - 1595
13. Jacob Lohr, auch Lahr, aus Gemünden 1595 - 1616
14. Wilhelm Mebes (Mebuß, Mebs) 1616 - 1625
15. Georg Barth 1625 - 1636
16. Jacob Arthen in Oberbrechen 1636
17. Bonert, auch Banert 1636 - 1642
18. Johannes Lantz 1644 - 1656, zeitweise Unterschultheiß - 1670
19. Anthon Prettung, auch Bretton (1675), 1678 - 1704
20. Johann Wilhelm Volck 1704 - 1728
21. Johann Wilhelm Völcker 1728 - 1736
22. Johann Cari Volck 1736 - 1784

## Nassau-Saarbrückische, zeitweise Reifenbergische und Nassau-Hadamarische, zuletzt Nassau-Oranische Schultheißen

1. Hertwin Smidt in Lindenholzhausen 1471 - 1478
2. Henn Lotz 1483 - 1490
3. Peter Brechen 1511
4. Clauß Karies 1516 - 1521
5. Paulus von Lindenholzhausen 1548, auch Paulus Scherer 1549 - 1552, auch Paulus Holzhausen 1554, auch Paulus Han in Lindenholzhausen 1557 - 1575
6. Steffan Rodt 1586
7. Wilhelm Werner aus Mensfelden 1600, zugleich 1593 - 1607 Keller zu Mensfelden
8. Johann Philipp Roßbach 1612, zugleich Keller zu Kirberg
9. Philipp Bonart 1625 - 1631 Unterschultheiß 1634 - 1663
10. Johann Nickel Pfeiffer 1677 - 1688
11. Johann Jost Preußer 1691 - 1700
12. Johann Simon Freytag in Nauheim 1700 - 1703
13. Christian Völcker 1704 - 1729, gewesener
14. Johann Peter Mohr 1735 - 1758
15. Philipp Wilhelm Mohr 1758 - 1783
16. Philipp Wilhelm Dielmann 1783 - 1788
17. Philipp Wilhelm Mohr 1788 - 1814

## Kurtrierische Schultheißen

1. Peter Bruch aus Balduinstein in Brechen 1453
2. Ludwig Mohr 1471 - 1486
3. Henn von Brechen 1488 - 1490
4. Paul Isenberger in Oberbrechen 1511
5. Michel Staud 1516 - 1521
6. Christoffel Staud in Oberbrechen 1548 - 1558
7. Albrecht in Oberbrechen 1562
8. Elias Nortwein in Oberbrechen (Hess. Schultheiß) 1575 - 1578
9. Hans Jorg Bach in Oberbrechen 1586 - 1595
10. Hermann Hattert in Camberg 1600 - 1604
11. Gerhard Dieffenbach in Villmar 1612 - 1613
12. Wilhelm Ludwig in Villmar 1623 - 1629
13. Philipp Bonert, Unterschultheiß 1631
14. Jacob Arthen in Oberbrechen 1636 - 1653
15. Christian Preußer, Unterschultheiß 1639 - 1656
16. Antonius Bonart 1682 - 1684
17. Johann Jost Bonart 1682 - 1684
18. Anthon Brettung auch Bretton, 1690 - 1700
19. Johannes Crecelius aus Nauheim (1703) 1705 - 1734
20. Johann Adam Zollmann 1736 - 1764
21. Johannes Wagner 1765 - 1791
22. Philipp Wilhelm Dielmann 1783, Gehilfe 1786, 1795, 1803
23. Pfarrer Kochen 1794
24. Johann Christian Schwenk 1797 - 1820
25. Johann Christian Völker 1797 - unbekannt
26. Johann Christian Kleinschmidt 1797 - unbekannt

(von Nr. 24 - 26 entnommen aus alten Urkunden wo alle drei als Bürgermeister aufgeführt und unterschrieben haben)

## Nassauische Schultheißen

1. Philipp Heinrich Hehner 1806 - 1822
2. Wilhelm Schnee 1822 - 1825
3. Georg Philipp Weil 1826 - 1832
4. Jakob Deußer 1833 - 1836
5. Philipp Anton Schumann 1837 - 1847/1848

## Bürgermeister zu Mensfelden

1. Johann Christian Lanz 1851 - 1854
2. Philipp Schumann 1855 - 1882
3. Werner 1883 - 1884
4. Heinrich Crecelius 1885 - 1888
5. Philipp Wilhelm Deußer 1889 - 1918
6. Wilhelm Helfrich 1919 - 1945

## Hessische Bürgermeister zu Mensfelden

1. Albert Schumann 1945 - 1947
2. August Nilges 1947 - 1948
3. Karl Walter Schwenk 1948 - 1970
4. Wilhelm Lieber 1971

## Bürgermeister Großgemeinde Hünfelden

1. Erich Valeske 1972 - 1987
2. Fritz Stauf 1987 - 1999
3. Norbert Besier 1999 - 2011
4. Silvia Scheu-Menzer 2011 - nach 2025

# Die Geschichte der ältesten Familien in Mensfelden

✍ **Autor(en):** Hellmuth Gensicke (1975)

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Seit dem 14. Jahrhundert werden häufig bäuerliche Einwohner von Mensfelden in Urkunden und Zinsverzeichnissen genannt. In einer recht reichen Überlieferung sind schon im 16. Jahrhundert die meisten damaligen Familien des Dorfes zu überschauen. Eine Schätzungsliste nennt 1595 alle zur Schätzung steuerpflichtigen Einwohner mit ihrem Vermögen<span class="citation" data-cites="HHStAW-01"></span> und zeigt, dass damals die meisten im Dorf recht begütert waren. Von den zahlreichen, noch erhaltenen Einwohnerlisten aus dem 17. Jahrhundert sei eine von 1635, aus der schlimmsten Zeit des 30jährigen Krieges hier mitgeteilt:

Die Einwohner von Mensfelden 17. Februar 1635

(Abkürzungen: H = eigene Hofreite, 2 H = 2 eigene Hofreiten, Hs = eigenes Haus, 2 Hs = 2 eigene Häuser, HSt = eigene Hofstädt, M = Mägdlein, S = Sohn, SI = Söhnlein, T = Tochter, W = eigene Wohnung, Whs = eigenes Wohnhaus, o = kein eigenes Haus).

**Nassaw Sarprücken leibeigene Unterthanen sampt den eigenen wonungen:**

1. Görg Becker (W)
2. Jacob Britz (H)
3. Simon Schwenck (H)
4. Christian Preußer (o)
5. Johannes Ruß (H)
6. Thomas Philips (H)
7. Johannes Bart (H)
8. Peter Eidt (2 H)
9. Johannes Arnold (H)
10. Peter Marckloff (H)
11. Andreas Schwenck (H)
12. Jorg Mohr (H)
13. Enders Rehn (H)
14. Theiß Eydt (H)
15. Hanß Fritz (o)
16. Philips Koch (H)
17. Philips Stadt (H)
18. H, Thonges Frentz (H)
19. Jacob Barth (o)
20. Johannes Lantz (H)
21. Thonges Schmiedt (H)
22. Hans Wilhelm Britz (H)
23. Jost Mebs (H)
24. Simon Deuscher (o)
25. Jost Deuscher (H)
26. Thonges I.antz (H)
27. Theiß Frentz (H)

**Eigne Sarprückische Weibs Personen, sampt deren Kinder, so auch eigen Sarprückisch:**

1. Johan Frickoffers Haußfrau Anna (5 Kinder, alles S)
2. Wilhelm Beckers Witwe Elisabeth (1 SI)
3. Anna Jacob Barts Witwe (1 S, 1 T)
4. Barthel Ulmans Frau Eva (2 SI)
5. Jörg Staden Frau Küngedt (1 S, 1 T)
6. Barbara Wilhelm Mebsen Witwe (1 T)
7. Hans Jacob Werners Frau Ottilia (2 SI)
8. Peter Staden Haußfrau (3 SI)
9. Jacob Linters sein Hausfrau Barbara (SI, 1 T)
10. Jorg Fritzen Witwe (1 H)
11. Elisabeth Johan Huns Witwe (o)
12. Gorg Barths sein Hausfrau (1 M)
13. Hans Beckers Frau Elisabeth
14. Engel Fritzen sein Haußfrau Margretha
15. Jost Frentzen Haußfrau Anna (1 SI)
16. Daiban Beckers Witwe (H)
17. Johan Huns Frau Anna (3 S, 1 T)
18. Johannes Lantzen Haußfrau Ottilia (2 SI, 1 T)
19. Margretha Philips Schmidts Witwe (o)
20. Martin Britzen Witwe (o)

**Unmündige:**

1. Thonges Brechens hinderlaßene Kinder, Trierisch Eigen (2 H)
2. Dieterich Dieffenbachs hinderlaßene Kinder, saarbrückisch Eigen (H)
3. Debs Geilmans Kinder, saarbrückisch Eigen (Hs)

**ChurTryrische Leibeigene Manspersonen:**

1. Johan Frickoffer (Hs)
2. Claß Lantz (Whs)
3. Görg Stadt (Hs)
4. Theis Zabel (Hs)
5. Thönges Scheidt (Whs)
6. Hans Wagener (Hs)
7. Geörg Brechen (Hs)
8. Hans Jacob Werner (Hs)
9. Peter Wühl
10. Cloßen Hans (2 Hs)
11. Peter Stadt (Whs)
12. Hilgar Keeß (Hs)
13. Hans Becker (Hs)
14. Jost Frentz (o)
15. Wilhelm Zabel (Hs)
16. Thonges Bonert (2 H)
17. Matthes Muth (H)
18. Johannes Linter (Hs)
19. Adam Reuter (o)
20. Friderich Keißer (H)
21. Johangen Volcker (o)
22. Engel Fritz (H)
23. Philips Bonart (2 H)

**Westerburgische Leibeigene Männer:**

1. Johan Staud (Whs)
2. Barthel Ulman (Hst)
3. Hans Gorg Teuscher (Hs)
4. Jacob Cuntz (Hs)
5. Wilhelm Röcker (Hs)
6. Hans Oppel (o)
7. Johannes Oppel (Hs)
8. Peter Becker (2 H)
9. Georg Barth der Schultheiß (2 H)
10. Hans Hun (W)
11. Johangen Hun (Hs)
12. Jacob Linter (W)

**Wittweiber, so eigne Wohnheußer**

1. Wilhelm Mebsen Witwe (Wh), Sarpr. leibeigen
2. Görg Fritzen Wittib Elisabeth (Hs), Sarpr. eigen
3. Werners Elisabeth Witwe (Wh), Tryrisch eigen
4. Christgen Huns Witwe Catharina (Hs), Tryr. eigen
5. Jacob Barths Witwe Anna (Hs), Sarpr. eigen
6. Blasius Barts Witwe Dorothea (Hs), Westerb. Eigen
7. Dalban Beckers Witwe Catharin (Hs), Sarpr. Eigen
8. Johannes Mohrs Witwe Anna (H), Westerburg. Eigen
9. Wilhelm Beckers Witwe Elisabeth (Hs), Sarpr. Eigen

Unterschriften: Christianus Krecelius, Pfarrer, Gericht und Schöffen: Simon Deuscher, Philips Bonnartt, Johannes Johan Frickober, Clauß Lantz, Hans Hun, Jacob Cuntz.<span class="citation" data-cites="HHStAW-02"></span>

Diese Liste lässt erkennen, dass alle Einwohner des Dorfes damals Leibeigene der drei Ortsherren waren. Das war ringsum, außer in den Städten und Freiflecken, überall auf den Dörfern ähnlich. Die Leibeigenschaft bedeutete hier jedoch nur eine mäßige finanzielle Belastung, der alle im Dorf unterworfen waren. Wer in das Dorf ziehen wollte, musste frei sein oder sich an seinem Herkunftsort frei gemacht haben <span class="citation" data-cites="HHStAW-03"></span>. Er wurde dann hier nach einem Freijahr einem der drei Ortsherren mit den Leibeigenschaftsabgaben zugeteilt. Die Abgaben selbst, die Bede, eine ursprünglich freiwillige Steuer in kleinem Geldbetrag, ein Fastnachtshuhn und das Besthaupt, eine Erbschaftssteuer, waren keine hohe Belastung. Dennoch empfand man diese als lästig und als die Gedanken der Aufklärung sich ausbreiteten als unwürdig. Durchaus zu Recht, da die Ortsherren darin nur eine Einnahme ihres Fiskus sahen und die ursprüngliche Gegenleistung des Leibherren, den Leibeigenen gegen Übergriffe anderer zu schützen, in Vergessenheit geraten war.

In der amtlichen Bekanntmachung von 1808 heißt es unter anderem: Wir wollen unseren Unterthanen, denen Wir schon durch Unser Edikt vom 1. Januar 1808 mit Aufhebung der Abgabe des sogenannten besten Haupts, ihr persönliche Freiheit gesichert haben, für die Zukunft nunmehr auch die Freiheit ihres Grund = Eigentums von aller drückenden Beschwerung veralteter Leibes- und gutherrlichen Abgaben und Leistungen zuwenden, während zugleich Wir Bedacht nehmen, dass Standes- und Grundherrn, auch sonstigen Gutsbesitzern und Vasallen, deren Einkünfte hierdurch Abgang erleiden, aus allgemeinen Mitteln des Staats ein billiger Ersatz geleistet werde.

Es geschieht daher allenthalben, mit angenehmer Empfindung, dass Wir die hier nachstehenden gesetzlichen Bestimmungen über die Aufhebung bisheriger Abgaben erlassen.

Als ein Beweis Unseres festen und beständigen Willens, dass Wohlsegen und den Vortheil aller Unserer Unterthanen ohne Unterschied stets zu fördern, von ihnen allgemein dankbar anerkannt und sie dadurch in ihrer Treue und Ergebenheit gegen Uns, immer mehr und mehr befestigt werden.

Mit dieser Voraussetzung wollen Wir und verordnen hierdurch wie nachfolgt:

§ 1. vom 1. Januar diesen Jahres an, sind die hier nachstehend namentlich aufgeführten Abgaben in den bezeichneten Orten gänzlich und für immer aufgehoben:

(Nun werden der Reihe nach alle Amtsbezirke aufgezählt unter § 24 der Amtsbezirk Limburg)

I. Von allgemeinen, in sämtlichen Amtsorten bestehenden Abgaben:

1. das Frohnd- und Dienstgeld, auch Rheinfahrtgeld
2. die ordinäre Schatzung als Güterschätzung, Nahrungsschatzung und Schirmgulden
3. die Extrasteuern
4. die Servicesteuern
5. die Beiträge zu allgemeinen Amtsausgabe

Hier werden nun die Abgaben angeführt, die einzelne Orte zu leisten hatten und die nur für sie galten.

Von den Einwohnern von Mensfelden wurden bis zum 1.1.1808 geleistet:

- Der Schirmgulden
- Extrasteuern
- Weidehämmel
- Dienst- und Rheinfahrtgeld
- Rauchhühner
- Leibbeet
- Leibhühner
- Hahngeld (Frh. v. Hohenfeld)

Folgende Arbeiten, die ohne Bezahlung ausgeführt werden mussten blieben:

1. unentgeltliche Militärtransporte
2. Arbeiten zur Erhaltung der Straßen
3. Arbeiten zur Erhaltung von gemeindeeigen Gebäuden, Brücken und Wegen
4. Jagdfolge als Treiber
5. Transporte der Frucht, die als Pacht usw. durch bestehende Verträge an einen besonderen Ort gebracht werden mussten.

Die Beet war die älteste Steuer überhaupt, man kannte sie als Ehebeet bei Neuvermählten, später trat sie als Geldabgabe an die Stelle ehemaliger Naturalabgaben (Holz-, Fleisch-, Maibeet) (Butterabgabe) etc. Abgelöst durch Geld hieß sie dann Weidgeld, Weidhammelgeld, Kuhgeld, Eiergeld, Hühnergeld, etc.

Das Banngeld und der Schirmgulden mussten gezahlt werden zur Befreiung von einem örtlichen Zwang, bzw. für gewährten Schutz.

Es wäre noch die Abgabe des Besthauptes zu erwähnen, jene Abgabe an den Lehns - bzw. Grundherrn, den der Pächter als Bewirtschafter eines Lehnshofes entrichten musste, wenn der Pächter starb. Dann konnte der Beauftragte des Lehnsherrn das beste Stück Vieh - das Besthaupt - ohne Entschädigung aus dem Stall des Pächters holen.

Ich habe einmal alle diese kleinen Steuern, die damals im Bereich des Nassauer Ländchens gehoben wurden, gezählt. Es waren dieser 150 verschiedene Abgaben, wobei jedoch zu beachten ist, dass unter verschiedenen Namen die gleichen Abgaben zu leisten waren.

Es gab wohl die Möglichkeit sich loszukaufen, wofür einer je nach Vermögen sein Freilos kaufen konnte, welches nur zeitlich bedingt war, was nachfolgender Bericht bezeugt.

Bericht vom 11. Februar 1739 an den Hofkammerrath und Amtskelle Leo zu Limburg. Auf Begehren Ew. Hochedlen, wird hiermit pflichtmäßig berichtet:

<div class="center" id="bkmrk-erstens%3B-wegen-auszu"><div class="minipage"><u>Erstens</u>;

wegen Auszug der Leibeigenen allhier zu Mensfelden, ist es jederzeit also gehalten worden, dass sich die Leibeigenen bei ihrer Herrschaft, deren sie mit Leib - Eigenschaft unterworfen, haben müssen loskaufen, und geben, darnach sie Vermögen gestanden und haben den herrschaftlichen Schultheißen Auszugsgeld müssen geben 108 (1 Albus).

<u>Zweitens;</u>

wann solche losgekaufte Leibeigene, welche hier ausgezogen, wieder anhero ziehen wollen, so haben sie den Schultheißen obige Gebühr wieder zahlen müssen, und sind derjenigen Herrschaft, welcher sie zuvor unterworfen gewesen, mit Leibeigenschaft wieder unterworfen, deren sie ihr Leib- und Dienstgeld wieder zahlen müssen, womit verbleiben.

<div class="flushright">Mensfelden, den 11 ten Februar a, 1739  
Ew. Hochedlen  
? Cammerraths  
Untertänigster Diener Jacob Volk  
Churtrierischer Schultheiß  
Christian Frickhöfer  
Philippuß Bonart  
beyde Gerichts Schöffen

</div></div></div>Der vorstehende wörtliche wiedergegebene Bericht ist nur ein kleiner Ausschnitt von der Gebundenheit der Leibeigenen. Sogar eine Dienstmagd, die kein Vermögen hatte, die von Mensfelden nach Mannheim ziehen wollte, um sich dort zu verehelichen, musste einen Antrag auf Befreiung stellen. Jeder Bürger hatte nur einen Herrn, dem er als Leibeigener gehörte. Da aber Mensfelden drei Grundherren hatte, galt folgende Regelung: Die Kinder gehörten immer dem Grundherrn, dem die Mutter zugehörte. Gehörte diese zu einem anderen Landesherren als der Vater, gehörten die Kinder zu dem Landesherren der Mutter. Wer ins Dorf zuziehen wollte, musste sich erst freikaufen, und wurde nach einem freien Jahr durch das Los einem der Grundherren zugeteilt.

Die Bindungen hatten sich im Laufe der Jahrhunderte so gelockert, dass jeder sich hier jederzeit mit einem Abzugsgeld loskaufen und wegziehen konnte. So lassen sich in vielen Fällen Heiratsverbindungen mit Bürgern der benachbarten Städte Limburg und Diez und benachbarter Freiflecken, wie Kirberg und Niederbrechen, beobachten.<span class="citation" data-cites="HHStAW-04"></span> Dabei sieht man, wie etwa bei den Bonhard 1601, daß auch Bürger von Limburg diese Belastungen nicht scheuten und sich hier niederließen. Am 1. Januar 1808 hoben Friedrich August Herzog von Nassau und Friedrich Wilhelm Fürst von Nassau die Leibeigenschaft, die in ihren rheinischen Gegenden seit undenklichen Jahren das meiste von ihrer Härte schon verloren hatte, völlig auf.

Die Liste von 1635 nennt manche Namen, die längst verschwunden sind, einige haben sich bis in unsere Tage in Mensfelden erhaIten. Aber auch von den meisten jener im Mannesstamm ausgestorbenen oder abgewanderten Familien leben heute hier noch Töchternachkommen.

Fast geschlossen lässt sich über mehr als 600 Jahre die Familie Mohr hier nachweisen, die 1365 zuerst mit Ludewig Moyr vorkommt. Schwer zu entscheiden ist die Frage, ob es sich bei häufiger vorkommenden Familiennamen über so viele Jahrhunderte noch um die gleiche Familie handelt, kommt schon 1399 ein Cuntzgen Schmidt in Mensfelden vor, doch fanden spätere noch andere den Weg hierher, wie 1720 ein Johann Kaspar Schmidt aus Schadeck. Ähnlich ist es mit den Becker, die bisher nicht mit völliger Sicherheit als Nachkommen des Reichel Becker (um 1470) nachgewiesen werden können. Noch unsicherer ist dies bei den Müller, die schon 1478, dann 1603 und 1660 einmal hier erscheinen.

Recht sicher ist jedoch bei vier anderen Familien nachzuweisen, dass seit dem 15. Jahrhundert, also mehr als ein halbes Jahrtausend, hier ansässig sind. So kommen um 1450 schon die Brechen mit Peter Brechen vor, dessen Stammvater man nach der Herkunft aus jenem Nachbarort benannt hatte. Wenig später erscheinen vor 1470 zuerst mit Heynman Kese die Kees. Zu den Volk gehört vor Claß Folck (1478) wohl schon der Heimberger Fulckelchin 1453. Auf dem Weg über die Christianshütte bei Schupbach (1806) hat sich eine Linie der Volk aus Mensfelden in Braubach am Rhein verzweigt. Neben einer ersten Familie Lantz von 1490 und 1511, die auch später hier weiterlebte, begründete Johanngen Lantz aus Heringen 1648 hier eine zweite gleichnamige Familie.

Auch die Zollmann kommen 1482 und 1553 hier schon einmal vor, doch kam der Stammvater der heutigen Namensträger erst 1648 aus Nauheim. Der Familienname, ursprünglich Zulmann, hat übrigens nichts mit Zoll zu tun. Er ist eine Verkleinerungsform eines männlichen Vornamens Zule, Zühle den man für eine mundartliche Form des Vornamens Aegidius hält. Johann Bartholomäus Zollmann aus Mensfelden (1696 - 1774) war zuletzt Pfarrer in Bechtheim, sein Enkel Johann Philipp Zollmann (1785-1866) lebte als Münzmeister des Herzogtums Nassau in Wiesbaden.

Noch größer ist die Anzahl der Familien, die im Laufe des 16. Jahrhunderts hier zuerst bezeugt sind. Aus Neesbach stammte Fritzen Weigel, der Stammvater der Familie Fritz, der 1507 Hofmann des Stifts Diez in Mensfelden und später hier auch Schultheiß war.

Mit Opels Peter, der 1550 in Mensfelden starb, erscheint zuerst die Familie Oppel. Es ist durchaus möglich, jedoch kaum noch nachzuweisen, dass Peter Oppel in Dachsenhausen bei Braubach, der dort um 1550 zuwanderte und 1580 bereits verstorben war, der Stammvater der in der Autoindustrie bekannt gewordenen Familie, ein Verwandter jenes ersten Peter in Mensfelden war. Der Firmengründer Adam in Rüsselsheim war ohnehin ein Nachkomme des Schulmeisters Sommerlad in Mensfelden.

Die Werner in Mensfelden sind wohl durchweg Nachkommen des Schöffen Jörg Werner (1556 - 1587). Die Familie lebte wohl schon längere Zeit vorher in Mensfelden, da 1574 ein Henn Werner in Heringen Erbgüter in Mensfelden besaß. Ob der Pfarrer Johann Werner in Mensfelden (1553 - 1602), der aus Niederbrechen stammt, zur Verwandtschaft gehörte, weiß man nicht. Von seinen Söhnen war Wilhelm Werner 1602 Keller in Kirberg und Dr. jur. Bartholopäus Werner aus Mensfelden 1602 und noch 1622 Rat in Saarbrücken.

Mit Wentz Britz, der sich selbst auch 1579 Wentzel Brixius nennt, kommt 1562 zuerst die Familie Brötz in Mensfelden vor. Im Familiennamen hat sich der Name des heiligen Briccius erhalten, der sonst als Vorname längst auch hier aus der Mode gekommen ist.

In Mensfelden war schon 1564 Claß Schwenck begütert, der in Holzheim wohnte. In Holzheim lässt sich die Familie bis zu Swenck Henne (1459 - 1493) zurückverfolgen. Aus Holzheim kam Johann Schwenck (1567 - 1568 vor 1595), der Sohn eines Kaspar Schwenck, nach Mensfelden, wo sich seine Nachkommen Schwenck in mehreren Linien verzweigten.

Wilhelm Schreiner oder Schumann aus Hahnstätten ( 1605), ein Enkel des Claus Schumann zu Hohlenfels, kam 1570 als erster Zöllner auf das Zollhaus bei Mensfelden. Er hatte 1598 Erbgüter in Herborn. sein Sohn und Nachfolger Wolf Schumann war wohl weiter in der Welt herumgekommen und hatte eine geborene Bornhuser aus Basel zur Frau.

Wenig später kommt 1588 Simon Deutscher auch Teuscher, der 1635 als Schöffe seinen Namen Deusser schrieb, hier zuerst vor. Seine Frau Merg war 1629 Opfer der des Hexenwahns. Die Familie des Peter Lieber (1600 - + vor 1616) war hier wohl schon vorher ansässig, da Hen Lieber aus Nauheim 1559 einen Weingarten in der Herbach bei Mensfelden verkaufen konnte. Mit einem Peter Lieber aus Linter kam 1644 eine zweite Linie der ursprünglich wohl zusammengehörigen Familie nach Mensfelden.

Steffan Bonart war 1601 noch Bürger zu Limburg, als er sich als Wirt in Mensfelden niederließ, wo zwei seiner Söhne Schultheißen waren. Johann Wilhelm Bonhard aus Mensfelden (1692- 1759), Pfarrer in Breckenheim, begründete eine Linie, die durch mehrere Generationen im Hessen-Darmstädtischen Pfarrer hervorbrachte.

Christian Crecelius, seit 1596 Pfarrer in Nauheim, war 1616 nach dem Tod seines Bruders Jodocus Crecelius Pfarrer in Mensfelden geworden, wo er 1635 starb. Der Vater der Brüder, Dietrich Kreckel, der sich auch Theodor Crecelius nannte, war Stiftsherr und Schulmeister in dem seit 1566 lutherischen Stift Gemünden auf dem Westerwald. Von Christians jüngstem Sohn Johann (1620 - 1693), der nach Nauheim gezogen war, stammen alle Träger des Namens Crecelius ab, die heute weitverbreitet in Westdeutschland in Nordamerika leben. Mit seinen Söhnen und Enkeln sind auch Zweige der Familie nach Mensfelden zurückgekehrt. Von den Nachkommen des Reichelsheimer Zweigs der Heringer Linie sei Professor Wilhelm Crecelius (1828 - 1889) in Elberfeld genannt, dessen Oberhessisches Wörterbuch noch heute viel benutzt wird.

Johanngen Frickofen oder Johann Frickober, wie er selbst 1635 als Schöffe unterschreibt, ist kurz vor 1622 zugezogen. Von seinen Nachkommen war Karl Frickhöffer aus Mensfelden (1791 - 1845) Konrektor in Idstein, von dessen Söhnen Heinrich Frickhöfer ( 1869) Pfarrer in Bremen und Karl Frickhöfer und Badearzt in Bad Schwalbach.

Etwa zur gleichen Zeit erscheinen hier zuerst Peter Wagner (1625 - vor 1627), der Stammvater der Familie Wagner sowie Theiß Ruß (1625) und Johannes Ruß (1627 - 1678), als erste Vertreter dieser Familie.

Als Stiefsohn des Philipp Bonart kam Johannes Völcker (1635 - 1680) nach Mensfeiden. Einige seiner Nachkommen waren Schultheißen in Mensfelden. Ein Sohn begründete eine Linie in Diez. Christian Völker (1803 - 1877) aus Mensfelden war Pfarrer in Enkirch an der Mosel.

Erst nach dem 30 jährigen Krieg wurden mit Martin Germ (1663) die Girn mit Johannes und Peter Helfferig (1663) und Ludwig Hellferich (1675) die Hielfrich, die Hohlwein mit Johannes Hohlwein aus Gückingen (1666), die Pfeiffer mit Johann Nicolaus Pfeiffer (1668) sowie die Leuckel mit Chrostoffel Leuckel (1693) hier ansässig.

Im 18. Jahrhundert kommen dazu die Dielmann, die Heymann die Reinhard aus Linter, 1739 die Weil aus Heringen, danach etwa noch 1819 die Nilges aus Guckheim bei Westerburg.

Manche Familien lebten nur einige Generationen hier. So die Kramb (seit 1654), von denen Johann Georg Kramb nach Ungarn (1724), andere nach Steeden (1735) und Diez (1754) abwanderten.

Von frühen Auswanderern seien hier einige genannt. Nach Amerika gingen Thönges Deußer (vor 1723/26) und Christian Zollmann (vor 1795). Im vorigen Jahrhundert sind ihnen viele andere Mensfelder dorthin gefolgt. Nach Ostpreußen, in die damals Preußisch Litauen genannten Landesteile im Osten des Landes, zogen: Thonges Herman 1722, Christian Lantz 1723/24, Johannes Ullmann 1723, Johann Jakob Ullmann 1723 und Gorg Zabell 1724, nach Polen Jeremias Becker 1784 und Johann Philipp Kees 1785. Blasius Bart war schon vor 1574 nach Masmünster ins Elsaß gezogen, Georg Philipp Kees zog 1796 nach Lausanne. Im holländischen Kriegsdienst suchten Balthasar Kramb vor 1785, Wilhelm Lieber 1785, Johann Henrich Löhr 1783, Bartholomäus Zabel vor 1749 und Georg Wilhelm Zabel 1781 - 1794 ihr Glück.

Es können hier nicht alle Familien genannt werden, doch sei wenigstens noch die Familie Hehner erwähnt, die ursprünglich aus Nastätten stammt und im Schuldienst über Patersberg und St. Goarshausen nach Mensfelden kam. Karl Philipp Hehner (1809-80) aus Mensfelden, der Abgeordnete im Parlament der Paulskirche, der Sohn des Schultheißen Hehner, war ein Enkel des Pfarrers Koch und von des Vaters Mutter, einer Bonhard her, jedoch mit vielen in Mensfelden verwandt. Dieser erste knappe Überblick kann nur andeuten, wie lange die meisten Familien in Mensfelden schon mit der Geschichte ihres Heimatortes verbunden sind. Dies gilt nicht minder auch für alle die, deren Namen hier nicht ausdrücklich genannt werden, die meist jedoch über Mütter und Großmütter in weiblicher Linie von den gleichen Familien abstammen. Dies könnte leicht noch nach vielen Seiten ergänzt und erweitert werden, doch würde es hier den Rahmen sprengen. <span class="citation" data-cites="Nassovca1"></span>

# Bevölkerung Mensfelden ab 1818

✍ **Autor(en):** Walter Schwenk (1975)

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## Bevölkerung Mensfelden von 1818 bis 1972 

In Mensfelden zählte man 1818: 1027 Einwohner in 193 Familien, 1820: 1012 in 233 Familien. Mit 1001 Einwohnern war Mensfelden 1823 nach Limburg (2634 Einw.) im Amt Limburg und selbst im späteren Kreis Limburg nach Hadamar (1500 Einw.) und Camberg (1467 Einw.) der größte Ort. In der Einwohnerzahl übertraf es damals Niederbrechen (991), Dauborn und Eufingen (984), Elz (977), Kirberg (893) und Lindenholzhausen (964) und weit mehr noch alle anderen Orte.

Die Einwohnerzahlen, bei denen hier die Zahl der Familien oder Haushalte in Klammern mitgeteilt wird, lässt hier seitdem nur ein sehr geringes Wachstum erkennen.

<div class="elabeling" id="bkmrk-5em-970-%28239%29-1007-%28"><span>5em</span>

970 (239)

1007 (258)

1130 (286)

1117 (273)

1157 (273)

1192 (285)

1085 (263)

1089 (284)

1132 (292)

1095 (267)

1095 (267)

1081 (209)

1108 (211)

1051 (210)

1044 (215)

1000 (212, 973 Evang., 5 Kath., 22 Juden)

1011 (209, 1030 Evang., 8 Kath., 29 Juden) [<sup>1</sup>](#bkmrk-hier-stimmt-die-summ-1)

993 (252, 950 Evang., 13 Kath., 30 Juden)

904

1146

1033

981<span class="citation" data-cites="StaatsAdressHandbuch"></span>

</div>Etwas deutlicher ergänzen andere Nachrichten diese Einwohnerzahlen.

**1819:** 233 Familien, 158 verheiratete Männer, 17 Witwer, 160 verheiratete Weiber, 40 Witwen, 9 ledige, auf eigenem Herd sitzen, 333 Kinder männlich, 271 Kinder weiblich, 3 Gesellen und Lehrlinge, 2 Knechte, 10 Mägde, Summa 1010 Einwohner einheimisch, davon 969 evangelisch, 1 Katholik, 40 Juden. Soldaten, Lehrjungen und Gesellen, die auswärts nicht einbegriffen.

**1822:** Ende Dezember: 243 Familien, 169 verheiratete Männer, 15 Witwer, 8 ledig sitzende, 169 verheiratete Frauen, 32 Witwen, 16 ledig sitzende, 327 Buben, 279 Mädchen, - Gesellen, 4 Knechte, 7 Mägde, 58 Pferde, 6 Füllen, 4 Faselochsen, 36 Zugochsen, 241 Stallkühe, 164 Rinder, 8 Widder, 49 Hammel, 626 Mutterschafe, 152 Lämmer, 96 Schweine, 33 Ziegen, 18 Bienenstöcke, Summa 1069 Einwohner, 1025 Christen, 1 Mann katholisch, 44 Juden in 9 Familien, 5 Männer, 5 Weiber, 1 ledig, 17 Burschen und 13 Mädchen.

**1823:** 241 Familien, 165 verheiratete Männer, 10 Witwer, 9 ledige Männer, 165 verheiratete Frauen, 36 Witwen, 6 ledige, auf eig. Herd stehen, 356 männl. Jugend, 294 weibl. Jugend, 3 Lehrlinge, 6 Knechte, 9 Mägde, 57 Pferde, 3 Fohlen, 2 Faselochsen, 13 Mastochsen, 29 Zugochsen, 33 Stiere, 24 Zugkühe, 217 Stallkühe, 97 Kalben, 4 Widder, 476 Mutterschafe, 66 Hammel, 162 Lämmer, 117 Schweine, 23 Ziegen, 26 Bienenstöcke, Summa 1065, davon 1019 Christen, 1 Katholik, 45 Juden, 171 Feuerstellen.

**1828:** : 3 Bäcker, 1 Branntweinbrenner, 1 Glaser, 3 Grobschmiede, 3 Küfer (Kiefer), 7 Krämer, 12 Leinweber, 1 Makler, 3 Maurer, 1 Metzger, 2 Sattler, 5 Schneider, 2 Schreiner, 8 Schuhmacher, 2 Strohdecker, 1 Wagner, 5 Wirte, 4 Zimmerleute.

Diese Angaben lassen bereits erkennen, dass die meisten Einwohner nur Kleinbauern waren, von denen einige nebenbei noch ein Handwerk betrieben. Viele fanden aber auch damit nicht ihr Auskommen, so dass mancher sein Glück in Amerika suchte. So werden als Auswanderer nach Nordamerika allein in den Jahren 1854 bis 1867 genannt: Christiane Deußer, Witwe, Johann Deußer, Karl Anton Frickhöfer, Johann Lieber, Katharina Völker, Witwe, Johann Philipp Wagner, Johann Zollmann (1854), Georg Philipp Schmidt (1855), Marie Elisabeth Eylers, Witwe (1859), Johann Karl Heimann (1866), Moses Heymann und Philipp Heinrich Winter (1867), die meist mit ihren Familien abzogen. <span class="citation" data-cites="WHStruck"></span>

Die Arbeiterfamilien verlegten sich meistens auf das Maurerhandwerk. Die Maurer zogen in den Sommermonaten ins Rheinland, da sie daheim nicht genug Arbeit fanden. In den Wintermonaten halfen sie den Bauern beim Dreschen. Viele konnten wegen Armut kein Handwerk erlernen. Sie verdingten sich schon nach der Schulentlassung als Knechte und Mägde. Nach dem Bau der Eisenbahn verließ mancher das verkehrsmäßig ungünstig gelegene Heimatdorf. Dies wiederholte sich, als durch Zuzug der Heimatvertriebenen und Evakuierten die Einwohnerzahl am Ende des 2. Weltkrieges vorübergehend beträchtlich angestiegen war, da Arbeitsplätze hier fehlten. Erst nach der Erschließung von Neubaugebieten ist die Einwohnerzahl in den letzten Jahren wieder etwas angewachsen.

## Einwohnerzahlen von Mensfelden ab 1972

- 1972 - 1100 Einwohner
- 1982 - 1385 Einwohner
- 1994 - 1363 Einwohner
- 2000 - 1362 Einwohner
- 2011 - 1302 Einwohner<span class="citation" data-cites="Zensus-2011 GemHuenfelden1"></span>
- 2022 - 1277 Einwohner<span class="citation" data-cites="GemHuenfelden2"></span>

<section class="footnotes footnotes-end-of-document" id="bkmrk-hier-stimmt-die-summ" role="doc-endnotes">---

1. Hier stimmt die Summe nicht, wenn man von einer linearen Entwicklung ausgeht dürften es hier eher 974 Evang. Einwohner sein.[↩︎](#bkmrk-1)

</section>

# Mensfelden an alten Straßen

✍ **Autor(en):** Egon Eichhorn (1975)

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Zwei Anschlussstücke verbinden heute Mensfelden mit der Bundesstraße 417, der alten Hühnerstraße, und damit mit dem Fernverkehr auch der nahen Autobahn. Von dem allzu oft als lästig empfundenen Durchgangsfernverkehr bleibt das Dorf dadurch verschont. Dies war jedoch keineswegs immer so, wie es Dr. Egon Eichhorn in eingehenden Untersuchungen über die mittelalterlichen Fern- und Landstraßen zum und im Limburger Becken in allen Einzelheiten nachgewiesen hat.

So führte die Mainz-Limburger Landstraße über Heringen lange Zeit durch das Dorf Mensfelden und, wie es ein tiefer Hohlweg noch erkennen lässt, weiter zum Mensfelder Stock. Es handelt sich dabei um ein Teilstück der schon vorrömischen, uralten Hühnerstraße von Mainz über Wiesbaden nach Limburg, die im Mittelalter die bedeutendste rechtsrheinische Fernstraße von Mainz nach Köln war. Ihr Verlauf war keineswegs immer fest und gesichert. Er unterlag im Laufe der Zeit, bedingt durch das Gelände und wohl auch durch politische Verhältnisse, einigen Schwankungen. So sind auch hier neben jenem Teilstück durch Mensfelden weitere parallele Strecken zu beobachten.

Ein früher Zug über den Römberg, der zugleich als Neesbach-Werschauer und nachher als Nauheimer Holzweg diente, wurde auf einer kleinen Teilstrecke bis zum Mensfelder Zollhaus zugleich auch von der frühmittelalterlichen Bubenheim–Kirberg–Limburger Straße benutzt.

Vom Zollhaus bei Mensfelden aus, dessen Standort man 1567 an dieser Straße gewählt hatte, weil diese von dort aus gut zu überschauen war, führte eine mittelalterliche Straße in Richtung Dietkirchen weiter, während die Straße von Mainz. nach Limburg nach Westen abbog und als Alte Limburger Straße auf dem Sattel zwischen dem Nauheimer und dem Mensfelder Kopf zur mittelalterlichen Wegespinne am Mensfelder Stock weiterzog.

An diesem wichtigen alten Straßenknoten südlich von Limburg, der heute mitten im Feld, abseits der heutigen Straßen liegt, teilte sich die Straße fächerartig in die alte Hohe Straße von Diez nach Frankfurt und Mainz, den Bucher oder Großbacher Weg, die Mensfelder oder Mainz-Limburger Straße und den Linterer Kirchweg, den heutigen Limburger Weg. Heute ist diese früher so bedeutende Mainzer Straße, die über Heringen und durch Mensfelden und dann östlich von Blumenrod nach Limburg führte, fast vergessen.

Während die Straßen von Limburg nach Mainz zeitweise durch Mensfelden und auf weite Strecken durch seine Gemarkung führten, verliefen Zubringer und Verbindungsstraßen zur Hohen Straße von Köln über Limburg nach Frankfurt nur durch Randbereiche der Gemarkung. Als frühmittelalterlicher Höhenweg verlief die Hohe Straße von Diez aus bis zum Mensfelder Zollhaus, wo sie nach Mainz hin in die Hühnerstraße einmündete und daneben über Nauheim auch Anschluss zur Hohen Straße nach Frankfurt gewann. Zu dieser Hohen Straße nach Frankfurt führte auch die alte Diezer Straße über Bergen und Niederbrechen sowie durchs Mensfelder Hahnfeld die Frankfurt-Limburger Straße über Nauheim.

Schon im Spätmittelalter verlagerte sich der Verkehr von den meist ortsfernen Höhenstraßen auf den Wasserscheiden zunächst auf Teilstrecken auf Nahverbindungen zwischen kleineren Städten, Amts- und Marktorten. Seit dem 18. Jahrhundert hat man meist im Zug dieser Nahverbindungen in den Tälern die Fernstraße befestigt und als Chausseen ausgebaut. Damit war das Schicksal jener frühen, unbefestigten alten Straßen entschieden. In Teilstücken wurden sie noch als Feldwege benutzt. Weithin wuchsen sie zu. Oft haben Flurbereinigung die letzten Spuren verwischt, so dass heute nur noch hier und da tiefe Hohlwege, Flurnamen und sonst nur noch Hinweise in Urkunden, Akten und Karten an diese meist vergessenen frühen Fernstraßen erinnern.

[![karte_altestrassen_big.jpg](https://miesfelle.de/uploads/images/gallery/2026-07/scaled-1680-/karte-altestrassen-big.jpg)](https://miesfelle.de/uploads/images/gallery/2026-07/karte-altestrassen-big.jpg)

# Das Dorf nach 1801

✍ **Autor(en):** Walter Schwenk (1975)

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## Der Ortskern

Nach dem Großbrand von 1801, der den größten Teil unseres Dorfes vernichtete, wurden im alten Ortskern die engen Gassen und Gässchen aufgegeben. Gegen den hartnäckigen Widerstand der Einwohner wurde das Dorf damals aufgelockert mit breiten Straßen wieder aufgebaut, was man dann später auch als einzig richtig einsah. Die Kirche mit dem Kirchhof, dem alten Friedhof, blieb Mittelpunkt des Dorfes. Sie gewann noch mehr Platz, als man lange nach dem Brand 1825 die alte Schule am Westgiebel der Kirche abbrach und die neue auf dem alten, aufgegebenen Hofplatz des Pfarrhauses erbaute. Der nassau-oranische Zehnthof an der Westseite des alten Pfarrgehöfts, südlich der Kirche, wurde nachher an dieser Stelle nicht wieder aufgebaut. Die danach erbaute Zehntscheuer ist 1953 abgebrannt. Der Hof der Boos von Waldeck, mit 88 Morgen Land, an der Ecke Mittelstraße und Hintergasse, jetzt obere Neustraße, heute Hofmanns genannt, wurde nach 1801 wieder aufgebaut. An den Hof des kaiserlichen Reitergenerals des 30jährigen Krieges Jan von Werth (+1652) und seiner Nachkommen und Erben, der Reitz von Frentz zu Schlenderhahn, erinnert noch der Name der Schlendererecker . Er stand von 1801 in der Untergasse, der jetzigen unteren Neustraße.

Sonst sei von alten Gebäuden noch das 1727 erbaute heutige Haus Schumacher/Hasselbach erwähnt, dass nach 1801 bis 1907 Pfarrhaus war und auch alte Post genannt wird. Ein Gerichtssaal soll sich nach mündlicher Überlieferung im Haus Mittelstraße 11, heute Haus Walter Schwenk, in der großen Torstube befunden haben. Der Raum war vom Haus durch eine Wand abgetrennt und nur über eine schwere, erst 1920 entfernte Treppe aus Eichenholz, vom Hof aus zugänglich. In diesem Raum wurden die Gerichtsakten in einer großen Truhe aufbewahrt. Man erzählt sich, dass die Russen beim Durchzug 1813 die bunten, bleiverglasten Scheiben der Fenster ausgebrochen und mitgenommen hätten.

Etwas abseits lag ursprünglich am Ortsrand das Peter Sonntagshaus, wahrscheinlich das frühere Haus Schwenk (Hohlershaus) in der oberen Sonntagsgasse.

Verschwunden ist ebenso wie das Gefängnis auf der jetzigen Grünanlage an der Mittelstraße - Schwerzstraße auch der Wachtturm auf dem Hornel. Dort am östlichen Abhang des Hornels, westlich vom Dorf soll der Sage nach eine Burg gestanden haben, die im Jahr 1242 bei einem Aufstand zerstört wurde.

## Die Ortsstraßen

Als Ortsstraßen, damals noch Gassen genannt, finden sich einige schon auf den Karten, die nach dem Großbrand 1801 gezeichnet wurden: Die Seilergasse (jetzige Neustraße) die Mittelgasse, welche die heutige Remmeltstraße mit einschloss, (jetzige Mittelstraße ohne Remmeltstraße), die Hintergasse (jetzige obere Neustraße), die Keesgasse, welche in der Mitte der Hintergasse schräg nach der Pferdeschwemme (oberhalb Haus Lanz) in die Mittelgasse einmündete und nach dem Brand 1801 einging. Die Sackgasse, die auch nach dem Brand 1801 verschwand, begann in der Mittelstraße, zwischen Haus Euler und Völker und mündete vor der Kirche ein. Die längste Gasse war damals die Schwarzgasse (heutige Schwerzstraße), welche in südlicher Richtung etwas geschwenkt, aber in ihrer Länge blieb. Die zweitlängste Straße war die Untergasse, welche schon am östlichen Dorfanfang (Richtung Nauheim) begann, die heutige Untergasse geht nur bis zur Schule.

Die Schlimmgasse, heutige Schlimmstraße, dieser Name dürfte von Schlamm oder Schlemm abzuleiten sein. weil früher vor der Kanalisierung bei schweren Unwettern, Schlamm vom Berge in die Straße oder Gasse schwemmte. Als alte frühere Gassennamen wäre noch zu nennen die Sonntagsgasse (heutige Sonntagsstraße) deren Name wahrscheinlich vom Peter Sonntagshaus kommt. Die Laigasse (heutige Laistraße) dürfte von dem felsigen Boden den Namen haben. Die Kirchgasse war die heutige Backhausstraße, der Austausch der beiden Straßennamen ist erst nach dem Brand 1801, als die heutige Kirchstraße entstand, vorgenommen worden.

Ob die Fahlerstraße, deren Namen von einem früheren Falltor herzuleiten ist, schon vor 1800 ihren Namen hatte, ist nicht nachweisbar. Sicher haben jedoch die heutige Neustraße und Remmeltstraße erst nach dem Brand 1801 ihre Namen erhalten.

Seit dem 19. Jahrhundert war Mensfelden kaum gewachsen. Erst nach dem zweiten Weltkrieg entstanden neue Straßenzüge. Als 1950 das Domänenland in den Gerstengärten und Moorsgarten als Bauland verkauft wurde, konnten die Gartenstraße und die obere Schwerzstraße ausgebaut werden. Ein größeres Neubaugebiet Bucher- und Weiderbühne wurde 1960 - 1972 erschlossen und in neuen Straßen, der Königsbergerstraße, der Bühnenstraße, der Birkenstraße und den Straßen Schöne Aussicht und Am Zollhaus bebaut.

## Umbenennung der Straßen 1972

Mit der Bildung der Großgemeinde verfolgte man das Ziel, dass eine Straßenbezeichnung in Hünfelden nur einmal vorkommt. Das hatte für Mensfelden folgende Namensänderungen zur Folge:

Die Neustraße wurde Hehnerstraße,

die Mittel- und Laistraße wurden zur Sonntagsstraße,

die Gartenstraße wurde in Gerstengärten umbenannt.

<figure id="bkmrk--1"></figure><figure id="bkmrk-foto%3A-die-%C3%A4lteste-st">[![backesgass.jpg](https://miesfelle.de/uploads/images/gallery/2026-07/scaled-1680-/backesgass.jpg)](https://miesfelle.de/uploads/images/gallery/2026-07/backesgass.jpg)  
<figcaption>Foto: Die älteste Straße, Backhausstraße (Backesgass), David Diefenbach, 2023</figcaption></figure>